Klimawandel beeindruckt Meeressäuger nicht

Wissenschaftler erwarten geringe Auswirkungen auf die Artenvielfalt

Der Klimawandel wird die Artenvielfalt der Meeressäuger in den kommenden 40 Jahren wahrscheinlich wenig verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ein Forscherteam um die Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin am Institut für Biologie I der Universität Freiburg, in dem Internet-Fachportal PlosOne veröffentlicht hat.

In Hinblick auf die verschiedenen Arten ist das Bild uneinheitlich: Während es für knapp die Hälfte durch den Verlust von Lebensraum enger werden könnte, vergrößern sich die Verbreitungsgebiete der anderen Hälfte um bis zu 40 Prozent.

Am stärksten wird der Klimawandel wohl die derzeit vergleichsweise artenarmen Polarregionen beeinflussen, in denen gebietsweise ein Verlust von mehr als 80 Prozent der ursprünglichen Arten zu erwarten ist. Gleichzeitig meinen die Forscher, dass sich die Artenvielfalt dort mehr als verzehnfachen wird, weil Meeressäuger aus subpolaren und gemäßigten Gebieten zuwandern.

Auch in tropischen Gewässern steht ein Artenverlust bevor, jedoch in geringerem Ausmaß.

Allerdings betonen die Forscher, dass die Ergebnisse ihrer Studie die Auswirkungen des Klimawandels eher unterschätzen, da die indirekten Folgen der Erderwärmung, etwa die veränderte Verteilung von Beutetieren oder der Verlust von Lebensraum bei polaren Arten, nicht im Modell berücksichtigt werden konnten.

Veröffentlichung der Studie „Current and Future Patterns of Global Marine Mammal Biodiversity“ von Dr. Kristin Kaschner in PlosOne