Neuer Anlauf für Antarktis-Schutzgebiete

Am 18. Oktober begann die 40. Jahrestagung der „Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ (CCAMLR). Vielleicht gelingt es diesmal, drei große neue Antarktis-Schutzgebiete rund um den Südkontinent zu etablieren. Dies fordert unter anderem die Kampagne Antarctica2020. Auch wir unterstützen die Pläne. Im vergangenen Jahr allerdings blockierten dies Russland und China. Mit der Schaffung eines 1,8 Millionen km2 großen Schutzgebietes im Bereich des Weddellmeeres würde immerhin das größte zusammenhängende Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Damit wäre dann – wenn auch verspätet – das Unterziel 14.5 des UN-Nachhaltigkeitsziels 14 „Leben unter Wasser“ (SDG 14) erreicht. Dieses sieht vor, dass bis Ende 2020 rund 10 % der Weltmeere unter Schutz stehen sollten. Die Konferenz dauert noch bis zum 29. Oktober.

👉 offener Brief führender Meereswissenschaftler an die CCAMLR und ihre 26 Mitglieder:
Scientist Letter for the Southern Ocean

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Meeresschutzgebiete – Übersicht

Es besteht nicht der geringste Zweifel. Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas/MPAs) sind entscheidend sind für die Bewahrung der ökologischen Vielfalt der Meere. Entscheidend für die Regeneration erschöpfter Fischbestände. Entscheidend für die Eingrenzung der Folgen des Klimawandels.

Meeresschutzgebiete – Marine Protected Areas (MPAs)

Quelle: The MPA Guide: A framework to achieve global goals for the ocean

MPAs sollen die biologische Vielfalt sichern und sie vor abwendbaren Gefahren schützen. Außerdem können sie dort, wo die Artenvielfalt bereits zurückgegangen ist, dafür sorgen, dass sie sich wieder regeneriert. Doch viele existieren nur auf dem Papier.

Zudem herrscht Verwirrung über die Definition von „Schutz“ und die Erwartungen an die Wirkung von Meeresschutzgebieten. In manche MPAs ist keinerlei menschliche Nutzung zugelassen. Sie erfüllen die in sie gesteckten Erwartungen.

In anderen wiederum ist alles zugelassen. Von intensiver Fischerei bis hin zum Tiefseebergbau. Sie bleiben somit wirkungslos. Dies führt zu Kontroversen über die Wirksamkeit von Meeresschutzgebieten und untergräbt das Vertrauen in MPAs.

Außerdem gefährden wirkungslose Meeresschutzgebiete sämtliche Ziele für den Erhalt der Biodiversität, einschließlich des Übereinkommens über die biologische Vielfalt und der Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN).

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Neues Meeresschutzgebiet im Nordostatlantik

Am 1. Oktober 2021 wiesen die 15 Vertragsstaaten der Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) zusammen mit der EU ein neues Meeresschutzgebiet für Seevögel auf der Hochsee im Nordostatlantik aus. Das „North Atlantic Current and Evlanov Sea basin“ (NACES) hat mit 600.000 km² ungefähr die Größe von Deutschland und Großbritannien zusammengenommen. „Dies ist großer Erfolg“, freut sich die Deutsche Stiftung Meeresschutz. -> WEITERLESEN <-

EU-Supertrawler plündern britische Gewässer

Angesichts einer Armada von einer EU-Supertrawlern gerät der im September 2021 aufgeflammte Fischerei-Streit zwischen Frankreich und den Briten zum Possenspiel. Größer könnte die Hybris der EU-Fischer nicht sein. Denn auch nach dem Brexit ziehen Supertrawler aus der EU Schneisen der Meerestier-Vernichtung durch britische Gewässer. Auf der Strecke bleiben die marine Artenvielfalt und britische Küstenfischer.

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