Bundeswehr torpediert Schweinswalschutz

Gemeinsame Pressemitteilung deutscher Umweltverbände: Unter dem Druck der EU haben Fischerei-Vertreter*innen der EU-Mitgliedstaaten über Jahre verhandelt, wie die letzten Schweinswale in der zentralen Ostsee noch vor dem Aussterben gerettet werden können. Insbesondere die Fischereiaktivitäten müssten dafür begrenzt werden und akustische Vergrämungsmethoden (sogenannte Pinger) sollten zur Abschreckung der Schweinswale vor Stellnetzen zum Einsatz kommen. Letzteres wird nun jedoch von der Deutschen Marine blockiert. Mit dieser aktuellen Problematik wartet gleich zu Beginn ihrer Amtszeit die wichtige Aufgabe auf die neue Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, Verteidigung und Naturschutz in Deutschland in Einklang zu bringen. -> WEITERLESEN <-

Immer mehr erschossene Seehunde

Seit Anfang Oktober des Jahres stranden ungewöhnlich viele Seehunde an Stränden der nordfriesischen Inseln Föhr, Amrum und Sylt. Die Meeressäuger sind geschwächt, verletzt oder leiden unter Lungenwurmbefall. Doch selbst wenn Urlauber oder Anwohner die meist noch jungen Seehunde entdecken und Hilfe herbeirufen, haben diese kaum eine Überlebenschance. Obwohl sich Lungenwurmbefall sehr gut ohne große Belastungen behandeln lässt und die Tiere nach kurzer Zeit wieder in die Freiheit entlassen werden können. Nur in den seltensten Fällen landen sie in der einzigen offiziellen schleswig-holsteinischen „Seehundstation Friedrichskoog“. Denn jetzt im Herbst und Winter werden die meisten an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein strandenden Seehunde erschossen. -> WEITERLESEN <-

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Schweinswal-Massenstrandung

Ende August 2021 strandeten innerhalb von nur zehn Tagen bei einer Schweinswal-Massenstrandung rund 190 der kleinen Meeressäuger bei den Westfriesischen Inseln (Niederlande). Auf Schiermonnikoog waren es etwa 20, teils schon stark verweste Tiere. Auf Ameland mehr als 50. Ein tagelang herrschender Nordwind trieb die toten Meeressäuger anscheinend vermehrt an Land. Es handelte sich vor allem um erwachsene Tiere. Anfang September lag die Todeszahl bereits bei 120, später bei 190. Die Zahl der angespülten Kleinen Tümmler, wie die Meeressäuger auch heißen, kommt fast einem Drittel der rund 600 Schweinswale gleich, die im Jahresdurchschnitt an der gesamten niederländischen Küste stranden. Inzwischen ist man der Todesursache einen Schritt näher gekommen. Forscher der Universität Utrecht, die einige der Tiere untersuchten, veröffentlichen ihre Ergebnisse: Ein Bakterium könnte die Ursache die Schweinswal-Massenstrandung sein. -> WEITERLESEN <-

Kurze Atempause für Makohaie

Es war ein zähes Ringen. Doch dann einigte sich die Internationale Kommission zum Erhalt des Atlantischen Thunfischs (ICCAT) auf ihrer am 23. November beendeten Jahrestagung doch noch auf ein Anlandeverbot von Kurzflossen-Makohaien aus dem ICCAT-Fanggebiet Nordatlantik. Damit besteht ein faktisches Fangverbot für die im Nordatlantik vom Aussterben bedrohte Haiart. Es gilt jedoch nur für 2 Jahre. Monatelang hatte eine auch von uns unterstützte internationale Allianz aus über 30 Umwelt- und Meeresschutzorganisationen für ein langjähriges, kategorisches Fang- und Anlandeverbot für Makohaie gekämpft. Ein Schritt, den ICCAT-Wissenschaftler seit 2017 empfehlen.

„Kanada, Großbritannien, Senegal und Gabun haben sich auf der ICCAT-Jahrestagung für den Makohai starkgemacht. Leider jedoch besteht die EU, deren Langleinenfischereien für rund 74 % aller Makohai-Fänge im Nordatlantik verantwortlich sind, auf einem befristeten Anlandeverbot. Doch zwei Jahre reichen bei Weitem nicht aus. In dieser kurzen Zeit können sich die völlig überfischten Bestände dieser langsam vermehrenden Haie nicht erholen. Denn dafür benötigt man nach wissenschaftlicher Einschätzung einen Fangstopp von mindestens 50 Jahren“, erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der Deutschen Stiftung Meeresschutz. -> WEITERLESEN <-