Karl Schrader erhält CAMPUS PREIS

Zum zweiten Mal hintereinander erhält ein von uns gefördertes meeresbiologisches Masterprojekt den renommierten „CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft“ der Universität Bremen. In diesem Jahr wurde Karl Schrader, Masterabsolvent des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT), für seine Arbeit zur Krabbenfischerei auf den Fidschi-Inseln ausgezeichnet. Sein Preisgeld in Höhe von 1.000 € nahm er auf einer digitalen Preisverleihung am 15. April entgegen.

Im vergangenen Jahr erhielt bereits die von uns unterstützte Masterarbeit von Julian Engel den „CAMPUS PREIS“. Er arbeitete auf der philippinischen Insel Malapascua, wo er Alternativen zu Haifang und Haiflossenfischerei durch nachhaltigen Haitourismus entwickelte. Als Folge seiner Studie entstand ein Meeresschutzgebiet im Südwesten der Insel.

Managementempfehlungen für nachhaltige Krabbenfischerei in Fidschi

Karl Schrader bei der Feldarbeit in Fidschi.

Foto: Simione Naivalu

Für seine Masterarbeit verbrachte Karl Schrader ein halbes Jahr im südpazifischen Inselstaat Fidschi. In dieser Zeit untersuchte er, wie sich die Fischerei im Rewa-Delta in der Nähe von Suva (Hauptstadt von Fidschi) auf den Bestand von Mangrovenkrabben auswirkt.

„Ich wollte wissen, ob ein vergleichsweise hoher Fischereidruck zu Einbußen in Fangzahlen und der durchschnittlichen Fanggröße einzelner Krabben führte“, erklärt er.

Krabben fangen, vermessen, bestimmen, zählen und wieder freilassen

Im Zuge seiner Studie fing Schrader über drei Monate lang Mangrovenkrabben. Dann bestimmte er die Art und vermaß die Tiere, um sie anschließend wieder freizulassen. Durch das Nummerieren einzelner Krabben stellte er sicher, dass mögliche Ortswechsel einzelner Individuen mit in die Auswertung einbezogen werden konnten.

Große Mangrovenkrabbe, Weibchen.

Ein adultes Mangrovenkrabben-Weibchen mit fast 7 Zoll Panzerbreite. 5 Zoll ist die Mindestgröße um gefangene Krabben offiziell auf dem Markt verkaufen zu dürfen.

Hohe Fischereiintensität führt zu geringerem Fangerfolg

Netzkäfige im Delta des Rewa Flusses.

Netzkäfige zum Krabbenfang im Delta des Rewa-Flusses im Einsatz.

Am Ende konnte Schrader zeigen, dass lokale Unterschiede in der Fischereiintensität bei der wirtschaftlich wichtigsten Mangrovenkrabbe Scylla serrata mit Unterschieden in der durchschnittlichen Größe der gefangenen Individuen einhergehen.

Daher sind Maßnahmen, wie eine strikte Einhaltung von Mindestfanggrößen, notwendig, um die Bestände zu schützen. Des weiteren entwickelte er Vorschläge zu Schonzeiten oder Tabuzonen. In diesen sollte die Mangrovenkrabben-Fischerei gänzlich eingestellt werden.

Interesse an Arbeit ist in Fidschi weiterhin da

Einen Managementansatz konnte der Meeresbiologie sogar vor Ort testen. Denn die Einheimischen schlugen dem Bremer Studenten vor, ihre Fischerei zwei Monate lang einzuschränken. Selbst dieser kurze Zeitraum reichte aus, um erste lokale Tendenzen hin zu höheren Fangzahlen festzustellen.

Gute Chancen für die Umsetzung der Management-Empfehlungen

Research Team Fiji mit Karl Schrader.

Research Team Fidschi, (von links nach rechts)
vorne: Peniasi Naimoso (Bezirksrepräsentant des Bezirks Vutia in der Provinz Rewa, Fidschi, Kontaktperson im Dorf Muaniaira und unermüdliche Hilfe im Projekt), Karl Schrader, Simione Naivalu (Student der USP in Suva, zeitweise Hilfe für Feldarbeit)
hinten: Peniasis Frau und Tochter (herzliche Gastgeber während der Zeit im Feld)

Während seines Forschungsaufenthalts entwickelte Karl Schrader eine vertrauensvolle Beziehung zu der lokalen Bevölkerung. Hier insbesondere zu Peniasi Naimoso, dem Repräsentanten des Bezirks Vutia in der Provinz Rewa. Somit besteht weiterhin Interesse an Schraders Ergebnissen.

Deshalb schickte der Forscher bereits einen Bericht mit Ergebnissen und Management-Empfehlungen an den Bezirksrepräsentanten. Auch das Bildungsministerium wird noch einen ausführlichen Abschlussbericht erhalten.

Karl Schrader weiß: „Der Erfolg künftiger Schutzmaßnahmen ist abhängig von der Akzeptanz in den einzelnen Kommunen, deren Fischereigründe sehr klar definiert sind und untereinander respektiert werden.“

Verbesserte Nahrungssicherheit durch nachhaltige Fischereimethoden

Jury-Mitglied Fabio Nicoletti vom Verein Alumni der Universität Bremen in seiner Laudatio: „Karl Schrader erforscht in seiner Arbeit ein drängendes ökologisches Problem, das sich negativ auf die Nahrungssicherheit auf den Fidschi-Inseln auswirkt. Durch die enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung gelingt es ihm, gemeinsam mit den Betroffenen die Situation besser zu verstehen und mögliche Lösungsansätze zu formulieren. Beide Aspekte leisten einen wichtigen Beitrag für den Erhalt wertvoller Ressourcen für zukünftige Generationen.“

Freude über die hohe Wertschätzung des Forschungsprojekts

Für Karl Schrader ist der Preis in erster Linie eine hohe Wertschätzung seiner Arbeit. „Häufig ist es schwer, die eigene Forschung distanziert zu betrachten oder zu werten“, sagt er. „Schon die Nominierung für den Preis war eine schöne und motivierende Rückmeldung zu der investierten Zeit und Arbeit. Den Preis nun auch tatsächlich zu gewinnen, übertrifft die Erwartungen, ist eine sehr angenehme Überraschung und untermalt den Abschluss dieses Lebensabschnittes sehr positiv.“

Fotos: Karl Schrader


Über Karl Schrader

Meeresbiologe Karl Schrader, Preisträger „CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft“ der Universität Bremen.

Copyright: Matej Meza / Universität Bremen

Karl Schrader ist in Berlin geboren und in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen. Geprägt haben ihn Auslandsaufenthalte in Südamerika. Bereits als Schüler lebte er ein Jahr lang in Venezuela. Während seines Bachelor-Studiums an der Hochschule Bremen verbrachte er längere Zeit in Brasilien. Dort arbeitete er für eine NGO, die sich um den Schutz von Meeresschildkröten kümmert.

So wurde sein Interesse an der Ökologie der Tropen geweckt. An der Universität Bremen entschied er sich für den Studiengang „International Studies in Aquatic Tropical Ecology“. Die ausgezeichnete Arbeit bildet den Abschluss des gemeinsamen Studiengangs des ZMT und der Universität Bremen.

Über den CAMPUS PREIS

Der CAMPUS PREIS zeichnet herausragende, auf dem Campus der Universität Bremen erstellte Abschlussarbeiten aus, die sich thematisch der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen, dem Schutz der Umwelt, des Klimas und der Meere widmen. Die Auszeichnung wurde 2016 ins Leben gerufen und wird einmal im Jahr von der KELLNER & STOLL-STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), der Universität Bremen und dem Verein Alumni der Universität Bremen ausgelobt. Sie ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert. In diesem Jahr erhielt Dr. Tobias Wendler 2.000 € für seine Doktorarbeit, in der er den Zusammenhang zwischen den Entwicklungen grüner Technologien und Umweltschäden in der Europäischen Union (EU) untersuchte.