Kerstin Glaus – Meereswissenschaftlerin

Kerstin Glaus ist eine promovierte Meereswissenschaftlerin. Ihre Leidenschaft für Haie und besonders Rochen führte sie seit 2012 immer wieder in den Südpazifik auf die Fidschi-Inseln.

Meereswissenschaftlerin Dr. Kerstin Glaus.

Von 2021 bis März 2025 war sie dort Forschungsbeauftragte am Institute of Marine Resources (IMR) der University of the South Pacific. Seit April 2025 arbeitet sie als Postdoktorandin für Ökosystem- und Landschaftsevolution am Institut für Terrestrische Ökosysteme der ETH Zürich. Ihre Hauptaufgabe dabei ist die Koordination des globalen WildinSync-Netzwerkes für Biodiversitätsmonitoring.

Kerstin interessiert sich speziell für die genetische Vielfalt der in den Küstengewässern der Fidschi-Inseln lebenden Hai- und Rochenarten. So identifiziert sie Lebensräume, die für junge wie auch für erwachsene Haie und Rochen wichtig sind, oder begibt sich auf Spurensuche nach neuen Arten mithilfe der eDNA-Analyse. Dabei erfasst sie die marine Biodiversität von Haien und Rochen in Fidschi, Tuvalu, Rotuma Island (Fidschi), den Cookinseln und den Salomonen.

Mit Kerstin Glaus verbindet uns eine langjährige Partnerschaft. Wir unterstützen sie seit Beginn ihres Promotionsstudiums. Zuletzt finanzierten wir ihre Arbeiten mit eDNA zur Erforschung der Biodiversität von Geigenrochen und Bullenhaien in Fidschi.

Seit März 2024 läuft ein weiteres Gemeinschaftsprojekt. Hierbei geht es darum, die Verbreitung verschiedener seltener und unbekannter Rochenarten in Küstennähe besser zu verstehen. Untersuchungsgebiete sind die Natadola-Bucht auf der Hauptinsel Viti Levu auf Fidschi sowie die zur Yasawa-Inselgruppe gehörende Insel Drawaqa.

Mit ihrer im Juni 2025 veröffentlichten Studie zeigten Kerstin Glaus und Kollegen, dass die in den Gewässern des Fidschi-Archipels lebenden Maskenrochen eine eigenständige und nur hier vorkommende (endemische) Rochenart sind.1 Die neue Art erhielt den Namen: Neotrygon romeoi n. sp. (n. sp. steht für new species).

Die Neu-Klassifizierung kann direkte Auswirkungen auf den Schutzstatus der Tiere nach sich ziehen. Denn als endemische Art können sie jetzt unter den Fidschi Endangered and Protected Species Act fallen. Mit diesem Gesetz werden Handel, Schutz und Management gefährdeter oder nur bei Fidschi vorkommender Arten geregelt. Damit will die Regierung die einzigartige Biodiversität der Fidschi-Inseln besser schützen und erhalten.

Projektarbeiten mit Kerstin Glaus Haie und Rochen in Fidschi

Publikationen


Sendung mit Kerstin Glaus auf Fidschi: «Einstein» unter Haien – Teil 2, SRF (Schweizer Fernsehen) vom 26.04.2018

Titelfoto:
Kerstin Glaus lässt einen jungen Bullenhai frei, den sie kurzfristig für ihre Studien eingefangen hatte, © Tom Vierus