SAFE

Internationales Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch/SAFE – Earth Island Institute (EII)

Händler und Importeure, die dem Internationalen Kontrollprogramm SAFE des EII angeschlossenen sind, verpflichten sich, nur Thunfisch anzubieten, der nicht mit Treibnetzen und nicht durch das Setzen von Netzen um Delfinschulen gefangen wurde. SAFE hat „delfintödlichen“ Dosenthunfisch weltweit weitgehend vom Markt gefegt und kontrolliert heute über 90 Prozent des weltweiten Handels.

Jedes Jahr 80.000 – 100.000 Delfine vom Beifangtod im Fischernetz verschont!

Logo SAFE.

Produkte mit dem Logo SAFE sind wirklich delfinsicher

Das Logo „SAFE“ ist vom EII markenrechtlich geschützt. Ausschließlich Firmen, die am SAFE-Kontrollprogramm beteiligt sind, dürfen es einsetzen. Allerdings ist das SAFE-Logo noch nicht auf allen anerkannten „delfinsicheren“ Marken zu finden.

Fischlabel, die alle Aspekte des Thunfischfangs (Nachhaltigkeit) berücksichtigen, haben in jüngster Zeit begonnen, auch Thunfisch zu zertifizieren. Dazu zählt z.B. FoS (Friend of the Sea). FoS-zertifizierter Thunfisch muss dabei zwingend auch die SAFE-Kriterien erfüllen.

Wie entstand SAFE?

Delfine gefangen in einem Ringwadennetz beim Thunfischfang.

Delfine gefangen in einem Ringwadennetz beim Thunfischfang – Foto: Sam LaBudde

Beginnend in den später 1950er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre hatte die Thunfischindustrie allein im tropischen Ostpazifik (ETP) durch das Umkreisen von Delfinschulen beim Thunfischfang mit sogenannten Ringwadennetzen nach Berechnungen des EII mehr als 7 Millionen Delfine getötet.

Im Fanggebiet des tropischen Ostpazifik sind Delfine mit Gelbflossen-Thunfischen vergesellschaftet. Daher jagen die Fischer hier Delfine gezielt und umkreisen sie mit Ringwadennetzen, um den darunter schwimmenden Thunfischschwarm abzufischen.

Dies markierte die größte Massenvernichtung von Meeressäugern in der Geschichte der Menschheit

Zwei Ostpazifische Fleckendelfine.

Ostpazifische Fleckendelfine aus dem tropischen Ostpazifik – © Earth Island Institute (EII)

1989 gelang es dem Umweltaktivisten Sam La Budde, den millionenfachen Delfinmord mit Undercover-Videoaufnahmen zu dokumentieren. Dies löste einen weltweiten Aufschrei aus.

In der Folge erklärten große US-Thunfischanbieter (z. B. Heinz, Starkist), keinen mit diesen kriminellen Methoden gefangenen Thunfisch mehr zu verarbeiten und zu verkaufen.

Um dies zu überwachen, etablierte das Earth Island Institute (EII) bereits Ende 1990 das International Monitoring Program (IMP/SAFE). Darin sind bindende Richtlinien festgeschrieben. Sie untersagen den Fang von Thunfisch durch Umkreisen von Delfinen mit Ringwadennetzen im ETP und den Einsatz von Treibnetzen.

Die SAFE-Kriterien – Bedingungen für delfinfreundlich gefangenen Thunfisch

  • Kein Jagen und Umkreisen von Delfinen mit Netzen auf der gesamten Fangfahrt
  • Keine Treibnetze
  • Während des Setzens von Netzen dürfen keine Delfine getötet oder ernsthaft verletzt werden – auch nicht unabsichtlich
  • Bei Fangfahrten im ETP (tropischer Ostpazifik) müssen Fangschiffe mit mehr als 400 Bruttoregistertonnen einen unabhängigen Beobachter an Bord haben, der die Einhaltung der SAFE-Kriterien attestiert
  • Das SAFE-Programm beinhaltet Maßnahmen zur Beifangreduzierung für Meeresschildkröten, Haie und andere nicht gezielt befischte Arten. Damit will man durch Fischerei verursachte Beifangverluste minimieren
  • Dem SAFE-Programm angeschlossene Fischereien werden dazu angehalten, auf den Fang von Jungthunen zu verzichten und diese, wie auch alle anderen Beifangarten, wieder freizulassen

25 Jahre Thunfischkontrollprogramm SAFE.Die Kriterien von SAFE werden von zahlreichen Tier- und Naturschutzorganisationen unterstützt.

Darunter sind Greenpeace (USA), Humane Society of the US (HSUS), Humane Society International (HSI), Defenders of Wildlife, Animal Welfare Institute (AWI), Friends of the Earth, Sierra Club, Marine Connection (UK) oder International Wildlife Coalition (IWC).

 

Wie kontrolliert das EII die Einhaltung der Verträge?

SAFE beschäftigt weltweit operierende Monitore. Sie überwachen die Thunfischfänge beim Anlanden und in den Lager- und Verarbeitungshallen. Mit Treibnetzen gefangener Thunfisch ist z. B. an typischen Verletzungen durch die feinen Nylonmaschen des Netzes erkennbar. Ebenfalls werden Zufallskontrollen an Bord der Fangschiffe durchgeführt. Zusätzlich begleiten Monitore Fangfahrten.

Monitore des Thunfischkontrollprogramms SAFE.

Was wird kontrolliert?

Kontrolle von Dokumenten druch einen SAFE Monitor.SAFE-Monitoren muss von allen betroffenen Firmen Einsicht in die Unterlagen gewährt werden.

Nur diejenigen Firmen, die sich kontinuierlich und strikt an die Richtlinien halten, dürfen im Programm verbleiben. SAFE-Monitore sind erfahren auf den Gebieten Umweltschutz, Fischerei und Meeresbiologie.

Darüber gehören Studien zur Aufklärung über ökologisch verträgliche Fischfangmethoden, über die Mengen und die Spezies des gefangenen Thunfisches sowie über den Anteil des Beifangs zu den Aufgaben von SAFE.