Projekt Meeresschutz in Kroatien

Seit vielen Jahren setzen wir uns mit dem Projekt Meeresschutz in Kroatien für den Bestandserhalt der letzten Delfine ein, die in der kroatischen Adria leben. Denn es gibt hier (nur) noch eine Population residenter Große Tümmler (Tursiops truncatus). Diese Adria-Delfine halten sich das ganze Jahr über nahe der kroatischen Küste und Inseln auf. Meist trifft man sie weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt. Mit erstaunlicher Beharrlichkeit halten sie fest an ihrem Lebensraum, „ihrem“ kroatischen Meer.

Delfine, wie z. B. der Große Tümmler, agieren wie Haie, Rote Thune und andere Meeresraubtiere ganz oben im marinen Nahrungsnetz. Sie gehören zu den Topindikatoren für den Zustand des Ökosystems, in dem sie leben. Verschwinden sie, dann sieht es düster aus für all die anderen Tierarten, derer man meist gar nicht gewahr wird.

Adria-Delfin mit Baby.

Adria-Delfine vor Zadar: Mutter mit Baby. Der kleine Delfin schwimmt noch etwas ungelenk – © Ulrike Kirsch

Aussterben verhindern, bedrohte Populationen schützen

Die einst großen Delfinbestände in der Adria gibt es nur noch in den Erzählungen alter Fischer

Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifangtod in Fischernetzen und direkte Tötung ließen die einst großen Delfinbestände in der Adria zusammenbrechen.

In der Folge zeigte sich nur eine Art als robust genug, dem Vernichtungsfeldzug standzuhalten. Es ist der Große Tümmler (Tursiops truncatus) oder „Gute Delfin“ (dobri dupin) auf Kroatisch.

Die „Adria-Delfine“ halten sich das ganze Jahr über nahe der Küste und den Inseln auf. Meist sind sie weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt.

Adria-Delfine: Tod im Fischernetz

Auch wenn die kleine Population seit Jahren relativ stabil ist, sterben immer noch viel zu viele Tiere durch menschlichen Einfluss: etwa 50 Prozent.

Sie ertrinken in Fischernetzen. Sie sterben an den Folgen von verschluckten Netzteilen oder Plastikmüll. Andere werden beschossen, harpuniert oder beim illegalen Fischen mit Dynamit zerfetzt.

Rettet die Adria!

Von 2014 bis 2016 unterstützten wir die erfolgreiche internationale Kampagne „Rettet die Adria“ gegen den großflächigen Bau von Offshore Öl- und Gasförderanlagen in der kroatischen Adria. Denn eine Katastrophe, wie bei der Ölförderplattform „Deep Water Horizon“ im Golf von Mexiko, würde das gesamte Ökosystem des relativ kleinen, umschlossenen Meeresgebiets der Adria irreparabel zerstören

Tourismus – ein Großteil des kroatischen Bruttoinlandsprodukts stammt von dort – und Fischerei wären ruiniert. Meeresflora und -fauna, darunter die letzten Adria-Delfine, hätten keine Überlebenschance.

Im Juni 2016 schließlich erklärte der damalige kroatische Wirtschaftsminister Tomislav Panenić, dass die Pläne vom Tisch seien. Es wird keine Offshore-Förderung von Öl und Gas in der Adria geben. Ein großer Erfolg für die Kampagne „Rettet die Adria“.

Populationsbestand ist kritisch

Nach Auswertung der Totfunddaten aus den letzten Jahren beschreibt Dr. Martina Duras von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb die Lage als nach wie vor kritisch. Wir wollen das Aussterben der letzten Adria-Delfine verhindern. Es gibt nur noch wenige von ihnen.