Clean-ups, Umweltbildung und Armutsbekämpfung mit Sana Mare

In Küstenstaaten, in denen es keine oder keine ausreichend organisierte Abfallentsorgung gibt, landet ein Großteil des Zivilisationsmülls direkt in der Natur. Darunter enorme Mengen an großteiligen Kunststoffen (Makroplastik). Meist werden Bäche und Flüsse als „natürliche Müllabfuhr“ missbraucht. Und zwangsläufig landet deren Müllfracht eines Tages im Meer. So „reist“ Müll aus dem Victoriasee über den Nil bis ins Mittelmeer. Der Ansatz des Projekts von Sana Mare ist es, die Mülllast der Ozeane zu senken, bevor sie entsteht. Gleichzeitig wird ein Beitrag zur Armutsbekämpfung geleistet.

Das Projekt verschafft Menschen, die in großer Armut leben, Arbeit als Müllsammler. Ein Monatslohn ermöglicht Ihnen ein menschenwürdiges Leben. Sana Mare nennt dieses Projektmodul social clean-ups.

Projektinhalte

  • Clean-up-Aktionen an Bächen, Flüssen und Stränden.
  • Jedes Stück Plastik, das nicht im Meer landet, ist eine Gefahrenquelle weniger für Meerestiere.
  • Kombination von Umweltschutz mit Armutsbekämpfung durch Schaffung von Arbeitsplätzen.
  • Umweltbildung, Stärkung des Problembewusstseins in der Bevölkerung.
  • Schaffung einer sauberen und damit gesünderen Umwelt für die lokale Bevölkerung.
  • Informations- und Öffentlichkeitsarbeit (Workshops, Vorträge). Anleitung für die Fertigung von Upcycling-Produkten.

Fakten zum Projekt

Projektname
Clean-ups, Umweltbildung und Armutsbekämpfung
Projektregionen
Zentral- und Ostafrika (Kenia, Kamerun, Tansania)
Laufzeit
Seit Oktober 2020/unbegrenzt
Partnerorganisation
Sana Mare e.V., Pinneberg
Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs):
SDG 1, SDG 4, SDG 12, SDG 14, SDG 15

Sana-Mare-Dreiklang zum Schutz der Meere

Clean-ups

Sana Mare organisiert social clean-ups (bezahlte Tätigkeit) und volunteer clean-ups (freiwilliger Einsatz) an Stränden, Küsten und Flüssen in Küstenstaaten Zentral- und Ostafrikas und in Asien. Bei social clean-ups sind, neben einer kleinen Anzahl freiwilliger Helfer, hauptsächlich Frauen und Männer eingebunden, die in Armut leben. Für die Teilnahme erhalten sie einen fairen Tageslohn. Dieser liegt je nach Land und Region zwischen vier und sechs Euro.

Social Clean-up vom Sana Mare Team Limuru am 14.08.2024 am Ruaka River in Zentralkenia.
Social Clean-up vom Team Limuru am 14.08.2024 am Ruaka River in Zentralkenia

Einheimische Koordinatoren organisieren die Säuberungsaktionen. Dabei stellen sie feste Teams zusammen, mit denen sie langfristig zusammenarbeiten. Somit haben Helferinnen und Helfer regelmäßig entlohnte Arbeit. In einigen Regionen bestehen bereits Kooperationen mit Recyclingunternehmen. Denn nach Möglichkeit wird verwertbarer Müll als Wertstoff verkauft. Die dadurch erzielten Einnahmen fließen in das Projekt zurück.

Im Jahr 2024 fanden 293 Clean-ups statt. Dabei wurden über 220 Tonnen Zivilisationsmüll aus der Umwelt entfernt. Dieser wurde entweder verantwortungsvoll entsorgt oder an Recyclingunternehmen verkauft. Außerdem unterhält Sana Mare in Mombasa (Kenia) einen Sammelplatz, an dem das Team Kleinstmengen gesammelter Wertstoffe von Müllsammlern (waste pickers) aus der Stadt ankauft. Zudem startete Sana Mare zwei neue Umweltbildungsprogramme: Beyond the Shoreline und Limuru Environmental Club.

Armutsbekämpfung

Bei Sana Mare gehen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand. Denn Armut ist oft Treiber für umweltschädliches Verhalten, wenn kurzfristige Bedürfnisse zwangsläufig langfristige Perspektiven überlagern.

Die Clean-up-Projekte sind daher so konzipiert, dass sie direkt zur Armutsbekämpfung beitragen. Durch die social clean-ups erhalten die beteiligten Menschen faire Einkommensmöglichkeiten. Bildung eröffnet neue Perspektiven und Wege aus der Armut. So stärkt der Verein lokale Gemeinschaften und ermöglicht ihnen, aktiv am Schutz ihrer Umwelt teilzuhaben.

Nachhaltige Umweltbildung

Die Sana Mare Umweltbildungsprojekte in Deutschland und Afrika vermitteln auf kreative und positive Weise die Ursachen und Folgen der Plastikkrise. Sie zeigen konkrete Maßnahmen und Verhaltensweisen auf, die jeder Mensch anwenden kann.

Projekt „Beyond the Shoreline: Youth Championing Ocean Conservation“ in Dar Es Salam, Tansania.
Workshop für Schülerinnen der Kisutu Secondary School,
Tansania

Besonders am Herzen liegt Sana Mare die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in von Armut betroffenen Regionen. Sie sollen Multiplikatoren für eine saubere Zukunft werden, denn Wissen ist der Schlüssel zur Veränderung.

Sana Mare startete 2024 zwei neue Umweltbildungsprogramme:

  • Beyond the Shoreline: Youth Championing Ocean Conservation in Daressalam, Tansania
  • Environmental Club Limuru, achtwöchiges Umweltbildungsprojekt in der ländlichen Region Limuru, Kenia

Allein am Programm Beyond the Shoreline in Tansania beteiligten sich sechs Schulen mit 2.184 Schülerinnen und Schülern sowie 24 Lehrkräften. Die teilnehmenden Schulen organisierten zudem jeweils eine Strandsäuberungsaktion. Besonders motivierte Schülerinnen und Schüler führten darüber hinaus vier weitere Aktionen durch.

Bei den zehn Aktionen kamen beeindruckende 14.182 kg Müll in 1.733 Säcken zusammen!

CARE Cameroon

Zwischen Februar und November 2024 setzte Sane Mare das Projekt CARE Cameroon – Cleanup Action for Rivers and Education in Yaoundé, Kamerun, um. Zentrale Aktivität war eine umfangreiche Aufräumaktion in einem Fluss im Stadtteil Cité des Nations. In der Regenzeit werden hier Unmengen Plastikflaschen angespült. Bei starkem Regen sammeln sie sich an Engstellen der Entwässerungsgräben. Die Plastikflut verstopft die Abflüsse, was regelmäßig zu Überschwemmungen führt.

Die katastrophale Verschmutzung des Flusses hatte bei Tausenden Anwohnern bereits zu massiven gesundheitlichen Problemen wie Atemwegserkrankungen und durch Wasser übertragbaren Krankheiten geführt.

Das Projekt verfolgte einen zweistufigen Ansatz. Mit der Beseitigung der Plastikflaschen verbesserte das Projekt die Lebensbedingungen und den Zustand des Fluss-Ökosystems unmittelbar. Langfristig schuf man mit dem besonderen Recyclingansatz – Ecobricks/Ökoziegel – nachhaltige Werte für die Gemeinschaft (Bau eines neuen Schulgebäudes).

Sana Mare Projekt „CARE Cameroon - Cleanup Action for Rivers and Education“ in Yaoundé.

Der verschmutzte Fluss in Yaoundé vor Beginn des Clean-ups. Oben rechts: der gleiche Ort wie oben links nach dem Clean-up. Unten links: Aufbau einer Mauer des neuen Schulgebäudes mit den gesammelten Flaschen. Unten rechts: Die beinahe vollständig fertiggestellten Mauern des neuen Schulgebäudes aus Ecobricks!

UN-Nachhaltigkeitsziele des Projekts

Das Projekt hat einen kleinen CO₂-Fußabdruck, kleine Rohstoff-Rucksäcke und verfolgt fünf Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDGs) der UN:

Informationen und Fotos von Sana Mare

Update: überarbeiteter und mit neuem Datum veröffentlichter Beitrag