Cuvier-Schnabelwal

Cuvier-Schnabelwale (Ziphius cavirostris) sind die am weitesten verbreiteten und häufigsten Schnabelwale. Sie zeigen eine schon notorische Scheu vor Booten und sind Extremtaucher. Denn sie halten die Rekorde für den tiefsten (2.992 Tiefenmeter) und längsten (drei Stunden und 42 Minuten) Tauchgang aller Meeressäugetiere.

Systematik

Sie gehören zur wahrscheinlich 19 Arten umfassenden, weitgehend unbekannten Familie der Schnabelwale (Ziphiidae).

Wo leben Cuvier-Schnabelwale?

Cuvier-Schnabelwal, Zeichnung.

Cuvier-Schnabelwal – Quelle: NOAA Fisheries

Sie leben in den tiefen Gewässern der großen Ozeane und im Mittelmeer. Polare Gewässer scheinen sie zu meiden. Häufig trifft man sie vor ozeanischen Inseln, z. B. Hawaii. Dort sind sie sogar ortstreu.

Wie viele Cuvier-Schnabelwale gibt es?

Im tropischen Ostpazifik soll es einen Bestand von 20.000 Tieren geben, im östlichen Nordpazifik über 90.000. In den Gewässern bei Hawaii wird der Bestand auf über 12.000 geschätzt, der vor der Küste Kaliforniens auf 1.600. Die Gesamtzahl ist unbekannt.

Wie groß und wie schwer werden Cuvier-Schnabelwale?

Mit ihrer Länge von durchschnittlich 7 m (selten bis zu 10 m) und bis zu 3 Tonnen Gewicht gehören sie zu den größeren Arten der Familie der Schnabelwale. Neugeborene wiegen etwa 250 bis 300 kg und sind ca. 2,7 m groß.

Wie alt können Cuvier-Schnabelwale werden?

Die Lebenserwartung soll bei 60 Jahren liegen.

Wie tief tauchen Cuvier-Schnabelwale?

2014 stellte ein Cuvier-Schnabelwal mit 2.992 Tiefenmetern einen neuen Tauchrekord für Meeressäuger auf.

Woran erkennt man einen Cuvier-Schnabelwal am besten?

Ihr kräftiger Körper ist torpedoförmig. Der kegelförmige Kopf ist besonders bei älteren Exemplaren fast weiß. Markant sind dunkle Ringe um die Augen, der stumpfe Schnabel und die nach oben gekrümmte Mundlinie. Die Körperfarbe variiert stark. Je nach Ort, Alter und Geschlecht von Braun bis gänzlich Weiß bei älteren Tieren. Finne und Flipper sind klein. Die Fluke ist dagegen recht groß.

Cuvier-Schnabelwal.

Rekordhalter unter den Tauchern: der Cuvier-Schnabelwal – Foto: Danielle Waples, under NOAA/NMFS permit 14809-03 and NOAA General Authorization 16185

Die vielen Narben, die ihren Köper bedecken, stammen von Bissen von Zigarrenhaien oder bei Männchen wahrscheinlich von innerartlichen Auseinandersetzungen. Bei erwachsenen Männchen kann man die beiden kleinen, an der Spitze des Unterkiefers sitzenden Zähne sehen. Bei Weibchen und Jungtieren sind sie nicht sichtbar.

Wovon ernähren sich Cuvier-Schnabelwale?

Auf ihrem Speiseplan stehen fast ausschließlich Tiefsee-Tintenfische jeglicher Art. Nur gelegentlich fressen sie auch Fische und Krustentiere. Man nimmt an, dass sie Beute auch in ihren Schnabel hineinsaugen können.

Wer sind die natürlichen Feinde?

Große Haie und nicht ansässige Orcas, auch Biggs Orcas genannt, die sich auf Säugetiere als Beute spezialisiert haben.

Gefahren

Fischereien in Indonesien, der Karibik, Taiwan, Peru, Chile und Japan machten früher in geringer Zahl Jagd auf diese Schnabelwalart. Auch der Tiefseefischerei fallen Cuviers als Beifang zum Opfer. Ein weiteres Problem ist die Plastikverschmutzung: Sie verwechseln Plastiktüten mit Beute und sterben schließlich qualvoll an verstopftem Magen.

Die größte Gefahr geht jedoch von militärischen Sonaren aus. Die Art scheint hier besonders empfindlich zu sein. Man vermutet, dass sie, überrascht von den Sonar-Schalldrücken, zu schnell aus großer Tiefe aufsteigen und dadurch der Taucherkrankheit zum Opfer fallen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Ihre Geschlechtsreife soll ab einer Größe von 6,2 m erreicht sein. Männchen kämpfen anscheinend um die Gunst der Weibchen (beobachtet wurde diese allerdings noch nie).

Verhalten

Cuvier-Schnabelwale sind in kleineren Gruppen (2 bis 7 Tiere) oder alleine unterwegs. Ansonsten weiß man immer noch nicht sehr viel über diese scheuen Extremtaucher.

Schutz

Die Art gilt als nicht bedroht. Laut Roter Liste der IUCN liegen keine ausreichenden Daten für eine genauere Einschätzung vor (data deficient).