Meeresschildkröten – Schutzprojekte

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Seit über 250 Millionen Jahren, weit vor der Zeit der Saurier, leben sie in den Weltmeeren fast unverändert in Form und Aussehen. Gemeinsam mit Salzwasserkrokodilen, Meeresschlangen und den Galapagos-Meerechsen gehören Meeresschildkröten heute zu den einzigen Reptilien, die im Salzwasser leben. Sie kommen weltweit in tropischen und temperierten Gewässern vor. Jedoch bevorzugen die meisten Arten seichte Küstengewässer.

Auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) sind die heute existierenden sieben Meeresschildkröten-Arten entweder als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht gelistet. Allen Arten gemeinsam ist dabei, dass ihre Bestandsentwicklung rückläufig ist. Das wollen wir ändern! Auf diesem Weg haben wir mit unseren Partnern bereits viel erreicht. So konnte die für den Fortbestand von drei Meeresschildkrötenarten fast verlorene Insel Sipora (Westsumatra, Indonesien) innerhalb weniger Jahre in eine hundertprozentige Nisterfolgsinsel verwandelt werden.

Meeresschildkröten retten!

Von uns unterstützte Projekte zum Schutz von Meeresschildkröten

Die sieben Meeresschildkröten-Arten

Meeresschildkröten: Überleben zwischen Wasser und Land

Meeresschildkröten stammen von Land- beziehungsweise Süßwasserschildkröten ab, die sich dem Lebensraum Meer angepasst haben. Ihre Vorderextremitäten sind zu langen Paddelflossen umgeformt. Damit können sie ausgezeichnet schwimmen und tauchen. Sie fressen Quallen, Algen, Muscheln, Kerbtiere, Seegras (Grüne Meeresschildkröte) und manchmal meist kranke Fische.

Nur noch zur Eiablage kommen die dann schwerfällig wirkenden weiblichen Panzerträger nach etwa 15 Jahren alle zwei bis drei Jahre an Land. Männliche Meeresschildkröten dagegen bleiben ihr Leben lang im Meer.

Navigationskünstler mit körpereigenem Kompass

Noch aus Entfernungen von über 13.000 Kilometern finden einige Arten dieser Meeresreptilien exakt den Strand, an dem sie einst das Licht der Welt erblickten. Sie kommen immer nach Einbruch der Dunkelheit. Ihre Spuren gleichen denen eines Kettenfahrzeugs. Daher sind sie leicht auszumachen. Wahrscheinlich orientieren sich die tapferen Langstreckenschwimmer mit einem körpereigenen Kompass anhand des Magnetfelds der Erde.

Eine unbeschwerte Kindheit sieht anders aus

Ist ein günstiger Platz für das Nest gefunden, gräbt das Weibchen mit den hinteren Flossen eine tiefe, kreisrunde Legehöhle. Anschließend beginnt sofort die Eiablage. Je nach Art legen die Weibchen dann innerhalb von 30 Minuten zwischen 50 und 200 weichschalige etwa tischtennisballgroße Eier. Dann schaufeln sie die Höhle mit den hinteren Flossen zu und kehren zurück ins Meer.

Die Jungen, deren Geschlechterbildung über die Temperatur im Nest erfolgt, werden von der Sonne ausgebrütet. Bei 28 Grad Celsius schlüpfen nur männliche Tiere. Bei etwa 32 Grad nur weibliche.

Nach 45 bis 70 Tagen, graben sich die Minischildkröten aus ihrem wohltemperierten Nest. In großer Eile krabbeln sie, wie von einer inneren Uhr gesteuert, schnurstracks auf die hellste Stelle am Horizont, den Ozean, zu. Sie krabbeln um ihr Leben. Denn sofort stürzen sich Krabben, Möwen oder Landraubtiere auf die frisch Geschlüpften.

Nur wer schnell genug ist, erreicht das Wasser. Doch dort lauern weitere Gefahren. Denn junge Meeresschildkröten sind bei Raubfischen eine beliebte und leicht zu fangende Beute. Nur wenige Schlüpflinge schaffen es bis ins fortpflanzungsfähige Alter.

Befinden sich Lichtquellen von Hotels, Restaurants oder Straßen in der Nähe, die heller als das Meer sind, steuern sie diese an. Dann finden sie nicht mehr den Weg in ihren natürlichen Lebensraum und sterben.

Wie Sie im Urlaub Meeresschildkröten helfen können

Empfehlungen der Fischereiabteilung der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA Fisheries).

Lederschildkröten-Babys laufen über den Sandstrand zum Meer.

Lederschildkröten-Schlüpflinge auf dem Weg ins Meer. Von nun an sind die Kleinen auf sich allein gestellt. Foto: Turtle Foundation

Meeresschildkröten: viele offene Fragen

Vorbei sind die Zeiten, als der Mensch eine besondere Beziehung hatte zu diesen Salzwasser-Reptilien. Bereits in der frühen Steinzeit wurden Meeresschildkröten kultisch verehrt. In vielen Sagen, z. B. in der griechischen Lyra spielt die Schildkröte eine wichtige Rolle. Denn die Griechen verehrten sie in der Antike als göttliche Tiere. Auch auf der ersten Münze von Ägina rund 600 v. Chr. war eine Meeresschildkröte abgebildet. In Bali werden Meeresschildkröten religiös verehrt. Dort sind sie sogar das Wappentier.

Trotz dieser langen Verbundenheit wissen wir immer noch wenig über Verhalten und Biologie der Weitschwimmer.

Wo genau halten sie sich während ihrer langen Wanderungen auf? Wie alt werden sie? Wie finden Männchen und Weibchen in den Weiten der Ozeane zueinander?

Titelfoto: Echte Karettschildkröte. © OceanImageBank/Sean Chinn

Meeresschildkröten in Not

Kleine Grüne Meeresschildkröte auf dem Weg ins Meer.

Helfen Sie mit, Meeresschildkröten zu retten!

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