Umweltgift PCB gefährdet Delfine

Meeressäuger im Mittelmeer hochgradig belastet

Große Tümmler, Orcas und andere Delfinarten in europäischen Gewässern sind hochgradig mit dem Umweltgift PCB (Polychlorierte Biphenyle vergiftet, und zwar so stark wie nirgendwo sonst. Zu diesem erschreckenden Fazit kommt der neue Scientific Report des Zoologen Paul Jepson und seiner Kollegen von der Zoologischen Gesellschaft in London. Über 25 Jahre hinweg untersuchten Jepson und sein Team 1.081 Große Tümmler, Streifendelfine, Orcas und Schweinswale. Es handelte sich zum Großteil um gestrandete Tiere, 150 Meeressäuger wurden lebend auf Umweltgifte untersucht. -> WEITERLESEN <-

Barbarische Haiflossen-Fischerei

Jedes Jahr sterben über 38 Millionen Haie allein wegen ihrer Flossen einen grausamen Tod

Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten „Shark Finning“, schneiden Fischer den Tieren direkt nach dem Fang die Flossen ab, um die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere anschließend wieder zurück ins Meer zu werfen, wo sie langsam sterben. Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten. -> WEITERLESEN <-

Tödliche Plastikabfälle

Edgar Allen Poe würde heute wohl eher über einen „Sturz in den Müllstrom“, denn von einem in einen Mahlstrom erzählen

Die Meere drohen an dem, was bei der Zivilisation hinten heraus kommt, zu ersticken. Von den jährlich mehr als 125 Millionen Tonnen Kunststoff, die wir produzieren, landet ein beträchtlicher Teil als tödlicher Plastikmüll im Meer. Plastikabfälle werden nicht nur an Stränden zurückgelassen oder von Schiffen aus ins Wasser geworfen. Sie gehen als Netzreste aus der Fischerei verloren oder werden gezielt im Meer als Abfallbeseitigung versenkt. Ein beträchtlicher Anteil wird von Flüssen und Wind ins Meer geschwemmt und getragen. Hätten Kolumbus und seine Männer ihre Lebensmittel schon in Plastiktüten transportiert – die Reste davon würden sich noch heute an Amerikas oder, je nach Strömungslage, auch an viel weiter entfernten Stränden finden. Insofern haben die Meere sogar noch Glück, dass sich Plastik, als wesentlicher Bestandteil der industriellen Wegwerf-Gesellschaft, erst seit dem vergangenen Jahrhundert so großer Beliebtheit erfreut.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) bestehen drei Viertel des Mülls im Meer aus Kunststoffen. Durchschnittlich treiben etwa 13.000 Partikel aus Plastikmüll auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. -> WEITERLESEN <-

Wal- und Delfinfleisch voller Quecksilber

Verzehr von Wal- und Delfinfleisch ist mit unkalkulierbaren Gesundheitsrisiken verbunden

In Japan oder auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln wird immer noch Fleisch von Meeressäugern verzehrt. In Kanada und Grönland gehört Fleisch und Speck von Beluga- und Narwalen zum Speiseplan der Inuit, obwohl kanadische Gesundheitsbehörden bereits 2011 nach umfassenden Untersuchungen an Grundschulkindern warnten, dass Quecksilberbelastungen während der Schwangerschaft „schwache intellektuelle Leistungen“ zur Folge hätten. -> WEITERLESEN <-

Weltklimavertrag vernachlässigt Ozeane

Nur intakte Meere können Klimawandel bremsen

Erstmals haben sich fast alle Staaten der Erde auf die Einhaltung verbindlicher Klimaschutzziele geeinigt. Das ist ein auf den ersten Blick großartiger Erfolg. Denn ob es gelingt, die Erderwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen, steht in den Sternen. Es könnte zu wenig, zu spät sein. Die Einflüsse des Klimawandels auf die Ozeane spielten auf der Konferenz nur eine Nebenrolle. -> WEITERLESEN <-

Ungleicher Sex: Löcherkraken haben die kleinsten Männchen

Oktopus mit gewaltiger Frauenpower und den kleinsten Männchen

Eine der krassesten Formen unterschiedlicher Geschlechtergrößen entdeckten australische Forscher 2002 beim seltenen Blanket-Oktopus oder Löcherkraken. Sie haben die kleinsten Männchen im Tierreich. Man könnte es ungleicher Sex nennen, wenn die nur 3 cm großen Männchen auf 10 kg schwere Weibchen treffen. Doch der extreme Geschlechtsdimorphismus hat seinen Sinn und hängt wahrscheinlich mit der Lebensweise dieser seltenen Krakenart zusammen. -> WEITERLESEN <-

Neuseeland: Riesiges Meeresschutzgebiet

Karte der Kermadec Inseln bei Neuseeland.

Die Kermadec Inseln bei Neuseeland.

No-Take-Zone größer als Frankreich

Die Regierung von Neuseeland hat die Einrichtung einer riesigen Schutzzone angekündigt. Die neue No-Take-Zone, das „Kermadec Ocean Sanctuary“,  umfasst eine Fläche von 620.000 km². Dieses Meeresschutzgebiet ist damit größer als Frankreich. -> WEITERLESEN <-

Nicht nur für Schnabelwale tödlich: militärische Sonare

Besonders sehr tief tauchende Schnabelwale sind betroffen

Moderne Zerstörer und Kreuzer setzen zur Ortung von U-Booten und Torpedos militärische Sonare ein. Bei Marinemanövern mit Mittelfrequenzsonaren (MFAS) oder Niedrig-Frequenz-Sonartechnologie (LFAS) sterben regelmäßig Meeressäuger, insbesondere Schnabelwale sind betroffen. Taktische Mittelfrequenz-Sonare (MF Sonare) operieren mit frequenzmodulierten Tönen von ca. 2 bis 8 kHz mit einem Nenn-Schallpegel von 235 dB (der maximale Pegel kann noch lauter sein). Sie stellen mit ihrem hohen Lärmpegel ein tödliches Verletzungsrisiko (Blutungen, akustisches Trauma) sowie ein erhebliches Risiko für Gehörschäden bei Meeressäugetieren dar, und das noch in einer Entfernung von vielen Kilometern. -> WEITERLESEN <-

Explosive Offshore-Windkraft

Zunahme von Vernichtungssprengungen durch Ausbau der Offshore-Windkraft

Umwelt- und Meeresschützer warnen vor massiven Umweltschäden durch die Sprengung von versenkten Munitionsaltlasten im Zuge des forcierten Aufbaus von Offshore-Windkraftparks in Nord- und Ostsee. Experten schätzen, dass während und nach dem 2. Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in deutschen Gewässern versenkt wurden. Heute, siebzig Jahre später, ist die vor sich hin rottende Munition ein gewaltiges Umweltproblem. -> WEITERLESEN <-

Ägypten: Tourismus vertreibt Delfine

Deutsche Reiseveranstalter wie Thomas Cook, Neckermann oder TUI beteiligen sich an brutalen Delfin-Hetzjagden

In Ägypten sind kommerziell organisierte Ausflüge zu Delfingruppen im Roten Meer eine ernsthafte Bedrohung für die betroffenen Tiere. Die Situation ist durch den Massentourismus völlig aus dem Ruder gelaufen. Deutsche Reiseveranstalter verdienen beim Schwimmen mit Delfinen an der touristischen Tierquälerei kräftig mit, denn Bootsausflüge zu Indopazifischen Großen Tümmlern bei Hurghada oder den Spinnerdelfinen beim Sataya-Riff, bei denen fast immer auch die Möglichkeit besteht, mit den Meeressäugern zu schwimmen, gehören für viele Touristen zum Höhepunkt ihrer Ägyptenreise. -> WEITERLESEN <-

Besserer Schutz für Rochen und Haie

Meilenstein für bedrohte Meerestiere

Seit dem 14. September 2014 stehen fünf besonders bedrohte Haiarten und die Gattung der Mantarochen unter dem Schutz des internationalen Artenschutzabkommens CITES, berichtet das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Erzeugnisse aus diesen Arten, wie z.B. von Mantarochen oder Heringshai, dürfen dann nur noch gehandelt werden, wenn sie aus nachhaltig bewirtschafteten Populationen stammen. Für Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist der verbesserte Schutz für Rochen und Haie ein Meilenstein für den Artenschutz. Bei den Haiarten handelt es sich um den Weißspitzenhochseehai, den Heringshai sowie drei Arten von Hammerhaien. -> WEITERLESEN <-

Siebzig neue EU-Meeresschutzgebiete

Große Chance für den Schutz der Meere

Im Anschluss an die Jahrestagung 2014 der Nordostatlantik-Staaten, auch Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) genannt, haben Schottland, Spanien und Portugal über 70 neue Meeresschutzgebiete ausgerufen beziehungsweise angekündigt. Darunter sind auch große Tiefseegebiete und unterseeische Berge, die eine besonders vielfältige Unterwasserwelt beherbergen. Hier leben zahllose, zum Teil seltene und bedrohte Meerestierarten, wie Tiefseehaie, Korallengärten oder Tiefseeschwämme. -> WEITERLESEN <-

Robert Habeck opfert Meerestiere

In einem Stellnetz ertrunkener Schweinswal.

In einem Stellnetz ertrunkener Schweinswal.
Foto: Krzysztof E. Skora

Entlang der Küsten Schleswig-Holsteins sind massive Verluste an Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen zu befürchten

Der Grund: Eine Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband im vergangenen Jahr getroffen hat, geht an den Schutzbedürfnissen völlig vorbei. Wiederholt hatten Umwelt- und Naturschutzorganisationen Umweltminister Robert Habeck scharf wegen der Vereinbarung angegriffen und sie als „umweltpolitische Bankrotterklärung eines grünen Umweltministers“ bezeichnet. -> WEITERLESEN <-

Kiribati: Rote Karte für Fischer

Logo der Phoenix Islands Protected Area (PIPA)No-Take-Zone so groß wie Kalifornien

Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur „No-Take-Zone“ erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien. Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene Inselstaat hatte bislang Lizenzen auch an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan verkauft. Mit der neuen „No Take Zone“ ist ein sehr artenreiches Meeresgebiet unter Schutz gestellt. Es umfasst elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates. -> WEITERLESEN <-

Der teuerste Fisch der Welt stirbt aus

Ein Schwarm Atlantischer Blauflossen-Thunfische.

Ein Schwarm Atlantischer Blauflossen-Thunfische. Foto: NOAA

Für Sushi!

Die Fischereibehörde der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) will den kommerziellen Fang und die Sportfischerei von Nordpazifischen Blauflossenthunfischen in US-Gewässern verbieten. Falls die NOAA ein Fangverbot verhängt, müssten in US-Gewässern trotzdem gefangene Blauflossenthunfische sofort wieder freigelassen werden. Nach rücksichtsloser, jahrzehntelanger Überfischung, hauptsächlich zur Befriedigung der stetig wachsenden Nachfrage nach Sushi (als „Maguro“) in Japan, soll es nur noch etwa 40.000 ausgewachsene vermehrungsfähige Exemplare dieser Thunfischart im Pazifik geben. Dies entspricht etwa 4 Prozent der ursprünglichen Bestandsgröße. -> WEITERLESEN <-

Obama richtet größtes Meeresschutzgebiet ein

Das Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet soll um fast das Neunfache ausgeweitet werden

Es scheint ein Faible von aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten zu sein, ökologisch bedeutende Fußabdrücke im Meeresschutz zu hinterlassen. So hat US-Präsident Barack Obama angekündigt, das einst von seinem Vorgänger eingerichtete, in der Nähe von Hawaii im südzentralen Pazifik gelegene Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet um fast das Neunfache auszuweiten. Es wäre damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Obama macht seinen bedeutsamen Wurf im Meeresschutz bereits zur Mitte seiner letzten Amtszeit, während es bei George W. Bush eine der letzten Amtshandlungen war. Er hatte im Januar 2009 das damals weltweit größte Meeresschutzgebiet (MPA) rund um US-Besitzungen im Südpazifik errichtet. -> WEITERLESEN <-

Alaska bis Mexiko – Grauwale wandern weit

Die jährlichen Wanderungen der ost-pazifischen Grauwale gehören zu den bekanntesten und längsten im Tierreich

Bei ihrer Rundwanderung zwischen den Nahrungsgründen entlang der Küste Alaskas und den Fortpflanzungsgründen entlang der Küste Mexikos in die Baja California, wo sie normalerweise im Dezember eintreffen. Dort halten sie sich dann bis zu vier Monate lang auf, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Grauwale legen dabei bis zu 20 000 Kilometer zurück. Lediglich Buckelwale wandern noch längere Strecken. -> WEITERLESEN <-

Schiffslärm: taube Pottwale

Schwerhöriger Moby Dick: Pottwale vor den Kanaren mit Hörschäden

Die Ozeane sind nicht mehr still. Ständig dröhnen und hämmern schwere Schiffsdiesel, Offshore-Bohrinseln oder infernalisch laute Airguns bei seismischen Untersuchungen. So hat sich innerhalb der vergangenen vierzig Jahre der Schallpegel im Pazifischen Ozean verzehnfacht. Gleichzeitig häufen sich Meldungen über Strandungen von Delfinen und Walen. Der Zusammenhang zwischen Unterwasserlärm und Schäden bei den sich akustisch orientierenden Meeressäugern sowie damit verbundene Strandungsereignisse ist mittlerweile unstrittig. Meeresschützer sehen in anthropogen erzeugtem Lärm heutzutage einen maßgeblichen Bedrohungsfaktor für Meeressäuger. Deutlich zeigen sich die Auswirkungen bereits bei den vor den Kanarischen Inseln lebenden Pottwalen, deren Gehör durch den andauernden Schiffslärm immer schlechter wird. -> WEITERLESEN <-

PCB verursachte Zwitterbildung bei Eisbären

Ursache ist die Hintergrundbelastung der Umwelt durch in der Vergangenheit eingesetzte Gifte

In der Nähe der Svalbard-Insel (Spitzbergen) in der Barentssee entdeckten norwegische Wissenschaftler 2008 sieben weibliche Pseudohermaphroditen-Eisbären. Die Tiere wiesen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane auf. Die Forscher gehen davon aus, dass die Zwitterbildung auf das Umweltgift PCB (polychlorierte Biphenyle), das sich im Fettgeweben der Bären angereichert hat, zurückzuführen ist. -> WEITERLESEN <-

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

PCB: Inbegriff für die Gefahren weltweiter Umweltkontamination

Chemisch gesehen gehören Polychlorierte Biphenyle (PCB) zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen. Sie gehören zum „Dreckigen Dutzend“ krebserregender und hochgiftiger Umweltgifte und entstehen durch unkontrollierte Chlorierung von Biphenyl. Es handelt sich um ein Substanzgemisch, das je nach Chlormenge die Konsistenz eines dünnflüssigen Öls, von Wachs oder die Zähigkeit von Harz haben kann. -> WEITERLESEN <-