Projektbericht – Korallenrestauration in der Bandasee

Wir alle waren so gespannt auf das große Ereignis des Massenablaichens der Korallen (coral spawning), das im März oder April stattfinden sollte. Doch dann herrschten nicht nur widrige Wetterbedingungen, auch das Massenablaichen blieb aus …

Dennoch gelang es Rifaldi Kadir, Farista Gani und dem BandaSEA/Luminocean-Restaurationsteam einige Gametenfallen über laichenden Korallen anzubringen und Gameten zu sammeln.

Ansiedlung der ersten Korallenlarven in ausgebleichten Riffabschnitten

Es folgte eine 4-tägige Anzuchtphase in 1000-Liter-Tanks. Danach brachte das Tauchteam um Rifaldi und Farista die Larven in mehreren ausgebleichten Empfängerriffen aus. Dazu bedeckten sie jede der vorher markierten 3 mal 5 m großen Parzellen mit einem mit Organzastoff doppelt unterfütterten Fischernetz. Ein simples, aber effektives „Schutzdach“, unter das die Taucher zum Schluss die Korallenlarven freisetzten. Nach etwa 5 Tagen hat es seine Aufgabe erfüllt. Dann wird es für die nächste Runde des „Larval Propagation Projects“ zur Korallenrestauration in der Bandasee im Herbst wieder eingesammelt.

Rifaldi Kadir stellt Gametenfallen aus Trichtern und PET-Flaschen her
Die Gametenfallen sind höchst einfache Konstruktionen aus PET-Flaschen und Trichtern.
Korallenrestauration in der Bandasee: Rifaldi Kadir befestigt eine Gametenfalle über einer Koralle
Fixierung einer Gametenfalle über einer Koralle.
Korallenrestauration in der Bandasee: Gametenfalle aus Trichter und PET-Flasche über einer Koralle
Bereit für das Ablaichen (spawning).
Korallenrestauration in der Bandasee: Gametenfalle aus Trichter und PET-Flasche über einer Koralle
Bereit für das Ablaichen (spawning).
Rifaldi Kadir und Farista Gani bei den Tanks zur Aufzucht der Korallenlarven für die Korallenrestauration in der Bandasee, Indonesien
Rifaldi Kadir und Farista Gani mit den Korallenlarven Aufzucht-Tanks.
Vorbereitung der Fischernetze mit Organza-Stoff für die Korallenrestauration
Vorbereitung der „Schutzdächer“ aus Fischernetz und Organza-Stoff.
Transport der Fischernetze zur Ansiedlungsparzelle
Transport zur Ansiedlungsparzelle.
Taucher befestigen ein Fischernetz mit Organza-Stoff für die Ansiedlung der Korallenlarven
Ein „Schutzdach“ für Korallenlarven wir über einer geeigneten Stelle im Empfängerriff ausgebreitet.
Taucher befestigen ein Fischernetz mit Organza-Stoff für die Ansiedlung der Korallenlarven
Befestigung des „Schutzdaches“.
Korallenrestauration in Indonesien Fischernetz mit Organza-stoff über einem ausgebleichten Riffabschnitt
Letzte Kontrolle und Dokumentation der präparierten Ansiedlungsparzelle.
Korallenrestauration in der Bandasee: Fischernetz mit Organza-Stoff über einem ausgebleichten Riffabschnit
Geschafft, die neue Korallenrestaurationsmethode funktioniert!
Rifaldi Kadir und Farista Gani
Rifaldi Kadir und Farista Gani freuen sich über die gelungene Korallenlarven-Ansiedlung.

Nun heißt es warten

Wir sind sehr gespannt, was die ersten für Ende Mai vorgesehenen Kontrolltauchgänge von Rifaldi und Farista ergeben werden. Haben sich einige der ausgesetzten Larven erfolgreich angesiedelt und sind zu kleinen Korallen herangewachsen?

Die beiden arbeiten mittlerweile ziemlich selbstständig und sind stolz über die ersten erfolgreichen Schritte des Korallenrestaurationsprojekts. Zusätzlich lernten sie einen Studenten an: Emil. Er ist einer der ersten Teilnehmer des Mentoring-Programms von Luminocean und fast fertig mit seiner Dive-Guide-Ausbildung. Emil freut sich bereits darauf, der nächsten Generation Studenten zu helfen, ausgebleichte Korallenriffe bei den Banda-Inseln selbstständig wiederaufzubauen.

Weiterer Anlauf im Herbst

Das nächste Massenablaichen der Bandasee-Korallen findet während einer Vollmondnacht (spawning night) im Oktober oder November statt. Um es nicht zu verpassen, werden Rifaldi, Farista und die anderen Restaurationsteam-Mitglieder zu jeder Vollmondnacht mit einem Katamaran raussegeln. An Bord warten sie dann ab, bis das Massenablaichen beginnt. Sie wollen auf „Nummer sicher“ gehen. „Ich bin mir sehr sicher, dass wir es in der Herbstsaison nicht verpassen werden, da wir zu der Jahreszeit schon viel genauer wissen, wann sie ablaichen“, erklärt unsere Projektpartnerin Mareike Huhn.

Dieses von engagierten jungen indonesischen Tauchern und Studenten getragene Projekt wird das Bewusstsein in Indonesien für die Probleme schärfen, die schlecht geplante und durchgeführte Korallenrestaurierungsprojekte verursachen. Neben dem pädagogischen Nutzen zeigt das Projekt zur Korallenrestauration in der Bandasee, wie man Korallenlarven ohne großen Aufwand auch auf abgelegenen Inseln vermehren kann.

Farista Gani, Studentin beim Korallenrestaurations-Projekt in Indonesien
Farista Gani vom BandaSEA/Luminocean-Restaurationsteam

Korallenriffe der Banda-Inseln

Mit mehr als 397 Hartkorallenarten und geschätzten 695 Arten von Rifffischen auf einer relativ kleinen Rifffläche gehören die Banda-Inseln zu den Gebieten mit der höchsten Artendichte im Indopazifik. Dank ihrer Abgeschiedenheit waren hier bis 2020 viele Korallenriffe noch relativ gut erhalten.

Die Hitzewelle 2020 traf dann auch die Riffe vor der Insel Hatta. Hart. Bis dahin herrschte hier die höchste Korallenvielfalt und Biodiversität im ganzen Bandasee-Riffsystem.

Denn bei Hatta gibt es ansonsten kaum lokale, riffschädigende Einflüsse. Fischerei und Meeresverschmutzung spielen keine Rolle. Daher ist Hatta auch ein idealer Standort für Maßnahmen zur Korallenrestauration.

Nach Informationen von Mareike Huhn (BandaSEA); alle Fotos: BandaSEA


Korallenriffe schützen

Korallenriff Indonesien.

Helfen Sie den Baumeistern der Ozeane. Für den Erhalt und Wiederaufbau von Korallenriffen. Für die Artenvielfalt!


Weiterführende Informationen