Abgeschlossene Förderungen Mangroven

Malaysia: Sedimente und ihre Bedeutung

Louise Seemann und Moshiur Rahman in Malaysia.

Im Jahr 2025 förderten wir die gemeinsamen Masterarbeiten von Louise Seemann und Moshiur Rahman zur Bedeutung des mikrobiellen Lebens in Sedimenten für die ökologische Fitness von Mangroven in Malaysia. Beide sind Studierende der marinen Biologie an der Universität Bremen und am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT).

Sie wollen Antworten auf Fragen, welche ökologische Widerstandsfähigkeit Mangroven mitbringen müssten, um sich erfolgreich an die Folgen der Klimakrise, wie steigende Meeresspiegel oder die Erhitzung von Küstenmeeren, anzupassen. Speziell dazu untersuchen sie die Rolle der Sedimente mit ihrer besonderen mikrobiellen Artenvielfalt bei Mangroven in Malaysia.

Hierzu reisten sie in die für ihre Artenvielfalt berühmte, ca. 40.000 Hektar große Matang Mangrove Forest Reserve (MMFR). Die MMFR ist einer der am besten gemanagten und damit in gutem Zustand befindlichen Mangrovenwälder der Welt. Die beiden jungen Masterstudierenden aus Bremen stützen sich dabei auf eine Forschungskooperation mit der Universität Malaya (Universiti Malaya) in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur.

Wie kann man in Zukunft Mangrovenwälder erhalten und renaturieren?

Mangrovensedimente sind in dauerndem Austausch mit den Mikroalgen-Lebensgemeinschaften des Meeresbodens. Außerdem bewältigen sie kontinuierliche Einträge organischen Materials (z. B. von Phytoplankton, Seegras und Makroalgen) durch die Gezeiten. Und der Motor hinter dem Abbau dieser Unmenge organischer Substanzen sind unscheinbare Mikroben. Ihre Rolle ist zentral. Sie zersetzen Pflanzenreste und verarbeiten organische Substrate im Sediment.

Louise Seemann und Moshiur Rahman vergleichen Wälder in unterschiedlichen geomorphologischen Zonen. Dadurch sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie man in Zukunft Mangrovenwälder anlegen, bestehende Wälder schützen und somit Klimaschutz auf möglichst natürliche Art und Weise betreiben kann.

Fotos: Louise Seemann und Moshiur Rahman


Galapagosinseln: genetische Fitness von Galapagos-Mangroven

Tobias Poprick bei der Feldarbeit, Mangroven Galapagos-Inseln.

Von 2022 bis 2023 unterstützten wir das Masterprojekt von Tobias Poprick von der Universität Bremen über die Populationsgenetik von Mangroven auf den Galapagosinseln. Denn für die Erhaltung und Wiederherstellung von Mangrovenwäldern als unverzichtbare, naturbasierte CO₂-Speicher (Nature-based Solutions, NbS) und Hotspots der Artenvielfalt sollte man deren genetische Fitness kennen.

Welche Varianten einer Mangrovenart kommen besser mit bestimmten Umweltbedingungen klar und haben daher Wachstumsvorteile? Tobias Poprick will mit seinem Forschungsprojekt den Galapagos-Nationalpark bei Renaturierungs- und Schutzmaßnahmen unterstützen.

Das Masterprojekt wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe Mangrovenökologie am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Zimmer durchgeführt. Dr. Véronique Helfer und Dr. Marlis Reich von der Universität Bremen obliegen dabei die Supervision.

Vor Ort erhielt Tobias Poprick Unterstützung von der Charles Darwin Foundation, insbesondere von María José Barragan und Nicolas Moity.

Daten von über 1.000 Mangrovenblättern

Innerhalb des Masterprojekts zur genetischen Fitness der Galapagos-Mangroven beprobte Tobias Poprick in 2 Monaten 14 verschiedene Standorte auf fünf verschiedenen Inseln. Dabei kamen Daten von über 1.000 Mangrovenblättern zusammen. Zusätzlich ergab sich innerhalb der Kooperation mit der Charles Darwin Foundation die Bereitschaft, Blattmaterial von zwei weiteren Inseln und Standorten für die genetische Analyse zur Verfügung zu stellen. Ausfuhr- und Einfuhrerlaubnis der Proben erfolgte gemäß Nagoya-Protokoll.1

Die aufgenommenen Parameter im Feld sollen bestmöglich Aufschluss über Unterschiede innerhalb der Mangrovenarten und des Standorts geben und wurden anschließend mit den genetisch gewonnenen Daten gekoppelt.

Gesammelte Mangrovenblätter für die spätere genetische Analyse, Galapagos-Inseln.

Die für die genetische Analyse bestimmten Proben kamen mit zurück nach Deutschland. Dort, in den Laboren des ZMT, wurde die DNA der einzelnen Blätter extrahiert und anschließend sequenziert.

© Tobias Poprick/CDF

MMM6-Konferenz in Kolumbien

Wir förderten zusätzlich die Teilnahme von Tobias Poprick an der Mangrovenkonferenz MMM6 „Mangrove Macrobenthos and Management Conference“. Weitere Unterstützung erhielt er von der Kellner & Stoll Stiftung und der Brede Stiftung.

Die MMM6 fand vom 24. bis 28. Juli 2023 in Cartagena in Kolumbien statt. Dort wurde sein Projektposter mit dem „Best Student Poster Presentation Award“ ausgezeichnet.

Poster-Präsentation auf der MMM6 mit Nicolas Moity von der Charles Darwin Foundation, Galapagos (links) und Dr. Véronique Helfer vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT).

Poster-Präsentation mit Nicolas Moity (links) und Dr. Véronique Helfer (rechts) auf der Konferenz „6th Mangrove Macrobenthos and Management meeting“ in Cartagena, Kolumbien

Kolumbien: Ökosystem-Design vegetationsreicher Küstenökosysteme

Soyla Kraus

Von April bis Ende Juli 2022 führte die angehende Meeresbiologin Soyla Kraus auf Isla Barú in Kolumbien Feldstudien zu ihrer Masterarbeit „Identifizierung des Einflusses von Eigentumsrechten und Management auf vegetationsreiche Küstenökosysteme“ durch. Wir förderten dieses Masterprojekt der Universität Bremen Studiengang „International Studies of Aquatic Tropical Ecology“ (ISATEC) / Verbundprojekt sea4soCiety.


Fidschi: Nachhaltige Fischerei

Karl Schrader forschte auf Fidschi über nachhaltige Fischerei in Mangrovenwäldern.

2020 förderten wir die Masterarbeit von Karl Schrader im Studiengang „International Studies of Aquatic Tropical Ecology“ (ISATEC) in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Arbeitsgruppe „Mangroven Ökologie“.

Im Rahmen seines Masterstudiums führte Karl Schrader eine Feldstudie über den Einfluss des Fischereidrucks auf mehrere Mangrovenkrabben-Arten durch, die für Subsistenzwirtschaft und kleingewerbliche Fischerei in Mangrovenwäldern von Bedeutung sind. Bei seiner Studie bekam er großartige Unterstützung und Mithilfe von der lokalen Bevölkerung. Die Ergebnisse der Studie werden auch an die Partner auf Fidschi weitergegeben und an die in die Studie involvierten Dörfer.

Vielen Dank für die finanzielle Unterstützung der involvierten Stiftungen (Deutsche Stiftung Meeresschutz, Brede Stiftung), an alle helfenden Hände im Feld und vor allem an die lokale Bevölkerung des Rewa-Deltas für ihre Unterstützung und unersetzliche Kooperation über die gesamte Projektzeit. Ohne diese Zusammenarbeit wäre das Projekt nicht möglich gewesen.


Südafrika: Schnecken und Mangroven

2020 förderten wir die Masterarbeit von Niklas Reinhardt im Studiengang „International Studies of Aquatic Tropical Ecology“ (ISATEC) in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT). Er ging der Frage nach, welche Auswirkungen Schnecken, wie die Kegel-Mangrovenschnecke, auf Sedimente in Mangroven haben und wie ihr Verbreitungsgebiet entlang der Ostküste von KwaZulu-Natal in Südafrika aussieht.


Fidschi: Mangroven auf Riffdächern

Manchmal wachsen Mangroven auch dort, wo man sie am wenigsten erwartet. In Fidschi sogar auf Riffdächern! Theresa-Marie Fett und Hannah von Hammerstein, Studentinnen der Universität Bremen, Fachbereich 2 (Biologie), gingen diesem Phänomen im Rahmen ihrer von uns 2018 geförderten Masterarbeit nach. Wissenschaftliche Partner sind die Arbeitsgruppe Mangrovenökologie und die Arbeitsgruppe Riffsysteme des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung in Bremen (ZMT) sowie Dr. Stuart Kininmonth von der University of the South Pacific (USP) auf Fidschi.


  1. Das „Nagoya-Protokoll über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ ist ein Instrument für den internationalen Naturschutz, das einerseits Regelungen über den Zugang zu genetischen Ressourcen enthält und andererseits eine Beteiligung an den Ergebnissen, die aus der Nutzung der genetischen Ressourcen entstehen, vorsieht.  ↩︎

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