Südafrika: Bleifarbene Delfine

Vor der Küste von Südafrika leben noch etwa 500 Bleifarbene Delfine (Sousa plumbea). Sie sind eine von vier Buckeldelfin-Arten (Gattung: Sousa). Buckeldelfine gehören zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäugern. Weil sie sehr küstennah leben, sind menschliche Einflüsse, wie Küstenfischerei, Störung der Lebensräume oder Tourismus, für sie besonders gefährlich. So auch vor der Küste von KwaZulu-Natal. Hauptursache des Rückgangs der Delfinpopulation hier sind allerdings Hainetze. Das sind Abwehrnetze, die Schwimmer und Surfer vor potenziell gefährlichen Haien schützen sollen.

Aussterben verhindern – bedrohte Populationen schützen

Ein Netz ist ein Netz …

Toter Bleifarbener Delfin wird aus einem Hainetz geborgen.

In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin. Richards Bay, Südafrika – Foto: Brett Atkins

Netze – egal ob Fischer- oder Haiabwehrnetze – sind tödliche Fallen für alle Meerestiere. Sie alllerdings als Schutzwall für Surfer und Strandbesucher einzusetzen ist zynisch. Damit wird billigend der sinnlose Tod unzähliger Meerestiere in Kauf genommen.

Für die kleine Delfinpopulation vor KwaZulu-Natal können Hainetze sogar das Aus bedeuten. Denn immer wieder verheddern sich Bleifarbene Delfine darin. Meist ersticken sie qualvoll.

Tödlicher “Hotspot” ist Richards Bay: 60 Prozent aller von Hainetzen verursachten Todesfälle in KwaZulu-Natal treten in den hier installierten Hainetzen auf. Dies fanden die Meeresbiologin Shanan Atkins von der Universität Witwatersrand und ihre Kollegen in einer Langzeitstudie heraus.

Wir müssen die kleine Delfinpopulation vor dem Aussterben bewahren!

“Um Haiangriffe zu vermeiden, muss man Haie nicht töten. Es gibt umweltverträglichere Methoden”, betont Shanan Atkins.

Bleifarbener Delfin und Bullenhai werden tot aus einem Hainetz geborgen.

Foto links: Bleifarbener Delfin wird aus Hainetz geborgen, Richards Bay – © David Savides
Foto rechts: Bullenhai im Hainetz, KwaZulu-Natal – © Fiona Ayerst/Marine Photobank

Allerdings ist es schwierig, vor Richards Bay alternative Methoden einzusetzen. Denn „Elektrozäune“ (am Meeresgrund verankerte Elektrokabel, die die elektrosensiblen Haie vertreiben) können im sandigen Sediment nicht befestigt werden. Auch für den zuverlässigen Einsatz von “Shark Spottern” ist Richards Bay ungeeignet. Dafür ist das Meerwasser zu trüb.

Profitieren werden von dem Projekt insbesondere folgende Delfin- und Haiarten:

  • Bleifarbener Delfin (Sousa plumbea)
  • Indopazifischer Große Tümmler (Tursiops aduncus)
  • Langschnäuziger Gemeiner Delfin (Delphinus capensis)
  • Sambesi- oder Bullenhai (Carcharhinus leucas)
  • Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
  • Tigerhai (Galeocerdo cuvier)

Engagierte Menschen vor Ort brauchen unsere Hilfe!

Die festinstallierte Videokamera am Newark Beach, Richards Bay, Südafrika.

Live mitmachen und Delfinsichtungen melden mir der LiveCam am Newark Beach – © Brett Atkins

Mit Shanan Atkins von Humpback Dolphin Research haben wir eine kompetente und engagierte Partnerin gefunden.

Durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit wollen wir ein Umdenken vor Ort erreichen. Auch Laien können hierbei mithelfen:  Über eine Livecam kann man als Citizen Scientist das Projekt mit seinen Sichtungsmeldungen unterstützen.

 

 

Buckeldelfine – Humpback Dolphins

Grafik "Humpback Dolphins" - Buckeldelfine

Grafik: Dr. Simon Elwen von Sea Search and Coen Soeteman von der HAS University


 

Ein Gemeinschaftsprojekt mit

Logo Humpback Dolphin ResearchLogo der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. Logo SOUSA - Protecting South Africa'S humback dolphin
Logo WITS-University, Johannesburg.

Foto oben: Brett Atkins