Kampagne gegen Öl- und Gasförderung

Rettet die Adria!

Seit Herbst 2014 unterstützt die Stiftung eine internationale Kampagne gegen die Pläne der kroatischen Regierung in der Adria großflächig Offshore Öl- und Gasförderanlagen bauen zu lassen. Eine Katastrophe wie 2010, als die Ölförderplattform „Deep Water Horizon“ im Golf von Mexiko – der 12 mal größer ist als die Adria – explodierte und unterging, würde das gesamte Ökosystem der relativ kleinen, umschlossenen Meeresgebiet irreparabel zerstören.

Tourismus (ein Großteil des kroatischen Bruttoinlandsprodukts wird im Tourismus erwirtschaftet) und Fischerei wären ruiniert, Meeresflora und -fauna, darunter die letzten Delfine der Adria, hätten keine Überlebenschance. Offshore-Bohrungen belasten die Umwelt in mehrfacher Hinsicht und schädigen Flora und Fauna in großem Ausmaß. In fast jeder Betriebsphase besteht Verschmutzungsgefahr, Öl und giftige Chemikalien gelangen ins Wasser.

Delfinschutzzentrum Molat

Feierliche Eröffnung

Anfang Juli 2013 feierten wir zusammen mit unseren Partnern von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihres Delfinschutzzentrums auf der nord-dalmatinischen Insel Molat in Kroatien. Neben Pressevertretern gehörten zu den etwa 40 Gästen auch Repräsentanten von Behörden und Instituten aus Zagreb, Zadar und von der Insel Molat.

Mit dem feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wurde das Zentrum offiziell eröffnet. Nach einem Rundgang und einer kurzen Präsentation des Projektmitarbeiters Tom Gomerčić über das deutsch-kroatische Gemeinschaftsprojekt zur „Rettung der letzten Adria-Delfine“ von seinen Anfängen im Jahr 1999 bis zum heutigen Tage rundete ein kleines Büffet die Einweihung ab.

Noch ist das Zentrum nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, um Feldarbeit vor Ort durchzuführen, und auch das Infozentrum hat mit Postern, Broschüren und dem Schädel eines Großen Tümmlers eine erste Grundlage geschaffen, wenngleich einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate noch fehlen.
DSM – August 2013

Delfin-Rettungsaktion bei Zadar

Ohne Hilfe ist der Delfin dem Tod geweiht!

Ein schwer verletzter Großer Tümmler, der sich seit September 2013 unweit von Zadar in der Nähe einer Fischfarm aufhält, soll mit einer für die gesamte Adria bisher noch nie dagewesenen Rettungsaktion von einer für ihn tödlichen Gefahr befreit werden.

Verhedderung in einem Fischernetz wird zum Verhängnis

Schon vor geraumer Zeit muss das Tier in ein Fischernetz geraten sein. Zwar konnte es sich befreien, doch ein Teil des Netzes blieb hängen und einige Nylonfäden sind tief ins Gewebe an Maul, Rücken und Brust eingedrungen, dort festgewachsen und haben sich entzündet. An den entzündeten Stellen kann man große Wucherungen sehen.

Die Schwanzflosse ist ebenfalls beschädigt, was ihn aber anscheinend nicht zu sehr einschränkt: er kann – wenn auch nur langsam – schwimmen. Auch die Futtersuche klappt, da er (noch) keine Anzeichen von Unterernährung zeigt. Er hält sich gern in der Nähe von Fischfarmen auf. Auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte von der Universität Zagreb, wollen den verletzten Delfin jetzt in einer aufwändigen und nicht einfachen Rettungsaktion von der tödlichen Einschnürung befreien und seine Verletzungen behandeln.

Die Rettungsaktion im Detail:

Experten aus der ganzen Welt sind sich einig, dass eine derartige ungewöhnliche Aktion gelingen kann. Das Tier muss zur Behandlung eingefangen und kurzzeitig aus dem Wasser genommen werden, um den Mund zu überprüfen, denn im rechten Mundwinkel sind ebenfalls Gewebeveränderungen sichtbar. Wenn der Delfin stabil bleibt, sollen die Nylonschnüre ohne die Gabe von Sedativen entfernt und ihm anschließend spezielle Antibiotika gegeben werden.

Eine große Herausforderung!

Für ein Gelingen der Aktion, die für das Tier natürlich möglichst stressfrei ablaufen soll, wird eine logistisch aufwändige Operation geplant. Es werden mehrere Boote eingesetzt, darunter eines mit einer Plattform, auf die der Delfin zur kurzzeitigen Behandlung gelegt werden kann. Diese Boote müssen angemietet werden.

Die Gesamtkosten der Rettungsaktion werden zwischen 3.500 € und 4.200 € betragen, allein das spezielle Antibiotikum kostet bei einem Delfin dieser Größe 300 €.