Umfrage Glaubwürdigkeit des MSC-Fischsiegels

Im April 2018 unterstützten wir eine Verbraucherumfrage zum MSC-Fischsiegel der „Make Stewardship Count“-Koalition über Sharkproject e.V.  Die Umfrage wurde von YouGov Deutschland GmbH im Zeitraum vom 12. – 19. April 2018 durchgeführt. 5574 Teilnehmer in Frankreich, Deutschland, Schweiz und Großbritannien nahmen daran teil. Daher sind die gewichteten Ergebnisse repräsentativ für die Bevölkerung über 18 Jahren in diesen Ländern. Die Umfrage ergab, dass die Glaubwürdigkeit des MSC-Siegels deutlich in Frage gestellt wird. Die „Make Stewardship Count“-Koalition stellte die Ergebnisse erstmals während der Seafood Global/Seafood Processing Global Messe in Brüssel 2018 vor.

Die Zukunft unserer Ozeane steht auf dem Spiel!

Bemerkenswert ist, dass Nachhaltigkeit beim Fischkauf für die überwiegende Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher sehr große Bedeutung hat. Doch diese Erwartungen erfüllt das MSC-Fischsiegel mit seiner derzeitigen Zertifizierungspraxis nicht.

Glaubwürdigkeit des MSC-Fischsiegels ist in Gefahr

So lehnen 80 % aller Befragten es ab, dass es einer mit dem MSC-Siegel zertifizierten Fischerei erlaubt ist, beim Thunfischfang gezielt Delfine oder andere Meeresbewohner zu verfolgen und einzukreisen.

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Ähnlich deutliche Meinungsbilder gab es auch gegen den Einsatz von sogenannten Fischsammlern (FADs). Denn diese verursachen den vielfachen Tod von jungen Haien und hohen Beifang an anderen bedrohten und geschützten Tierarten.

Auch beim „Finning“ von Haien und dem Einsatz umweltzerstörender Fangmethoden herrschte unteren den Befragten eine außergewöhnlich hohe Ablehnung. Im Durchschnitt waren 85 % aller Befragten über alle Länder hinweg der Meinung, dass derartige Fischereimethoden auch unter dem MSC-Siegel verboten sein sollten.

Aufgedeckt: Gravierende Mängel beim Schutz streng geschützter Arten beim MSC-Fischsiegel

Auch eine Studie des NABU-Dachverbandes Birdlife International deckte gravierende Mängel beim Schutz streng geschützter Arten auf. Insbesondere die Beifangrate bei seltenen und streng geschützten Walen, Delfinen, Seevögeln und Meeresschildkröten durch MSC zertifizierte Fischereien ist besorgniserregend hoch.

FAO-Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei

Der Verhaltenskodex der Welternährungsorganisation FAO von 1995 fordert, dass ungewollte Beifänge sogenannter „Nichtzielarten“ minimiert werden sollen. Diesem Ziel hat sich auch der MSC verpflichtet. Bisher leider mit sehr wenig Erfolg.

MSC-Fischsiegel – Informationsmaterialien

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In den Medien: MSC-Fischlabel in der Kritik