Südafrika: Haie und Bleifarbene Delfine – Abschaffung der Hainetze

Aussterben verhindern – Bedrohte Populationen schützen

Projekt zum Schutz von Haien und Bleifarbenen Delfinen vor Südafrika

Bleifarbene Delfine sind eine von vier Arten der Buckeldelfine. Sie sind allesamt gefährdet. Weil sie sehr küstennah leben, sind sie durch menschliche Einflüsse, wie Küstenfischerei und Umweltbelastungen, besonders bedroht. Nur noch 200 Individuen leben in den Gewässern von KwaZulu-Natal. Insgesamt sollen es in Südafrika nur noch 500 von ihnen geben. Wir wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie eine kleine Population der Bleifarbenen Delfine langsam zugrunde geht. Hauptursache des Populationsschwunds vor KwaZulu-Natal sind Hainetze. Das sind Abwehrnetze, die Schwimmer und Surfer vor potenziell gefährlichen Haien schützen sollen. Dazu sind sie etwa 400 m vor der Küste installiert.

Ein Netz ist ein Netz ist ein Netz

Position der Hainetze vor Richards Bay.

Position der Hainetze vor Richards Bay

Netze – egal ob Fischer- oder Haiabwehrnetze – sind tödliche Fallen für alle Meerestiere. Doch sie lediglich als Schutzwall einzusetzen ist zynisch. Damit wird billigend der sinnlose Tod unzähliger Meerestiere in Kauf genommen.

Für die kleine Delfinpopulation vor KwaZulu-Natal können Hainetze sogar das Aus bedeuten. Denn immer wieder verheddern sie sich darin. Meist ersticken sie qualvoll.

Tödlicher „Hotspot“ ist Richards Bay in KwaZulu-Natal. Denn die hier platzierten Stellnetze sind für 60 Prozent des Beifangs von Bleifarbenen Delfinen in der gesamten Provinz verantwortlich. Dies fanden die Meeresbiologin Shanan Atkins von der Universität Witwatersrand und ihre Kollegen in einer Langzeitstudie heraus.

So verfingen sich im „net 99“ (siehe Grafik) in den vergangenen 10 Jahren  5 Haie. Doch nur einer von ihnen gehörte einer für den Menschen potentiell gefährlichen Art an. Im gleichen Zeitraum jedoch starben 15 Bleifarbene Delfine! Dabei ist „net 99“ eigentlich überflüssig – nur sehr wenige Menschen nutzen den von ihm geschützten Strand.

Wir müssen die kleine Delfinpopulation vor dem Aussterben bewahren!

Bleifarbener Delfin springt nahe Uferbefestigung.

Bleifarbene Delfine leben sehr küstennah. Es ist dringend notwendig, die Beifangverluste durch Hainetze zu stoppen. Sonst wird es bald keine mehr an der Ostküste von Südafrika geben! Foto: Brett Atkins

Deshalb setzen wir uns für den Einsatz nicht-tödlicher Strandschutzmaßnahmen ein. „Um Haiangriffe zu vermeiden, muss man die Haie nicht töten. Es gibt umweltverträglichere Methoden“, erklärt Shanan Atkins.

Allerdings lassen sich diese vor Richards Bay nicht ohne Weiteres installieren. „Elektrozäune“ können im sandigen Sediment nicht angebracht werden. Diese am Meeresgrund verankerten Elektrokabel schrecken die elektrosensiblen Haie ab.

Auch für den zuverlässigen Einsatz von „Shark Spottern“ ist Richards Bay ungeeignet. Für diese Beobachter, die die Menschen rechtzeitig vor nahenden Haien warnen, ist die Meeresoberfläche einfach zu trüb.

Die festinstallierte Videokamera am Newark Beach, Richards Bay, Südafrika.

Live mitmachen und Delfinsichtungen melden mit der LiveCam am Newark Beach. Foto: Brett Atkins

Profitieren werden von dem Projekt insbesondere folgende Delfin- und Haiarten

  • Bleifarbener Delfin (Sousa plumbea)
  • Indopazifischer Große Tümmler (Turisops aduncus)
  • Langschnäuziger Gemeiner Delfin (Delphinus capensis)
  • Sambesi- oder Bullenhai (Carcharhinus leucas)
  • Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
  • Tigerhai (Galeocerdo cuvier)

Engagierte Menschen vor Ort brauchen unsere Hilfe!

Mit Shanan Atkins von Humpback Dolphin Research haben wir eine kompetente und engagierte Partnerin gefunden. Zusammen mit ihren Kollegen erforscht sie Alternativen.

Außerdem soll durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit ein Umdenken vor Ort erreicht werden. Und auch Laien können mithelfen. Denn über eine LiveCam kann weltweit jeder als Citizen Scientist das Projekt mit seinen Delfinsichtungen unterstützen.

Ein Gemeinschaftsprojekt mit

Logo Humpback Dolphin ResearchLogo der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.Logo SOUSA - Protecting South Africa'S humback dolphin
Logo WITS-University, Johannesburg.

Fotos oben:
Toter Bullenhai im Hainetz, KwaZulu-Natal von Fiona Ayerst/Marine Photobank
Toter Bleifarbener Delfin wird aus Hainetz geborgen, Richards Bay: Brett Atkins