Haischutz – Projekte & Initiativen

Aussterben verhindern – Bedrohte Arten schützen

Über 450 Millionen Jahre lang ging alles gut. Als eines der Erfolgsmodelle der Evolution verbreiteten sich Haie in allen Weltmeeren mit ihren heute etwa 350 bis 370 Arten. Dann dauerte es keine 100 Jahre und die meisten von ihnen setehen am Rande der Ausrottung. Das Anthropozän (Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde wurde) markierte, wie für unzählige andere Arten von Tieren und Pflanzen auch, den Beginn eines globalen Ausrottungsfeldzugs des Menschen gegen die urtümlichen Knorpelfische. Für viele Arten ist die Situation derart kritisch, dass der Schutz von Haien und anderen Knorpelfischen allerhöchste Priorität im Meeresschutz hat. Haie sind weltweit vom Aussterben bedroht!

Sharks lined up for finning in Manta, Ecuador.

Haiflossen-Fischerei in Ecuador. Foto: Rikke F. Johannessen/Marine Photobank

Bei durch die moderne Industriefischerei verursachten Verlustraten von geschätzten über 100 Millionen getöteten Haien jährlich stößt eines der ganz großen Erfolgsmodelle der Evolution heute an die Grenze seiner evolutiven Durchsetzungsfähigkeit. Die Verluste können nicht mehr ausgeglichen werden.

Der Schutz von Haien und anderen Knorpelfischen steht meist nicht sehr hoch auf der Agenda internationaler Abkommen wie dem internationalen Artenschutzabkommen CITES oder der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Oftmals scheitern dringend notwendige Fangverbote für besseren Haischutz an einzelstaatlichen Egoismen und Profitgier der Fischereiindustrie.

Projekte zum Schutz von Haien

Die von uns bislang unterstützten Projekte zum Schutz von Haien und anderen Knorpelfischen greifen das schwierige Thema „Schutz von Haien und anderen Knorpelfischen“ aus ganz unterschiedlichen Handlungsansätzen auf:

Fidschi: Bullenhaie sollen zur „flagship species“ für den Haischutz werden

Zwei Bullenhaie mit einem Taucher. Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank.

Bullenhaie. Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank

Seit 2015 unterstützen wir die Dissertation der Schweizer Meeresbiologin Kerstin Glaus von der Universität Basel. In ihrer Doktorarbeit widmet sich Kerstin Glaus dem Vorkommen des Bullenhais (Carcharhinus leucas) in den Gewässern des Inselstaates Fidschi im Südpazifik. Die bis zu 2,1 m langen und 91 kg schweren Männchen und die bis zu 3,5 m großen und 318 kg schweren Weibchen leben bevorzugt in Küstennähe. Die Regierung in Fidschi ist willens, mehr für den Schutz ihrer Haie zu tun. Doch dafür werden dringend wissenschaftlich fundierte Daten benötigt, die die Haiforscherin liefern will: „Mein Forschungsprojekt beinhaltet das Potenzial, den Bullenhai zur „flagship species“ für den nationalen Haischutz in Fidschi zu etablieren.“

 


Philippinen: Forschungsprojekt zum nachhaltigen Haitourismus als Alternative zu Haifang und Shark Finning

Fuchshai.

Fuchshai. Foto: Nicholas Daniel

Auf der philippinischen Insel Malapascua erforschte Julian Engel, zweiter Vorsitzender von Stop Finning e.V. Möglichkeiten zu nachhaltigem Haitourismus. Im Rahmen seiner Masterarbeit setzte er sich mit der Entwicklung nachhaltiger und alternativer Existenzmöglichkeiten in Entwicklungsländern auseinander. Sein Fokus ist der Öko- und Haitourismus in Korallenriffen am Beispiel des Pazifischen Fuchshais (Alopias pelagicus) auf der philippinischen Insel Malapascua. Dort sind Fuchshaie DAS Highlight für Tauchtouristen.

 


Südafrika: Schutz von Haien und Delfinen vor dem Beifangtod in Hainetzen

Ein toter Bleifarbener Delfin und ein Bullenhai werden aus einem Hainetz geborgen.

Tod im Hainetz: Bleifarbener Delfin (Foto: Brett Atkins) und Bullenhai (Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank)

Seit 2017 bestehendes Projekt zum Schutz von Haien und Bleifarbenen Delfinen in KwaZulu-Natal, Südafrika. Das Gemeinschaftsprojekt von DSM, Gesellschaft zur Rettung der Delphine und Humpback Dolphin Research der südafrikanischen Meeresbiologin Shanan Atkins arbeitet daran, dass die sogenannten „Strandschutz-Netze“ an der Küste von KwaZulu-Natal durch nicht-tödliche Hai-Abwehrmaßnahmen ersetzt werden.