Sie sind da, wenn eine kleine Robbe die Mutter verloren hat oder verletzte und kranke Meeressäugetiere wie Seehunde, Kegelrobben oder Schweinswale Hilfe benötigen: die Helfer vom Robbenzentrum Föhr.
Projektinhalte
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Rettung und Pflege von kranken, verletzten und gestrandeten Meeressäugern (Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale)
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Strandsäuberungsaktionen
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Aktion „Kippenfreies Föhr“
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Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen, Führungen, Tage für Kinder
Ein einzelnes Meeressäugetier zu retten, verändert nicht den gesamten Ozean. Aber für dieses eine Tier bedeutet es alles. Im Robbenzentrum Föhr beginnt Meeresschutz genau dort: bei der Hilfe für verletzte, verwaiste und gestrandete Robben und andere Meeressäuger – rund um die Uhr, jeden Tag, mit Fachwissen und Verantwortung.
Walrettung mit Happy End
Am nördlichen Außendeich der Nordseeinsel Föhr steckte Ende März 2026 ein Schweinswal bei Ebbe im Schlick fest. Eigentlich ein Todesurteil. Doch er hatte Glück im Unglück.
Eine Fahrradfahrerin entdeckte ihn rechtzeitig und informierte das Robbenzentrum. Dort fackelte man nicht lange, befreite den Wal aus seiner Not und transportierte ihn vorsichtig in einer Schubkarre liegend und mit feuchten Tüchern abgedeckt zum Wyker Sportboothafen, wo er dann endlich wieder in sein Element, ins Wasser, zurückkehrte.

Der kleine Wal musste schnellstens wieder ins tiefe Wasser, da er offenbar schon länger dort gelegen hatte. Wer die Nordsee kennt, weiß, wie weit das tiefe Wasser bei Ebbe „weg“ ist.
Die Walretter setzten den geretteten Schweinswal vorsichtig ins Hafenbecken. Er schwamm sofort und tauchte gleich lebhaft davon.
Hilfe für Robben in Not
Neben umfangreicher Informations- und Aufklärungsarbeit leistet die gemeinnützige Organisation kranken, verletzten und gestrandeten Meeressäugern Erste Hilfe und versorgt sie veterinärmedizinisch. Die Helfer sind an 365 Tagen und rund um die Uhr erreichbar. Nach erfolgreicher Rehabilitation unterstützt das Zentrum auch die Auswilderung der Tiere.

Das Robbenzentrum in Wyk auf Föhr wurde im Mai 2010 von der Tierärztin Janine Bahr- van Gemmert und dem Robbenspezialisten Andrè van Gemmert gegründet.
Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung im Robbenzentrum
Zusätzlich bietet das Zentrum vielfältige Möglichkeiten für verständliche Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen, Führungen und spezielle Tage für Kinder.
Da das Infozentrum mittlerweile etwas „in die Jahre“ gekommen ist, soll es neugestaltet werden. Pläne und Konzepte für die Neugestaltung der Dauerausstellung im Innen- und einen neuen Außenbereich sind erstellt. Jetzt fehlt es noch an der Finanzierung.
Es gilt, Kosten zwischen 280.000 und 300.000 € zu stemmen. In der neuen Ausstellung sollen spezielle Themenbereiche klar voneinander gegliedert und modern gestaltet präsentiert werden. Angefangen bei „unseren“ Meeressäugern, Schweinswal, Kegelrobbe und Seehund, bis zu Problemen wie Plastikmüll im Meer, mit denen Meerestiere weltweit zu kämpfen haben.
Auch die an der Nordsee typischen Lebensräume Sandflächen, Wattflächen, Deich und ihre Funktion im Ökosystem werden anschaulich dargestellt. Neben interaktiven Mitmach-Elementen für spielerische Wissensvermittlung gibt es zudem einen gesonderten Kinderbereich.
Roll-up-Ausstellung „Kein Plastik Me(h)er“
Seit dem Frühjahr 2025 ist unsere Roll-up-Ausstellung „Kein Plastik Me(h)er“ als Dauerausstellung im Robbenzentrum Föhr zu sehen. Passend dazu liegen unsere Flyer „Plastik im Meer“ und „Kleine Meerestiere, großes Leid!“ sowie Infomaterialien des Robbenzentrums aus.1

„Heulersaison“ ist Alarmsaison für das Robbenzentrum
Jedes Jahr im Frühsommer beginnen die harten Tage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Robbenzentrums. Seehunde, die wohl bekanntesten Bewohner des schleswig-holsteinischen Wattenmeers, bekommen Nachwuchs.
Immer wieder verlieren nicht entwöhnte Welpen den Kontakt zu ihren Müttern. Häufig, weil Menschen, z. B. Wattwanderer, nicht genug Abstand halten. Oder weil Schiffe zu nah an Seehundbänke heranfahren. Aber auch Nordseestürme, Todesfälle in Stell- oder Geisternetzen oder Verluste durch Kegelrobben können Ursachen dafür sein, dass Mütter nicht mehr zurückkehren.
Solcherart von der Mutter getrennte Seehundwelpen nennt man „Heuler“. Denn sie rufen (heulen) mit tiefen, heiseren Tönen. Das klingt für unsere Ohren nach Verzweiflung, Not und Einsamkeit. Auf sich allein gestellt, haben die Kleinen keine Überlebenschance.

Kleiner Onkel und Judith auf ihren Liegeplätzen im Robbenzentrum Föhr.
Auf Föhr und soweit möglich, auch auf der Nachbarinsel Amrum stranden jedes Jahr zahlreiche verletzte, kranke oder verlassene Robbenwelpen und Jungtiere. Wenn die Tierretter rechtzeitig zur Stelle sind, können sie die meisten von ihnen gesund pflegen.
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Tierärztin arbeitet pausenlos: „Für die Schwachen eintreten“ – auf focus.de; 11.03.2026
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Föhrs unbequeme Tierärztin: Wenn Tierschutz zur Lebensaufgabe wird – auf shz.de; 02.01.2026
UN-Nachhaltigkeitsziele
- Premiere hatte die Ausstellung während der Hamburger Langen Nacht der Museen 2024 auf dem Museumsschiff „Rickmer Rickmers“. ↩︎
Update: überarbeiteter und mit neuem Datum veröffentlichter Beitrag
alle Fotos: © Robbenzentrum Föhr






















