Ein Herz für Geigenrochen

Die Schweizer Meeresbiologin und Haiforscherin Dr. Kerstin Glaus wird für uns in einem auf zwei Jahre angelegten Projekt Untersuchungen zu Vorkommen von Geigenrochen und deren Artzusammensetzung bei den Fidschi-Inseln durchführen. Es gibt verlässliche Hinweise (Beifänge und anekdotische Berichte lokaler Fischer), dass sie noch in den Gewässern bei Fidschi leben. Unbekannt ist, in welchen Lebensräumen sie sich aufhalten und um welche Arten es sich handelt. Experten vermuten sogar das Vorkommen endemischer Arten. Also von Arten, die es nur vor Fidschi und sonst nirgends auf der Welt gibt.

Suche nach vom Aussterben bedrohten Geigenrochen

Weder sehen sie aus wie Haie noch wie Rochen. Eher wie irgendetwas dazwischen. Eine Übergangsform. Ihre Namen sind vielfältig, kurios. Geigenrochen, Gitarrenrochen, Riesengeigenrochen oder im Englischen wedgefish und guitarfish. Sonderlich viel ist über das Leben der Rochen mit dem an ein Saiteninstrument erinnernden Körper nicht bekannt. Über ihr Sterben dagegen schon.

Beifang eines Weißfleck-Geigenrochen aus Fidschi, vor Navua Insel Viti Levu.

Beifang eines Weißfleck-Geigenrochens aus Fidschi, vor Navua Insel Viti Levu.

So gehören 15 von 16 Geigenrochenarten der Familien Rhinidae und Glaucostegidae heute zu den weltweit am stärksten vom Aussterben bedrohten Meerestieren. Alle Geigenrochenarten zeichnen sich durch langsames Wachstum, späte Geschlechtsreife, lange Trächtigkeitsdauer und geringe Fruchtbarkeit aus. Daher brechen befischte Bestände regelmäßig in kurzer Zeit zusammen.

So gebären die auch in Fidschi vorkommenden bis zu 3 m großen Weißfleck-Geigenrochen (Rhynchobatus australiae) durchschnittlich nur 14 Jungtiere.

Um diese von Wissenschaftlern im Englischen auch rhino rays (Nashorn-Rochen) getauften sonderbaren Knorpelfische schützen zu können, muss man wissen, wo es sie noch gibt und um welche Arten es sich handelt. Darum geht es in unserem neuen Projekt auf Fidschi.

Projekt beschreitet Neuland im Artenschutz

„Erstmals überhaupt soll es bei den Fidschi-Inseln Untersuchungen zum Vorhandensein und zur Artenvielfalt von Geigenrochen geben. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das Maßstäbe für Erfassung, Management und Schutz seltener und bedrohter Meerestierarten im Südpazifik mittels einer nicht invasiven Methode setzt“, sagt Kerstin Glaus. -> WEITERLESEN <-

Schutz von Haien und Rochen in Indonesien

Der Banda-Archipel ist ein Hotspot der Biodiversität. Hier gibt es sie noch: die ebenso faszinierenden wie hochgradig bedrohten Bogenstirn-Hammerhaie. Aber auch viele andere Hai- und Rochenarten leben hier. Damit das so bleibt und sie eine Überlebenschance bekommen, unterstützen wir BandaSEA e. V. aus Bonn beim Haischutz im Meeresschutzgebiet Banda Islands Marine Protected MPA Network in Indonesien. Denn Haie haben in Indonesien einen schweren Stand. Hier werden weltweit die meisten gefangen.

Haie und Rochen in Indonesien langfristig schützen

2010 gründete ein engagiertes Team aus Meeresbiologen, Tauchlehrern und Projektmanagern mit langjähriger Asienerfahrung BandaSEA. Der Name stammt von den in der indonesischen Bandasee gelegenen Banda-Inseln (Bandas). Hier liegt der Fokus der Meeresschutzarbeit. So gehört auch der Schutz von Haien und Rochen sowie die Einrichtung von Haischutzgebieten zu den Kernaktivitäten. -> WEITERLESEN <-