Fidschi: Schutzprojekt für bedrohte Rochen

Mit einem von der Meereswissenschaftlerin Kerstin Glaus geleiteten Projekt untersuchen wir Vielfalt und Häufigkeit der in den Gewässern von Fidschi (Südpazifik) lebenden Knorpelfische. Zum Einsatz kommt dabei eine Kombination aus Feldforschung mit beköderten Unterwasserkameras (BRUVS), morphologischen Untersuchungen von auf Fischmärkten angebotenen Fängen und eDNA-Analyse (Umwelt-DNA). Neben Rochen, auf denen der Fokus des Projekts liegt, wertet das Projekt beim BRUVS-Monitoring auch das Vorkommen von Haien aus.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, ob es hier neue, bislang nicht als eigenständig anerkannte Arten gibt und ob diese nur dort vorkommen (endemische Arten). Von Anfang an zählten Blaupunkt-Maskenrochen zu den „Hauptverdächtigen“. Denn die Maskenrochen in Fidschi haben kaum blaue Punkte. Auch unter den hochgradig bedrohten Geigenrochen werden endemische Arten vermutet. 1

Projektinhalte

  • Nichtinvasive Erfassung der Biodiversität von Rochen und von Haien in den Gewässern der Fidschi-Inseln
  • Identifizierung neuer Rochenarten
  • Entwicklung neuer Methoden, um Licht in dunkle Diversität zu bringen (dark diversity/versteckte Artenvielfalt)
  • Fachberatung bei der Einrichtung lokaler Schutzgebiete und der Identifizierung von Important Shark and Ray Areas (ISRA/Wichtige Lebensräume für Haie und Rochen)
  • Informations- und Öffentlichkeitsarbeit

Fakten zum Projekt

Projektname
Erforschung und Schutz von seltenen und unbekannten Rochenarten
Projektregion
Südpazifik, Fidschi-Archipel: Drawaqa Island, südl. Yasawa-Inseln und South Sea Island
Laufzeit
Seit Dezember 2021/unbegrenzt
Partner
Dr. Kerstin Glaus, Meereswissenschaftlerin ETH Zürich
Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs):
SDG 4, SDG 14

Kerstin Glaus beschreibt eine neue Rochenart

Mit ihrer im Juni 2025 veröffentlichten Studie zeigen Kerstin Glaus und Kollegen, dass die in den Gewässern des Fidschi-Archipels lebenden Maskenrochen (siehe Titelfoto) eine eigenständige und nur hier vorkommende (endemische) Art sind. Die neue Art erhielt den Namen Neotrygon romeoi n. sp.(n. sp. steht für new species).2

Konservierung eines Maskenrochens im Labor für weitere Studien. Hinweis: Dieses Exemplar stammt von einem lokalen Fischmarkt und wurde nicht speziell für die Forschung getötet.
© Kelly Brown, USP

Kerstin Glaus konserviert einen Fidschi-Maskenrochen für spätere Untersuchungen im Labor der University of the South Pacific (USP). Hinweis: Der Rochen stammt von einem lokalen Fischmarkt und wurde nicht speziell für Forschungszwecke getötet.

Die Neuklassifizierung kann direkte Auswirkungen auf den Schutzstatus der Rochen zur Folge haben. Denn endemische Arten fallen unter den Fidschi Endangered and Protected Species Act. Mit diesem Gesetz werden Handel, Schutz und Management gefährdeter oder nur bei Fidschi vorkommender Arten geregelt. Damit will die Regierung die einzigartige Biodiversität in Fidschi besser schützen und erhalten.

Projektarbeiten

Das Projekt fügt sich nahtlos in das von der Regierung unterstützte 30-x-30-Ziel des UN-Übereinkommens zur biologischen Vielfalt. Denn auch mit kleinflächigen Projekten kann man eine große Wirkung erzielen.

eDNA-Analysen

Mit der eDNA-Analyse (Umwelt-DNA) lässt sich das Vorkommen selbst seltenster oder schwer auffindbarer Arten in einem Ökosystem effizient untersuchen. Sie basiert auf der Gewinnung von genetischem Material. Denn jeder Organismus hinterlässt genetische Spuren (DNA) in seiner natürlichen Umgebung.

Kerstin Glaus nach einem erfolgreichen sampling mit einer gefilterten Wasserprobe.

Kerstin Glaus in Fidschi mit einer gefilterten Wasserprobe.

Mit eDNA-Analyse lässt sich das Vorkommen selbst seltenster oder schwer auffindbarer Arten in einem Ökosystem effizient nachweisen. Kein Tier muss eingefangen oder aufwendig unter Wasser aufgespürt werden.

Im Dezember 2022 lagen die ersten Ergebnisse aus dem Analyselabor SPYGEN vor: Bei Nasoata und Savusavu gelang der Nachweis von Gitarrenrochen-DNA! Sie stammt von Arten aus der Familie der Rhinobatidae (drei Gattungen mit ca. 31 Arten).

Licht in dunkle Diversität bringen

Von dunkler Diversität (dark diversity/versteckter Artenvielfalt) spricht man in der Biodiversitätsforschung, wenn Arten, die es in einem Biotop eigentlich geben sollte, dort nicht gefunden werden können. Sind sie tatsächlich verschwunden? Oder sind sie einfach so selten, dass man sie mit gängigen Methoden nicht (mehr) findet? Mithilfe von eDNA-Analysen kann man in vergleichsweise kurzer Zeit und auf sanfte Weise Licht in dunkle Diversität bringen.

Artenschützer und Wissenschaftler, die sich mit dunkler Diversität beschäftigen, arbeiten unmittelbar an der unsichtbaren Grenzlinie des sechsten globalen Massenaussterbens. Es ist menschengemacht. Wir haben es jedoch in der Hand, den fatalen Trend umzukehren. Doch um seltene Arten schützen zu können, muss man wissen, wer wo noch vorkommt. Erst dann können Schutzgebiete eingerichtet und Artenschutzgesetze angepasst werden.

BRUVS – stille Beobachter unter Wasser

Ebenfalls minimalinvasiv ist der Einsatz von BRUVS (baited remote underwater video systems). Das sind beköderte Unterwasserkamerasysteme. Mit den daraus generierten Videodaten kann man Arten identifizieren sowie deren Verhalten und Häufigkeit analysieren. Beim BRUVS-Einsatz werden das Vorkommen seltener Rochen in Küstennähe und das von Haien ausgewertet. An den Einsatzorten dieser „Unterwasseraugen“ werden zusätzlich Umweltparameter (pH-Wert, Salzgehalt, gelöster Sauerstoff, Temperatur) erfasst.

Beköderte Kamerafalle (baited remote underwater video system/BRUV) für den Unterwassereinsatz bei den Fidschi-Inseln.
Selbstgebautes BRUVS (baited remote underwater video system)

Seltene und unbekannte Rochen in Fidschi

Niemand weiß, wie viele Rochenarten es in den Gewässern der Fidschi-Inseln gibt. Laut veralteter Literaturangaben sollen in den Gewässern bei Fidschi etwa 19 Rochenarten (ohne Sägerochen) leben.

Zwölf dieser Arten erfasste man durch Citizen-Science-Projekte (Bürgerforschungsprogramme). Für sechs Arten gibt es DNA-Nachweise.3 Mindestens 8 Rochenarten fallen in den Geltungsbereich des Artenschutzgesetzes der Fidschi-Inseln.

Verschiedene Rochen auf einem Fischmarkt auf den Fidschi-Inseln.

Auf dem Foto sind Maskenrochen und Gefleckte Adlerrochen auf einem Fischmarkt in Fidschi zu sehen.

Kleinfischer fangen kleinere küstennah lebende Rochen, während ozeanische Arten wie Mantarochen, Kuhschwanzrochen oder Stachelrochen als Beifänge der Langleinenfischerei zum Opfer fallen.

Fidschi-Maskenrochen: eine 2025 neu beschriebene, endemische Art

Fidschi-Maskenrochen sind die am häufigsten bei den Fidschi-Inseln gefangenen Rochen.
© Alison Smith

In den Gewässern vor Fidschi sind Maskenrochen die am häufigsten gefischten Rochen.4 Sie erreichen Durchmesser von bis zu 40 cm und sind im gesamten Archipel weit verbreitet. Seit Juni 2025 steht fest: Aufgrund eindeutiger genetischer und morphologischer Unterschiede handelt es sich um eine eigenständige und nur hier vorkommende (endemische) Art. Der Fidschi-Maskenrochen erhielt den Artnamen Neotrygon romeoi n. sp.5

Fidschi-Maskenrochen gehören zur Familie der Stachelrochen (Dasyatidae) und zählen dort zum Maskenrochen-Artenkomplex der Gattung Neotrygon. Hierzu zählten bislang 16 anerkannte Arten. Darunter 13 Blaupunkt-Maskenrochen-Arten. Mit der neuen Art erhöht sich die Zahl der Neotrygon-Arten auf 17. Mit dem Fidschi-Maskenrochen ist jetzt die 14. Blaupunkt-Art hinzugekommen, auch wenn sie selbst nur sehr verschwommene blaue Punkte aufweist.

Niedrige Reproduktionsrate

Wie die anderen Maskenrochen auch – soweit man das überhaupt weiß – sind Fidschi-Maskenrochen aplazental lebendgebärend (vivipar) mit histotropher Ernährung der Embryonen (Nährstoffversorgung über Gebärmuttersekrete). Kerstin Glaus schätzt, dass ein Weibchen von 1 bis 3, maximal 4 Jungtiere zur Welt bringen kann.

Ein Rochen im Zorro-Look

Der Gattungsname Maskenrochen für die Neotrygon-Arten könnte treffender nicht sein. Sie zeichnen sich durch eine gut erkennbare, maskenartige, dunkelbraune Zeichnung über den Augen, mit einer starken Konzentration schwarzer, pfefferartiger Flecken darin, aus. Das erinnert an die Maske des Zorro.

Fidschi-Maskenrochen sind Meister der Tarnung, © Tom Vierus
© Tom Vierus

Jedoch sind bei keinem anderen Maskenrochen die zwei schwarzen Flecken hinter den Augen derart ausgeprägt wie bei Neotrygon romeoi.

Perfekte Tarnung

Auf dem Rücken sind Fidschi-Maskenrochen beige bis mittelbräunlich mit einem subtilen grünlichen Ton gefärbt. Charakteristisch sind viele relativ kleine Flecken mit weißlicher Mitte, umgeben von diffus gesäumten dunkelgrauen bis schwärzlichen Außenringen auf dem Rücken. Ihr bis zu 20 cm langer, peitschenartiger Schwanz hat mehrere Stacheln.

Fidschi-Maskenrochen sind von Nacken bis zum Schwanzansatz durchgehend mit Stacheln bedeckt, ein Merkmal, das es bei keiner der anderen Maskenrochen-Arten gibt. Vielleicht sind die Stacheln eine Anpassung, mit der sie sich besser vor Fressfeinden wie küstennah lebenden Bullenhaien und anderen Haiarten schützen können.

Lebensweise

Diese Stachelrochen leben auf Sandflächen in der Gezeitenzone, in Korallenriffen, Seegraswiesen, Lagunen und an Abhängen in Tiefen bis mindestens 23 m. Sie sind meist einzelgängerisch unterwegs. Manchmal trifft man sie auch paarweise und gelegentlich sogar in Gruppen von bis zu fünf großen, wahrscheinlich geschlechtsreifen Tieren. Ansonsten ist über ihre Biologie wenig bekannt.

Belastung mit Mikroplastik

Ende Januar 2026 veröffentlichte die Meereskunde-Fachzeitschrift Frontiers in Marine Science eine von Kerstin Glaus betreute Studie eines ihrer ehemaligen Mitarbeiter am Institute of Marine Resources (IMR) der University of the South Pacific, Waisiki Sevakarua, zur Mikroplastikbelastung des Magendarmtrakts von Fidschi-Maskenrochen. Dabei wurden auch die Geschlechtsorgane der untersuchten Tiere vermessen, um die Größe der Rochen bei der Geschlechtsreife herauszufinden.6

Mikroplastik (Faserfragmente oder monofilamentähnliche Fasern mit sichtbarem Knoten) hatten 71,4 % der untersuchten Exemplare im Körper (Magen oder Darm). Die Studie konnte zudem die Größe beider Geschlechter bei der Geschlechtsreife eingrenzen. Bei Weibchen lag sie zwischen 360 und 365 mm Diskusdurchmesser. Männchen dagegen sind erst bei Diskusdurchmessern zwischen 369 und 395 mm vermehrungsfähig. Diese Daten sind wichtig bei der Festlegung von Managementplänen für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Fidschi-Maskenrochen.

Rosa Peitschenrochen

Rosa Peitschenrochen (Pateobatis fai) schwebend über dem Meeresboden.

Es ist nicht viel bekannt über die Biologie der Rosa Peitschenrochen (Pateobatis fai). Ihr Vorkommen in Fidschi wurde erst in jüngster Vergangenheit dokumentiert. Es handelt sich um große Rochen mit einem fast 1,50 m breiten, diskusförmigen Körper und langem, schmalem Schwanz. Dieser kann bis zu 2,6-mal länger sein, als der Körper des Rochens breit ist. Die Tiere können ihn in peitschengleiche Bewegungen versetzen.

Diese Rochen sind auffällig gefärbt. Ihre Körperoberfläche ist rosabraun bis gräulich. Den Rand des Diskuskörpers umlaufen zahnförmige, dunkle Flecken. Man nimmt an, dass sie aplazental lebendgebärend (vivipar) sind. Der Diskus der Jungtiere soll bei der Geburt bereits etwa 30 cm groß sein. Ihre Lebenserwartung soll bei bis zu 20 Jahren liegen.

Die großen Rochen sind für ihre rätselhaften Versammlungen (Aggregationen) von bis zu 25 Individuen am Meeresboden bekannt. Was genau sie dabei tun, ist unklar. Es wird vermutet, dass es mit der Fortpflanzung zu tun hat. Innerhalb der Natadola-Bucht treten solche Aggregationen recht häufig auf. Laut Roter Liste der IUCN ist die Art gefährdet.

Ozeanien-Fächerrochen

Erst seit 2016 ist der Ozeanien-Fächerrochen (Ø ca. 22 cm) als eigene Art (Taeniura lessoni) anerkannt. Die kleinen Rochen leben in Flachwasser-Korallenriffen und kommen bis zu einer Tiefe von 18 m vor. Sie werden in den Gewässern von Fidschi von lokalen Kleinfischern gefangen. Ansonsten ist kaum etwas über diese Stachelrochenart bekannt. Wegen ihrer schönen Musterung kann man sie einzeln erkennen und katalogisieren. Laut Roter Liste der IUCN ist die Art data deficient (unzureichende Datenlage zur Bewertung des Aussterberisikos).

Ozeanien-Fächerrochen Lewa (fidschianisch für „junge Frau“) mit ihrem ständigen Begleiter.

Das ist LEWA (fidschianisch für „junge Frau“) mit ihrem ständigen Begleiter, einem Schnapper. LEWA ist leicht am blauen Punkt gleich unterhalb des linken Auges und an den ein L bildenden Punkten an der linken Körperseite zu erkennen. Kerstin Glaus schätzt sie auf ca. 25 cm Breite und 24 cm Länge (ohne Schwanz). Ganz so jung dürfte LEWA aber nicht mehr sein: Im März 2024 war sie sichtbar trächtig.7

Weißfleck-Geigenrochen

Großer Geigenrochen liegt am Meeresboden im Sand eingegraben, Natadola Bay, Fidschi.

Die bis zu 3 m großen urtümlichen Rochen zählen zur marinen Megafauna. Sie leben bis in 60 m Tiefe auf dem Kontinentalschelf, auf sandigen Lebensräumen und in Korallenriffen. Geigenrochen gehören zu den am stärksten gefährdeten Salzwasserfischen. In der Natadola-Bucht treten Weißfleck-Geigenrochen (Rhynchobatus australiae) manchmal paarweise auf. Status auf der Roten Liste der IUCN: vom Aussterben bedroht.

Kerstin Glaus untersucht für uns seit Dezember 2021 das Vorkommen von Geigenrochen und deren Artzusammensetzung. Denn es gibt verlässliche Hinweise (Beifänge und anekdotische Berichte lokaler Fischer), dass sie noch in den Gewässern von Fidschi leben. Unbekannt ist jedoch, in welchen Lebensräumen sie sich aufhalten und um welche Arten es sich handelt. Experten vermuten sogar das Vorkommen endemischer Arten.

Beifang eines Weißfleck-Geigenrochen aus Fidschi, vor Navua Insel Viti Levu.

Beifang eines Weißfleck-Geigenrochens, vor Navua, Insel Viti Levu.

Forscher plädieren dringend für umfassende und koordinierte Schutzmaßnahmen für Geigenrochen. Auch um lokales Aussterben, wie es bei Sägerochen in vielen Ländern bereits stattgefunden hat, zu verhindern. Schutzprojekte für Säge- und für Geigenrochen könnten dabei in vielen Lebensräumen gut miteinander kombiniert werden.

Um die von Wissenschaftlern im Englischen auch rhino rays (Nashorn-Rochen) getauften sonderbaren Knorpelfische schützen zu können, muss man wissen, wo es sie noch gibt und um welche Arten es sich handelt.

Igelrochen

Ein Igelrochen im Roten Meer.
© Patrick Schmidt

Eine große, stark gepanzerte Rochenart (Ø ca. 1,2 bis 1,4 m). Bei den Fidschi-Inseln werden Igelrochen (Urogymnus asperrimus) oder Porcupine Rays wenig befischt. Auf Fidschianisch heißen sie „Vai varoro“, was so viel wie „gepanzerter Rochen“ bedeutet. Ihre dicke Haut ist gespickt mit zahlreichen Dornen. Diese dienen wahrscheinlich zum Schutz vor Fressfeinden. Dank der Dornen haben selbst Speerfischer kaum eine Chance, einen Igelrochen zu erbeuten. Obwohl die Art zur Familie Dasyatidae gehört, also zu den Stachelrochen, hat der Igelrochen keinen Stachel.

Igelrochen sollen über 20 Jahre alt werden. Obwohl sie weitverbreitet sind, weiß man insgesamt sehr wenig über sie. Die großen Rochen leben küstennah, sind lebendgebärend (ovovivipar) und werden in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet als Zielart und Beifang von einer Vielzahl von Küstenfischereien gefangen. Man findet sie in Tiefen von bis zu 130 Metern.

Ihr Fleisch gilt als hochwertig und wird auch international gehandelt. Gleichermaßen begehrt ist die Haut größerer Exemplare. Man verarbeitet sie zu Leder, um daraus Accessoires wie Handtaschen herzustellen. Status auf der Roten Liste der IUCN: gefährdet, mit abnehmender Bestandsentwicklung.

Ihre Spende für Rochen

Fast 70 % der in den Gewässern Fidschis dokumentierten
Rochen haben ein erhöhtes Aussterberisiko!

Auf Basis der vom Projekt gewonnenen Daten lassen sich Managementstrategien entwickeln und Schutzzonen für seltene und unbekannte Rochen der Fidschi-Inseln einrichten.

Kerstin Glaus und Rob Macfarlane vom Drawaqa Marine Conservation Trust mit Rochen-Flyern.
Kerstin Glaus mit Rob Macfarlane vom Drawaqa Marine Conservation Trust und unseren Projektflyern.
Info-Flyer zum Projekt Seltene und unbekannte Rochen der Fidschi-Inseln.
  1. Mit Unterstützung von Drawaqa Marine Conservation Trust, Crystal Blue Reef Safari, Barefoot Manta Island Resort, IHG Hotels and Resorts-InterContinental Fiji ↩︎
  2. Glaus, K., White, W. T., O’Neill, H. L., Thurnheer, S., & Appleyard, S. A. (2025). A new blue-spotted Maskray species (Neotrygon, Dasyatidae) from Fiji. Journal of Fish Biology, 1–12. https://doi.org/10.1111/jfb.70094  ↩︎
  3. Glaus K, Gordon L, Vierus T, Marosi ND, Sykes H. Rays in the Shadows: Batoid Diversity, Occurrence, and Conservation Status in Fiji. Biology. 2024; 13(2):73. https://doi.org/10.3390/biology13020073 ↩︎
  4. Kerstin Glaus, Rusila Savou, Juerg M. Brunnschweiler. Characteristics of Fiji’s small-scale ray fishery and its relevance to food security. Marine Policy, Volume 163, 2024, 106082, ISSN 0308-597X
    https://doi.org/10.1016/j.marpol.2024.106082 ↩︎
  5. Der lateinische Artbeiname ist dem verstorbenen Romeo Glaus, dem Vater des Erstautors, gewidmet, in Anerkennung seiner anhaltenden Inspiration, Unterstützung und seines tiefen Respekts vor der Natur. ↩︎
  6. Davuke R, Sevakarua W, Vierus T and Glaus K (2026) Microplastic contamination in the endemic Fiji maskray (Neotrygon romeoi). Front. Mar. Sci. 12:1734954. doi: 10.3389/fmars.2025.1734954 ↩︎
  7. Glaus Kerstin, Vierus Tom, Macfarlane Robert, Observational data on the reproductive condition of female Oceania fantail rays, Taeniura lessoni, from Drawaqa Island, Fiji, Frontiers in Marine Science, Volume 11-2024, DOI=10.3389/fmars.2024.1401258 ↩︎

Titelfoto:
Weißfleck-Geigenrochen oder Wedgefish (Rhynchobatus australiae) in der Natadola Bay (Viti Levu), Fidschi
Informationen und Copyright für alle Fotos (soweit nicht anders angegeben): Kerstin Glaus/DSM

Titelfoto: Ein Blaupunkt-Maskenrochen bei Drawaqa Island, Yasawas (Fidschi), auf flachem Sand mit etwas Seegras in ≃18 m Wassertiefe, © Robert Macfarlane
Informationen und Copyright für weitere Fotos (soweit nicht anders angegeben): Kerstin Glaus/DSM

Titelfoto: Ozeanien-Fächerrochen, © Robert Macfarlane
Informationen und Copyright für weitere Fotos (soweit nicht anders angegeben): Kerstin Glaus/DSM


Weiterführende Informationen

Indonesien: Haie und Rochen in der Bandasee

Das Banda-Archipel mit seinen elf Inseln und dem Meeresschutzgebiet Banda Islands MPA Network liegt in der etwa 5000 m tiefen Bandasee. Sie ist ein Hotspot der Artenvielfalt nicht nur für Haie in Indonesien, sondern auch Heimat für eine überwältigende Zahl von Meereslebewesen. Darunter fallen 64 % der bekannten Korallenarten. Über 500 Arten von Rifffischen leben hier. Darunter die seltenen Mandarinfische oder die Napoleonwrasse. Aber auch große pelagische Arten wie Mantarochen halten sich gerne in der Bandasee auf. Die Palette reicht von Thunfischen, Makrelen bis zu Haien und Rochen. Saisonal kommen hier auch große Schulen der faszinierenden und vom Aussterben bedrohten Bogenstirn-Hammerhaie (Sphyrna lewini) zusammen.

Das Banda Islands Marine Protected Area Network soll eine sichere Heimat für Haie und Rochen in Indonesien werden.

Die Banda-Inseln liegen in den Molukken im Osten Indonesiens. Der Archipel besteht aus elf Inseln. Etwa 22.000 Einheimische leben hier. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit Fischfang und dem Export von Muskatnuss, Zimt und Mandeln.

Am stärksten besiedelt sind die beiden zentralen Inseln, Banda Neira und Banda Besar. Sie befinden sich innerhalb des Meeresschutzgebietes „Taman Wisata Perairan Laut Banda“ (TWP Laut Banda). Es wurde 1977 ins Leben gerufen und umfasst ca. 2.500 ha. Hauptzwecke dieses Schutzgebiets sind Küstenschutz und Erholung.

In Indonesien sterben die meisten Haie

Mit mehr als 120.000 t gefangener Haie pro Jahr hält Indonesien eine unrühmliche Spitzenposition unter den Haifangnationen inne. So ist es kein Wunder, dass die heimischen Haibestände bereits spürbar zurückgegangen sind.

Haie in Indonesien haben es schwer: abgetrennte Haiflossen (Shark Finning) auf einem indonesischen Fischerboot.

Der Großteil der Haie in Indonesien fällt der illegalen Haiflossenindustrie (Shark Finning) zum Opfer. Hauptabnehmer der begehrten Flossen ist Hongkong. Außerdem sterben pelagische Haie und Rochen als Beifangopfer in Kiemennetzen sowie in der Ringwaden- und Langleinenfischerei.

Bogenstirn-Hammerhaie sind die in der Bandasee am häufigsten vorkommenden pelagischen Haie. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) ist die Art als „critically endangered“, als vom Aussterben bedroht, eingestuft.

Diese zweitgrößte Art unter den Hammerhaien ist in Indonesien geschützt.

Einige Haiarten, die in der Bandasee vorkommen

Ein bedrohter Bogenstirn-Hammerhai (Sphyrna Lewini).
© Kris Mikael Krister, licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license

Auf diese Rochen kann man in der Bandasee treffen

  • Teufelsrochen (Mobula thurstoni)
  • Ozeanischer Mantarochen (Mobula birostris)
  • Gefleckter Adlerrochen (Aetobatus narinari)
  • Blaupunktrochen (Taeniura lymma)
  • Schwarzpunkt-Stechrochen (Taeniura meyeni)
  • Rosa Peitschenrochen (Pateobatis fai)
  • Federschwanzstechrochen (Hypolophus sephen)
  • Igelrochen (Urogymnus asperrimus)
Mantarochen
© OceanImageBank/Hannes Klostermann

In Banda lässt sich der Fang großer Haie gut kontrollieren. Damit gehört das Gebiet zu einem der ersten in Indonesien, in dem konkret an der Umsetzung der neuen Haischutzbestimmungen gearbeitet wird. Zu den wichtigsten Zielen von BandaSEA gehört, die derzeitige Banda-Schutzzone zu einem Schutzzonennetzwerk auszuweiten. Auch dort soll dann „No Take“ für Haie gelten – kein Fang von Haien. So kommt der Schutz von Haien und Rochen in Indonesien Schritt für Schritt voran.

Projekt für Haie und Rochen im Banda Islands MPA Network

Von 2020 bis 2023 haben wir ein Projekt von BandaSEA e.V. zum Schutz von Haien und Rochen im Banda Islands MPA Network unterstützt.

BandaSEA T-Shirt gegen Shark Finning.
BandaSEA T-Shirt gegen Shark Finning.

BandaSEA klärt die lokale Bevölkerung über die Bedeutung der Haie für gesunde Meeresökosysteme und Fischbestände auf. Dabei wird verdeutlicht, dass lebende Haie mehr wert sind als tote.

Ziel ist dabei unter anderem, junge Menschen für Haie und Rochen in Indonesien zu faszinieren, um die Motivation für deren Schutz zu erhöhen.

Überdies wird die zuständige Fischereibehörde im Falle von Verstößen eingeschaltet.

Seit der 19. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) vom November 2022 stehen sechs Hammerhai-Arten sowie 54 Arten der Requiemhaie auf CITES-Anhang II. Damit unterliegt die Ausfuhr von Produkten (Fleisch, Knorpel, Flossen) von in Indonesien gefangenen Haien bei diesen Arten der Kontrolle der Artenschutzbehörde und des Zolls.

Informationen und weitere Fotos von: BandaSEA


Weiterführende Informationen