Rettung der Adria-Delfine

Aussterben verhindern, bedrohte Populationen schützen

– Seit vielen Jahren unterstützen wir das Projekt zur „Rettung der letzten Adria-Delfine“. Es gibt nur noch etwa 220 von ihnen! Mit erstaunlicher Beharrlichkeit halten sie fest an ihrem Lebensraum, „ihrem“ Meer.

Delfine, wie z. B. der Große Tümmler, agieren wie Haie, Rote Thune und andere Meeresraubtiere ganz oben im marinen Nahrungsnetz. Sie gehören zu den Topindikatoren für den Zustand des Ökosystems, in dem sie leben. Verschwinden sie, dann sieht es düster aus für all die anderen Tierarten, derer man meist gar nicht gewahr wird.

Die einst großen Delfinbestände in der Adria gibt es nur noch in den Erzählungen alter Fischer

Adria-Delfin mit Baby.

Adria-Delfine vor Zadar: Mutter mit Baby. Der kleine Delfin schwimmt noch etwas ungelenk. © Ulrike Kirsch

Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifangtod in Fischernetzen und direkte Tötung ließen die einst großen Delfinbestände in der Adria zusammenbrechen.

Nur eine Art war robust genug, dem Vernichtungsfeldzug standzuhalten. Es ist der Große Tümmler (Tursiops truncatus) oder „Gute Delfin“ (dobri dupin) auf Kroatisch.

Die „Adria-Delfine“ halten sich das ganze Jahr über nahe der Küste und den Inseln auf. Meist sind sie weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt.

Adria-Tümmler von Harpune getötet. Foto: M.Duras

Adria-Tümmler von Harpune getötet – © Martina Duras

Adria-Delfine: Tod im Fischernetz

Auch wenn die kleine Population seit Jahren relativ stabil ist, sterben immer noch viel zu viele Tiere durch menschlichen Einfluss: etwa 50 Prozent.

Sie ertrinken in Fischernetzen. Sie sterben an den Folgen von verschluckten Netzteilen oder Plastikmüll. Andere werden beschossen, harpuniert oder beim illegalen Fischen mit Dynamit zerfetzt.

Populationsbestand ist kritisch

Nach Auswertung der Totfunddaten aus dem Jahr 2018 beschreibt Dr. Martina Duras von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb die Lage als nach wie vor kritisch.

Denn es wurden insgesamt 21 tote Meeressäuger gefunden bzw. gemeldet. Darunter 15 Große Tümmler (Tursiops truncatus) , 2 Streifendelfine (Stenella coeruleoalba), 1 Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris, Knochenfund) und 1 Finnwal (Balaenoptera physalus). Bei 2 Delfinen konnte die Art nicht bestimmt werden, und nur 7 Delfine konnten an der Tierärztlichen Fakultät untersucht werden. Einer war im Fischernetz ertrunken, ein weiterer an einer verschluckten Plastiktüte gestorben. Bei den anderen ließ sich die Todesursache leider nicht mehr feststellen.

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