«κύμα» (kýma) stammt aus dem Griechischen und bedeutet Welle – Sinnbild für die Motivation der 2019 gegründeten Organisation KYMA sea conservation & research. KYMA will etwas bewegen: Menschen zum Nachdenken über ihren Umgang mit Tieren und Natur anregen. Impulse zum Handeln wecken. Wissen über Meerestiere schaffen. Schutzprojekte realisieren.
Ziel des KYMA-Projekts ist die Einrichtung eines Schutzgebiets für Wale und Delfine im zentralen Mittelmeer, rund um die Straße von Messina, Italien.
Projektinhalte
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Forschungsexpeditionen zur Schaffung der Datengrundlage für die Gebietsfestlegung des IMMA-Schutzgebiets für Wale und Delfine im zentralen Mittelmeer rund um die Straße von Messina.
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Erfassung der Artenvielfalt im Projektgebiet, u. a. mit akustischem Monitoring (Hydrophon), Foto-Identifikation und Zählung von Walen und Delfinen und anderen großen pelagischen Meerestieren (marine Megafauna) mit der Linientransektmethode.
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Einbindung von Citizen Science (Bürgerforschung) auf mehreren, sieben- bis neuntägigen Expeditionsfahrten auf einem Segelschiff unter meeresbiologischer Leitung.
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Erfassung der Belastung durch Makro- und Mikroplastik und Beach-Clean-ups
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Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
Das KYMA-Projektgebiet
Das Gebiet des Projekts von KYMA erstreckt sich vom Tyrrhenischen Meer mit der nordöstlichen Küste von Sizilien, dem vulkanischen Archipel der Äolischen Inseln und der kalabrischen Nordküste. Dann weiter durch die Straße von Messina ins Ionische Meer entlang der ganzen östlichen Küste von Sizilien bis südlich von Syrakus.

Dieses Gebiet soll bis 2028 offiziell als Important Marine Mammal Area (IMMA) ausgewiesen werden.
Es gilt durch seine Artenvielfalt und -dichte als biologisch besonders wertvolle Zone. Die hohe ökologische Bedeutung zeigt sich hauptsächlich in der intensiven Nutzung als Wanderroute für neun Wal- und Delfinarten.
Gefahren
Die Straße von Messina ist eine stark befahrene Schifffahrtsroute. Zudem befindet sich an der Ostküste Siziliens im bedeutenden Handels- und Industriehafen von Augusta (Porto di Augusta) ein strategisch wichtiger Marinestützpunkt der italienischen Marine.
Er dient als logistischer Knotenpunkt für NATO-Operationen und als Anlaufstelle für NATO‑Übungen. Entsprechend intensiv ist der Schiffsverkehr mit seinen einhergehenden Umweltbelastungen wie Lärm und Meeresverschmutzung. Konflikte mit Walen und Delfinen wie Schiffskollisionen sind unausweichlich.

Artenvielfalt im KYMA-Projektgebiet und der Straße von Messina
Speziell die Straße von Messina gilt als biologisch wichtige Zone mit hoher Biodiversität.

Hier lebt viel pflanzliches und tierisches Plankton, Basis der Nahrungsnetze in den Meeren. So ist es kein Wunder, dass sich dort bedeutende und fischereilich wertvolle Fischarten sowie eine Phalanx von Prädatoren (Wale, Delfine, Haie und andere Fische) tummeln.
Zudem suchen Zugvögel und zwei Meeresschildkrötenarten das Gebiet regelmäßig auf.
Wale und Delfine
Vor allem in den Sommermonaten halten sich im KYMA-Projektgebiet neun Wal- und Delfinarten auf:
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Pottwal (Physeter macrocephalus), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): gefährdet
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Finnwal (Balaenoptera physalus), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): gefährdet
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Großer Tümmler (Tursiops truncatus)
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Rundkopfdelfin (Grampus griseus)
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Streifendelfin (Stenella coeruleoalba)
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Gewöhnlicher Delfin (Delphinus delphis)
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Rauzahndelfin (Steno bredanensis)
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Gewöhnlicher Grindwal (Globicephala melas)
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Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris)
Meeresschildkröten
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Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): gefährdet
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Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas)
Knochenfische, Haie und Rochen
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Schwertfisch (Xiphias gladius), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): potenziell gefährdet
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Mittelmeer-Speerfisch (Tetrapturus belone)
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Roter Thunfisch (Thunnus thynnus)
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Weißer Thun oder Langflossenthun (Thunnus alalunga)
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Atlantischer Bonito (Sarda sarda)
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Mondfisch (Mola mola), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): gefährdet
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Gemeine Goldmakrele (Coryphaena hippurus)
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Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): stark gefährdet
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Atlantischer Teufelsrochen, auch Meeresteufel, (Mobula mobular), Status auf der Roten Liste der IUCN (global): vom Aussterben bedroht
KYMA hilft
Ausgerechnet in der ökologisch hochrelevanten Region im zentralen Mittelmeer, dem KYMA-Projektgebiet, sind die für die Einrichtung einer IMMA notwendigen Daten unvollständig.

KYMA sea conservation & research schließt mit ihren Forschungsexpeditionen seit 6 Jahren systematisch diese Datenlücken.
Die bislang erhobenen Daten zeigen, dass die vorgeschlagenen IMMA-Gebietsgrenzen angepasst werden sollten. Dabei fällt speziell die Region im südlichsten Teil des Projektgebiets rund um Syrakus auf. Diese Region sticht nicht nur durch eine hohe Artenvielfalt und -dichte hervor. Sie ist (noch) nicht vollständig Teil des vorgeschlagenen IMMA und wird aber gleichzeitig stark befischt.
Was ist eine Important Marine Mammal Area (IMMA)?
Important Marine Mammal Areas („wichtige Lebensräume für Meeressäuger“) sind durch wissenschaftliche Daten abgesicherte, räumlich definierte Lebensräume von Meeressäugetieren (Wale, Delfine, Robben, Seekühe und Eisbären). IMMA-Gebiete haben entscheidende Ökosystemfunktionen für das Überleben der Meeressäuger.
IMMAs werden durch Expertenprozesse auf der Grundlage wissenschaftlicher Kriterien, unabhängig von politisch-ökonomischen Interessen festgelegt. Ihr Zweck ist es, durch Schutzmaßnahmen oder Überwachung den Erhaltungszustand der in dem Gebiet lebenden Arten sicherzustellen und zu verbessern.
Etwa 76 % der bislang anerkannten IMMAs wurden aufgrund ihrer Bedeutung für gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten identifiziert.
Weiterführende Informationen
- Marine Mammal Protected Areas Task Force
- IUCN – SSC Cetacean Specialist Group / Important Marine Mammal Areas
- Important Marine Mammal Areas (IMMA) available through EMODnet Biology
Zuletzt aktualisiert:
Informationen und Fotos, soweit nicht anders angegeben, von KYMA sea conservation & research
Titelfoto: KYMA-Forschungsschiff, © Robert Wittmer

