IWC will Vaquita retten

Vaquita im Golf von Kalifornien.

Vaquita im Golf von Kalifornien.
Foto: ©Paula Olson/NOAA/public domain

Illegale Stellnetzfischerei droht die letzten Kalifornischen Schweinswale auszurotten

Vaquitas gelten aufgrund ihres sehr kleinen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum als eine der am stärksten vom Aussterben bedrohte Meeressäugerart der Welt.

Die nur etwa 1,5 Meter groß werdenden Vaquitas (Phocoena sinus), auch Kalifornische Schweinswale genannt, gehören zu den kleinsten Delfinartigen, die es gibt.

Haben die kleinen Wale überhaupt eine Überlebenschance?
Bereits im Mai 2016 soll ihr Bestand auf etwa 63 Individuen gesunken sein, darunter nur noch etwa 25 fortpflanzungsfähige Weibchen. Ohne effektive Schutzmaßnahmen, dürften die Vaquitas es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal mehr bis ins Jahr 2018 schaffen. Doch auch das ist nicht sicher, denn ein Bestand von mindestens 100 Tieren wäre schon nötig, damit die Art sich erholen kann.

Kommen die IWC-Schutzmaßnahmen zu spät?
Gegen Ende der 66. Tagung der Vertragsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) im slowenischen Portorož wurden einige Schutzmaßnahmen beschlossen. So soll durch eine konsequentere Umsetzung des Verbots von Stellnetzfischerei im Lebensraum der Vaquitas sowie die Unterstützung für Monitoringprogramme ihr Aussterben doch noch verhindert werden.

Illegale Stellnetzfischerei, bei der die kleinen Vaquitas als Beifang in den Netzen ertrinken, ist die Hauptursache für den dramatischen Zusammenbruch der Population. Abgesehen haben es die Raubfischer dabei auf den gleichfalls bedrohten Totoaba (Totoaba macdonaldi), einen Umberfisch, der über 2 m Länge erreichen und über 100 kg schwer werden kann. Seine Schwimmblase wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und kann mehr als 1000 Dollar pro Stück erlösen.

Vaquitas wurden erst 1958 entdeckt und über ihre Lebensweise ist nur wenig bekannt. Sie haben mit einer Fläche von ca. 2235 Quadratkilometern im Nordzipfel des Golfs von Kalifornien das kleinste Verbreitungsgebiet aller Meeressäuger. 1997 wurde ihr Bestand noch auf 567 Exemplare geschätzt. Fast 60 Jahre später scheint es, als verschwände einer der kleinsten Meeressäugerarten der Ozeane für immer von unserem Globus.
Ulrich Karlowski, 27. Oktober 2016