Küstensäuberungen mit sana mare

Damit Müll erst gar nicht ins Meer gelangt

Im Kampf gegen die zunehmende Vermüllung der Meere haben wir einen neuen Partner: den jungen Verein sana mare aus Hamburg. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, mit social cleanups Müll an Küsten, Ufern und Flüssen weltweit einzusammeln, damit er erst gar nicht ins Meer gelangt.

Angefangen hat das Team um Ozeanograf und Vereinsgründer Lucas Schmitz 2019 mit Strandreinigungen in Deutschland und Portugal. Inzwischen sind die Umweltschützer auch in Afrika unterwegs. Weitere Helfer stehen in Asien in den Startlöchern. Wir freuen uns, diese wichtige Arbeit zu unterstützen.

Die Problematik

Sana Mare Social Cleanup am Ruaka River in Kenia.

Social Cleanup am Ruaka River in Kenia (25.08.2020). Hier wurden 308 kg Müll aus dem Fluss entfernt. Den Großteil der PET-Flaschen kaufte später das Recycling-Unternehmen PETco Kenia auf. Foto: James Wakibia/sana mare

Das meiste Plastik im Ozean wird durch Flüsse aus Asien und Afrika eingetragen. In vielen Ländern dieser Kontinente fehlt eine funktionierende und flächendeckende Infrastruktur zum Müllmanagement. Flüsse dienen daher häufig als natürliche Förderbänder, die den Müll aus den Städten heraustragen.

Die Plastikverschmutzung des Nils beginnt bereits an seiner Quelle. Im Victoriasee – dem drittgrößten See der Erde – treiben ganze Inseln von Plastikflaschen und Plastiktüten. Die ausgedehnten Papyrussümpfe an seinen Ufern sehen häufig aus wie Mülldeponien.

Der Müll im Victoriasee und im Nil wird durch die Sahara bis in das Mittelmeer getragen.

Jeden Tag mehr

Zwischen 60 bis 80 Prozent des Mülls, der jedes Jahr im Meer landet, besteht mittlerweile aus Kunststoff. Wissenschaftler schätzen, dass derzeit mehr als 150 Millionen Tonnen Plastik im Meer schwimmen. Und jedes Jahr kommen laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) weitere 8 bis 13 Millionen Tonnen dazu: Bildlich gesprochen wird jede Minute eine Lastwagenladung Plastikmüll ins Meer gekippt.

Social cleanups – weniger Müll, weniger Armut

Sana Mare Social Cleanup in Mombassa: Ein Wertstoffhändler wiegt den in Säcken gesammelten Plastikmüll.

Ein Wertstoffhändler wiegt das gesammelte Plastik am 15.07.2020 in Mombasa. Die Masse des gesamten gesammelten Mülls belief sich an dem Tag auf 329 kg. Foto: sana mare e. V.

Um den Eintrag von Zivilisationsmüll in den Ozean nachhaltig zu reduzieren, muss die Entfernung von unsachgerecht entsorgtem Müll mit der Reduzierung von Armut Hand in Hand gehen.

Sana mare verfolgt darum den Ansatz der social cleanups. Der Verein organisiert Müllsammelaktionen an Stränden, Küsten und Flüssen in Afrika und Asien.

Neben einer kleinen Anzahl freiwilliger Helfer werden die Arbeiten hauptsächlich von Frauen und Männern durchgeführt, die in Armut leben. Für die Teilnahme erhalten sie einen fairen Tageslohn. Dieser liegt je nach Land und Region meistens zwischen 4,00 und 6,00 Euro.

Positive Effekte der social cleanups

  • Der Müll wird von Küsten und Ufern entfernt, bevor er im Ozean landet. Denn jedes Stück Plastik, das nicht im Meer landet, ist auch eine Gefahrenquelle weniger für Meerestiere.
  • Die Helfer machen eine sinnvolle Arbeit, für die sie einen fairen Lohn erhalten. Sie erfahren, dass sich Umweltschutz also auch zu ihrem eigenen Vorteil lohnt.
  • Das Problembewusstsein in der armen Bevölkerungsschicht wird gestärkt.

Aufbau von festen Teams

Meist ehrenamtlich arbeitenden Koordinatoren organisieren die Säuberungsaktionen. Sie stellen feste Teams zusammen, mit denen sie langfristig zusammenarbeiten. Die Helferinnen und Helfern erhalten somit in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit zu entlohnter Arbeit. Dadurch lässt sich die Armut der Menschen zumindest ein kleines bisschen reduzieren.

Müllentsorgung

Der eingesammelte Müll wird sachgerecht entsorgt. In einigen Regionen bestehen bereits Kooperationen mit Recyclingunternehmen. Denn nach Möglichkeit wird verwertbarer Müll als Wertstoff verkauft. Die dadurch erzielten Einnahmen fließen zu hundert Prozent in das Projekt zurück.

Erfolg in Zahlen

Sana Mare Cleanup-Koordinator Isumael Isaac Ndungu sitzt gefüllten Müllsäcken.

Der Cleanup-Koordinator Isumael Isaac Ndungu sitzt vor den gefüllten Müllsäcken nach einem Cleanup am 15.08.2020 am Kiambu River, Kenia. Dieses Cleanup gehörte zu den erfolgreichstem im Jahr 2020: 467 kg Müll an einem Tag! Foto: sana mare e. V.

Seit 2020 führt sana mare social cleanups in Kenia und Uganda durch. Im Durchschnitt wurden 2020 sieben bedürftige Männer und Frauen pro Cleanup bezahlt.

Die Masse des gesammelten Mülls beläuft sich auf durchschnittlich 240 kg pro Cleanup (Stand 15.10.2020).

Ausblick

Für das Jahr 2021 sind weitere social cleanups in Kenia, Uganda, Sri Lanka, Malaysia und Indien geplant.

Nach Informationen von sana mare e. V.

Foto oben: sana mare e. V.