Schutz von Haien und Bleifarbenen Delfinen vor Hainetzen

Entwicklung nicht-tödlicher Strandschutzmaßnahmen in KwaZulu-Natal

Seit 2017 unterstützt die Stiftung gemeinsam mit der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) ein Projekt der Meeresbiologin Shanan Atkins von der Universität Witwatersrand (Institut Animal, Plant and Environmental Sciences, AP&ES) aus Johannesburg, Südafrika:

Die zum Schutz von Stränden vor Haiangriffen in KwaZulu-Natal eingesetzten Hainetze sollen durch nicht-tödliche, naturverträgliche Strandschutzmaßnahmen ersetzt werden.

Profitieren werden davon insbesondere folgende Arten:

  • Bleifarbener Delfin (Sousa plumbea)
  • Indopazifischer Große Tümmler (Turisops aduncus)
  • Langschnäuziger Gemeiner Delfin (Delphinus capensis)
  • Sambesi- oder Bullenhai (Carcharhinus leucas)
  • Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
  • Tigerhai (Galeocerdo cuvier)

Sonderform der Fischerei zur Haibekämpfung
Hainetze sollen Badende und Surfer vor Angriffen von für den Menschen potentiell gefährlicher, großer Haie schützen. Dies sind insbesondere Bullenhaie, Weiße Haie und Tigerhaie. Um dies zu erreichen, werden vor den betreffenden Strandabschnitten, etwa 400 Meter vor der Küste, jenseits der Brandung mehrere Stellnetze parallel zur Küste ausgebracht.

Die Netze sind jeweils etwas über 200 Meter lang, sechs Meter hoch und knapp unter der Wasseroberfläche verankert. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, unter und zwischen den Netzen hindurch zu schwimmen. Mit ein Grund, warum viele Haie und Delfine in den Netzen verenden, wenn sie im Begriff sind, das Gebiet zu verlassen.

Bleifarbener Delfin springt nahe Uferbefestigung.

Bleifarbener Delfin. Foto: Brett Atkins.

An 37 Badestränden der 320 Kilometer langen Küste von KwaZulu-Natal lauern zusammengerechnet 23,4 Kilometer Hainetze.

Haie und Delfine zahlen einen hohen Preis
Für küstennah lebende Delfinarten, wie z. B. die vier Arten Buckeldelfine, die samt und sonders als bedroht gelten, können Hainetze sogar zum Totalzusammenbruch der Population beitragen. Dies trifft besonders auf die Population der noch etwa 200 Bleifarbenen Delfine (Sousa plumbea) zu, die es entlang der 320 Kilometer langen Küste von KwaZulu-Natal lebt.

Position der Hainetze vor Richards Bay.

Position der Hainetze vor Richards Bay.

Todesfalle Richards Bay
Nach einer Langzeitstudie konnten Shanan Atkins und andere Wissenschaftler die Strände vor Richards Bay als Beifang-Hotspot identifizieren: Die sechs hier plazierten Stellnetze sind für 60 Prozent des Beifangs von Bleifarbenen Delfinen der gesamten Provinz verantwortlich! Es ist dringend notwendig, die Beifangverluste in Richards Bay zu stoppen, sonst wird es bald keine Bleifarbenen Delfine an der Ostküste Südafrikas mehr geben!

Das Projekt setzt daher in Richards Bay an, um beispielhaft aufzeigen zu können, dass zuverlässiger Strandschutz für Badende und Surfer möglich ist, ohne dass Meerestiere dafür sterben müssen.

Dabei gilt es neue Wege und Ansätze zu finden, denn die gängigen, nicht-tödlichen Strandschutzmaßnahmen lassen sich in Richards Bay nicht installieren. „Elektrozäune“ – am Meeresgrund verankerte Elektrokabel, die die elektrosensiblen Haie abschrecken – können hier im sandigen Sediment nicht verankert werden.

Und für den zuverlässigen Einsatz von „Shark Spottern“, die die Menschen rechtzeitig vor nahenden Haien warnen, ist die Meeresoberfläche zu trüb.

Die festinstallierte Videokamera am Newark Beach, Richards Bay, Südafrika.

Live mitmachen und Delfinsichtungen melden mir der LiveCam am Newark Beach. Foto: Brett Atkins

Integratives Konzept
In das Projekt eingebunden sind sämtliche beteiligten Interessenvertreter. Haiangriffe sind nicht nur in Südafrika ein sehr sensibles und wirtschaftlich für die Tourismusindustrie auch wichtiges Thema – auch wenn sie sehr selten sind. Deshalb sollen die lokale Bevölkerung, Touristen, betroffene Kommunen und Naturschutzbehörden bei der Suche nach einer naturverträgliche Lösung der Hainetzproblematik mitarbeiten.

Über Live-Beobachtungen können Menschen aus der ganzen Welt bei dem Projekt mitarbeiten und mithelfen bei der Rettung der Bleifarbenen Delfine von KwaZulu-Natal und dem Schutz großer Haie.

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Unsere Partner

Logo der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.Logo WITS-University, Johannesburg.

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