Plastik im Meer – Lösungen

Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Mit den von uns unterstützten Projekten gegen Plastik im Meer verfolgen wir die UN-Nachhaltigkeitsziele 1 (Bekämpfung der Armut), 12 (verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) sowie das UN-Nachhaltigkeitsziel 14 (Leben unter Wasser). Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir nachhaltige, ressourcenschonende und integrative Lösungen für Wege aus der Plastikfalle auf.

Plastik im Meer: Reduce – Reuse – Recycle

Dabei geht es „nicht nur“ darum, möglichst viel Plastikmüll aus der Umwelt zu entfernen und ihn dem Wertstoffkreislauf zuzuführen (recycle).

Integrativer Ansatz

Es geht auch darum, Menschen in armen Ländern bei gleichzeitig schlechter bzw. nicht vorhandener Entsorgungsinfrastruktur Lösungen für einen nachhaltigen Umgang mit Plastikmüll aufzuzeigen, z. B. mit Upcycling-Schulungen. Denn Plastikmüll hat einen verwertbaren und alltagstauglichen Nutzen (reuse & reduce).

Weniger Müll – weniger Armut – weniger Plastik im Meer

Mit der Förderung von „Müll-Banken“ (Cash for Trash) oder fairen Löhnen für Cleanup-Arbeiten erfahren die Menschen, dass Plastik ein Wertstoff ist. Sie lernen, dass man nachhaltig damit umgehen sollte. Hinzu kommt, die Einbindung von Frauen und ärmeren Menschen. Mit der Beseitigung von Plastikmüll helfen wir ihnen, einen Weg aus der Armutsfalle zu finden.

Ressourcenverbrauch – Nachhaltigkeit – ökologischer Rucksack

Die von uns unterstützten Projekte zur Reduzierung von Plastik im Meer zeichnen sich durch ihre Nachhaltigkeit aus. Denn sie entfernen bei vergleichsweise bescheidenem finanziellen Aufwand viel Plastikmüll aus der Umwelt. Dabei bleiben technischer Aufwand, ökologischer Rucksack und CO2-Fußabdruck klein.

Die einheimische Bevölkerung ist eingebunden. Sie erfährt durch ihre Arbeit unmittelbare Vorteile. Alle unsere Lösungen für das Problem Plastik im Meer sind konsequent Recycling-Gesichtspunkten ausgerichtet und gezielt für eine einfache Umsetzung in Entwicklungs- und Schwellenländern konzipiert. Denn China, Indonesien, die Philippinen, Thailand und Vietnam sind für gut die Hälfte des globalen Plastikeintrags in die Ozeane verantwortlich.

Meeresretter werden, Plastikflut stoppen!

Von uns unterstützte Projekte

Plastik im Meer

Das Ausmaß der Plastikverschmutzung in den Ozeanen ist dramatisch. Es schadet nicht nur Meerestieren, sondern auch den Menschen. Unmittelbar und direkt.

Tödliche Gefahr für Meerestiere

Zwischen 60 bis 80 Prozent des Mülls, der jedes Jahr im Meer landet, besteht mittlerweile aus Plastikabfällen. Man nimmt an, dass die erst seit etwa 1950 in größerem Stil produzierten künstlichen Polymerprodukte dort mehrere hundert Jahre überdauern. Auch wenn der größte Teil auf den Meeresgrund sinkt – wahrscheinlich etwa 70 Prozent (laut UNEP) –, vieles auch wieder an Land getrieben wird, bildet das in der Wassersäule verbleibende Plastik im Meer eine gefährliche Gemengelage.

Tiefseeflohkrebs trägt Plastik im Darm und im Namen

Plastikmüll findet sich mittlerweile überall im Meer. Im arktischen Eis. Oder im über 11.000 Meter tiefen Marianengraben, der bislang bekannten tiefsten Stelle der Weltmeere. Dort stießen Forscher 2014 in fast 7.000 m Tiefe auf eine neue Art von Tiefseeflohkrebsen. Als sie die Tiere auf Umweltschadstoffe untersuchten, stellten sie überrascht fest, dass sich im Darm der kleinen Lebewesen PET-Fasern (Polyethylenterephthalat) befanden. Der Kunststoff PET ist bekannt von Einwegflaschen, auch in Sportbekleidung ist er enthalten. 2020 erhielt die Tiefseeflohkrebse den Namen Eurythenes plasticus.

Damit setzten die Wissenschaftler ein Zeichen, um auf das Ausmaß der Verbreitung von Plastik im Meer aufmerksam zu machen.

Meerestiere jeglicher Art verheddern oder strangulieren sich in herumtreibendem Plastikmüll. Mindestens 700 Arten von Meerestieren können durch Kontakt mit Plastik im Meer in Gefahr geraten. Darunter 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten.

Infolge der weltweiten Plastikbelastung der Meere verbuchen allein der globale Tourismussektor, die Fischerei und die Schifffahrt jährlich Kosten und Einnahmeausfälle in einer Gesamthöhe von mindestens 13 Milliarden US-Dollar.

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Plastik im Meer vor Indonesien.
Plastik verstopft Flussmündungen und Meeresbuchten. Dadurch entstehen Brutstätten für Krankheiten. Touristen bleiben fern. In vielen Urlaubsregionen muss mittlerweile viel Geld eingesetzt werden, um Strände vom Zivilisationsmüll zu säubern. © BandaSEA

Meerestiere sterben an verschlucktem Plastikmüll

Meeresschildkröten verwechseln Fetzen aus Weichplastik mit Quallen. Ein tödlicher Irrtum. Wie auch bei Walen und Delfinen. Verschluckte Plastikteile verstopfen den Magen. Beginn eines langsamen, qualvollen Sterbens.

Seevögel dagegen füttern ihre Jungen mit Kleinstplastikteilen. Kein Wunder, dass 60 % der untersuchten Eissturmvögel in der Nordsee Plastikpartikel im Magen (mehr als 0,1 g Kunststoffe) aufweisen.

Plastik im Meer kann tödlich sein: Tote Lederschildkröte im Karinsko More.

Lederschildkröte im Kariner Meer (Kroatien). Sie hatte Plastiktüten als vermeintliche Beute verschluckt. Diese verstopften den Verdauungstrakt, sodass sie schließlich starb. Foto: VAL/DSM

Ende März April 2019 strandete in der Nähe des Urlaubsortes Porto Cervo an der Küste von Sardinien ein weiblicher Pottwal. Die Walkuh starb nicht allein, denn sie war schwanger. Ihr Baby ist nach Ansicht von Experten allerdings bereits vor der Strandung gestorben. Im Magen des Pottwals fand man 22 Kilogramm Plastikmüll. Darunter Fischernetze, Müllsäcke und die Verpackung eines Waschmittels mit noch lesbarem Barcode.

Was tun gegen Plastik im Meer?

Es besteht dringender Handlungsbedarf! Denn ohne eine grundlegende Änderung bei Verbrauch und Umgang mit Kunststoffen werden im Jahr 2040 schätzungsweise bis zu 29 Millionen Tonnen Plastikabfälle jährlich in den Ozeanen enden. Mit einer derartigen Menge könnte man auf jedem Meter Küstenlinie der Welt 50 Kilogramm Plastikmüll abladen.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, sind umfassende Lösungen bei der Reduzierung, beim Recycling sowie eine Abkehr von Plastik-Einwegprodukten unumgänglich. Hierbei kommt es auch auf Änderungen des Konsumverhaltens jedes Einzelnen an. Denn unser täglicher Plastikkonsum ist immens.

Aus Einweg- und Verpackungsplastik stammen weltweit etwa 40 Prozent des gesamten anfallenden Plastikmülls. In der Regel werden diese Produkte ein einziges Mal benutzt und dann weggeschmissen.

Unumgänglich sind aber auch ambitionierte gesetzliche Regelungen gegen den Eintrag von Plastik in die Ozeane und ein Umdenken in der Realwirtschaft. Freiwillige Selbstverpflichtungen, wie sie Deutschland bevorzugt, nutzen wenig. Zwar gibt es eine UN-Resolution zur Beseitigung der Einträge von Plastik ins Meer. In der EU will man bis 2025 eine Sammelquote von 90 Prozent bei Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff erreichen. Doch das reicht nicht.

Weil Ihre Hilfe für saubere Meere zählt!

Plastikmüll aus dem Meer holen.

Nachhaltige Beseitigung von Plastikmüll im Meer. Weniger Müll = weniger Armut, kleiner CO2-Fußabdruck.

Informationen aus den von uns unterstützten Projekten

Erfolgreicher Einsatz gegen Meeresmüll

Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten Unsere Partner von BandaSEA arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Müllsituation in der indonesischen Bandasee. In dem mit mehr als 17.000 Inseln größten Inselstaat und der viertgrößten Bevölkerung der Welt wird…

Erste schwimmende Müllabfuhr in Indonesien

Seit Mitte des Jahres pendelt die erste schwimmende Müllabfuhr Indonesiens, die „Tirta Intan“ (Diamantwasser), zwischen den Banda-Inseln in der Bandasee. Ihre Mission: Plastikmüll zum Recycling bringen. Und davon so viel wie möglich. Dorfbewohner der Banda-Inseln…

Social cleanups mit sana mare – Zwischenbericht

Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten Seit November 2020 unterstützen wir den Verein sana mare, der weltweit gegen die Vermüllung der Meere kämpft. Sana mare sammelt Müll an Küsten, Ufern und Flüssen weltweit, damit er erst gar…

Küstensäuberungen mit sana mare

Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten Im Kampf gegen die zunehmende Vermüllung der Meere haben wir einen neuen Partner: den jungen Verein sana mare aus Hamburg. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, mit social cleanups Müll…

Im Einsatz gegen Müll im Meer

Voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten Indonesien versinkt seit Jahren in einer selbst gemachten Plastikhölle. Denn im mit mehr als 17.000 Inseln weltweit größten Inselstaat und der viertgrößten Bevölkerung der Welt wird weltweit am zweithäufigsten Müll im Meer…

Unsere Partner im Einsatz gegen gegen Plastik im Meer

BandaSea Logo.
Logo sana mare
Logo Project Manaia
Logo People and the Sea

Foto oben: OceanImageBank/TheOceanAgency