Zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz?

US-Präsidenten übertrumpfen sich im Meeresschutz – Schlusslicht Deutschland

Noch vor wenigen Jahren konnte man sich nicht vorstellen, dass das UN-Ziel, bis 2020 zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen, jemals erreicht würde. Aber dann „hagelte“ es Meeresschutzgebiete. Besonders die US-Präsidenten George W. Bush und Barack Obama, ließen es sich nicht nehmen, kurz vor Ende ihrer jeweiligen Amtszeit, jeweils„ihr“ weltweit größtes Schutzgebiet auszurufen.

George W. Bush erschuf Meeresschutzgebiete, die mit einer Fläche von 500.000 km2 ungefähr so groß wie Spanien sind. Ihm ist es zu verdanken, dass auch der 2400 km lange Marianengraben mit dem tiefsten Punkt der Erde vor hemmungsloser Ausbeutung sicher ist. Sein Nachfolger, Barack Obama, vergrößerte dann das von Bush ausgerufene „Pacific Remote Islands Marine National Monument“ um fast das Neunfache auf eine Größe von mehr als zwei Millionen Quadratkilometern.

Kiribati mit großer „No-Take-Zone“

Selbst der nur aus 32 Atollen bestehende Inselstaat Kiribati im Südpazifik machte 2014 Ernst im Meeresschutz, rief die 408.000 km2 umfassende Phoenix Islands Protected Area (PIPA) aus und erklärte sie zur „No-Take-Zone“. Seit Januar 2015 sind in der PIPA kommerzielle Fischereiaktivitäten verboten. Schade nur, dass Kiribati kaum in der Lage ist, das riesige Gebiet zu überwachen.

Schutzgebiet mit Verfallsdatum

Im Oktober 2016 gelang es der Staatengemeinschaft nach zähen Verhandlungen, dass rund 1.550.000 Quadratkilometer des antarktischen Rossmeeres unter Schutz gestellt werden. Allerdings darf auf rund einem Viertel des Gebiets weiterhin Tiefseelangleinenfischerei betrieben und nach Krill gefischt werden. Und: der Status gilt nur für 35 Jahre, danach wird neu verhandelt.

Dem „zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz bis 2020 Ziel“ ist die Welt überraschend schnell näher gekommen. Stand 2017: rund sechs Prozent.

Das Schlusslicht

Und Deutschland? Da herrscht Fehlanzeige beim effektiven Meeresschutz. Da herrscht die Vormacht der Wirtschaftslobbyisten. Fast alles ist erlaubt, sei es eine Ölbohrinsel im UNESCO-Weltkulturerbe Nationalpark Wattenmeer, Stellnetzfischerei im Schweinswalschutzgebiet vor Sylt, Rohstoffabbau oder der Ausbau von Offshore-Windenergie. „No-Take-Zonen“ wie in Kiribati? In Deutschland nicht vorstellbar. Nutzerinteressen haben hier stets Vorrang.

Das Problem hat System. Für den Meeresschutz zuständig sind ausgerechnet drei „Nutzerministerien“: Fischerei im BMEL, Ausbau der Offshore-Windkraft im BMVI, Rohstoffabbau bei den Bergämtern. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) als Fachbehörde des Bundesumweltministeriums darf sich mit Stellungnahmen beteiligen. Effektiver Meeresschutz gehört unter ein Dach! Positive Beispiele dafür gibt es in den USA (NOAA) oder Australien (National Oceans Office) und in Kiribati.
Foto oben: Tim Reckmann/pixelio.de

Meeresschutz darf kein leeres Versprechen bleiben! – Schutzgebiete müssen Schutz bieten!

Deutsche wollen mehr Meeresschutz

Naturbewusstseinsstudie: Plastikmüll im Meer wird als Bedrohung gesehen, große Unterstützung für Meeresschutzgebiete.

Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Vermüllung der Meere durch Plastik als Gefahr für den Naturschutz und unterstützt die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Befragten der alle zwei Jahre erscheinenden Naturbewusstseinsstudie, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, in Berlin vorgestellt haben, wünscht sich auch strengere Regeln und Gesetze, damit die Fischerei mehr für den Schutz der Meeresumwelt tut. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich zudem darauf verlassen können, dass der Handel keine Produkte von bedrohten Fischarten anbietet. -> WEITERLESEN <-

Neues Schutzgebiet bei den Balearen

Ein besonderes Meeresschutz-Weihnachtsgeschenk

Auf der 20. Vertragsstaatenkonferenz der Barcelona-Konvention der Mittelmeer-Anrainerstaaten (17. bis 20. Dezember in Tirana, Albanien) wurden die Gewässer zwischen den Balearen und dem spanischen Festland zu einem besonderen Schutzgebiet von mediterraner Bedeutung (Specially Protected Area of Mediterranean Importance, SPAMI) erklärt. „Ein wichtiger Fortschritt für Wale und Delfine im Mittelmeer und den Erhalt mariner Biodiversität“, erklärt die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM). -> WEITERLESEN <-

Größtes Meeresschutzgebiet von Nordamerika ohne Fischfang

Refugium für Walhaie, Mantarochen und Delfine: Mexiko macht Revillagigedo-Inselgruppe zur Schutzzone

Die zur Welterbe-Liste der UNESCO zählende Revillagigedo-Inseln vor der Westküste Mexikos wird zum größten Meeres- und Naturschutzgebiet Nordamerikas – ohne Fischfang. Künftig werden in dem aus vier unbewohnten Vulakninseln bestehenden und sich über 420 km erstreckenden Archipel jegliche Fischereiaktivitäten verboten sein. -> WEITERLESEN <-

Ausverkauf deutscher Küstengewässer verhindert!

Angriff auf Schutzgebiete in Nord- und Ostsee abgewehrt!

Sieg für den Meeresschutz: Das Parlament hat den völligen Ausverkauf deutscher Küstengewässer noch einmal verhindert. Ein wichtiger Etappensieg gegen eine weitere Steigerung der wirtschaftlichen Nutzung mariner Ressourcen. Nord- und Ostsee erhalten eine Gnadenfrist und bleiben durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geschützt. Mit einem Änderungsantrag der Abgeordneten der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD stoppte der Bundestag am 22. Juni 2017 mit großer Mehrheit den Plan der Bundesministerien für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Forschung per Vetorecht effektive Meeresschutzmaßnahmen verhindern zu können. -> WEITERLESEN <-

Wichtiger Erfolg für den „letzten Ozean“

Größtes Meeresschutzgebiet der Welt in der Antarktis mit Fragezeichen

Noch ist das antarktische Rossmeer – der „letzte Ozean“ – weitgehend unberührt. Die Chancen stehen gut, dass es so bleiben könnte. Ende Oktober 2016 gelang der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) ein historischer Durchbruch: Nach zähen, über fünfjährigen Verhandlungen mit 24 Staaten und der EU wurden rund 1.550.000 Quadratkilometer des antarktischen Rossmeeres zum zweit größten Meeresschutzgebiet der Welt erklärt, eine Fläche ungefähr viermal so groß wie Deutschland! Immerhin. Sicherlich ist dies ein historischer, ein großartiger Erfolg für unzählige Meerestierarten wie Wale, Adelie- und Kaiserpinguine, Weddell-Robben, Krill und auch für den durch hemmungslose Tiefseelangleinenfischerei stark überfischen Schwarzen Seehecht. Die CCAMLR konnte hier nach langen, zermürbenden Verhandlungen zuletzt auch China und Russland überzeugen und einen bahnbrechenden Durchbruch erzielen. -> WEITERLESEN <-

Karibik: Verbot kommerzieller Hai-Fischerei

Gute Nachrichten für Haie: Neue Schutzgebiete in der Karibik

Die Regierungen der Karibik-Inseln St. Maarten und der Kaiman-Inseln verhängten im Juni 2016 ein Fangverbot für die kommerzielle Haie-Fischerei in ihren Hoheitsgewässern. Gleichzeitig gaben die Curacao und Grenada bekannt, noch im Laufe des Jahres gleichfalls den kommerziellen Fang von Haien verbieten zu wollen. -> WEITERLESEN <-

Neuseeland: Riesiges Meeresschutzgebiet

Karte der Kermadec Inseln bei Neuseeland.

Die Kermadec Inseln bei Neuseeland.

No-Take-Zone größer als Frankreich

Die Regierung von Neuseeland hat die Einrichtung eines riesigen Schutzgebiets angekündigt. Das „Kermadec Ocean Sanctuary“  umfasst eine Fläche von 620.000 km². Dieses Meereesschutzgebiet ist damit größer als Frankreich. -> WEITERLESEN <-

Siebzig neue EU-Meeresschutzgebiete

Große Chance für den Schutz der Meere

Im Anschluss an die Jahrestagung 2014 der Nordostatlantik-Staaten, auch Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) genannt, haben Schottland, Spanien und Portugal über 70 neue Meeresschutzgebiete ausgerufen beziehungsweise angekündigt. Darunter sind auch große Tiefseegebiete und unterseeische Berge, die eine besonders vielfältige Unterwasserwelt beherbergen. Hier leben zahllose, zum Teil seltene und bedrohte Meerestierarten, wie Tiefseehaie, Korallengärten oder Tiefseeschwämme. -> WEITERLESEN <-

Robert Habeck opfert Meerestiere

In einem Stellnetz ertrunkener Schweinswal.

In einem Stellnetz ertrunkener Schweinswal.
Foto: Krzysztof E. Skora

Entlang der Küsten Schleswig-Holsteins sind massive Verluste an Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen zu befürchten

Der Grund: Eine Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband im vergangenen Jahr getroffen hat, geht an den Schutzbedürfnissen völlig vorbei. Wiederholt hatten Umwelt- und Naturschutzorganisationen Umweltminister Robert Habeck scharf wegen der Vereinbarung angegriffen und sie als „umweltpolitische Bankrotterklärung eines grünen Umweltministers“ bezeichnet. -> WEITERLESEN <-