Mehr Schutz für Haie und Korallenriffe!

Wege zum schonenden Umgang mit dem Lebensraum Meer

Um der Zerstörung der Meere und ihrer Flora und Fauna durch das sogenannte Shark Finning und die Haifischerei generell, aber auch durch Dynamitfischerei und rücksichtslosem Tourismus entgegenzuwirken, befasst sich Julian Engel im Rahmen seiner Masterarbeit mit dem Ausbau von nachhaltigem Tourismus als alternative Existenzmöglichkeit in Entwicklungsländern. Speziell ging es dem jungen Tropenökologen um die Korallenriffe und den Haitourismus beim Pazifischen Fuchshai (Alopias pelagicus) vor der philippinischen Insel Malapascua.

Julians Arbeit, der sich als 2. Vorsitzender auch in der deutschen NGO Stop Finning engagiert, hatte etliche positive „Nebenwirkungen“. Sie stieß bei Einheimischen und Experten auf so großes Interesse, dass er seine Forschungsergebnisse demnächst auf einem Korallenriffsymposium vorstellen wird und dank seiner Arbeit außerdem erste, wenngleich zaghafte Schritte für ein marines Schutzgebiet eingeleitet wurden.

Hier Julian Engels Erfahrungsbericht seines knapp halbjährigen Einsatzes auf den Philippinen:

Erfahrungsbericht

Umweltwissenschaftler und Haischützer Julian Engel.

Tropenökologe und Haischützer Julian Engel. Er kümmerte sich nicht nur um seine Forschungsarbeit, sondern unterstützte tatkräftig auch Strandsäuberungsaktionen oder half Schildkröten in Not. Foto: © Robert Marc Lehmann

Fünf Monate habe ich die sozio-ökologischen Folgen und Wahrnehmungen von Menschen auf der vom Haitourismus stark beeinflussten Insel Malapascua auf den Philippinen und der nebenliegenden Region in Cebu untersucht. Vor allem interessierte mich dabei, welche Probleme existieren, wie die Menschen diese wahrnehmen und welche Rolle der Tourismus in Bezug auf illegale Fischerei, vor allem in Form der Dynamitfischerei spielt.

Nun sind es schon zwei Monate, seit ich von den Philippinen zurück bin, und in einem Monat geht es wieder zurück. Auf dem vierten Korallenriffsymposium kann ich als Gastredner meine Ergebnisse vorstellen und anschließend erneut in mein Forschungsgebiet reisen. Ich bin gespannt, inwieweit meine Forschungsergebnisse von der Bevölkerung angenommen und übernommen wurden.

Ein neues Meeresschutzgebiet?

In meinem letzten Treffen mit den Fischern hieß es schließlich, dass ein neues Meeresschutzgebiet eingerichtet werden soll. Einige Treffen und ein großer Austausch mit den Gemeinden haben dazu geführt, dass die Fischer selbst zu diesem Entschluss kamen. Jedoch stellt sich die Frage, ob die Stimmen der Bevölkerung von der lokalen Regierung gehört werden. Ein solches Ergebnis könnte als erster Meilenstein dienen, um Lösungen für den Haitourismus, den Tourismus und die illegale Fischerei zu finden. In meiner Arbeit werde ich hierzu Konzepte und Managementstrategien vorstellen. Diese werden hier zu einem späteren Zeitpunkt auch vorgestellt.

Dank der DSM, der Kellner & Stollstiftung für Klima und Umwelt, dem DAAD und Stop Finning Deutschland e.V. konnte ich während der Studie meinen Fokus voll und ganz auf die Datenerhebung legen.

Julian Engel (rechts) führte im Rahmen seiner Forschungsarbeit zahlreiche Gespräche mit Einheimischen.

Julian Engel (rechts) führte im Rahmen seiner Forschungsarbeit zahlreiche Gespräche mit Einheimischen.
Foto: © Robert Marc Lehmann

Das Ergebnis waren über 150 Interviews, mehrere Gruppensitzungen und repräsentative Datenreihen. Diese gilt es noch zu analysieren, wofür ich die Zeit im Moment nutze. Es ist ein sehr spannendes Projekt. Gerade in Zeiten von globalen Bedrohungen der Meeresumwelt durch Klimawandel, Überfischung, Verschmutzung, Versauerung und Todeszonen im Ozean wird es Zeit, Lösungen zu finden, in denen auch Probleme der sozialen Ungerechtigkeit und die Lebenswelt der lokalen Bevölkerung berücksichtigt werden. Dies ist eine schwere Aufgabe, die mit großem Aufwand und Engagement von lokalen Institutionen und Touristikveranstaltern angegangen werden müssen.

Doch die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste laufen an vielen Urlaubsorten entgegen einer nachhaltigen Nutzung, der Konsum steigt, genauso wie die Anzahl der Urlauber. Folglich auch die Flüge zu diesen Orten, die am stärksten von dem Klimawandel und dem damit einhergehenden Meeresspiegelanstieg bedroht sind. Eine Möglichkeit, diesem Trend ein Stück entgegenzuwirken, ist beispielsweise, zu dem Flug eine mögliche Ausgleichsmaßnahme zu buchen.

Wir sind Teil des Problems, lasst uns auch ein Teil der Lösung sein!

Julian Engel, Mai 2018

Foto oben:
Auf der philippinischen Insel Malapascua erforschte Julian Engel Möglichkeiten zu nachhaltigem Haitourismus. Nur wenn Maßnahmen zum Schutz der marinen Flora und Fauna ergriffen werden, kann es gelingen, die Zerstörung dieses Inselparadieses aufzuhalten. © Robert Marc Lehmann