Klimawandel beeindruckt Meeressäuger nicht

Wissenschaftler erwarten geringe Auswirkungen auf die Artenvielfalt

Der Klimawandel wird die Artenvielfalt der Meeressäuger in den kommenden 40 Jahren wahrscheinlich wenig verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ein Forscherteam um die Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin am Institut für Biologie I der Universität Freiburg, in dem Internet-Fachportal PlosOne veröffentlicht hat. In Hinblick auf die verschiedenen Arten ist das Bild uneinheitlich: Während es für knapp die Hälfte durch den Verlust von Lebensraum enger werden könnte, vergrößern sich die Verbreitungsgebiete der anderen Hälfte um bis zu 40 Prozent. mehr ->

Niederlande: Einzigartiges Fischschutzprojekt

Großartig: Niederländer hauen Loch in Deich und bauen Fischmigrationsfluss – damit Fische wieder wandern können!

Während in der ganzen Welt als Antwort auf den durch den Klimawandel steigenden Meeresspiegel Deiche verstärkt und erhöht werden, durchbrechen die Niederländer kurzerhand gewohnte Muster. Sie hauen ein Loch in den Deich! Klingt verrückt, ist es aber nicht. Denn bislang ist das schnurgerade, 32 Kilometer lange Bollwerk (Afsluitdijk) inmitten des Meeres, welches das Ijsselmeer eingrenzt, ein einziges Hindernis für viele Zugfische. Sie können nicht mehr zwischen ihren Lebens- und Laichgebieten vom Süß- ins Salzwasser und umgekehrt wechseln. Das soll sich ab 2022 mit dem Fischschutzprojekt „Fischmigrationsfluss Abschlussdeich“ ändern. mehr ->

Wenn Eisbären das Eis fehlt

Wissenschaftler sprechen von einem 50-prozentigen Rückgang der Eisbären-Population in der südlichen Beaufortsee

In der Beaufortsee vor der Küste von Alaska und der kanadischen Territorien Yukon und Nordwest gibt es immer weniger Eisbären. Hauptgrund sind die in den letzten Jahren durch den Klimawandel immer stärker dahinschwindenden Eisflächen in diesem etwa 476.000 km² großen Teil des Nordpolarmeeres. Besonders Eisbärenbabys sowie ältere und kranke Bären stellt der sich verändernde Lebensraum vor ernsthafte Überlebensprobleme. Laut einer im April 2016 veröffentlichen Studie von Wissenschaftlern der Universität von Alberta müssen die majestätischen Bären besonders in der Beaufortsee immer weitere Strecken im Polarmeer zwischen Eisschollen zurücklegen, um dort Robben zu jagen und die notwendigen Fettreserven für den langen arktischen Winter anlegen zu können. mehr ->

Zu viel Lärm im Mittelmeer

Mit der Stille des Meeres ist es für die sich vornehmlich akustisch orientierenden und kommunizierenden Meeressäuger im Mittelmeer vorbei

In vielen Lebensräumen herrscht infernalisch viel Lärm. Die Ursachen sind hausgemacht: Seismische Untersuchungen für die Suche nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten, der stark gestiegene Schiffsverkehr sowie Marinemanöver, bei denen Hoch- und Mittelfrequenzsonare zur U-Boot-Suche eingesetzt werden. Wissenschaftler aus Frankreich, Italien, der Schweiz und den USA stellten ihre Ergebnisse nach zehnjähriger Analyse im Januar 2016 in einer „Übersicht der Lärm-Hotspots im Mittelmeer“ vor. Der Bericht beschreibt die zeitlich-räumliche Entwicklung des Unterwasserlärms im Mittelmeer und ist die erste flächendeckende Erhebung zur Dichte lärmintensiver Aktivitäten nebst der Kartierung der Lärmquellen. Dabei wurden Daten von 1446 Häfen, 228 Ölplattformen, 830 seismischen Explorationsgebieten, 7 Millionen Schiffspositionen, 52 Windfarmprojekten sowie offiziell zugänglichen Angaben zu militärischen Aktivitäten analysiert. mehr ->

Weltklimavertrag vernachlässigt Ozeane

Nur intakte Meere können Klimawandel bremsen

Erstmals haben sich fast alle Staaten der Erde auf die Einhaltung verbindlicher Klimaschutzziele geeinigt. Das ist ein auf den ersten Blick großartiger Erfolg. Denn ob es gelingt, die Erderwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen, steht in den Sternen. Es könnte zu wenig, zu spät sein. Die Einflüsse des Klimawandels auf die Ozeane spielten auf der Konferenz nur eine Nebenrolle. mehr ->

Explosive Offshore-Windkraft

Zunahme von Vernichtungssprengungen durch Ausbau der Offshore-Windkraft

Umwelt- und Meeresschützer warnen vor massiven Umweltschäden durch die Sprengung von versenkten Munitionsaltlasten im Zuge des forcierten Aufbaus von Offshore-Windkraftparks in Nord- und Ostsee. Experten schätzen, dass während und nach dem 2. Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in deutschen Gewässern versenkt wurden. Heute, siebzig Jahre später, ist die vor sich hin rottende Munition ein gewaltiges Umweltproblem. mehr ->