Bundesmarine sprengt Schweinswale

Nun ist es offiziell. Die Seestreitkräfte der Bundesrepublik sind für den Tod von mindestens zehn Ostsee-Schweinswalen, die zwischen September und November 2019 an verschiedenen Orten der Ostseeküste Schleswig-Holsteins strandeten, verantwortlich. Im August 2019 hatten deutsche Marinekräfte im Rahmen eines NATO-Manövers unter Missachtung von Umweltauflagen und mitten im Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt 42 britische Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt. In den folgenden Wochen strandeten 24 tote Schweinswale an der Ostseeküste. Es dürften allerdings weitaus mehr der kleinen Meeressäuger gestorben sein. Längst nicht jedes Todesopfer wird an Land gespült. Im Anschluss an das skandalöse Verhalten der Bundesmarine verhängte die damalige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im September 2019 ein Verbot für militärische Unterwassersprengungen. Damit sollten weitere Schäden für die Umwelt verhindert werden. -> WEITERLESEN <-

Bundeswehr torpediert Schweinswalschutz

Gemeinsame Pressemitteilung deutscher Umweltverbände: Unter dem Druck der EU haben Fischerei-Vertreter*innen der EU-Mitgliedstaaten über Jahre verhandelt, wie die letzten Schweinswale in der zentralen Ostsee noch vor dem Aussterben gerettet werden können. Insbesondere die Fischereiaktivitäten müssten dafür begrenzt werden und akustische Vergrämungsmethoden (sogenannte Pinger) sollten zur Abschreckung der Schweinswale vor Stellnetzen zum Einsatz kommen. Letzteres wird nun jedoch von der Deutschen Marine blockiert. Mit dieser aktuellen Problematik wartet gleich zu Beginn ihrer Amtszeit die wichtige Aufgabe auf die neue Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, Verteidigung und Naturschutz in Deutschland in Einklang zu bringen. -> WEITERLESEN <-

Ein Herz für Geigenrochen

Die Schweizer Meeresbiologin und Haiforscherin Dr. Kerstin Glaus wird für uns in einem auf zwei Jahre angelegten Projekt Untersuchungen zu Vorkommen von Geigenrochen und deren Artzusammensetzung bei den Fidschi-Inseln durchführen. Es gibt verlässliche Hinweise (Beifänge und anekdotische Berichte lokaler Fischer), dass sie noch in den Gewässern bei Fidschi leben. Unbekannt ist, in welchen Lebensräumen sie sich aufhalten und um welche Arten es sich handelt. Experten vermuten sogar das Vorkommen endemischer Arten. Also von Arten, die es nur vor Fidschi und sonst nirgends auf der Welt gibt.

Suche nach vom Aussterben bedrohten Geigenrochen

Weder sehen sie aus wie Haie noch wie Rochen. Eher wie irgendetwas dazwischen. Eine Übergangsform. Ihre Namen sind vielfältig, kurios. Geigenrochen, Gitarrenrochen, Riesengeigenrochen oder im Englischen wedgefish und guitarfish. Sonderlich viel ist über das Leben der Rochen mit dem an ein Saiteninstrument erinnernden Körper nicht bekannt. Über ihr Sterben dagegen schon.

Beifang eines Weißfleck-Geigenrochen aus Fidschi, vor Navua Insel Viti Levu.

Beifang eines Weißfleck-Geigenrochens aus Fidschi, vor Navua Insel Viti Levu.

So gehören 15 von 16 Geigenrochenarten der Familien Rhinidae und Glaucostegidae heute zu den weltweit am stärksten vom Aussterben bedrohten Meerestieren. Alle Geigenrochenarten zeichnen sich durch langsames Wachstum, späte Geschlechtsreife, lange Trächtigkeitsdauer und geringe Fruchtbarkeit aus. Daher brechen befischte Bestände regelmäßig in kurzer Zeit zusammen.

So gebären die auch in Fidschi vorkommenden bis zu 3 m großen Weißfleck-Geigenrochen (Rhynchobatus australiae) durchschnittlich nur 14 Jungtiere.

Um diese von Wissenschaftlern im Englischen auch rhino rays (Nashorn-Rochen) getauften sonderbaren Knorpelfische schützen zu können, muss man wissen, wo es sie noch gibt und um welche Arten es sich handelt. Darum geht es in unserem neuen Projekt auf Fidschi.

Projekt beschreitet Neuland im Artenschutz

„Erstmals überhaupt soll es bei den Fidschi-Inseln Untersuchungen zum Vorhandensein und zur Artenvielfalt von Geigenrochen geben. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das Maßstäbe für Erfassung, Management und Schutz seltener und bedrohter Meerestierarten im Südpazifik mittels einer nicht invasiven Methode setzt“, sagt Kerstin Glaus. -> WEITERLESEN <-

Schweinswal-Massenstrandung

Ende August 2021 strandeten innerhalb von nur zehn Tagen bei einer Schweinswal-Massenstrandung rund 190 der kleinen Meeressäuger bei den Westfriesischen Inseln (Niederlande). Auf Schiermonnikoog waren es etwa 20, teils schon stark verweste Tiere. Auf Ameland mehr als 50. Ein tagelang herrschender Nordwind trieb die toten Meeressäuger anscheinend vermehrt an Land. Es handelte sich vor allem um erwachsene Tiere. Anfang September lag die Todeszahl bereits bei 120, später bei 190. Die Zahl der angespülten Kleinen Tümmler, wie die Meeressäuger auch heißen, kommt fast einem Drittel der rund 600 Schweinswale gleich, die im Jahresdurchschnitt an der gesamten niederländischen Küste stranden. Inzwischen ist man der Todesursache einen Schritt näher gekommen. Forscher der Universität Utrecht, die einige der Tiere untersuchten, veröffentlichen ihre Ergebnisse: Ein Bakterium könnte die Ursache die Schweinswal-Massenstrandung sein. -> WEITERLESEN <-