Kampagne gegen Öl- und Gasförderung

Rettet die Adria!

Von 2014 bis 2016 unterstützten wir die erfolgreiche internationale Kampagne “Rettet die Adria” gegen den großflächigen Bau von Offshore Öl- und Gasförderanlagen in der kroatischen Adria. Denn eine Katastrophe, wie bei der Ölförderplattform “Deep Water Horizon” im Golf von Mexiko, würde das gesamte Ökosystem des relativ kleinen, umschlossenen Meeresgebiets der Adria irreparabel zerstören

Tourismus – ein Großteil des kroatischen Bruttoinlandsprodukts stammt von dort – und Fischerei wären ruiniert. Meeresflora und -fauna, darunter die letzten Delfine der Adria, hätten keine Überlebenschance.

Im Juni 2016 schließlich erklärte der damalige kroatische Wirtschaftsminister Tomislav Panenić, dass die Pläne vom Tisch seien. Es wird keine Offshore-Förderung von Öl und Gas in der Adria geben. Ein großer Erfolg für die Kampagne “Rettet die Adria”.

Feldforschungsstation Molat

Feierliche Eröffnung der Feldforschungsstation

Anfang Juli 2013 feierten wir zusammen mit unseren Partnern von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihrer Feldforschungsstation auf der norddalmatinischen Insel Molat in Kroatien. Neben Pressevertretern gehörten zu den etwa 40 Gästen auch Repräsentanten von Behörden und Instituten aus Zagreb, Zadar und von Molat.

Mit dem feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wurde das Zentrum offiziell eröffnet. Nach einem Rundgang und einer kurzen Präsentation des Projektmitarbeiters Tom Gomerčić über das deutsch-kroatische Gemeinschaftsprojekt zur “Rettung der letzten Adria-Delfine” von seinen Anfängen im Jahr 1999 bis zum heutigen Tage rundete ein kleines Büfett die Einweihung ab.

Delfin-Rettungsaktion bei Zadar

Ohne Hilfe ist der Delfin dem Tod geweiht!

Das hat es in der Adria noch nie gegeben. Eine Rettungsaktion für einen schwer verletzten Großen Tümmler. Seit September 2013 schwimmt der Meeressäuger unweit von Zadar in der Nähe einer Fischfarm. Nun wollen Tierärzte aus Zagreb ihn von einer tödlichen Gefahr befreien.

Verhedderung im Fischernetz wird zum Verhängnis

Schon vor geraumer Zeit muss das Tier in ein Fischernetz geraten sein. Zwar konnte es sich befreien. Doch ein Teil des Netzes blieb an ihm hängen. In der Folge schnitten die Nylonfäden tief ins Gewebe. An Maul, Rücken und Brust sind Netzreste festgewachsen. Sie haben sich entzündet. Und an den entzündeten Stellen sieht man deutlich Gewebewucherungen.

Ebenfalls beschädigt ist die Schwanzfluke des Delfins. Doch schränkt dies ihn anscheinend nicht zu sehr ein. Denn er schwimmt – wenn auch nur langsam. Auch mit der Futtersuche klappt es. Denn er hat (noch) keine Anzeichen von Unterernährung. Gerne hält er sich in der Nähe von Fischfarmen auf.

Die Delfin-Rettungsaktion im Detail

Auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte von der Universität Zagreb wollen den verletzten Delfin jetzt in einer nicht einfachen Rettungsaktion von den tödlichen Einschnürungen befreien und die Verletzungen behandeln. Experten aus der ganzen Welt sind sich einig, dass das gelingen kann. Doch dazu muss man den Delfin einfangen. Dann muss er zur Behandlung kurzzeitig aus dem Wasser. Nur so können die Tierärzte sein Maul überprüfen. Denn im rechten Mundwinkel sind ebenfalls Gewebeveränderungen sichtbar. Wenn der Delfin stabil bleibt, sollen die Nylonschnüre ohne die Gabe von Sedativen entfernt werden. Anschließend wird er noch spezielle Antibiotika erhalten.

Diese Rettungsaktion ist eine große Herausforderung!

Für ein Gelingen der Aktion ist eine logistisch aufwendige Operation geplant. Denn es gilt, möglichst stressfrei für das Tier zu arbeiten. Dazu werden mehrere Boote eingesetzt. Darunter eines mit einer Plattform. Auf diese soll der Delfin dann zur Behandlung gelegt werden.

Die Gesamtkosten der Rettungsaktion werden zwischen 3.500 € und 4.200 € betragen. Allein das spezielle Antibiotikum kostet bei einem Delfin dieser Größe 300 €.