Die Geschichte von Beebop

„Beebop“ wurde 2001 geboren, er starb nur 3 Jahre später in einem Hainetz

„Beebop“ war ein junger, männlicher Bleifarbener Delfin (Sousa plumbea). Normalerweise lassen sich Jungtiere meist nicht identifizieren. Denn sie weisen noch keine markanten Narben oder Kerben auf. Daher sind sie nur erkennbar, wenn sie neben ihrer Mutter schwimmen. Und haben sie sich dann „abgenabelt“ und sind selbstständig geworden, können Delfinforscher ihren Lebensweg nicht mehr verfolgen.

Anders „Beebop“: Als Zweijähriger war er bereits gut an einer auffälligen Finnenform mit zwei Kerben zu erkennen. Und so konnten die Meeresbiologin Shanan Atkins und ihre Kollegin den Lebensweg des Kleinen von Geburt an verfolgen. Auch als er dann allein durch die Gewässer zog. Die Mutter war den Forschern schon seit Mai 1998 bekannt. Seitdem hatte das auf den Namen „Line L“ getaufte Weibchen schon dreimal Nachwuchs bekommen. Beebop kam 2001 zur Welt.

Trauriger Fund

Beebop gehörte mit einer Größe von 2,10 m zu den am häufigsten in Hainetzen verfangenen Buckeldelfinen – jugendliche männliche Delfine.Zwei Jahre später dann eine traurige Entdeckung. Zunächst sichteten die Forscher „Line L“ mit frischen, tiefen Wunden am Rücken. Vermutlich stammten diese von einer Auseinandersetzung mit Artgenossen.

Kurze Zeit später fand man „Beebop“. Er war tot – gestorben in einem Hainetz. „Beebop“ wurde ein typischer Fall für die traurige Statistik der Delfinbeifänge in Hainetzen. Denn mit einer Größe von 2,10 m gehörte er zu den am häufigsten in Hainetzen sterbenden Bleifarbenen Delfinen – jugendliche männliche Tiere.

Tod im Hainetz

Die Todeszahlen gefangener und verendeter Meeresstiere der letzten 30 Jahre laut offiziellen Statistiken des KwaZulu-Natal Shark Boards: 33 000 Haie (darunter 25 000 für Menschen völlig harmlose Tiere), über 2200 Schildkröten, fast 8500 Rochen und 2500 Delfine!

Neben Bleifarbenen Delfinen verenden auch viele Indopazifische Große Tümmler (Tursiops aduncus) sowie Langschnäuzige Gemeine Delfine (Delphinus capensis). Seit 2010 soll die durchschnittliche jährliche Fangrate in KwaZulu-Natal bei 524 Haien liegen.
Fotos: Brett Atkins