Thunfisch im Indischen Ozean bald ausgerottet?

Räuberische EU-Schiffe treiben Thunfisch im Indischen Ozean an den Rand der Ausrottung

Autorin Malavika Vyawahare, veröffentlicht in Mongabay am 19. April 2021
Übersetzung: Ulrike Kirsch, mit freundlicher Genehmigung von Mongabay 

  • Der Bestand des Gelbflossenthunfischs im Indischen Ozean steht kurz vor dem Kollaps; manche Experten fordern von der EU mehr Einsatz für seinen Erhalt, da sie von dieser Fischerei jahrzehntelang am meisten profitiert hat.
  • Von der EU kontrollierte Schiffe, auch solche, die unter der Flagge von kleineren Küstenstaaten wie den Seychellen fahren, holen den Löwenanteil des Thunfischs aus dem Indischen Ozean und beliefern damit einen Milliarden Dollar schweren Markt.
  • Die Überfischung durch diese Schiffe und der nicht besonders ambitionierte Vorschlag der EU, den Bestand des Gelbflossenthunfischs wiederaufzubauen, haben zu Anschuldigungen eines „neokolonialen“ Raubzugs auf Ressourcen geführt, von denen viele Entwicklungsländer abhängen.

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Letzte Chance für Makohaie

Kurzflossen-Makohaie (Isurus oxyrinchus) sind spektakulär. Nicht nur, dass mit 70 km/h und mehr unterwegs sind, was sie zu den schnellsten Haien der Welt macht. Außerdem können sie ihre bis zu 4 m langen Körper auf bis zu 9 m katapultieren. Gäbe es mehrstöckige Häuser auf dem Meer, könnte so ein bis zu 600 kg wiegender Mako mit seinen großen Augen mal eben kurz durchs Fenster im dritten Stock hereinschauen.

Im Nordatlantik jedoch droht den wendigen Meeresjägern das Aus. Grund ist – wie so oft – die Gier einiger EU-Fischfangnationen, allen voran Spanien und Portugal. Denn Makohaie gehören zu den wirtschaftlich einträglichsten Haiarten. Man schätzt sie in der Gastronomie, wegen ihrer Flossen und in der Sportfischerei. Folglich steht die Population der Kurzflossen-Makos im Nordatlantik jetzt kurz vor dem Zusammenbruch. Um dies zu verhindern, hat sich eine internationale Allianz aus über 30 Umwelt- und Meeresschutzorganisationen zusammengefunden (#Rally4Makos), der auch wir angehören. -> WEITERLESEN <-

Das rätselhafte Sterben der Grauwale

Seit Januar 2019 verzeichnen Wissenschaftler der US-Klima- und Ozeanbehörde NOAA Fisheries mit Sorge ungewöhnlich viele tote Grauwale. Und das Sterben der Grauwale hält bis heute an. Mindestens 454 Tiere strandeten bis zum 6. Mai 2021 auf ihrer jährlichen Wanderung entlang der Küste von Alaska nach Mexiko. Die meisten starben an der Küsten der USA und Mexikos (jeweils 218 Tiere). Das sind derart viele, dass NOAA Fisheries offiziell einen unusual mortality event (UME) ausrief. Das ist eine Art Notstand aufgrund einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Todesfällen in einer Meeressäugerpopulation. Ein UME erfordert sofortige Untersuchungen und daraus folgende Maßnahmen.

Das letzte vergleichbare Grauwalsterben ereignete sich zwischen 1999 und 2000. Damals starb über ein Fünftel der Gesamtpopulation der grauen Meeresriesen. -> WEITERLESEN <-