Fischsterben durch Elbvertiefung

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Stoppt die Vertiefung der Elbe und die Zerstörung des Weltnaturerbes Wattenmeer!

Elbvertiefung verursacht massives Fischsterben.

Foto: Wattenmeer-Schutz

Viele hatten davor gewarnt. Doch der Hamburger Senat aus SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schlug alle Bedenken in den Wind. Ohne Rücksicht auf Umweltverluste peitschte man gemeinsam die neunte Elbvertiefung durch alle Instanzen. Schließlich begannen die Absaugbagger ihr Zerstörungswerk. Und Ende Juni war es dann soweit.

An der schleswig-holsteinischen Westküste kam es zu einem massiven Fischsterben. An mehreren Stellen vor Büsum, Eiderstedt, Nordstrand und auch vor dem niedersächsischen Cuxhaven lagen Hunderte tote oder sterbende Jungheringe im Spülsaum. Später folgten tote Aale, Stinte. Auch vom Aussterben bedrohte Finten starben. Alle in großer Zahl, ca. 50–200 tote Fische pro Quadratmeter.

Alles wird angesaugt: Fische, Schweinswale, Robben

Die Elbvertiefung ist ein Tiermassaker ungeheuren Ausmaßes. Gegenüber der Initiative Wattenmeer-Schutz berichten Fischer, dass auf der Elbe der Teufel los sei: „Viele große Fische werden von den Saugbaggern tödlich verletzt. Auch Schweinswale und Robben sind darunter“.

Opfer der Elbvertiefung: Seehund mit abgerissenem Kopf.

An diesen Anblick werden sich Nordsee-Touristen gewöhnen müssen: Seehunde mit abgerissenem Kopf im Watt. Foto: Gabriele Grubel, Quelle: Wattenmeer-Schutz

 

Opfer der Elbvertiefung: Toter Stör im Watt.

„Einst war der Europäische Stör (Acipenser sturio) in allen Nordsee-und Atlantikzuflüssen heimisch. Aufgrund von Gewässerverschmutzung, Verbauung, Verlust von Laichplätzen und Überfischung, war die Art nahezu ausgestorben. In der Ostsee gibt es noch Restbestände des Baltischen Störes und es gab auch eine Population des ansonsten vor der amerikanischen Küste vorkommenden Atlantischen Störes. Der Europäische Stör wird seit einigen Jahren mit immensem finanziellem und arbeitstechnischem Aufwand im Elbsystem wieder angesiedelt. Dazu gehört auch die Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit durch den Bau von Fischpässen, was auch Lachs, Meerforelle, Finte und Neunaugen zugutekommt.
Es ist traurig, wenn man sieht, dass diese Bemühungen und deren erste Erfolge durch diesen absolut unsinnigen und größenwahnsinnigen Elbausbau zunichtegemacht werden.” Kommentar von Andreas Frey auf der Facebookseite von Wattenmeer-Schutz. Foto: Wattenmeer-Schutz

„Die Ansauggeschwindigkeit am Saugrüssel moderner Hopperbagger ist mehrfach höher als die Fluchtgeschwindigkeit der Fische“, erklärt Wasserbauingenieur Walter Rademacher, Sprecher vom Regionalen Bündnis gegen die Elbvertiefung und Gründungsmitglied der Bürgerinitiative „Rettet das Cux-Watt“.

Doch Baggerei und Verklappungen von mit Giftstoffen belastetem Baggerschlick in unmittelbarer Nähe des Weltnaturerbes Wattenmeer laufen ungebremst weiter. Da kommen jährlich mehrere Millionen Kubikmeter Schlick zusammen, eine gewaltige Last.

Das teuerste „Schlicktaxi“ der Welt

Zweimal täglich verbringt die James Cook Hafenschlick in die Deutsche Bucht. Dort, zwischen Helgoland und Scharhörn, öffnet man die Luken, und der ganze Dreck landet da, wo niemand ihn sehen kann – auf dem Meeresboden. Das alles hat seinen Preis: Laut Wattenmeer-Schutz sind das täglich 200.000 Euro.

Cui bono? Wem nützt es?

Der rot-grüne Hamburger Senat opfert Elbmündung und Naturerbe Wattenmeer und damit unzählige zum Teil vom Aussterben bedrohte Tierarten für den Profit niederländisch-belgischer Baggerunternehmen! Ein Schelm, der Böses dabei denkt …

Denn für Ulrich Malchow, Professor für Maritime Economics an der Hochschule Bremen, steht fest: „Den Nutzen haben allein drei Großwerften in Korea, drei niederländisch-belgische Baggerunternehmen und ein dominierender Hersteller von Containerbrücken in China“. Megacarrier, so Malchow, brächten den Reedereien keine nennenswerten Kostenvorteile, da die Containerriesen zum Löschen der Ladung länger im Hafen liegen müssten als kleinere Schiffe.

Saugbagger in der Elbe.

Sieben Baggerschiffe sind aktuell in der Tideelbe aktiv. Unsere europäischen Nachbarn verdienen sich bei der Elbvertiefung mit unseren Steuergeldern eine goldene Nase, während ganz nebenbei die Elbe kaputt gebaggert wird. Foto: Tanja Schlampp, Quelle: Wattenmeer-Schutz

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – alles für die Macht

Plakat "Rettet-das-Cux-Watt"

Protestaktion der Bürgerinitiative „Rettet das Cux-Watt” – Foto: Wattenmeer-Schutz

Die Hamburger Grünen hatten es in der Hand. Doch was tut man nicht alles, um auch einmal Hand anzulegen, an die Hebel der Macht.

Da half es wenig, wenn Grüne andernorts schwere Geschütze in Stellung brachten. „Die Elbvertiefung ist und bleibt ein Fehler. Ökologisch ist die Ausbaggerung eine Katastrophe, damit droht der Todesstoß für das Ökosystem Elbe. Auch wirtschaftlich macht die weitere Vertiefung keinen Sinn. Ich würde sogar noch weitergehen und sagen, die Durchsetzung der Elbvertiefung ist eine […] gegen umweltpolitische, volkswirtschaftliche und finanzpolitische sowie rechtliche Bedenken durchgezogene Machtdemonstration und Maßnahme mit absehbar schwerwiegenden Folgen für die gesamte Niederelberegion, leider auch unter Mithilfe der Hamburger GRÜNEN!“, entrüstete sich Imke Byl, umweltpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen, im Juli 2019.

Auch die Cuxhavener Kreis-Grünen schäumen. „Sehr bedenklich finden wir die Aussagen zur Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Erst wird im Vertrag das Bekenntnis dazu formuliert – dann (im gleichen Absatz) werden Hafen und Elbe zur Ausnahme erklärt“, hält Elke Roskosch-Buntemeyer Gericht über ihre grünen Partei-Kollegen in Hamburg.

Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF erstatteten mittlerweile Strafanzeige. Doch es steht zu befürchten, dass diese, wie auch sämtliche Klagen gegen die neunte Elbvertiefung bisher, folgenlos bleiben wird.

Zum Hintergrund

Am 26. Juni 2009 erklärte die UNESCO das Wattenmeer der Nordseeküste vom niederländischen Den Helder bis nach Esbjerg in Dänemark – darunter den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – zum UNESCO-Weltnaturerbe. Ein Titel, der die Schutzwürdigkeit der Nordseeküste auch international unterstreicht. Denn damit erklärte die UNESCO das Wattenmeer zu einem weltweit einzigartigen und unersetzlichen Naturgebiet, das von herausragendem Wert für die gesamte Menschheit ist. Im Zuge dieser Auszeichnung kann das Wattenmeer heute in einem Atemzug mit den berühmtesten Naturregionen der Welt genannt werden, zum Beispiel dem Great Barrier Reef, dem Vulkan Ätna oder den Everglades.

Mit der neunten Elbvertiefung sollen auch Schiffe mit einem Tiefgang bis zu 13,50 Meter den Hamburger Hafen unabhängig von Ebbe und Flut erreichen können. Mit der Flutwelle soll die Elbe sogar für Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Meter befahrbar sein. Dazu sind umfangreiche Baggerarbeiten notwendig. Die dabei anfallenden Massen von Schlamm und Schlick verklappt man anschließend in unmittelbarer Nähe zum NESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer in der Nordsee.

Unterstützen Sie die Petition für den Stopp der 9. Elbvertiefung!

Stoppt die Vertiefung der Elbe und die Zerstörung des Weltnaturerbes Wattenmeer!

 

Wattenmeer-Schutz

👉 Facebookseite Initiative Wattenmeer-Schutz
👉 Cuxwatt am Kipppunkt: Langfristige Veränderungen im Vergleichsbild

Sendung NaturNah: Der Stint – Ein Fisch und sein Fluss – NDR, 10.02.2020: