Mangroven und Mangrovenwälder

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Mit ihrer atemberaubenden Artenvielfalt gehören Mangrovenwälder neben Korallenriffen, Seegraswiesen und tropischen Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. Mangroven leben im Gezeitenbereich tropischer und subtropischer Küsten und bilden hier die Schnittstelle zwischen Land und Ozean.

Mangroven – Hotspots der Biodiversität

Mangrovenwälder bestehen aus gut 70 Arten von salztoleranten Bäumen und Sträuchern. Sie sind die „Kinderstube“ von unzähligen Tierarten wie z. B. Schnecken, Krebsen, Haien, Rochen und anderen Fischen.

Gelblippen Seeschlange auf einem Mangrovenast.

Die giftige Gelblippen-Seeschlange (Laticauda colubrine) ernährt sich von kleinen Fischen und Moränen und nutzt Mangrovenbäume als Rückzugsort und Jagdrevier. Foto: Theresa-Marie Fett/Hannah von Hammerstein

Schlangen, Vögel, unzählige Insektenarten, Meeresschildkröten, Alligatoren und Salzwasserkrokodile finden hier Nahrung und Schutz. Und Manatis (Seekühe) lieben Mangroven geradezu!

Ökosystemleistungen von Mangrovenwäldern sind unverzichtbar

Darüber hinaus sind diese Küstenwälder für den Küstenschutz als Barriere gegen Sturmfluten von großer Wichtigkeit. Mangrovenwälder bremsen Brandungswellen aus. Dadurch dämmen sie Überschwemmungen und minimieren Zerstörung und Zerfall (Erosion) landeinwärts liegender Küstenabschnitte.

Mangroven speichern pro Quadratmeter Fläche bis zu viermal mehr CO2 als tropische Regenwälder. Außerdem versorgen sie die Küstenmeere mit Nährstoffen, liefern Nahrung und Ressourcen für die Küstenbevölkerung. Ihre weltweit anhaltende Zerstörung hat katastrophale ökologische und ökonomische Auswirkungen. So gehen Erträge der Küstenfischerei dort drastisch zurück, wo Mangrovenwälder abgeholzt wurden. In der Folge verloren unzählige Arten ihren Lebensraum, Menschen ihre Lebensgrundlage.

Aktuelle Projekte Schutz von Mangrovenwäldern

Nationalpark an der Küste von Kolumbien.

Kolumbien: Ökosystem-Design vegetationsreicher Küstenökosysteme
Soyla Graus, Univ. Bremen (ISATEC) – sea4soCiety-Projekt


Mangrovenwälder schützen


Mangrovenwälder gehören zu den effizientesten CO2-Senken

Aufgrund ihrer hohen Produktivität können Mangroven mehr Kohlenstoff und Stickstoff in ihrer Biomasse und den Sedimenten einlagern als viele andere Ökosysteme. Folglich tragen sie zur Abschwächung des Klimawandels bei, sind wichtige CO2-Senken. „Betrachtet man den weltweiten Mangrovenbestand von 15 Millionen Hektar, binden Mangroven weltweit jährlich durchschnittlich ungefähr so viel CO2 wie alle Kraftfahrzeuge in Deutschland in einem Jahr produzieren“, erklärt Martin Zimmer vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT).

Ein unschätzbarer Verlust

Mangroven am Strand.

Mittlerweile bewirken Schutzbemühungen, dass die Verlustraten sinken. In manchen Gebieten gibt es zudem Bemühungen, verlorene Mangrovenbestände zu renaturieren. Ein erfreulicher Trend. Jedoch stehen die Gezeitenwälder immer noch unter einem enormen Nutzungsdruck. Abholzung, Verschmutzung oder Überdüngung von Flüssen und Küstengewässern, Sedimententnahme oder Deichbau zur Landgewinnung. Jedes Jahr gehen immer rund 20.000 Hektar verloren.

Derzeit verlieren wir Mangrovenwälder schneller als tropische Regenwälder. Experten befürchten denn auch, dass diese Küstenwälder innerhalb der kommenden 100 Jahre gänzlich verschwinden könnten. Von den schätzungsweise 240.000 km2 Mangrovenwäldern, die es Anfang der 90er-Jahre gab, wurden bis 2012 etwa 40 % – das sind ca. 100.000 km2 – zerstört!

Foto oben: © OceanImageBank/MattCurnock


Abgeschlossene Föderungen Schutz von Mangrovenwäldern

  • Nachhaltige Fischerei in Mangrovenwäldern, Fidschi
    Masterarbeit von Karl Schrader im Studiengang „International Studies of Aquatic Tropical Ecology“ (ISATEC) in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Arbeitsgruppe „Mangroven Ökologie“, Prof. Dr. Martin Zimmer & Universität Bremen, Fachbereich 2 (Biologie).
  • Forschungsprojekt Schnecken und Mangroven, Südafrika
    Masterarbeit von Niklas Reinhardt im Studiengang „International Studies of Aquatic Tropical Ecology“ (ISATEC) in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Arbeitsgruppe „Mangroven Ökologie“, Prof. Dr. Martin Zimmer & Universität Bremen, Fachbereich 2 (Biologie).
  • Mangroven auf Riffdächern, Fidschi
    Masterarbeit von Theresa-Marie Fett und Hannah von Hammerstein im Studiengang „International Studies of Aquatic Tropical Ecology“ (ISATEC) in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) & Universität Bremen, Fachbereich 2 (Biologie).