(NOAA Vents Acoustics Monitoring - Monitoring the global ocean through underwater acoustics):
"Bloop" | "Julia" | "Train" | "Slowdown" | "Whistle" | "Upsweep" - Bislang rätselhafte und unidentifizierte Klänge
Blauwal, Finnwal und Zwergwal
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19.12.2008 | Brüssel - Die EU-Fischereiminister einigten sich auf eine Anhebung der Fangquote für Nordsee-Kabeljau um 30 Prozent auf 28.800 Tonnen für 2009. Gleichzeitig will man erste Schritte gegen den Beifang, der bis zu 80 Prozent der gesamten Beute eines Trawlers ausmachen kann, einleiten. Künftig soll kein marktfähiger Fisch mehr ins Meer zurückgeworfen werden dürfen. Während das nur für die Nordsee geltende so genannte Rückwurf-Verbot von Meeresschützern begrüßt wird, hagelt es scharfe Kritik gegen die unverantwortliche Anhebung der Kabeljau-Quote, einem Kotau gegenüber der Fischerei-Lobby.
Warnungen von Wissenschaftlern, Umweltschützern und der EU-Kommission wurden von den Fischereiministern erneut weitgehend ignoriert. Meeresschützer halten die Anhebung der Kabeljau-Quote nur dann für gerechtfertigt, wenn ab dem 1. Januar neben dem Rückwurf-Verbot auch Schutzmaßnahmen für Jungfische umgesetzt werden und die Fischer neue, selektivere Netze einsetzen, was nicht der Fall ist.
Die neuen Fangquoten werden die Überfischung der Meere beschleunigen und langfristig eine wichtige Nahrungsquelle vernichten.
In den letzten Jahren erreichte die Fisch-Verschwendung der EU-Flotten neue Rekorde. 2007 landeten Nordsee-Fischer 24.000 Tonnen Kabeljau an und warfen gleichzeitig 23.000 Tonnen über Bord. Eigentlich wollte die EU die Rückwurfrate in diesem Jahr auf zehn Prozent des Gesamtfanges senken. Tatsächlich ist sie nach Schätzung von Wissenschaftlern gestiegen. Derzeit wird mehr Kabeljau weggeschmissen als an Land gebracht. Grund sind mangelhafte Kontrollen und zu rücksichtslose Fangmethoden.
Meeresschützer fordern eine grundlegende Reform des EU-Quotensystems. Die jährlich von den Fischereiministern festgelegten Fangmengen liegen fernab der Realität. Denn die Millionen Tonnen Fisch, die nach dem Fang sinnlos wieder über Bord gehen, tauchen in keiner Statistik auf.
15.11.2008 - Die Todeszonen auf dem Boden der Ostsee werden immer größer. Noch nie seit Beginn entsprechender Messungen zu Beginn der Sechzigerjahre war die Ausbreitung von gänzlich toten Böden und von Zonen mit saisonalem erheblichem Sauerstoffmangel so umfassend wie jetzt. Laut Messungen des schwedischen Meteorologischen Instituts, die jetzt veröffentlicht wurden, sind ein Fünftel der Böden in der Kern-Ostsee - zwischen Dänemark und den Åland-Inseln - ohne Sauerstoff. Und einem Drittel der Böden droht angesichts fortschreitenden Sauerstoffmangels das gleiche Schicksal.
Neben den Abgasen des Auto- und Schiffsverkehrs und Einleitungen von Industrien und Kläranlagen trägt die Hauptschuld an dieser Entwicklung vor allem die Überdüngung in der Landwirtschaft...
Lesen Sie mehr (taz; Wirtschaft und Umwelt; von Reinhard Wolff)
12.11.2008 | Brüssel - Die EU-Kommission hat einen Vorschlag für die Fanguoten der wichtigsten Fischbestände des Nord-Ost-Atlantik, einschließlich der Nordsee, für das Jahr 2009 vorgelegt. Um die Industrie zu sanieren, muss die Fangtätigkeit zurückgefahren werden.
Joe Borg, EU-Kommissar für maritime Angelegenheiten und Fischerei, erklärte hierzu: "Über Jahre wurden Bestände derart überfischt, dass das Gleichgewicht der marinen Ökosysteme, von denen unsere Fischereien abhängen, aus den Fugen geraten ist. Wenn letztere ihre frühere Produktivität wiedererlangen sollen, werden wir heute weniger fischen müssen, damit sich die Bestände erholen können. Für die betroffenen Fangflotten wird dies nicht einfach sein. Es ist aber der einzige Weg, um das ökologische Fundament für eine gesunde europäische Fischwirtschaft wieder herzustellen."
Der Kommissionsvorschlag wird auf der Tagung des Rates der Fischereiminister vom 17.-19. Dezember im Hinblick auf seine Umsetzung ab dem 1. Januar 2009 erörtert und beinhaltet folgende wichtige Elemente:
Die Kabeljau-, Schellfisch- und Wittlingbestände Westschottlands sind überfischt, und die Fangmengen haben sich in den letzten Jahren drastisch verringert. Diesen Beständen soll eine "Erholungspause" gegönnt werden. Der Wiederauffüllungsplan der EU-Kommission soll verbessert und sowohl die Quoten als auch den Fischereiaufwand für diese Bestände um 25 Prozent reduziert werden. Die Hering-Fangquoten müssen beträchtlich gekürzt werden, um weitere Bestandsrückgänge zu vermeiden. Für die westschottischen Bestände schlägt die Kommission daher eine 25 prozentige Quotenreduzierung vor.
Weitere Maßnahmen betreffen den Bestand an Seezungen, Dorn- und Heringshai, Blauleng sowie kurzlebige Arten wie Sardellen und Sandaal, Stintdorsch und Sprotten.
06.11.2008 - Stralsund: Ein Verbot der Fischerei mit schweren Grundschleppnetzen in den Meeresschutzgebieten der Nord- und Ostsee haben Wissenschaftler zum Abschluss einer dreitägigen Fachtagung in Stralsund gefordert.
Diese Fischereiform habe bereits zu massiven Schäden an Sandbänken und Riffen geführt, sagte der Leiter des Fachgebietes Meeres- und Küstennaturschutz im Bundesamt für Naturschutz, Henning von Nordheim Die Folge sei der Ruin verschiedener Fischbestände. Zusätzliche Schäden entstünden durch zu hohe Beifänge, warnte der Experte. Auch Seevögel und Schweinswale zählten zu den Opfern einer ungezügelten Fischerei. Die Zeit zum Handeln dränge, unterstrich Nordheim.
Quelle: welt.de
09.10.2008 - Weltbank und UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO errechneten, dass die weltweiten Fischfangflotten jährlich 50 Mrd. Dollar (36,6 Milliarden Euro) aufgrund von Fangrückgängen und Missmanagement verlieren. Für die vergangenen drei Dekaden summiert sich der wirtschaftliche Verlust auf zwei Billionen US-Dollar (1,46 Billionen Euro). Dies entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt Italiens.
Der Wert der jährlich weltweit gefangenen Fische wird von der FAO auf etwa 80 Mrd. Dollar geschätzt. Allerdings sind die Erträge in den vergangenen Jahren massiv gefallen. 77 Prozent der globalen Fischbestände gelten als bis an ihre Grenzen befischt oder überfischt. Wird die rücksichtlose Ausbeutung nicht gestoppt, könnten die Meere im Jahr 2050 leer gefischt sein.
Fischer müssen immer mehr Geld aufwenden, längere Strecken zurücklegen und aufwändigere Fanggeräte einsetzen, um ihre Erträge stabil zu halten. Laut FAO und Weltbank gibt es zudem enorme Überkapazitäten - bei gesunden Beständen könnte mit halb soviel Aufwand die gleiche Menge gefangen werden. Jährlich werden etwa 86 Millionen Tonnen Fisch und Meersfrüchte aus den Ozeanen geholt.
Der gesamtwirtschaftliche Schaden rund um den Globus ist jedoch weitaus größer als von Weltbank und FAO berechnet. Denn die Kosten für die Zerstörung wertvoller Korallenriffe durch Schleppnetze, für Beifänge oder illegale Fischerei sind nicht eingerechnet, lassen sich wohl auch gar nicht beziffern (jährlich werden viele Millionen Tonnen Fisch und Meerestiere als nutzloser Müll wieder über Bord geworfen - darunter nach Angaben von Umwltorganisationen 250.000 Meeresschildkröten und 300.000 Delfine und Wale).
Umweltorganisationen warnen seit langem vor dem verheerenden Rückgang der weltweiten Fischbestände. Speziell ausgewiesene Schutzzonen oder Schonzeiten könnten den drohenden Kollaps abwenden, werden aber nur höchst selten eingerichtet. Weite Teile der Fischindustrie überleben nur noch, weil die Politik sie Jahr für Jahr mit über 22 Milliarden Euro Steuergeldern am Leben hält.
Weitere Informationen:
Der Weltbank/FAO-Report "The Sunken Billions"
Quellen: WWF/Wallstreet Online
01.10.2008 | Pressemitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:
Anlässlich der Kabinettsentscheidung zur nationalen Strategie für die nachhaltige Nutzung und den Schutz der Meere erklären Cornelia Behm, agrar- und fischereipolitische Sprecherin, und Undine Kurth, naturschutzpolitische Sprecherin und Parlamentarische Geschäftsführerin:
Die vorgelegte Meeresschutz-Strategie ist ein wichtiger Schritt. Jetzt müssen zügig weitere Schritte der Umsetzung folgen. Leider fehlen in der vorgelegten Meeresschutzstrategie verbindliche Instrumente und Zeitpläne für die praktische Umsetzung. Hier muss deutlich nachgearbeitet werden. Zwar werden viele Maßnahmen beschrieben, allerdings ohne verbindliche Zeitpläne zu nennen. Es fehlen Kontrollmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten. In den Bereichen Fischerei, Landwirtschaft und Meeresbergbau sowie Schifffahrt ist der Strategieentwurf nicht klar genug. Hier lässt die Strategie die dominierenden Interessen der Meeresnutzung gegenüber denen des Meeresschutzes weitgehend unangetastet.
So wird zum Beispiel das im Meeresbergbau bestehende Regelwerk in scheinbarer vollkommener Unkenntnis der tatsächlichen verheerenden Gegebenheiten als nachhaltig bezeichnet und das bestehende Instrumentarium als ausreichend für "die Durchführung eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Meeresbergbaus in allen Betriebsphasen" bezeichnet. Der Schutz der biologischen Vielfalt im Meer, der Schutz von wichtigen Lebensräumen und die Wiederherstellung eines guten ökologischen Meerszustandes können jedoch nur gelingen, wenn sie als Querschnittsaufgabe in allen Ressorts in Angriff genommen werden.
Völlig unannehmbar ist die Forderung, Methanhydrate nur zu fördern, wenn eine Fördertechnik bereitsteht, die eine Freisetzung größerer Mengen von Methan sowie die Auslösung von Rutschungen unter dem Meer ausschließt. Dies ist überhaupt nicht zu gewährleisten. Die Förderung von Methanhydraten ist daher klimapolitischer und meerespolitischer Wahnsinn. Die Bundesregierung muss diesen Wahnsinn komplett ausschließen.
Wir fordern die Bundesregierung auf,
- wirksame Managementpläne für die 10 ausgewiesenen deutschen Natura2000-Meeresschutzgebiete zügig zu erarbeiten und zu verabschieden,
- den Meeresschutz konsequent in der Politik aller betroffenen Ressorts zu verankern,
- einen verbindlichen Zeit- und Maßnahmenplan mit entsprechenden Sanktionsregelungen in die Strategie zu integrieren,
- ein Verbot des Meeresbergbaus in nach europäischen Richtlinien geschützten Gebieten durchzusetzen
- vehement gegen jeglichen Methanhydratabbau einzutreten,
- sich in der EU-Fischereipolitik für einen Abbau der Fischfang-Überkapazitäten und für ein Rückwurfverbot für Beifänge einzusetzen,
- die Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft durch Regelungen in der Düngevorordnung weiter zu vermindern.
03.09.2008 - Mit jährlich mindestens 1,4 Millionen Tonnen an Fisch-Beifängen, die wieder ins Meer zurückgeworfen werden, ist die kommerzielle Fischerei in der EU alles andere als nachhaltig. Mit dem zwangsläufigen Ergebnis, dass mittlerweile rund 88 Prozent der europäischen Fischfanggebiete bereits hoffnungslos überfischt sind. Manche Trawler werfen bis zu 80 Prozent ihrer Beute wieder über Bord. Die Gesamtrückwurfrate innerhalb der EU liegt bei rund 30 Prozent, dürfte aufgrund grassierender Piratenfischerei in Wirklichkeit allerdings weitaus höher sein. Ob über Bord oder nicht, das Ergebnis bleibt gleich: Die Fische sind in jedem Fall tot!
Auch von der Welternährungsorganisation FAO wird Beifang als eines der größten Probleme der kommerziellen Fischerei gesehen. Norwegen hat es, neben Island, als eines der wenigen Länder in Europa geschafft, das Problem in den Griff zu bekommen. So ist das Überbordwerfen der Beifänge verboten und die Fischer dürfen in Regionen, in denen die Beifangrate besonders hoch ist, nicht mehr fischen. Versehentlich gefangene Speisefische werden verkauft, zu kleine Exemplare werden zu Fischmehl verarbeitet. Kehrt ein Kutter ohne Beifang von einer Fangfahrt zurück, drohen Geldbußen und das Boot wird festgesetzt.
Das norwegische Fischereimanagement ist vorbildlich und wird nicht, wie in der EU, von politisch und wirtschaftlich motiviertem Lobbyistentum beeinflusst, dem es mit trauriger Regelmäßigkeit gelingt, wissenschaftliche Empfehlungen zu Schonzeiten oder niedrigeren Fangquoten zu torpedieren. In Norwegen wird mit einem ausgeklügelten und sehr flexiblen System gearbeitet, bei dem situationsbedingt wechselnde Schonzeiten in den verschiedenen Fanggebieten eingerichtet und vor allem auch überwacht werden. Der übermäßige Fang von Jungfischen, der die Reproduktionsfähigkeit der befischten Arten massiv beeinträchtigt, wird durch Regelungen zur Maschengröße der Netze und temporäre Fangverbote verhindert. So gelang es ausgerechnet der Walfangnation Norwegen die Beifangrate auf unter vier Prozent zu senken.
Leider hat die Sache einen Haken: Bilaterale Abkommen erlauben, dass die EU-Flotte in norwegischen Gewässern fischt und umgekehrt. So wird dann der z.B. von britischen Fangschiffen in norwegischen Gewässern gefischte Beifang anschließend in der EU-Zone wieder über Bord geworfen.
Quellen: SZ/pressetext.de | © U. Karlowski
21.07.2008 - Der europäischen Fischereiwirtschaft droht angesichts der Überfischung in vielen Gewässern der Zusammenbruch. Besonders betroffen seien der rote Thunfisch im Atlantik und im Mittelmeer sowie die Kabeljaubestände in der Nord- und Ostsee, sagte Fernando Crucio, Direktor im spanischen Fischereiministerium, am Sonnabend bei der Einweihungsfeier der Europäischen Fischereiaufsichtsagentur (CFCA) am neuen Sitz in der spanischen Hafenstadt Vigo. "Wir riskieren einen Kollaps." Die Agentur will mit den Mitgliedsstaaten eine besser koordinierte und schärfere Kontrolle der Fangflotten, um Schwarzfischer dingfest zu machen.
"Irgendwann werden sich die Fischbestände nicht mehr erholen können", warnte CFCA-Verwaltungschef Marcelo Vasconcelos. "Das ist ein Teufelskreis." Allein in den vergangenen zehn Jahren seien die Thunfischbestände im Atlantik und im Mittelmeer um rund 30 Prozent gesunken. "Das ist ein dramatischer Rückgang." Die EU hatte Mitte Juni angeordnet, den industriellen Fang von Thunfisch vorerst einzustellen.
Der Wettbewerb auf dem Fischmarkt ist hart, zudem machen die hohen Treibstoffpreise den Fischern zu schaffen - viele fischen daher mehr als sie dürfen, um ihr Einkommen zu sichern. Nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) wird rund ein Drittel des weltweiten Fischfangs illegal aus dem Meer gezogen.
Ziel der Agentur sei es nun vor allem, die Überfischung der Bestände zu verhindern, betonte EU-Fischereikommissar Joe Borg. Dazu koordiniert sie die Zusammenarbeit der nationalen Kontrollen und Inspektionen. Um wirksam zu arbeiten, forderte die Agentur, die Politik müsse höhere Strafen sowie mehr Personal für Kontrollen beschließen. "Hohe Strafen können zumindest Wiederholungen verhindern", sagte CFCA-Chef Harm Kosten.
Quelle: dpa
21.07.2008 - Mangrovenwälder sind wichtige Ökosysteme tropischer und subtropischer Küstenregionen. Doch sie fallen in zunehmendem Maße der Erschließung der Küsten für Landwirtschaft, Siedlungsflächen oder den Tourismus zum Opfer. Weltweit wurden Schätzungen zufolge bereits mehr als die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Mangrovenwälder vernichtet. Schon in 20 Jahren könnten sie völlig verschwunden sein.
Weil die Wälder in der Gezeitenzone Brut- und Futterplatz für ein Drittel der kommerziell genutzten Fischarten sind, wirkt sich ihre Zerstörung negativ auf die einheimische Fischerei aus. Eine Gruppe US-amerikanischer und mexikanischer Forscher um Octavio Aburto-Oropeza von der Scripps Institution of Oceanography in San Diego (Kalifornien) hat diesen Zusammenhang erstmals umfassend dokumentiert. Sie verglich die Fangergebnisse in 13 Küstengebieten im Nordwesten Mexikos mit den dort noch vorhandenen Mangrovenwäldern. Diese schrumpfen auch hier jährlich um etwa zwei Prozent.
Die Wissenschaftler fanden eine eindeutige Beziehung: Je größer die noch intakten Wälder, desto höher die erzielten Fangmengen; wenn die salztoleranten Pflanzen mit ihren Stelzwurzeln verschwinden, dann gehen auch die Fischbestände zurück.
Der ökonomische Nutzen der Mangrovenwälder ist damit unmittelbarer als bisher angenommen und wird zudem offenbar stark unterschätzt. Die Forscher kommen auf einen Wert von fast 25000 Euro pro Hektar und Jahr. Auf zehn Jahre hochgerechnet, ergibt sich mehr als das 300fache der von der mexikanischen Regierung genannten offiziellen Zahl.
Quelle: Spektrum der Wissenschaft
07.07.2008 - Zum Ende einer Konferenz gegen illegales Fischen haben die Vertreter von mehreren Ländern der Staatengemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) eine Vereinbarung gegen den Raubbau ihrer Fischgründe unterzeichnet. Dazu sollen mehrere Projekte initiiert werden.
Windhoek – An der in Windhoek ausgerichteten Konferenz zum Thema "Stoppt illegales Fischen" haben Fischerei-Minister und -Vizeminister der Länder Angola, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, Südafrika und Tansania sowie des Gastgebers Namibia teilgenommen. In einer Abschlusserklärung einigen sie sich auf einen Maßnahmenkatalog zum Kampf gegen das illegale Treiben auf den Meeren, wodurch den SADC-Staaten schätzungsweise eine Milliarde US-Dollar pro Jahr verloren gehen würden.
Der Erklärung zufolge soll ein "progressives Verbot für das Umladen auf See" (Umladen des Fischfangs von kleinen auf größere Schiffe) eingeführt werden. In Namibia existiere dieses Verbot bereits, sagte Fischereiminister Abraham Iyambo nach der Konferenz, ebenso in Mosambik und Tansania. Darüber hinaus soll das Überwachungssystem für die Schiffe (Vessel Monitoring System, VMS) verbessert und gestärkt werden. Die Unterzeichner der Erklärung haben zudem ihre Absicht zur Einrichtung eines regionalen Überwachungszentrums erklärt.
Die Entsendung von Fachleuten soll überdies dem Erfahrungsaustausch der SADC-Länder dienen, heißt es weiter. Außerdem sollen die jeweiligen Landesgesetze aneinander angepasst werden, um z.B. einheitliche Richtlinien, Kontrollen, Sanktionen und Strafen einzuführen. Piratenfischern, die auf einer "schwarzen Liste" für illegales Fischen aufgeführt sind, soll der Zugang zu Gewässern und Häfen der SADC-Mitgliedsstaaten verwehrt werden. Die Fachleute in den jeweiligen Ministerien werden abschließend beauftragt, praktische Wege zur Einführung aller Vorschläge und Beschlüsse bis Juni 2009 zu finden. Ende 2011 sollen dann der Fortschritt bzw. Implementierungsprozess ausgewertet und überprüft werden.
Namibias Fischereiminister Iyambo wies in einer Abschlussrede darauf hin, dass die "Seuche des illegalen Fischens eine der größten Umweltverbrechen unserer Zeit" sei. "Wir müssen das Problem jetzt lösen!", forderte Iyambo mit Nachdruck. Denn: "Wir können nicht erlauben, dass die Plünderung der Ozeane und die Vernichtung des Fischbestandes fortgesetzt wird."
Quelle: AZ-Namibia-Online, Stefan Fischer
05.07.2008 - Die Organisation Census of Marine Life (CoML) hat es sich zum Ziel gesetzt, die derzeit rund 230.000 bekannten Arten von Meereslebewesen zu erfassen und Wissenschaftlern wie Laien zugänglich zu machen. Dazu hat das internationale Forscher-Netzwerk das Online-Verzeichnis World Register of Marine Species eingerichtet.
Die Übersicht umfasst derzeit 122.500 verifizierte Arten, über 50.000 Parallelbezeichnungen konnten die Experten schon aussondieren. Die Datenbank umfasst neben Informationen über die Artensystematik und exakte Namen auch Beschreibungen von Lebensweise und Lebensraum. Einige tausend Photos illustrieren das Werk, das bis zum Jahr 2010 komplettiert sein soll.
Während bisherige Verzeichnisse in Anbetracht der Fokussierung auf bestimme Spezies oder Regionen nicht vollständig waren, soll das World Register ein umfassendes Kompendium der bekannten Arten werden, dass Wissenschaftlern und Normalsterblichen per Mausklick zur Verfügung steht.
Auch der Fehlinterpretation von Namen, Verwirrung über die lateinische Schreibweise und Mehrfachbenennungen soll das Verzeichnis entgegentreten. Bisheriger Spitzenreiter bei den Mehrfachbenennungen ist der Schwamm Halichondria panicea, der seit seiner Entdeckung mit über 50 lateinischen Synonymen beschrieben wurde.
200.000 Arten bis Jahresende angepeilt
Bis zum Ende dieses Jahres wollen die Forscher 200.000 Arten katalogisiert haben, im Jahr 2010 soll das erste vollständige Kompendium der bekannten Meereslebewesen herausgebracht werden.
Allerdings dürfte die Arbeit damit bei Weitem noch nicht abgeschlossen sein. Es herrscht noch immer ein Missverhältnis zwischen den bekannten Arten auf dem Land und zu Wasser.
Die Taxonomen gehen davon aus, dass mindestens eine Millionen mariner Arten existieren, die obere Grenze können sie aber nicht beziffern. Küstennahen Gebiete sind zwar relativ gut erforscht, die Tiefsee unter 2.000 Meter ist es aber nicht. Von einer hier entnommenen Probe sind fast 100 Prozent Organismen, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat"
Quelle: pressetext.at
04.07.2008 - In Schutzgebieten mit vollständigem Fischereiverbot können sich überfischte Bestände offenbar in kürzester Zeit erholen. Das legt ein aktueller Bericht des Australien Institute of Marine Science (AIMS) nahe.
Wissenschaftler um den Meeresbiologen Garry Russ von der James Cook University hatten die Populationen verschiedener Korallenbarscharten in den Schutzzonen des Riffs zwischen den Jahren 2004 und 2006 untersucht. Dabei zeigte sich, dass bereits in diesem kurzen Zeitraum die Stärke der Fischpopulationen um 31 bis 75 Prozent zugenommen hat.
Im Jahr 2004 wurde das Gebiet des mit einem strikten Fischereiverbot belegten Great Barrier Reef Marine Park auf rund ein Drittel der Gesamtfläche des Riffs ausgeweitet. So entstand das größte weltgrößte Netzwerk mariner Schutzzonen.
Aufgrund der kurzen Zeitspanne zeigten sich die Wissenschaftler ob des schnellen Aufschwungs auch einigermaßen erstaunt. "Wir waren angenehm überrascht von der Geschwindigkeit, mit der sich die Korallenbarschpopulationen erholt haben - und auch von dem Ausmaß und der Einheitlichkeit der Reaktion", sagt Studienleiter Russ.
An küstennahen Riffen sei die Dichte der Fischbestände um bis zu 75 Prozent gestiegen und auch in weiter von der Küste entfernt liegenden Riffen habe sich ein ähnlich positiver Trend gezeigt. In Riffregionen, die der Fischerei weiterhin zugänglich waren, waren hingegen kaum oder keine Bestandszunahmen feststellbar. Die Forscher führen dies aber eher auf gefallene Sterblichkeitsraten innerhalb der Reservate als auf zunehmende Fischerei außerhalb der Schutzzonen zurück.
"Die Resultate sind ziemlich überzeugend, denn wir haben ein großes Areal untersucht - 56 Riffe, die sich auf über 1.000 Kilometer von Cairns im Norden bis zu den Capricorn-Bunker-Inseln im Süden verteilen", mein Peter Doherty, Forschungsleiter am AIMS. "Unsere Forschungsergebnisse sind ein ermutigender Beweis dafür, dass riskante politische Schritte, um ein solches Ökosystem zu erhalten, durchaus erfolgreich sein können", fügt Russ an.
Quelle: pressetext.at
02.07.2008 - Der Druck auf Fischbestände wäre bis zu siebenfach geringer, wenn die Fischerei sich auf das Fangen erwachsener Tiere beschränken würde. So lautet die Schlüsselbotschaft einer neuen Studie unter Federführung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel. Die europäische Fischerei könnte von diesen Erkenntnissen erheblich profitieren, wenn sie die Fische in einer Lebensphase fängt, in der Wachstumsrate und Biomasse das Maximum erreicht hat. Erst dann ist der Fortbestand der Population dauerhaft gesichert und eine Fischerei ökologisch verträglich und ökonomisch sinnvoll. Die internationale Studie ist in der Fachzeitschrift "Fisheries Research" erschienen.
Die Fischereibiologen analysierten Auswirkungen der Fischerei auf neun verschiedene Arten, von großen Fischen wie Kabeljau, Scholle und Wittling bis hin zu kleinen Fischen wie Sprotte und Hering. Die deutlichsten Folgen stellten sie bei den großen Fischen fest, da heutzutage hauptsächlich Jungfische gelandet werden, die noch nicht geschlechtsreif sind. Die Tiere werden ihrem Lebenszyklus entzogen, noch bevor sie für Nachwuchs sorgen konnten.
"Wir haben festgestellt, dass heutige Fangmethoden dem Ökosystem und den Fischbeständen weitaus mehr Schaden zufügen als nötig, um die gegenwärtigen Quoten zu erzielen", erzählt Dr. Rainer Froese, Erstautor der Studie und Fischereibiologe am IFM-GEOMAR, "im Grunde genommen würden sowohl die Ökosysteme im Meer als auch die Fischereiwirtschaft gleichermaßen profitieren, wenn einfache Gebote wie die Fangbeschränkung auf erwachsene Fische eingehalten würden." Auf Dauer kann ein Fischbestand das Fehlen einer Nachfolgegeneration nämlich nicht überstehen und die Population bricht dann zusammen. Dies geschah auf dramatische Weise in den 90iger Jahren in den früher üppigen Fanggründen des Kabeljaus vor dem kanadischen Neufundland.
Die neue Studie liefert auch eine quantitative Abschätzung der Auswirkungen einer Fischerei in Hinblick auf Nachhaltigkeit. Wenn man bei gleichen Erträgen den Fang auf ausgewachsene Tiere beschränkt, berechnen die Wissenschaftler eine bis zu siebenfache Erhöhung der Wildbestände.
Die Fischereiindustrie würde in mehrfacher Hinsicht davon profitieren, zum Beispiel könnte sie ihre Fangquoten in kürzerer Zeit erzielen und somit Kosten sparen. Auch Investitionen für Fanggeräte, die im Einsatz schonender sind, würden durch eine effektivere Fischerei wieder wettgemacht. Da Bestände mit einem größeren Anteil von erwachsenen Tieren auch für mehr Nachwuchs sorgen, könnte eine solch nachhaltige Fischerei auf Dauer größere Fänge gewährleisten. Die Umstellung auf den Fang größerer Tiere könnte schrittweise erfolgen und würde, je nach Art, im Laufe von 3 bis 8 Jahren zu den vorhergesagten Ergebnissen führen. Die Studie entstand im Rahmen des EU Projekts INCOFISH.
Quelle: umweltdialog.de
Die Fachveröffentlichung "Size matters: How single-species management can contribute to ecosystem-based fisheries management" von Rainer Froese, Amanda Stern-Pirlot, Henning Winker und Didier Gascuel ist in der Zeitschrift "Fisheries Research" erschienen.
19.06.2008 - Die weltweite Überfischung und die
Auswirkungen des Klimawandels setzen eine Reihe von Tieren, die im und am
Meer leben, einer einseitigen Diät aus. Statt der für sie wertvollen
Nahrungsquelle bleibt ihnen praktisch nur noch "Junkfood." Zu diesem
Schluss kommen Forscher der Universität von Stockholm.
Räuberische Fische wie etwa der Dorsch sind durch die nicht nachhaltige
Fischerei praktisch aus ihrem Lebensraum verschwunden, dafür haben sich ihre
Beutetiere wie etwa Sprotten stark vermehrt. Sprotten sind als Nahrung
für Seevögel aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts allerdings nur ein magerer
Ersatz. Die Biologen um Henrik Österblom argumentieren, dass das
schlechte Nahrungsangebot für Raubvögel und Meeressäuger zu einem rapiden
Gewichtsverlust der Räuber führt, da ihnen die notwendige Energie fehlt.
In den 1990er Jahren hatten Österblom und seine Forscherkollegen festgestellt, dass die 20 Tage alten Küken von Trottellummen in der Ostsee ein viel geringeres Gewicht aufwiesen als in den Jahren zuvor. "Wir waren sehr überrascht darüber, denn zur gleichen Zeit nahm die
Dorsch-Fischerei in der Region deutlich zu", meint Olof Olsson von der
schwedischen Umweltforschungsstiftung Mistra.
"Weniger Dorsch bedeutet mehr Sprotten und die Lummeneltern fütterten die
Jungen fortan mit Sprotten." Doch auch die Sprotten erwiesen sich in den
folgenden Untersuchungen als abgemagert. Dadurch, dass ihnen der Fressfeind fehlte, nahmen sie zwar mengenmäßig zu, mussten sich aber mit
anderen Tieren ihre Nahrungsquelle - das Zooplankton - teilen.
Mengenmäßig bekamen die Lummenjungen zwar gleich viel Fisch, allerdings
deutlich weniger Kalorien.
Diese Erkenntnisse seien nichts Neues, meint der Fischereiexperte Michael
Fogerty vom US-National Marine Fisheries Service (NOAA). Ähnliches habe man an der Ostküste der USA bei Blauflossen-Tunfischen festgestellt, die deutlich abnahmen, weil auch
ihre Beutefische, die Heringe, immer dünner wurden. Auch die Heringe nahmen durch den Wegfall ihrer Fressfeinde mengenmäßig zu, gewichtsmäßig allerdings deutlich ab.
In den Jahren 2000 bis 2004 nahm man in der Ostsee die Jagd nach Sprotten vermehrt auf, damit stieg auch das Gewicht der Lummenküken wieder an. Die
schwedischen Forscher wurden damit Zeugen der "Junkfood-Hypothese". Eine
Meta-Analyse von 47 Studien über die Auswirkungen der "Nahrungsquantität
und Qualität auf Meeressäuger und Vögel" kommt zu ähnlichen Ergebnissen.
Quelle: pressetext.austria
Der Ast, an dem die Fischerei sägt, trägt nicht nur Fischer, sondern über sechs Milliarden Menschen...Zwischenfazit der kanadischen Dalhousie University: Ein halbes Jahrhundert hat ausgereicht, um beinahe alle Großfische um 90 Prozent zu dezimieren. Dazu gehören unter anderem Kabeljau, Heilbutt, Hai, Thunfisch und Schwertfisch. Die Artenvielfalt ist weltweit um die Hälfte zurückgegangen. Da große Fische fast sämtlich Räuber sind, bringt ihr Verschwinden das gesamte Ökosystem in Schieflage. Derzeit werden annährend 100 Prozent der Weltmeere überfischt, verschmutzt und auf andere Weise geschädigt – nur 0,5 Prozent unterliegen hingegen halbwegs strengen Schutzvorschriften.
Frank Schätzing, "Nachrichten aus einem unbekannten Universum"
Unsere Meere bedecken etwa 70 Prozent der Erdoberfläche und spielen - wie auch die Regenwälder - eine wichtige Rolle für Mensch und Umwelt. Die Meere sind Nahrungsquelle, sie sind Regulator für das Klima unserer Erde, sie bergen gewaltige Energieressourcen und sind Ursprung allen Lebens. Der Schutz der Meere ist deshalb besonders wichtig. Dabei geht es nach Auffassung des Umweltbundesamtes (UBA) vor allem darum, den Meeresschutz über Ländergrenzen hinweg zu bündeln und zu koordinieren. Mit der Betrachtung einzelner Sektoren – etwa Fischerei, Verkehr oder Tourismus - ist es nicht getan: "Wir brauchen eine integrative Betrachtungsweise, um die vielfältigen Probleme der Meere zielgerichtet lösen zu können. Nur so erreichen wir einen auf Dauer wirksamen Meeresschutz", sagt UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge. Eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Meeresschutzpolitik Europas sowie Vorschläge zur weiteren Verbesserung liefert das neue UBA-Hintergrundpapier.
"Homo sapiens is poised to become the greatest catastrophic agent since a giant asteroid collided with the earth 65 million years ago, wiping out half the world's species in a geological instant."
Dr. Richard Leakey
"From the point of view of evolution, man is a success. But the most remarkable success of all this evolution, isn't it precisely the extraordinary cycle that leads him back to his origins, to the depths of the seas for which his blood is still nostalgic?"
Jacques Piccard
The endless frontier of the immediate future is not outer space but the vast space beneath the sea."
Robert S. Dietz, 1961
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