Rettung der Adria-Delfine

Aussterben verhindern – Bedrohte Populationen schützen

Seit vielen Jahren unterstützen wir das Projekt „Rettung der letzten Adria-Delfine“ der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. in Zusammenarbeit mit der kroatischen Meeresschutzorganisation VAL (Welle) und der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb. Delfine, wie z.B. der Große Tümmler, agieren wie Haie, Rote Thune und andere Meeresraubtiere ganz oben im marinen Nahrungsnetz. Sie gehören zu den Top-Indikatoren für den Zustand des Ökosystems, in dem sie leben. Verschwinden die großen Meeresraubtierarten, dann sieht es düster aus für all die Zehntausende Tierarten, derer man meist gar nicht gewahr wird.

Die einst großen Delfinbestände in der Adria gibt es nur noch in den Erzählungen alter Fischer

Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifang-Tod in Fischernetzen und direkte Tötung ließen die Bestände zusammenbrechen. Nur eine Art war robust genug, dem Vernichtungsfeldzug standzuhalten: der Große Tümmler (Tursiops truncatus) oder „Gute Delfin“ (dobri dupin) auf Kroatisch.

Die „Adria-Delfine“ halten sich das ganze Jahr über nahe der Küste und den Inseln auf, meist weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt. Es gibt nur noch etwa 220 von ihnen! Mit erstaunlicher Beharrlichkeit halten sie fest an ihrem Lebensraum, „ihrem“ Meer.

Adria-Tümmler von Harpune getötet. Foto: M.Duras

Adria-Tümmler von Harpune getötet                Foto: M. Duras

Tod im Fischernetz

Auch wenn die kleine Population seit Jahren relativ stabil ist, sterben immer noch viel zu viele Tiere durch menschlichen Einfluss: etwa 50 Prozent. Sie ertrinken in Fischernetzen, sterben an den Folgen von verschluckten Netzteilen oder Plastikmüll oder kommen durch den illegalen Einsatz von Dynamit beim Fischfang ums Leben.

Mehrfach wurden sogar erschossene oder harpunierte Adria-Delfine entdeckt!

Situation der Population kritisch

Die Auswertung der Totfunddaten aus 2017 von Dr. Martina Duras von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb unterstreicht die für die kleine Population nach wie vor kritische Lage: Bei 16 der geborgenen und untersuchten Delfinleichen ließ sich bei sieben Tieren die Todesursache noch klären: Sechs Delfine ertranken in Fischernetzen, einer starb an den Folgen eines starken Parasitenbefalls.

Logo VAL-Nature.

VAL-Nature

Logo Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.v.Mit Abstand die häufigste Art war erwartungsgemäß der Große Tümmler (Tursiops truncatus) mit 22 toten Tieren. Streifendelfine (Stenella coeruleoalba) folgten mit fünf Todfunden in 2017, was überrascht, da die Art nur selten in der Adria anzutreffen ist (2016 gab es nicht einen einzigen gemeldeten Streifendelfin-Totfund). Außerdem wurde ein toter Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris) gemeldet.