Echter Bonito – Skipjack-Thunfisch

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Echte Bonitos, auch Skipjack-Thunfisch genannt, sind mit einem Anteil von 60 Prozent am gesamten Thunfischfang sind die am häufigsten gefischten Thunfische. Gleichzeitig liegen sie mit an der Spitze der am häufigsten gefangenen Fische. In der Fangsaison 2017 bis 2018 waren Bonitos laut FAO (Welternährungsorganisation) mit 3,2 Millionen Tonnen die am dritthäufigsten gefischte Fischart weltweit. Skipjack wird zumeist für Dosenprodukte verwertet, mit z. B. einem Anteil von über 70 % in Deutschland. Vermarktet wird er auch unter ganz verschiedenen Handelsnamen wie Atún, Bauchstreifiger Bonito oder Bonito.

Systematik

Der Echte Bonito (Katsuwonus pelamis) ist die einzige Art der monotypischen Gattung Katsuwonus innerhalb der Makrelen und Thunfische (Scombridae). Fischereilich zählt man ihn den Thunfischen, auch wenn er nicht zu deren Gattung Thunnus gehört.

Lebensraum

Echte Bonitos sind in allen tropischen, subtropischen und warmgemäßigten Gewässern aller Ozeane vertreten. Im Sommer wandern sie gelegentlich auch in die Nordsee. Lediglich im Schwarzen Meer sind sie nicht zu finden. Im Ostpazifik kommen sie bis in den Golf von Alaska und nach Nordchile vor. Im Atlantik erstreckt sich ihr Lebensraum von der Ostküste Grönlands über Island bis hinunter zu den Kanarischen Inseln.

Jungtiere bevorzugen Wassertemperaturen von 18 °C bis 30 °C oder mehr. Erwachsene Exemplare tolerieren bis zu 25 °C. Außerdem ist die Art auf Gewässer mit ungewöhnlich hohen Konzentrationen an gelöstem Sauerstoff von mindestens 3,0-3,5 ml/l (4-5 ppm) angewiesen, um langfristig überleben zu können.

Wie hoch ist der Bestand?

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN ist die Art als nicht gefährdet mit sinkender Populationsentwicklung aufgeführt. Einschätzungen zur Populationsgröße sind nicht möglich.

Artensteckbrief

Wie sieht ein Echter Bonito aus?

Sie sind leicht zu erkennen. Über den silbrigen Bauch und an den Körperseiten verlaufen vier bis sieben dunkle Längsstreifen. Der Rücken ist metallisch dunkelblau gefärbt. Auf Höhe der Brustflosse befindet sich eine deutlich erkennbare grün gefärbte Region, die zur Körpermitte hin blasser wird. Die Flossen sind kurz.
Foto: © NOAA Fisheries
Ein Echter-Bonito / Skipjack-Thunfisch wird vermessen.

Wie groß wird ein Bonito?

Skipjack-Thunfische sind meist etwa 91 cm lang und dabei bis über 18 kg schwer. Sie können aber auch bis zu 1,11 m Körpergröße und 34,5 kg Fanggewicht erreichen.

Wie wie alt werden Bonitos?

Es handelt sich um schnelllebige Schwarmfische mit einer relativ kurzen Lebensdauer von etwa 7 Jahren. Bereits mit 1 bis 1,5 Jahren sind sie geschlechtsreif.

Wie tief können sie tauchen?

Der Echte Bonito lebt in großen Schwärmen im oberen Teil der Wassersäule bis in Tiefen von 330 m. Die bislang bekannte maximale Tauchtiefe liegt bei bis zu 596 m.

Was frisst ein Echter Bonito?

Es handelt sich um eine opportunistisch jagende Art. Sie ernähren sich von anderen Fischen, Krebstieren, Mollusken und Tintenfischen. Dabei zeigen sie starken Kannibalismus.

Wer sind die natürlichen Feinde?

Skipjack-Thunfische zählen zu den Mesoprädatoren und werden von verschiedensten Raubfischen, die größer als sie selbst sind, gejagt. Darunter große Haie (Bullenhaie, Bogenstirn-Hammerhaie) und Thunfische, wie der Rote Thunfisch, oder Marline (Speerfische).

Verhalten

Bonitos assoziieren sich gern mit allerlei großen, driftenden Objekten, wie Walhaien, Haien, Walen und sogar auf der Wasseroberfläche weilenden Seevögeln. Sie springen häufig und lassen sich dann aufs Wasser zurückfallen.

Der Echte Bonito (Skipjack-Thunfisch) bildet große Schwärme.

© NOAA Fisheries

Echte Bonitos bilden oft gemischte Schwärme mit jungen Gelbflossenthunfischen (Thunnus albacares) sowie Großaugenthunfischen (T. obesus), wenn sie mit schwimmenden Objekten vergesellschaftet sind. Im Westatlantik findet man Skipjacks häufig in gemeinsamen Schwärmen mit Schwarzflossenthunfischen (T. atlanticus).

Vermehrung

Die Weibchen laichen nach Erreichen der Geschlechtsreife und bei ausreichenden Energiereserven wiederholt bei Meeresoberflächentemperaturen von 24–30 °C. Je nach Größe produzieren sie zwischen 100.000 und 2 Millionen Eier pro Jahr. Abhängig von der Wassertemperatur schlüpfen die Larven bereits nach ca. 1 Tag. Der Echte Bonito hat keine festen Laichgebiete.

Ausmaß der Befischung

Noch in den 1970er-Jahren wurde Echter Bonito weitaus weniger befischt. Als Fangmethoden kommen meist Ringwadennetze und Langleinen zum Einsatz. Von US-Fischereien angelandeter Bonito gilt nach den Kriterien der Fischereiabteilung der Nationalen US-Meeres- und Ozeanografiebehörde (NOAA Fisheries) als anerkannt nachhaltig gefischt.

Etwa die Hälfte des weltweiten Fangs findet in den Hoheitsgewässern der acht Mitgliedsstaaten des Nauru-Abkommens (Kiribati, Nauru, Marshallinseln, Solomoninseln, Palau, Papua-Neuguinea, Tuvalu und Tokelau und Vereinigte Staaten von Mikronesien) statt. Der Thunfischfang ist durch das Nauru-Abkommen streng reglementiert und kontrolliert und gilt als bestandserhaltend und nachhaltig.

Gefahren

Fischerei

Bislang widersteht die Art dem enormen Fischereidruck. In den meisten Fanggebieten gelten die Bestände als intakt. Probleme bereitet eher das Schwarmverhalten des Echten Bonito. Dadurch kommt es bei Ringwadennetzen vermehrt zu Beifängen von juvenilen Gelbflossen– und Großaugenthunen.

Klimawandel

Größere Schwierigkeiten dürften der Art die Ausbreitung von Sauerstoffminimumzonen (Oxygen Minimum Zones, OMZ) in den Ozeanen machen. Denn Echte Bonitos sind auf hohe Sauerstoffkonzentrationen angewiesen, um zu überleben. Sie gehören deshalb zu den Verlierern der von der Klimakatastrophe ausgelösten Überhitzung der Meere und damit einhergehenden sinkenden Sauerstoffkonzentrationen in den Weltmeeren.

Foto oben: Ringwadennetz-Fischerei auf Skipjack-Thunfisch von Alex Hofford/Greenpeace/Marine Photobank


Weiterführende Informationen