Meer in Not
EDEKA verkauft Dosenthunfisch mit "Delfin-Blut" auf Empfehlung des WWF
Sommer / Herbst 2011 - Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) warnt vor "delfintödlichem" Dosenthunfisch, der in deutschen EDEKA-Filialen verkauft wird. Beim Fang der in den Dosen verarbeiteten gefährdeten Gelbflossen-Thune sterben jedes Jahr über Tausend Delfine. Nach offiziellen Angaben starben allein 2009 etwa 1300 Delfine beim Fang der jetzt auch bei EDEKA erhältlichen Thunfischware, wobei Umweltschützer und viele Experten von einer weit höheren Dunkelziffer sprechen.
Besonders fatal für die Glaubwürdigkeit aller Ökolabel und Lebensmittelzertifizierungsprogramme ist, dass dieser Thunfisch vom WWF empfohlen wird. EDEKA und WWF machen sich mitschuldig am grausamen Beifangtod unzähliger Delfine.
Die bei EDEKA unter dem zynischen Motto "für einen transparenten Einkauf mit gutem Gewissen" firmierenden Produkte sind angeblich mit "weniger Beifang und bestandserhaltend gefangen". Die GRD wertet dies als massive Verbrauchertäuschung, denn in Wahrheit stammt der Delfinkiller-Thunfisch von der für ihre rücksichtslosen Piratenfischereimethoden einschlägig bekannten Firma Seatech International aus Kolumbien.
Hier wurden und werden ganz gezielt Delfine gequält und getötet!
Die DSM rät dringend vom Kauf des EDEKA-Delfinkiller-Thunfisch ab!
Zum Hintergrund:
Im Tropischen Ostpazifik (ETP) sind Thunfischschwärme oft mit Delfinschulen vergesellschaftet (die Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Thunfischschwarm bis zu 150 m darunter). Ein bis heute rätselhaftes und nur in dieser Meeresregion zu beobachtendes biologisches Phänomen, das die Fischer ausnutzen, indem sie gezielt Delfinschulen jagen und einkreisen. Nach offiziellen Angaben der Fischereikommission IATTC kommt dabei auch illegalerweise Dynamit zum Einsatz!
Das delfintödliche IATTC-Label:
Die EDEKA-Thunfischware wurde nach den Vorschriften des weltweit weitgehend geächteten, weil "delfintödlichen", AIDCP-APICD-Labels der Fischereikommission IATTC gefangen. "Es ist ebenso abstrus wie skandalös, dass EDEKA und WWF diese Fischfangmethode jetzt als eine der umweltschonendsten im östlichen Pazifik bezeichnen", sagt Ulrike Kirsch. In den USA darf derart gefangener Thunfisch per Gesetz nicht als "delfinfreundlich gefangen" ausgezeichnet werden.
Gemäß den Vorgaben der IATTC-Fischereikommission sollen die Delfine zwar durch Herablassen der Netze wieder freigelassen werden. Dennoch gehen bei dieser Fangmethode jedes Jahr mehrere Hunderte Delfine elendig zugrunde, entweder weil sie nicht rechtzeitig gerettet werden oder weil sie nach dem Freilassen an den während der "Treibjagd" erlittenen Verletzungen sterben.
Früher ließ man die Delfine einfach in den Netzen sterben. Von diesen Massakern haben sich die Bestände bis heute nicht erholt. Wissenschaftler sehen den Grund dafür auch darin, dass sich die jetzt angewandte Fangmethode schädlich auf Fortpflanzungsfähigkeit und Gesundheit der Tiere auswirkt.
Das SAFE-Thunfischlabel:
Unter dem Internationalen Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch/SAFE, das weltweit vom EII und in Deutschland von der GRD umgesetzt wird, ist das Setzen von Netzen um Delfine strikt verboten.
Der Appell von Weltumsegler Rollo Gebhard:
"Auf meinen 3 Weltumsegelungen haben mich immer Delfine begleitet. Diese Lebewesen waren meine Freunde, haben mir einmal sogar das Leben gerettet. Deshalb fühle ich eine innere Verpflichtung, ihnen zu helfen. Ich appelliere an die Verbraucher durch ihr umsichtiges Verhalten, unseren Einsatz zur Rettung der Delphine zu unterstützen", sagt der dreifache Weltrumsegler und Gründer der GRD, Rollo Gebhard.
Wer sicher gehen will, dass an seinem Thunfisch kein Blut von Delfinen klebt, sollte sich an das Logo SAFE bzw. an die regelmäßig aktualisierte Verbraucher-Checkliste der GRD halten.
Deutlich mehr tote Delfin-Babys im Golf von Mexiko nach der Ölpest
23.02.2011 - Übereinstimmend berichten die Nachrichtenagenturen sda und APA, dass derzeit an den Küsten der US-Bundesstaaten Alabama und Mississippi zehn Mal so viel tote Delfin-Babys angespült werden wie in den Jahren vor der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr.
In zwei Wochen 17 tote Delfin-Babys!
So sind in den vergangenen zwei Wochen 17 tote Delfin-Babys gefunden worden, die Dunkelziffer, der auf den Meeresgrund gesunkenen Kadaver dürfte weitaus höher sein. Normal kann man in dieser Jahreszeit ein oder zwei tote Delfin-Babys im Monat erwarten, heißt es. Die Todesursache sollen Fehlgeburten sein, warum diese verstärkt auftreten, soll jetzt untersucht werden.
89 tote erwachsene Delfine im vergangenen Jahr
Fakt ist allerdings, dass einer derart hohe Zahl von Totgeburten völlig aus dem Rahmen fällt. Experten sind sich sicher, dass der Untergang der BP-Ölplattform "Deepwater Horizon", in dessen Folge rund 780 Millionen Liter Öl (ein Vielfaches der Menge, die bei der Exxon-Valdez-Katastrophe im Jahr 1989 in Alaska ins Wasser gelangte) ins Meer liefen, eine Rolle für das Sterben der Babydelfine spielt. So verdreifachte sich im vergangenen Jahr auch die Zahl toter erwachsener Delfine von 30 auf 89.
Das Frühjahr ist die Fortpflanzungszeit der im Golf von Mexiko lebenden Delfine, um die Zeit explodierte am 20.04.2010 die "Deepwater Horizon". Nach Tragzeit liegt der Delfinmütter liegt elf bis zwölf Monaten und dementsprechend kommen jetzt bis in den April die Jungen zur Welt.
Das aus dem leckgeschlagenen Bohrloch ausgetretene Öl war in dichten Schwaden durch den Golf von Mexiko gezogen und so auch in die Buchten und in flachen Gewässer gelangt, in denen die Delfine ihre Jungen gebären.
© U. Karlowski
Plastiksuppe Mittelmeer – Internet-Petition "Eine Million Mausklicks für das Mittelmeer"
12.01.2011 | Plastiktüten, Einwegrasierer, Zahnbürsten, - in Milliarden winziger Teilchen zerschlagen. Schätzungsweise 500 Tonnen winziger Plastikteilchen aus derartigen Abfällen schwimmen derzeit im Mittelmeer, dienen dem Plankton und damit Fischen als Nahrung, werden von Algen besiedelt, und landen schlussendlich auch auf unseren Tellern. Dies sind die ersten Schlüsse einer bisher in Europa einmaligen Forschungsexpedition aus dem vergangenen Sommer, die Mitglieder der Vereinigung Mittelmeer in Gefahr (MED) im vergangenen Juli auf eigene Kosten durchführten.
Es ist eine ungenießbare Suppe, die über die Mittelmeerküsten von Frankreich, Norditalien und Spanien schwappt. Die Menge entspricht etwa 250 Milliarden Partikeln mit einem Durchschnittsgewicht von 1,8 Milligramm, erläutert François Galgani vom französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer.
Die Partikel stammen von Plastikabfällen, die Menschen an den Stränden zurücklassen oder von Schiffen aus ins Wasser werfen; ein großer Teil wird auch von Flüssen angeschwemmt oder vom Wind ins Meer getragen. Die derzeitige Verschmutzung des Mittelmeers durch Plastikteilchen ist nicht mehr rückgängig zu machen, erklärt der Leiter der Expedition, Bruno Dumontet. Er nannte das Ergebnis der Untersuchung "besonders beunruhigend. Wir haben Wasserproben bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern auf ihren Gehalt an Plastikteilchen untersucht". Ausgewertet wurden die Proben dann vom Ifremer und dem Meeresforschungsinstitut der Universität im belgischen Lüttich.
Internet-Petition "Eine Million Mausklicks für das Mittelmeer"
Um zu verhindern, dass das Meer eine einzige "Plastiksuppe" wird, muss die Verschmutzung an der Quelle eindämmt werden.
Dazu haben die Initiatoren der Expedition unter dem Motto «un million de clicks pour la Méditerranée» ("eine Million Mausklicks für das Mittelmeer") eine Internet-Petition erarbeitet.
Ziel ist es, die erforderliche Zahl von einer Million Unterschriften für ein EU-Bürgerbegehren zu sammeln.
Es soll die EU-Kommission auffordern, mit neuen Vorschriften umweltfreundlichere Verbraucherprodukte - vor allem Verpackungen - durchzusetzen. So soll der Verbrauch von Einwegverpackungen stärker eingeschränkt werden, als dies in der heute gültigen Verpackungsrichtlinie aus dem Jahre 1994 der Fall ist.
EU-Vertrag von Lissabon machts möglich
Möglich macht ein solches Bürgerbegehren der vor einem Jahr in Kraft getretene EU-Vertrag von Lissabon: Demnach können Bürger mit Petitionen, die mindestens eine Million Unterschriften erhalten, von der EU-Kommission Gesetzesvorschläge fordern. Die EU-Kommission ist zwar nicht an die Vorschläge gebunden, zumindest aber haben die Initiatoren das Recht auf eine öffentliche Anhörung. Und wenn die Kommission ihre Forderung ablehnt, muss sie das ausreichend begründen.
Größte Meeres-Mülldeponie ist so groß wie Zentraleuropa
Plastikmüll in Meeren und Ozeanen wurde bereits in den 1990er-Jahren als Problem erkannt. Die millimetergroßen Partikel sammeln sich insbesondere in großen Strömungswirbeln. Als größter Müllstrudel gilt der Nordpazifikwirbel, der deshalb auch "Great Pacific Garbage Patch" ("Großer Pazifischer Müllteppich") genannt wird. Die dort im Uhrzeigersinn wischen der Westküste der USA und Hawaii zirkulierende Mülldeponie ist mittlerweile so groß wie Zentraleuropa!
Quellen: afp/sueddeutsche.de/DSM/GRD
PETITION: 1 MILLION UNTERSCHRIFTEN zur Rettung des Mittelmeers!
Peinliche Vostellung: "World Ocean Review"
18.11.2010 | So kann man es natürlich auch machen, bei der Vorstellung eines angeblichen "World Ocean Review" Friede, Freude Eierkuchen spielen und vorgaukeln, es sei alles in Butter da draußen, auf und in den Meeren.
Wissenschaftler des Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" hatten für das mehr als 200 Seiten starke Werk intensiv mit der Redaktion des nicht gerade für eine umweltkritische Berichtersttaung bekannten "mare"-Verlags zusammengearbeitet - ausgerechnet!
Ausgeklammerte Hiobsbotschaften
Zwar informiert der "World Ocean Review" mehr oder weniger umfassend und verständlich über den Zustand der Ozeane. Dieser ist zwar bekanntlich alles andere als erfreulich ist, aber nur wer nach dem wahren Zustand der Meere sucht, wird im Review auch fündig.
->-> -> spiegel.de: Hiobsbotschaft im Flüsterton
Nichts als Image-Pflege?
Negative Befunde werden im "World Ocean Review", wenn überhaupt, nur mit aller wissenschaftlichen Vorsicht wiedergegeben. Zu was ist der Review dann gut, außer Ruhm und Ehre eines Kieler Exzellenzclusters und der Zeitschrift "mare" zu mehren und eigene Eitelkeiten zu pflegen? Aber das kann es doch eigentlich auch nicht sein...
Quelle: spiegel.de
Ozeane geben Jahrzehnte altes DDT frei
11.01.2010 | Trotz des jahrzehntelangen Verbots von Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) in der Landwirtschaft ist das Pestizid immer noch nachweisbar. Einer aktuellen Computersimulation zufolge werden Rückstände des Giftes nun sogar von der Meeresoberfläche emittiert. Die Berechnungen zeigen zudem, dass die Verteilung des in der Umwelt noch vorhandenen DDT, das heute praktisch nur noch in einigen tropischen Ländern zum Einsatz kommt, durch Winde und Meeresströmungen in Richtung Norden verlagert wird.
DDT gegen Malaria
Zwischen 1940 und 1970 wurden geschätzte 1,5 Millionen Tonnen DDT als Pestizid in der Landwirtschaft, aber auch gegen Malaria eingesetzt. Aufgrund der hohen Toxizität der Substanz wurde der Einsatz in den meisten Industriestaaten in den 70er-Jahren verboten. Weltweit ist die Verwendung von DDT in der Umwelt seit Inkrafttreten der Stockholmer Konvention im Jahr 2004 nur noch einigen Ländern zur Bekämpfung von krankheitsübertragenden Insekten, insbesondere den Überträgern der Malaria gestattet.
Quelle: pressetext.deutschland
Saures Meer lässt Muscheln und Schnecken wachsen
07.12.2009 | Mit dem starken Anstieg von CO2 in der Atmosphäre werden auch die Ozeane immer saurer. Nun haben Forscher der University of North Carolina in Chapel Hill entdeckt, dass einige Schalentiere unter diesen Bedingungen noch größer wachsen. Zu den Gewinnern gehören auch einige kommerziell nutzbare Meerestiere wie etwa die Amerikanischen Hummer, berichten die Forscher im Fachmagazin Geology.
Quelle: pressetext.deutschland
Überraschende Funde: Die Tiefsee ist extrem artenreich
23.11.2009 | Die Tiefsee ist deutlich artenreicher als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Forschungsprogramms Census of Marine Life. Bei der ersten Zwischenbilanz des "Meeresinventars" mit Hilfe von technischen Equipment, sind die Forscher auf mindestens 17.600 verschiedene Arten gestoßen. In Zukunft könnten einige davon auch für die Technik oder Medizin wichtig sein.
Quelle: pressetext.austria
Toxische Geschäfte - Die Mafia soll bis zu 40 Giftmüllfrachter im Mittelmeer versenkt haben - nun gibt es erste Beweise
14.09.2009 | Ein vermutlich mit Giftmüll beladenes Wrack eines Frachters ist vor der kalabrischen Mittelmeerküste entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Region geht davon aus, dass es sich bei dem Schiff um einen von der Mafia absichtlich vor der Westküste versenkten Giftmülltransport handeln könnte. Auf Geheiß der Behörden wurde das Wrack mit einem Spezialroboter untersucht.
Quellen: dpa/www.sueddeutsche.de
Bundesamt für Naturschutz fordert besseres Management für die Fischerei in Nord- und Ostsee
07.09.2009, Bonn | Die Fischerei in den Meeren kann global betrachtet nicht mehr als nachhaltig gelten. Besonders dramatisch stellt sich die Situation in den heimischen Gewässern der Nord- und Ostsee dar: Hier gelten der Europäischen Kommission zufolge mittlerweile 88 % der Bestände als überfischt, 30 % sogar unterhalb der kritischen biologischen Grenze. Gleichzeitig lassen Ergebnisse anderer Studien hoffen, dass durch geeignete Managementmaßnahmen, wie Fangbeschränkungen, selektive Fanggeräte und Schutzgebiete sich Ökosysteme und Fischerei wieder erholen können.
„Für die Fischbestände vor unserer Haustür ist es vielerorts bereits fünf vor zwölf, und es besteht dringender Handlungsbedarf, die Fischerei endlich effektiv zu regulieren. Zumal sich die intensive Befischung der Nord- und Ostsee nicht nur auf die Bestandsgröße, Altersstruktur und genetische Vielfalt kommerziell genutzter Fischbestände auswirkt, sondern gravierende Beeinträchtigungen des gesamten Meeresökosystems nach sich zieht. Zu nennen sind hier beispielsweise der Beifang und Rückwurf von Meerestieren, der etwa in der Plattfisch- und Krabbenfischerei der Nordsee bis zu 90 % der Gesamtfänge ausmachen kann, sowie zerstörerische Effekte auf die Arten und Lebensräume am Meeresboden durch die Grundschleppnetzfischerei“, sagte Professor Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).
Insbesondere in den marinen Natura 2000 - Schutzgebieten in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nord- und Ostsee, für die der Bund zuständig ist, bestehe die Notwendigkeit die Fischerei durch entsprechende Maßnahmen so zu gestalten, dass negative Auswirkungen auf geschützte Arten und Lebensräume vermieden würden, so Jessel. „Aus Sicht des BfN ist es ein völlig unbefriedigender Zustand, dass die Fischerei in den marinen Natura 2000-Schutzgebieten in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee nach wie vor weitgehend unbeschränkt durchgeführt wird, obwohl hier die negativen Auswirkungen der Fischerei auf Arten und Lebensräume wissenschaftlich dokumentiert wurden“, sagte die BfN Präsidentin Jessel unter Verweis auf Studien, die im BfN u.a. durch den Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) erstellt worden sind.
Angesichts der bedrohlichen Situation der Fischbestände global und insbesondere in den europäischen Meeresgebieten, hat das BfN heute ein Positionspapier zur „Ökosystemgerechten nachhaltigen Fischerei“ herausgegeben. Darin werden die negativen Auswirkungen der Fischerei auf kommerziell genutzte Fischbestände, und andere Arten und Lebensräume im Meer beschrieben. Das Positionspapier zeigt Handlungserfordernisse und Lösungsmöglichkeiten auf, wie die Fischerei ökosystemgerecht und nachhaltig gestaltet werden kann.
Wesentlicher Handlungsbedarf besteht aus Sicht des BfN
- in der Anpassung der viel zu hohen Fangmengen an die verfügbaren Fischressourcen,
- einer strikten Umsetzung der wissenschaftlichen Empfehlungen bei der Festlegung der Gesamtfangmengen,
- einer konsequente Umsetzung von Vorsorge- und Ökosystemansatz,
- sowie einer effektiveren Bekämpfung der illegalen, unregulierten Fischerei.
Das BfN setzt sich dabei für verschiedene Lösungsansätze ein, um die kommerzielle Fischerei ökosystemgerecht zu gestalten. Beispielsweise die Zertifizierung ökologisch nachhaltig gemanagter Fischereien und die Einrichtung eines Netzwerks „gut verwalteter“ Meeresschutzgebiete. „Eine der möglichen Managementmaßnahmen, um die Fischerei auch in Schutzgebieten nachhaltig zu gestalten ist der verpflichtende Einsatz von selektiven Fanggeräten wie Fischfallen, die keine negativen Auswirkungen auf Nichtzielarten und Lebensräume haben“, fordert Beate Jessel.
Eine gute Chance für den Meeresschutz bietet aus Sicht des BfN die bevorstehende Reform der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik im Jahre 2012. Die Europäische Kommmission hat hierzu ein Grünbuch verfasst, in dem die wesentlichen Missstände der Europäischen Fischereipolitik fundiert und schonungslos analysiert sind.
Bei der Präsentation des Hintergrundpapiers verwies die BfN Präsidentin Prof. Dr. Jessel darauf, dass die fischereiliche Nutzung nach wie vor eine der menschlichen Aktivitäten ist, die weltweit und „vor unserer Haustür“
besonders negative Auswirkungen auf marine Ökosysteme hat. Wie der jüngste Bericht der Welternährungsorganisation FAO zeigt, sind mittlerweile weltweit 28% der Fischbestände überfischt und 52 % bis an die Grenzen an ihrer biologischen Kapazität genutzt. Die Übernutzung der Fischbestände in flachen und produktiven Küstenmeeren hat dabei zu einer Verlagerung des Fischereiaufwands in größere Wassertiefen und in die Küstenmeere weniger entwickelter Staaten geführt, in denen die Menschen in besonders hohem Maße von wildlebenden Fischbeständen als Proteinquelle angewiesen sind. „Die Übernutzung der Fischressourcen“ so Jessel „hat deshalb sowohl eine ökologische als auch eine soziale und ethische Komponente“.
„Es ist dringend erforderlich, dass Deutschland und die Europäische Kommission ihren Verpflichtungen gemäß den EU Naturschutzrichtlinien endlich nachkommen und durch entsprechende Managementmaßnahmen der günstige Erhaltungszustand von Arten und Lebensräumen auch im Meer gesichert bzw. wiederhergestellt wird.“ Um die Erarbeitung von Maßgaben für eine nachhaltig- ökosystemverträgliche Fischerei in den marinen Schutzgebieten weiter voran zu treiben, hat das BfN in dieser Woche ein weiteres Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf den Weg gebracht, das zusammen mit dem IFM-GEOMAR, Universität Kiel durchgeführt wird.
Das Positionspapier „Ökosystemgerechte nachhaltige Fischerei“ können Sie unter www.bfn.de/positionspapiere.html herunterladen.
Weitere Informationen:
Habitat Mare - aktiv für marine Lebensvielfalt
KOM (2009) Grünbuch: Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik
Quelle: BfN
UN-Programm gegen illegale Fischerei läuft ins Leere
26.08.2009, Rom | Die Überfischung der Meere und die illegale Fischerei berauben vor allem arme Länder in Afrika und Asien wichtiger Ressourcen zur Ernährung ihrer Bevölkerung. Ein Programm der Vereinten Nationen, das Häfen dazu verpflichtet gegen Piratenfischer vorzugehen, läuft einer neuen Studie zufolge jedoch weitgehend ins Leere. Innerhalb von fünf Jahren wurden nur 55 von 176 Fischtrawlern, die auf einer schwarzen Liste geführt werden, in Häfen registriert.
Quelle: epo.de
Spektakuläres Tiefsee-Riff vor Irland entdeckt
Unterwasserhügel ragen bis 100 Meter aus der Tiefsee hoch
27.05.2009, Galway | Wissenschaftler des NUI Galway haben bei einer kürzlich beendeten Tiefsee-Expedition am Südende der Porcupine Bank vor der Westküste Irlands ein spektakuläres Tiefsee-Korallenriff entdeckt. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometer befinden sich 40 Riffköpfe auf untermeerischen Hügeln, die vom Meeresgrund hundert Meter emporragen. Dem Forscherteam ist es mit Tauchrobotern gelungen, Aufnahmen von der Rifflandschaft zu machen.
Quellen: pressetext.austria
Foto: © Dr. Grehan/NUI Galway
Wale und Delfine: Vollgepumpt mit Umweltgiften
22.05.2009, Washington DC | Meeressäuger wie Delfine oder Wale sind Pestiziden und anderen Umweltgiften hoffnungslos ausgeliefert. Die bisher ausführlichste Studie über die Belastung durch gefährliche Chemikalien ist im Fachmagazin Environmental Pollution erschienen. Ein Forscherteam hatte dazu das Gehirn von elf verschiedenen Meeressäugern und einem gestrandeten Seehund untersucht. Unter den gefundenen Substanzen befanden sich auch einige, die bereits seit den 1970-er Jahren aufgrund ihrer Gefährlichkeit für den menschlichen Organismus verboten sind.
Quellen: pressetext.austria/GRD
Foto: © U.Kirsch/GRD
Fast 6000 Irawadi-Delfine in Bangladesch entdeckt!
02.04.2009 | Forscher der Wildlife Conservation Society (WCS) haben im Süsswasser der Sundarbans, eines gigantischen Mangrovenwalds im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse, und davor im Golf von Bengalen fast 6000 Irawadi-Delfine entdeckt. Die WCS betonte zugleich, dass die Meeressäuger durch Fischerei und Klimawandel gefährdet seien.
Es handelt sich damit um das mit weitem Abstand größte bisher bekannte Vorkommen dieser Delfinart. "Die Entdeckung gibt uns große Hoffnung, dass die Irawady-Delfine eine Zukunft haben", erklärte der Leiter der Studie, Brian Smith. Bangladesch diene den Tieren eindeutig als wichtige Zuflucht. Daher müsse ihr Schutz in der Region höchste Priorität haben, forderte er.
Der IUCN-Chef in Bangladesch, Ainun Nishat, sieht in dem überraschenden Fund ein Anzeichen dafür, dass "die Ökologie in der Region noch nicht tot ist". Es gebe reichlich Nahrung, vor allem Fisch, für die Delfine. Jetzt müsse zu ihrem Schutz die Fischerei in der Region eingeschränkt werden. Die Studie berichtet von einer wachsenden Gefahr für die Delfine, sich in Fischernetzen zu verfangen und zu ertrinken. Auch der Anstieg des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels ist demnach eine Bedrohung, weil das Süßwasser landeinwärts verdrängt wird.
Die WCS rief Bangladesch auf, in den Mangrovenwäldern der Sundarbans ein Schutzgebiet für die Irawaddis einzurichten. "Ein Schutzgebiet kann dauern", meinte Mohammed Jalilur Rahman vom staatlichen Institut für Fischereiforschung. "Aber wir ermutigen die Fischer bereits, die Delfine zu schonen, wenn sie sich in ihren Netzen verfangen."
Der Irawadi-Delfin gehört zur Gruppe der Meeresdelfine. Es handelt sich um eine weitgehend unbekannte Delfinart, stellenweise sollen sie in ihren Verbreitungsgebieten noch häufig vorkommen. Irawadis stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Vulnerable" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens). Die bis 2,6 m großen, hell gefärbten und äußerlich einem Beluga-Wal ähnelnden Delfine sind in seichten Küstengewässern des tropischen Indopazifik und großen Flusssystemen, wie Ganges oder Mekong verbreitet. Irawadi-Delfine können bis zu 1300 Kilometer flussaufwärts wandern, manche wiederum leben vermuitlich zeitlebens im Salzwasser. Sie halten sich nur wenige Kilometer von der Küste entfernt auf. Wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt, ist nicht bekannt.
2005 wurden die Tiere vor Australien und Papua Neuguinea als eigene Art Orcaella heinsohni, Australischer Stupsfinnendelfin, eingestuft.
Quellen: AP/GRD/DSM
Foto: © Department of Fishery of Thailand
Karte: © CMS / GROMS
Dem Meer stockt der Atem: Vor Peru und Ecuador geht dem Pazifik die Luft aus
10.03.2009 | Kiel - Delfine, Wale und Seelöwen schienen auf ein üppiges Leben hinzuweisen. Doch die großen Meeressäuger waren von Bord der "Meteor" aus so häufig zu sehen, weil sie nur in den obersten Metern des Pazifiks vor Peru und Ecuador Nahrung finden. Wenige Meter tiefer beginnt eine lebensfeindliche Zone fast ohne Sauerstoff.
Vor den Küsten Perus und Ecuadors erstreckt sich die weltweit größte "Sauerstoffminimumzone". Ein erster Vergleich der neuen Daten mit Messungen aus dem Jahr 1993 zeigt, dass der Sauerstoffgehalt noch weiter abgenommen hat.
Deutlich wurde bei der Expedition aber auch, dass Sauerstoffarmut nicht jedes Leben verhindert. Im östlichen Pazifik fanden die Forscher sogar mitten in der Minimumzone in Tiefen um 100 Meter besonders viel Chlorophyll. Dort leben offenbar Cyanobakterien (Blaualgen).
Quellen: KN-online/IFM-GEOMAR | Fotos: IFM-GEOMAR
Globale Fischereikrise verschärft sich | FAO-Report: Die Plünderung der Meere geht weiter
02.03.2009 | Die Zahl der überfischten oder bis an die biologischen Grenzen ausgebeuteten Fischbestände ist zwischen 2004 und 2006 erneut gestiegen - von 77 auf 80 Prozent. Dies ist geht aus dem neuen in Rom veröffentlichten Weltfischereireport der UN-Welternährungsorganisation (FAO) hervor. Nach Ansicht von Experten gefährdet der drohende Zusammenbruch vieler Fischbestände nicht nur die Ernährungssicherheit in den Entwicklungs- und Schwellenstaaten, sondern auch hunderttausende von Arbeitsplätzen und das gesamte Ökosystem der Ozeane. Die seit langem von Politik und Fischereiindustrie in Aussicht gesetllte Trendwende ist jedenfalls ausgeblieben.
Die Zahl der nur moderat genutzten Fischbestände hat sich laut FAO seit den 1970er Jahren halbiert - von 40 auf 20 Prozent. Der Fischfang ist laut FAO bereits rückläufig. 2006 wurden 81,9 Millionen Tonnen Meeresfisch angelandet, dass sind über vier Prozent weniger als noch zwei Jahre zuvor.
Schon heute schätzen Experten die wirtschaftlichen Verluste durch die Überfischung der Meere auf etwa 40 Milliarden Euro im Jahr. Dabei könnten die Ozeane mehr Fisch mit weniger Aufwand liefern - wenn die Fischereien endlich nachhaltig gemanagt würden.
Ein Paradebeispiel für die wirtschaftlichen Schäden durch die Überfischung liefert der Nordsee-Kabeljau. Derzeit dürfen EU-Fischer ansgesichts stark gesunkener bestände 24.000 Tonnen im Jahr fangen - was nach Ansicht von Wissenschaftlern immer noch viel zu viel ist. Eine nachhaltig befischte Kabeljau-Population wäre um ein Vielfaches größer und könnte laut WWF etwa 140.000 Tonnen Fischfang im Jahr erlauben.
Meeresschützer fordern seit langem einen Paradigmenwechsel in der Fischereipolitik. Mehr Schutzgebiete und fischereifreie Zonen, umweltfreundliche und nachhaltige Fangtechniken und eine massive Verkleinerung der Fangflotten sind erforderlich, um der Krise zu begegnen, die in Europa besonders drastisch ist.

Die Verbraucher sollten beim Einkauf auf Fische aus gefährdeten Beständen - wie zum Beispiel Wolfsbarsch, Kabeljau, Scholle, Seezunge oder Rotbarsch - verzichten und auf zertifizierte Produkte, wie z.B. SAFE bei Dosenthunfisch oder mit dem FOS-Logo (Friend of the Sea) versehene Fischereiprodukte zurückzugreifen.
Scheidender US-Präsident schafft weltweit größtes Meeresschutzgebiet
09.01.2009 | Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat US-Präsident George W. Bush das mit einer Fläche von rund 500.000 Quadratkilometer weltweit größte Meeresschutzgebiet (MPA) rund um US-Besitzungen im Südpazifik eeingerichtet. Unter Schutz gestellt wurde ein Gebiet von der Größe Spaniens.
Wie das Weiße Haus mitteilte, wird es drei neue Reservate geben: das Marianas Trench Marine National Monument, das Pacific Remote Islands Marine National Monument und das Rose Atoll Marine National Monument. Das Schutzgebiet umfasst den 2400 Kilometer langen Marianengraben mit dem tiefsten Punkt der Erde, Inseln der Nördlichen Marianen, das Rose-Atoll in Amerikanisch-Samoa und eine Kette abgelegener Inseln im Zentralpazifik, die sogenannten Remote Islands.
Im größten der drei Gebiete, dem Marianengraben, kommen 19 Arten von Meeressäugern vor, darunter einige seltene Schnabelwalarten. Geschützt werden auch Korallenriffe, seltene Haiarten und andere Raubfische, bedrohte Meeresschildkrötenarten und Millionen Seevögel. Kommerzieller Fischfang sowie der Abbau von Bodenschätzen ist verboten - eine vergleichsweise leichte Entscheidung, da derartiges dort bislang kaum stattfand. In der neuen Schutzzone soll das Fischen in mehreren Inselregionen in einem Umkreis von bis zu 50 Seemeilen verboten werden. Auch die 21 Vulkane und Hydrothermalquellen in der Tiefsee sollen besonders geschützt werden. Fangerlaubnisse für Einheimische, zu touristischen oder Forschungszwecken sollen von Fall zu Fall erteilt werden.

