Schutz von Haien und Delfinen in Südafrika

Wichtige Erfolge – Projektbericht 2019

Der Abbau von zwei Hainetzen vor Richards Bay im April 2019 war ein großer Erfolg für den Schutz von Haien und Delfinen in Südafrika. Insbesondere für die vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine. Aber auch unzählige kleinere Haie, Rochen oder Meeresschildkröten profitieren davon. Für große Haiarten, wie Bullenhaie, ist die Gefahr damit jedoch nicht gebannt. Denn das KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) ersetzte die Netze durch neun Köderhaken (drumlines). Aber das gefährlichste Hainetz von Südafrika ist jetzt Geschichte! Das „net 99“ genannte Hainetz stand am Newark Beach vor Richards Bay. Es kostete besonders vielen Bleifarbenen Delfine das Leben.

Internationale Walfangkonferenz (IWC) in Kenia

Shanan Atkins konnte die Arbeit des Projekts auch auf der Tagung des wissenschaftlichen Komitees der Internationalen Walfangkonferenz im  Mai 2019 in Kenia vorstellen. Dort war man sehr besorgt über die Situation der Buckeldelfine.

Bleifarbener Delfin mit Hauterkrankung springt von Brett Atkins.

Bleifarbener Delfin – Foto: Brett Atkins

Auf Empfehlung des IWC-Kleinwal-Komitees wurde eine Taskforce ins Leben gerufen. Sie soll sich auf „Sousa in Afrika“ konzentrieren. Dies sind der Atlantische Buckeldelfin oder Kamerunflussdelfin (Sousa teuszii) sowie der Indische Buckeldelfin oder Bleifarbene Delfin (Sousa plumbea). Shanan Atkins wird in der Taskforce mitarbeiten.

IndoCet-Tagung auf Reunion – Facebook für Delfine und Wale

Auf Einladung von IndoCet, einem Konsortium von Meeressäugerspezialisten aus dem Indischen Ozean, reiste Shanan Atkins im Juli 2019 nach Reunion. Hier wurden laufende Meeressäugerschutzprojekte im südwestlichen Indischen Ozean vorgestellt. Zusätzlich wurde den anwesenden Meeressäugerspezialisten Flukebook vorgestellt. Das ist eine Art Facebook für Delfine und Wale. Entwickelt hat es die „Citizen Science“- und Hightech-NGO Wild Me.

flukebook: Facebook für Delfine und Wale

Flukebook soll zukünftig den Austausch zwischen Projekten erleichtern. Man hofft, in Zukunft automatisierte Erkennungsalgorithmen zur individuellen Identifikation von Walen und Delfinen entwickeln zu können.

Weitere Projektarbeiten

  • 20 Stakeholder-Interviews mit Mitarbeitern des Sharks Board, Beamten der Stadt- und der Provinzverwaltung und Naturschützern
  • Neue Livecam und neue Datenübermittlung dank der Unterstützung von Nerospec Networks. Stark verbesserte Videoqualität und Fernsteuerungsfunktionalität
  • Mehr als 5000 Stunden Hydrophonaufnahmen aus der Hafenmündung von Richards Bay. Diese fließen in das geplante SouSA-Akustikprojekt ein. Unter der Leitung der Bioakustikerin Dr. Tess Gridley von der Stellenbosch University wird es noch in diesem Jahr beginnen.
  • Citizen Science – Bürgerforschungsprogramm mit über 200 Delfinsichtungen von Livecam-Beobachtungen
  • „Grass roots“-Öffentlichkeitsarbeit des Journalisten und Delfinfans Dave Savides. Er machte von der „North Breakwater“-Delfinbeobachtungsplattform nicht nur über 450 Fotos, sondern sprach auch mit vielen Besuchern über die Delfine und das Projekt
Die neue LiveCam und Datenübermittlung liefert stark verbesserte Videoqualität und Fernsteuerungsfunktionalität.

Die neue Livecam und neue Datenübermittlung liefern stark verbesserte Videoqualität und Fernsteuerungsfunktionalität

Vielen Dank für Ihre Hilfe für den Schutz von Haien und Delfinen in Südafrika!

Vielen herzlichen Dank an alle, die sich mit ihrer Zeit, ihrem Know-how und ihrer finanziellen Unterstützung für das Überleben von Haien und Bleifarbenen Delfinen einsetzen. Denn ohne sie gäbe es dieses Projekt nicht!

Meerwissen für Schlauberger
Drumlines und SMART drumlines

Drumlines sind am Meeresboden verankert. Von dort führt ein Tau zu einer Boje, an der wiederum ein beköderter Haken befestigt ist. Damit konnte vor Australien und Brasilien die Delfinbeifangrate im Vergleich zu Stellnetzen deutlich gesenkt werden. Doch locken die Köder gerade die Tiere an die Küste, die man hier nicht haben will: Haie. Und diese sterben an einer Drumline (Köderhaken) einen langsamen und grausamen Tod. Wenn man sie nicht rechtzeitig befreit.

In Australien setzt man daher auf SMART drumlines. Diese melden über einen Signalgeber, wenn ein Hai am Köderhaken hängt. Man kann ihn dann rechtzeitig befreien. Auf diese Weise befreite Haie erhalten zudem einen Sender. So lassen sich ihre Wanderrouten per GPS-Tracking mit der SharkSmart-App verfolgten. Bisherige Erfahrungen sind sehr positiv. Es zeigte sich beispielsweise, dass von Smart-Drumlines befreite Haie an dem betreffenden Küstenabschnitt bei ihrer Wiederkehr einen größeren Abstand einhalten. Sie haben gelernt, die Gefahr zu meiden.