Plastik im Meer – Lösungen

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Mit den von uns unterstützten Ocean-Cleanup-Projekten gegen Plastik im Meer verfolgen wir die UN-Nachhaltigkeitsziele 1 (Bekämpfung der Armut), 12 (verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) sowie das UN-Nachhaltigkeitsziel 14 (Leben unter Wasser). Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir nachhaltige, ressourcenschonende und integrative Lösungen für Wege aus der Plastikfalle auf.

Reduce – Reuse – Recycle

Dabei geht es „nicht nur“ darum, möglichst viel Plastikmüll aus der Umwelt zu entfernen und ihn dem Wertstoffkreislauf zuzuführen (recycle).

Integrativer Ansatz

Es geht auch darum, Menschen in armen Ländern bei gleichzeitig schlechter bzw. nicht vorhandener Entsorgungsinfrastruktur Lösungen für einen nachhaltigen Umgang mit Plastikmüll aufzuzeigen, z. B. mit Upcycling-Schulungen. Denn Plastikmüll hat einen verwertbaren und alltagstauglichen Nutzen (reuse & reduce).

Weniger Müll – weniger Armut

Mit der Förderung von „Müll-Banken“ (Cash for Trash) oder fairen Löhnen für Cleanup-Arbeiten erfahren die Menschen, dass Plastik ein Wertstoff ist. Sie lernen, dass man nachhaltig damit umgehen sollte. Hinzu kommt, die Einbindung von Frauen und ärmeren Menschen. Mit der Beseitigung von Plastikmüll helfen wir ihnen, einen Weg aus der Armutsfalle zu finden.

Ressourcenverbrauch – Nachhaltigkeit – ökologischer Rucksack

Die von uns unterstützten Ocean-Cleanup-Projekte zeichnen sich durch ihre Nachhaltigkeit aus. Denn sie entfernen bei vergleichsweise bescheidenem finanziellen Aufwand viel Plastikmüll aus der Umwelt. Dabei bleiben technischer Aufwand, ökologischer Rucksack und CO2-Fußabdruck klein.

Die einheimische Bevölkerung ist eingebunden. Sie erfährt durch ihre Arbeit unmittelbare Vorteile. Alle unsere Lösungen für das Problem Plastik im Meer sind konsequent Recycling-Gesichtspunkten ausgerichtet und gezielt für eine einfache Umsetzung in Entwicklungs- und Schwellenländern konzipiert. Denn China, Indonesien, die Philippinen, Thailand und Vietnam sind für gut die Hälfte des globalen Plastikeintrags in die Ozeane verantwortlich.

Ocean-Cleanup-Projekte – Meeressäuberungen

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Plastik im Meer – tödliche Gefahr für Meerestiere

Zwischen 60 bis 80 Prozent des Mülls, der jedes Jahr im Meer landet, besteht mittlerweile aus Plastikabfällen. Man nimmt an, dass die erst seit etwa 1950 in größerem Stil produzierten künstlichen Polymerprodukte dort mehrere hundert Jahre überdauern. Auch wenn der größte Teil auf den Meeresgrund sinkt – wahrscheinlich etwa 70 Prozent (laut UNEP) –, vieles auch wieder an Land getrieben wird, bildet das in der Wassersäule verbleibende Plastik im Meer eine gefährliche Gemengelage.

Meerestiere jeglicher Art verheddern oder strangulieren sich in herumtreibendem Plastikmüll. Mindestens 700 Arten von Meerestieren können durch Kontakt mit Plastik im Meer in Gefahr geraten. Darunter 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten.

Tiefseeflohkrebs trägt Plastik im Darm und im Namen

Plastikmüll findet sich mittlerweile überall im Meer. Im arktischen Eis. Oder im über 11.000 Meter tiefen Marianengraben, der bislang bekannten tiefsten Stelle der Weltmeere. Dort stießen Forscher 2014 in fast 7.000 m Tiefe auf eine neue Art von Tiefseeflohkrebsen. Als sie die Tiere auf Umweltschadstoffe untersuchten, stellten sie überrascht fest, dass sich im Darm der kleinen Lebewesen PET-Fasern (Polyethylenterephthalat) befanden. Der Kunststoff PET ist bekannt von Einwegflaschen, auch in Sportbekleidung ist er enthalten. 2020 erhielt die Tiefseeflohkrebse den Namen Eurythenes plasticus.

Damit setzten die Wissenschaftler ein Zeichen, um auf das Ausmaß der Verbreitung von Plastikmüll im Meer aufmerksam zu machen.

Meerestiere sterben an verschlucktem Plastikmüll

Meeresschildkröten verwechseln Fetzen aus Weichplastik mit Quallen. Ein tödlicher Irrtum. Wie auch bei Walen und Delfinen. Verschluckte Plastikteile verstopfen den Magen. Beginn eines langsamen, qualvollen Sterbens.

Plastik im Meer kann tödlich sein: Tote Lederschildkröte im Karinsko More.

Lederschildkröte im Kariner Meer (Kroatien). Sie hatte Plastiktüten als vermeintliche Beute verschluckt. Diese verstopften den Verdauungstrakt, sodass sie schließlich starb. Foto: VAL/DSM

Seevögel dagegen füttern ihre Jungen mit Kleinstplastikteilen. Kein Wunder, dass 60 % der untersuchten Eissturmvögel in der Nordsee Plastikpartikel im Magen (mehr als 0,1 g Kunststoffe) aufweisen.

Ende März April 2019 strandete in der Nähe des Urlaubsortes Porto Cervo an der Küste von Sardinien ein weiblicher Pottwal. Die Walkuh starb nicht allein, denn sie war schwanger. Ihr Baby ist nach Ansicht von Experten allerdings bereits vor der Strandung gestorben. Im Magen des Pottwals fand man 22 Kilogramm Plastikmüll. Darunter Fischernetze, Müllsäcke und die Verpackung eines Waschmittels mit noch lesbarem Barcode.

Im gleichen Monat strandete auf den Philippinen ein junger Cuvier-Schnabelwal. Auch er hatte viel Plastikmüll im Magen. 40 Kilogramm. Unter anderem 16 Reissäcke aus Kunststoff, vier Säcke aus dem Bananenanbau und etliche Einkaufstüten.

Was tun gegen Plastikmüll im Meer?

Es besteht dringender Handlungsbedarf! Denn ohne eine grundlegende Änderung bei Verbrauch und Umgang mit Kunststoffen werden im Jahr 2040 schätzungsweise bis zu 29 Millionen Tonnen Plastikabfälle jährlich in den Ozeanen enden. Mit einer derartigen Menge könnte man auf jedem Meter Küstenlinie der Welt 50 Kilogramm Plastikmüll abladen.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, sind umfassende Lösungen bei der Reduzierung, beim Recycling sowie eine Abkehr von Plastik-Einwegprodukten unumgänglich. Hierbei kommt es auch auf Änderungen des Konsumverhaltens jedes Einzelnen an. Denn unser täglicher Plastikkonsum ist immens. Aus Einweg- und Verpackungsplastik stammen weltweit etwa 40 Prozent des gesamten anfallenden Plastikmülls. In der Regel werden diese Produkte ein einziges Mal benutzt und dann weggeschmissen.

Unumgänglich sind aber auch ambitionierte gesetzliche Regelungen gegen den Eintrag von Plastik in die Ozeane und ein Umdenken in der Realwirtschaft. Freiwillige Selbstverpflichtungen, wie sie Deutschland bevorzugt, nutzen wenig.

Zwar gibt es eine UN-Resolution zur Beseitigung der Plastikeinträge in die Ozeane. Und die EU will bis 2025 eine Sammelquote von 90 Prozent bei Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff erreichen. Doch das reicht nicht.

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