Fisch des Jahres 2019: Der Atlantische Lachs

In Deutschland ist der Lachs vom Aussterben bedroht – Zu wenige passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate

Fisch des Jahres 2019 wird der Atlantische Lachs (Salmo salar). Ausgewählt haben ihn der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Mit der Wahl soll auf die kritische Bestandssituation dieser Fischart in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Für Schutz, Erhaltung und erfolgreiche Wiederansiedlung von Lachsen fehlt es an passierbaren Flüssen und geeigneten Laichhabitaten. Diese müssten dringend wiederhergestellt werden.

Der Atlantische Lachs war auch 1992 und 2000 zum Fisch des Jahres gewählt worden. Mit der seit 1984 vergebenen Auszeichnung wird auf schädigende Einflüsse des Menschen auf die Lebensräume der jeweiligen Fischart hingewiesen. -> WEITERLESEN <-

Stark gefährdet: Haie und Rochen in Nord- und Ostsee

Regulierung der Fischerei in deutschen Natura-2000-Gebieten unverzichtbar

Haie, Rochen und Chimären in der deutschen Nord- und Ostsee haben es schwer. Zu diesem Schluss kommt ein Hamburger Forscherteam, das im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Vorkommen und Gefährdung dieser Knorpelfische in deutschen Meeren analysierte. Nur eine einzige der zehn heimischen Arten, der Kleingefleckte Katzenhai (Scyliorhinus canicula), gilt derzeit als ungefährdet. -> WEITERLESEN <-

Artenschutz größtes Problem unseres Jahrhunderts

Der Verlust von Biodiversität könnte auf lange Sicht bedeuten, dass wir nichts mehr zu essen haben

Dirk Steffens.

„Artenschutz ist das größte Problem unseres Jahrhunderts“, sagt Tierfilmer und „Terra X“-Moderator Dirk Steffens im Titelinterview mit DB MOBIL. Quelle: obs/TERRITORY

Dirk Steffens traut sich was: „Das Artensterben ist möglicherweise das größte Menschheitsproblem unseres Jahrhunderts. Wir haben das Gefühl entwickelt, dass alles wieder gut wird, wenn wir die Klimakatastrophe in den Griff bekommen. Aber das stimmt nicht.“ Darf man das sagen? Man darf! Man muss!

Seit 25 Jahren ist der Journalist Dirk Steffens als Tierfilmer unterwegs, füllt mit seinen Vorträgen Arenen. Im Interview mit der November-Ausgabe der DB MOBIL räumt Steffens im Magazin der Deutschen Bahn mit Missverständnissen im Artenschutz auf: „Es geht eben nicht nur um Eisbären und Pandas. Wenn die Eisbären morgen aussterben, hat das keine Folgen für unseren Alltag. Die spielen für uns gar keine Rolle.“

Der 50-jährige Moderator (u. a. „Terra X“, „Steffens entdeckt“, „Terra Xpress“) scheucht heilige Kühe übers Eis. So etwa wenn er mit der provokanten These, Palmöl-Produkte nicht pauschal zu boykottieren, auch wenn für diese in großem Maße Tropenwälder gerodet werden, für einige Irritationen sorgen und wenig Beifall einheimsen dürfte.

Denn laut Steffens müsste das Pflanzenfett bei einem Palmöl-Boykott hierzulande produziert werden, was „ökologisch möglicherweise die noch größere Katastrophe“ bedeute: „Wir benehmen uns wie ein Affe am Schaltpult im Atomkraftwerk. Er ist intelligent genug, die Knöpfe zu bedienen, aber er ahnt nicht, was passiert, wenn er einen bestimmten Knopf drückt. Wenn es gut läuft, geht im Klo nur das Licht aus. Aber wenn es schlecht läuft, gibt es eine Kernschmelze.“

Das Ganze ist übergroß

Steffens brennt für die Artenvielfalt: „Das Ganze ist so übergroß, und es hat Besitz von meinem Leben ergriffen. Fast alles, was ich mache, hat mit Biodiversität zu tun. Das finde ich manchmal Furcht einflößend.“

Lesen Sie nachfolgend das vollständige Interview mit Dirk Steffens aus DB MOBIL
(mit freundlicher Genehmigung von TERRITORY).
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Das „Rote Augen“-Projekt

Fidschi: Warum haben junge Bullenhaie im Fluss Rewa rote Augen?

Für ihre von uns geförderte Dissertation zum Haischutz in Fidschi fing Meeresbiologin Kerstin Glaus im Fluss Rewa junge Bullenhaie und untersuchte sie. Zu ihrer großen Überraschung hatten 80 % der 83 untersuchten Babyhaie beidseitig rote Augen. Damit hatte sie nicht gerechnet. Derartiges war noch nie berichtet worden. Wodurch werden die roten Augen bei den Babyhaien verursacht? Wie lässt sich das Phänomen wieder beheben? Über den Beginn einen schwierigen Spurensuche.

Bullenhaie (Carcharhinus leucas) gehören zu den ganz wenigen Haiarten, die auch im Süßwasser leben. Diese mit über 3 m Körperlänge sehr imposanten Requiemhaie fühlen sich in Flüssen, Flussmündungen und Seen so wohl, dass sie dort auch ihre Jungen zur Welt bringen. Hier, in den geschützten Küstengewässern, entlassen die Weibchen der manchmal auch Stierhai oder Sambesihai genannten Knorpelfische nach 10 bis 11 Monaten Tragzeit ein bis dreizehn lebendgeborene Jungtiere in eine nicht mehr sichere Zukunft.

Ihre Vorliebe für Süß- oder Brackwasserlebensräume macht es Bullenhaien heute schwer. Auch wenn junge Bullenhaie vor Fressfeinden hier ganz gut geschützt sind, können sie anthropogenen Einflüssen wie Fischfang, Wasserverschmutzung oder Eutrophierung nicht entkommen.

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Massiver Artenverlust durch Tiefseebergbau

Tiefe Narben: Massiver Artenverlust noch 26 Jahre nach dem Abbau

Gemeinsam mit einem internationalen Team haben Senckenberg-Wissenschaftlerinnen die Auswirkungen von Tiefseebergbau – wie den Abbau von Manganknollen – auf die Artenvielfalt am Meeresboden untersucht. Sie zeigen, dass auch 26 Jahre nach dem Abbau ein erheblicher Artenverlust durch Tiefseebergbau zu verzeichnen ist. Insbesondere filtrierende Tiere und andere bodenlebende Organismen sind betroffen – über zwei Jahrzehnte nach dem Abbau bleiben knapp 80 Prozent dieser Arten verschwunden. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Biogeosciences“. -> WEITERLESEN <-

Sieg für die Wale: Walfang bleibt verboten

Sieg für die Wale!

Vom 10. bis 14. September 2018 fand im brasilianischen Florianópolis die 67. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) statt. Auf dem Spiel stand erneut das weltweite Walfangverbot. Doch die Walschützer siegten – Japans Antrag auf Aufhebung wurde mit 41 zu 27 Stimmen abgelehnt! Neben den klassischen Walfangbefürwortern Norwegen und Island unterstützten vor allem Länder aus Afrika und dem asiatischen Raum den Antrag. Doch es wurde ein Sieg für die Wale! -> WEITERLESEN <-

Japan – Land des blutigen Meeres

Am 1. September beginnt die sechsmonatige Delfintreibjagd in Japan

Bald schon wird sich die Meeresbucht von Taiji wieder rot färben. Wieder werden Fischer ganze Delfinschulen in eine Bucht treiben, um die Tiere dann brutal zu töten. Ein einziger Ort in Japan und nur rund 25 Fischer sind an diesem Gemetzel beteiligt. Bis zu dreimal pro Woche jagen sie Große Tümmler und andere Arten wie Rundkopf- oder Weißstreifendelfine mit Motorbooten in eine Bucht, die sie dann absperren. Wild stechen sie mit Messern und Harpunen auf die wehrlosen Lebewesen ein, die weder fliehen noch sich wehren können. Panische Sprünge und das hohe Kreischen der Tiere vermitteln nur ansatzweise das unsägliche Leid, das ihnen angetan wird. -> WEITERLESEN <-

Florida: Rote Flut tötet Meerestiere

Katastrophale Folge der industrialisierten Landwirtschaft

Immer mehr tote Delfine, Manatis, Meeresschildkröten und Fische werden seit Ende Juli an die Strände in Florida angespült. Es sind Hunderte von toten oder sterbenden Tieren. Schuld daran ist eine gewaltige Red Tide (rote Flut). Eine mit der Emission giftiger Gase einhergehende Algenblüte, die sich auf mehr als 160 Kilometer der Küstenlinie des Sunshine State ausgebreitet hat. Besonders hart hat die rote Flut bisher die Counties Lee, Collier, Charlotte und Sarasota getroffen. -> WEITERLESEN <-

Island: Jagd auf Zwergwale eingestellt!

Land der Gegensätze: Walfang versus Walbeobachtung

Erst vor wenigen Tagen machte der isländische Finnwaljäger Kristjan Loftsson Schlagzeilen, als er einen seltenen Hybriden aus Finn- und Blauwal – oder sogar einen Blauwal – schlachtete. Jetzt erreichen uns zwei erfreuliche Meldungen aus dem kleinen Land im Nordatlantik. -> WEITERLESEN <-

Isländische Walfänger schlachten seltenen Hybridwal

Experten bleiben dabei, dass es ein Blauwal war

Anfang Juli erlegten isländische Walfänger eine seltenen Hybridwal. Es soll eine Kreuzung aus Blau- und Finnwal gewesen sein. DNS-Analysen eines isländischen Labors bestätigen zwar die Hybridtheorie. Dennoch halten Walexperten aufgrund von Fotos daran fest, dass es sich mit großer Sicherheit um einen Blauwal handelt. In einem offenen Brief hatten 17 Wissenschaftler, darunter auch Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert, Leiterin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, gefordert, dass Island den Walfang bis zur Klärung der Speziesbestimmung einstellt. -> WEITERLESEN <-

Gestrandete Pottwale stammten aus zwei Gruppen

Schadstoffe und genetische Analysen verraten Herkunft und Gruppenzugehörigkeit

Im Januar und Februar 2016 strandeten 30 junge männliche Pottwale an den Küsten Deutschlands, der Niederlanden, Großbritanniens, Dänemarks und Frankreichs, von denen 24 obduziert werden konnten. Wissenschaftler des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchten diese gestrandeten Tiere gemeinsam mit ihren Kollegen aus den betroffenen Nachbarländern auf Schadstoffe. Sie stellten fest, dass die Tiere zu zwei Gruppen unterschiedlicher Herkunft gehörten. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Fachmagazin „Scientific Reports“. -> WEITERLESEN <-

Die Geschichte von Beebop

„Beebop“ wurde 2001 geboren, er starb nur 3 Jahre später in einem Hainetz

„Beebop“ war ein junger, männlicher Delfin. Normalerweise lassen sich Jungtiere meist nicht identifizieren, weil sie noch keine markanten Narben oder Kerben besitzen und daher nur erkennbar sind, wenn sie neben ihrer Mutter schwimmen. Haben sie sich „abgenabelt“ und sind selbstständig geworden, können die Delfinforscher ihren Lebensweg nicht mehr verfolgen.

Anders „Beebop“: Als Zweijähriger war er bereits gut an einer auffälligen Finnenform mit zwei Kerben zu erkennen. Und so konnten die Meeresbiologin Shanan Atkins und ihre Kollegin den Lebensweg des Kleinen von Geburt an verfolgen, auch als er dann allein durch die Gewässer zog. Die Mutter war den Forschern schon seit Mai 1998 bekannt, das auf den Namen „Line L“ getaufte Weibchen hatte inzwischen schon dreimal Nachwuchs. Beebop wurde 2001 geboren. -> WEITERLESEN <-

Mehr Schutz für Haie und Korallenriffe!

Wege zum schonenden Umgang mit dem Lebensraum Meer

Um der Zerstörung der Meere und ihrer Flora und Fauna durch das sogenannte Shark Finning und die Haifischerei generell, aber auch durch Dynamitfischerei und rücksichtslosem Tourismus entgegenzuwirken, befasst sich Julian Engel im Rahmen seiner Masterarbeit mit dem Ausbau von nachhaltigem Tourismus als alternative Existenzmöglichkeit in Entwicklungsländern. Speziell ging es dem jungen Tropenökologen um die Korallenriffe und den Haitourismus beim Pazifischen Fuchshai (Alopias pelagicus) vor der philippinischen Insel Malapascua.

Julians Arbeit, der sich als 2. Vorsitzender auch in der deutschen NGO Stop Finning engagiert, hatte etliche positive „Nebenwirkungen“. Sie stieß bei Einheimischen und Experten auf so großes Interesse, dass er seine Forschungsergebnisse demnächst auf einem Korallenriffsymposium vorstellen wird und dank seiner Arbeit außerdem erste, wenngleich zaghafte Schritte für ein marines Schutzgebiet eingeleitet wurden.

Hier Julian Engels Erfahrungsbericht seines knapp halbjährigen Einsatzes auf den Philippinen:

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Auf der Kippe: Vertrauen der Verbraucher in das MSC-Siegel

Ergebnisse einer neuen Verbraucherumfrage zu Ökosiegel für nachhaltigen  Fischfang veröffentlicht

Pressemitteilung, 26. April 2018 – Neueste Umfrageergebnisse einer im Auftrag der „Make Stewardship Count“-Koalition durchgeführten Verbraucherumfrage zeigen, dass der Marine Stewardship Council (MSC-Siegel) Gefahr läuft, das Vertrauen der Verbraucher komplett zu verlieren, und zwar als Folge seiner Haltung zu solch wesentlichen Themengebieten wie der Reduzierung des Beifangs von gefährdeten und geschützten Tierarten, der gezielten Verfolgung und Einkesselung von Delfinen, der Zerstörung mariner Lebensräume oder der wirksamen Unterbindung des „Finning“ von Haien, bei dem den meist noch lebenden Tieren die Flossen abgeschnitten werden und die Haikörper dann ins Meer zurückgeworfen werden, wo sie bewegungsunfähig entweder ersticken oder von anderen Tieren gefressen werden.

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Warnung vor „The Ocean Cleanup“

Todesurteil für unverantwortlich viele Meerestiere

Wie utopia.de berichtet, soll „The Ocean Cleanup“ noch in diesem Sommer nach einem Test in der Nordsee mit ersten Meeressäuberungsaktionen im „Great Pacific Garbage Patch“ seine Arbeit aufnehmen. „Das wird ein unheiliger Tag für den Erhalt der Biodiversität in den Meeren“, lautet die Warnung der Deutschen Stiftung Meeresschutz (DSM). -> WEITERLESEN <-

Greenwashing-Skandal: MSC-Fischlabel

Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler fordern: Zertifizierungsstandards verbessern!

Sechsundsechzig Meeres- und Umweltschutzorganisationen – darunter die Deutsche Stiftung Meeresschutz – sowie führende Meereswissenschaftler haben einen offenen Brief an den Vorsitzenden des Marine Stewardship Council (MSC), Dr. Werner Keine, geschrieben, in dem sie den MSC im Hinblick auf „Principle 2“ des Standards (Einfluss auf das Ökosystem) kritisieren.

Tausende von gefährdeten und bedrohten Tierarten sterben unter dem MSC-Siegel

In ihrem Brief verurteilen die Unterzeichner den Marine Stewardship Council, dass er zunehmend Fischereien mit dem MSC-Siegel auszeichnet, obwohl diese Tausende von gefährdeten und bedrohten Tierarten fangen und den marinen Lebensräumen irreversiblen Schaden zufügen. Diese Zertifizierungspraxis, so der Brief, stellt die Glaubwürdigkeit des MSC in Frage und führt Verbraucher in die Irre, die beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten auf dieses Nachhaltigkeitssiegel vertrauen. -> WEITERLESEN <-

Hai-Forschungsprojekt Philippinen – Zwischenbericht

Nachhaltiger Haitourismus als Alternative zu Haifang und Shark Finning

DSM unterstützt Hai-Forschungsprojekt auf den Philippinen: Im Rahmen seiner Masterarbeit setzt sich der Tropenökologe Julian Engel mit der Entwicklung alternativer Existenzmöglichkeiten in Entwicklungsländern auseinander. Sein Fokus ist der Ökotourismus in Korallenriffen am Beispiel des Pazifischen Fuchshais (Alopias pelagicus) auf der philippinischen Insel Malapascua. Die Hälfte seiner Zeit ist vorbei. Hier zieht er eine Zwischenbilanz. -> WEITERLESEN <-

Neues Schutzgebiet bei den Balearen

Ein besonderes Meeresschutz-Weihnachtsgeschenk

Auf der 20. Vertragsstaatenkonferenz der Barcelona-Konvention der Mittelmeer-Anrainerstaaten (17. bis 20. Dezember in Tirana, Albanien) wurden die Gewässer zwischen den Balearen und dem spanischen Festland zu einem besonderen Schutzgebiet von mediterraner Bedeutung (Specially Protected Area of Mediterranean Importance, SPAMI) erklärt. „Ein wichtiger Fortschritt für Wale und Delfine im Mittelmeer und den Erhalt mariner Biodiversität“, erklärt die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM). -> WEITERLESEN <-

Hongkong: Zu viele Haiflossen von gefährdeten Arten

2016 importierte Hongkong 5 718 Tonnen Haiflossen!

Mehr als ein Drittel der in Hongkong verkauften Haiflossen stammt von gefährdeten oder bedrohten Arten. Dies zeigte eine Studie von Wissenschaftlern der Florida International University (FIU). Mittels DNA-Analysen durchleuchteten sie den bisher undurchsichtigen Handel auf dem weltweit größten Markt für Haiflossen in Hongkong. -> WEITERLESEN <-

Artenschutzkonferenz: Mehr Schutz für Haie

Resolutionen zu Unterwasserlärm und Plastikverschmutzung

Am 28. Oktober endete in Manila die 12. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Die Regierungen vereinbarten auf der Artenschutzkonferenz unter anderem, bei der Verringerung negativer Auswirkungen von Meeresmüll, Lärmbelastung, erneuerbaren Energien und Klimawandel auf wandernde Arten zusammenzuarbeiten. Auch erhalten drei Hai- und drei Rochenarten einen besseren Schutzstatus. Der vom Aussterben bedrohte Walhai schaffte es auf Anhang I des CMS – die höchste Kategorie des Abkommens. Schwarzhai (Carcharhinus obscurus) und Blauhai (Prionace glauca) wurden ebenso wie die Rochen Gemeiner Engelhai (Squatina squatina) und zwei Geigenrochenarten in die Anhänge I und II aufgenommen. -> WEITERLESEN <-

Niederlande: Einzigartiges Fischschutzprojekt

Großartig: Niederländer hauen Loch in Deich und bauen Fischmigrationsfluss – damit Fische wieder wandern können!

Während in der ganzen Welt als Antwort auf den durch den Klimawandel steigenden Meeresspiegel Deiche verstärkt und erhöht werden, durchbrechen die Niederländer kurzerhand gewohnte Muster. Sie hauen ein Loch in den Deich! Klingt verrückt, ist es aber nicht. Denn bislang ist das schnurgerade, 32 Kilometer lange Bollwerk (Afsluitdijk) inmitten des Meeres, welches das Ijsselmeer eingrenzt, ein einziges Hindernis für viele Zugfische. Sie können nicht mehr zwischen ihren Lebens- und Laichgebieten vom Süß- ins Salzwasser und umgekehrt wechseln. Das soll sich ab 2022 mit dem Fischschutzprojekt „Fischmigrationsfluss Abschlussdeich“ ändern. -> WEITERLESEN <-

Gegen das große Artensterben: Buch „Biodiversitot“

Damit aus Biodiversität nicht BiodiversiTOT wird!

Die Artenforscher Prof. Dr. Michael Schrödl (SNSB – Zoologische Staatssammlung München) und Dr. Vreni Häussermann (Biologische Forschungsstation Huinay, Chile) rufen in ihrem Buch „Biodiversitot“ dazu auf, die globale Artenvielfalt endlich konsequent und rasch zu erfassen. Solange es sie noch gibt. Insektensterben! Korallenbleiche! Überfischung! Das sind nur die Spitzen des Eisbergs: Das 6. große Artensterben ist in vollem Gang. Millionen von unbekannten Tierarten gibt es noch zu entdecken und zu beschreiben! Doch dafür gibt es weder genügend Stellen noch Forschungsmittel. -> WEITERLESEN <-

Philippinen: Nachhaltiger Haitourismus

Forschungsprojekt zum Haitourismus auf den Philippinen als Alternative zu Haifang und Shark Finning

Im Rahmen seiner Masterarbeit setzt sich Julian Engel mit der Entwicklung nachhaltiger und alternativer Existenzmöglichkeiten in Entwicklungsländern auseinander. Sein Fokus ist der Öko- und Haitourismus in Korallenriffen am Beispiel des Pazifischen Fuchshais (Alopias pelagicus) auf der philippinischen Insel Malapascua. Dort sind Fuchshaie DAS Highlight für Tauchtouristen: In den Korallenriffen gibt es eine „Putzerstation“, an der sich die Haie von Putzerfischen (Labroides dimidiatus) die Parasiten auf ihrer Haut entfernen lassen. -> WEITERLESEN <-

MSC-Fischlabel in der Kritik

MSC unterstützt Jagen und Töten von Delfinen!

Das besonders in Deutschland weit verbreitete, blaue MSC-Siegel / MSC-Fischlabel des Marine Stewardship Council steht für nachhaltige und bestandserhaltende Fischerei – angeblich. Jetzt ist es an eine Thunfischerei aus Mexiko vergeben worden, die beim Thunfischfang Delfine jagt, verletzt und tötet.

Bereits vor einem Jahr zeigte eine interdisziplinäre Studie von Wissenschaftlern aus dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ des GEOMAR-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und internationaler Kollegen, dass viele mit dem MSC-Fischlabel ausgezeichnete Produkte keinesfalls aus nachhaltig operierenden Fischereien stammen. Von 31 Fischbeständen im Nordostatlantik, die die Forscher unter die Lupe nahmen, wurden mehr als zehn Bestände stärker befischt als ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar wäre. Teilweise wurde der vom MSC erlaubte Fang um bis zu 50 Prozent überschritten. -> WEITERLESEN <-

Namibia: Erfolg für den Meeresschutz

Proteste verhindern Ausverkauf der marinen Artenvielfalt Namibias!

Das ist ein großartiger Erfolg für den Delfin- und Meeresschutz im südlichen Afrika: Das chinesische Unternehmen, das vor der Küste Namibias Delfine, Orcas, Haie, Südafrikanische Seebären und andere Meerestiere fangen und für asiatische Aquarien exportieren wollte, hat seine Pläne aufgeben müssen. Als Gründe für den Rückzug werden öffentliche Proteste und mangelnde Unterstützung der Regierung genannt. -> WEITERLESEN <-

Australien: Sondererlaubnis für neue Hainetze

Delfine, Haie, Seekühe und Meeresschildkröten werden für den Tourismus geopfert

Josh Frydenberg, neuer australischer Umweltminister, hat mit einer Sondererlaubnis das Stellen von bis zu 10 Hainetzen an fünf Stränden entlang der Nordküste des Bundesstaates New South Wales ermöglicht. Frydenberg will mit seiner umstrittenen Entscheidung die lokale Tourismusindustrie stützen. Damit verurteilt er unzählige bedrohte Meerestierarten, darunter Delfine, Haie, und Meeresschildkröten, zu einem sinnlosen und grausamen Tod. Wir haben Frydenberg dringend aufgefordert, seine Sondererlaubnis aus Artenschutzgründen rückgängig zu machen und sich für die Installation nicht-tödlicher Haischutzmaßnahmen einzusetzen. -> WEITERLESEN <-

Hainetze: Todesfalle für Haie und Delfine

Südafrika – KwaZulu-Natal: Hainetze vernichten große Haie und seltene Delfinart

Bade- und Surfstrände erfreuen sich an den Küsten von Südafrika oder Australien großer Beliebtheit. Der Bade-Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die umliegenden Städte und Gemeinden. Für Meerestiere wie Delfine, Haie, Meeresschildkröten und größere Fische hört der Spaß allerdings spätestens dann auf, wenn sie auf einen vor Haiangriffen geschützten Strand zuschwimmen. Der Ausflug endet für sie nicht selten tödlich. In Südafrika besonders an den Stränden der an Mosambik angrenzenden Provinz KwaZulu-Natal. -> WEITERLESEN <-

IWC will Vaquita retten

Vaquita im Golf von Kalifornien.

Vaquita im Golf von Kalifornien.
Foto: ©Paula Olson/NOAA/public domain

Illegale Stellnetzfischerei droht die letzten Kalifornischen Schweinswale auszurotten

Vaquitas gelten aufgrund ihres sehr kleinen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum als eine der am stärksten vom Aussterben bedrohte Meeressäugerart der Welt.

Die nur etwa 1,5 Meter groß werdenden Vaquitas (Phocoena sinus), auch Kalifornische Schweinswale genannt, gehören zu den kleinsten Delfinartigen, die es gibt. -> WEITERLESEN <-

Erfolge für Meerestiere auf CITES-Konferenz

Artenschutzkonferenz in Südafrika endet mit Erfolgen für Haie, Rochen und Kaiserfische

Auf der Anfang Oktober 2016 in Johannesburg zu Ende gegangenen 17. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) konnten wichtige Erfolge für den Schutz von Haien, Rochen und des Orange-Prachtkaiserfisches erzielt werden. So finden sich auf CITES-Anhang II jetzt auch drei Arten Fuchshaie, der Seidenhai (Carcharhinus falciformis) sowie neun Arten Teufels- oder Mantarochen wieder. Der Anhang II listet Arten, die vom Aussterben bedroht sein könnten. Der Handel mit diesen Arten oder aus ihnen gefertigten Produkten, ist nur erlaubt, wenn er nachweislich das Überleben der Art nicht gefährdet.

Die Handels-Beschränkungen wurden jeweils mit großer Mehrheit beschlossen. Somit hat CITES seit 2003 immerhin 13 Hai- und elf Rochenarten in seine Anhänge aufgenommen und damit ihren Schutzstatus verbessert – jedes Mal gegen den entschiedenen Widerstand von China, Japan und Island. Es geht also voran beim Haischutz – wenn auch nur in quälend langsamen Schritten. -> WEITERLESEN <-

Umweltgifte gefährden Delfine

Hohe Konzentrationen von PCB und Quecksilber gefährden den Bestand im Ärmelkanal

Nach einer Anfang September vorgestellten Studie der französischen Ökotoxikologin Cyrielle Zanuttini und ihrer Kollegen sind Delfine im Ärmelkanal durch hohe Konzentrationen giftiger Polychlorierter Biphenyle (PCB) und Quecksilber belastet.

Damit bestätigen sich die Ergebnisse einer britischen Studie vom Anfang des Jahres, die die großflächige Vergiftung von Delfinen in europäischen Gewässern mit PCB dokumentierte. Bei rund 400 untersuchten Tieren stellten die französischen Wissenschaftler 1,4 Mal mehr PCB fest als eine vergleichbare Untersuchung aus dem USA gezeigt hatte. Auch die gemessenen Quecksilber-Konzentrationen seien besorgniserregend hoch, warnt Cyrielle Zanuttini. -> WEITERLESEN <-

Hurghada-Delfine besser geschützt

Schutzzonen und neue Regeln für Delfin-Touren und das Schwimmen mit Delfinen

Einen wichtiger Erfolg für die vor Hurghada lebenden Indopazifischen Großen Tümmler erreichte das von uns geförderte Projekt „Care for Dolphins / Delfinschutz im Roten Meer“ der Dolphin Watch Alliance (DWA, Schweiz). Der Gouverneur für das Rote Meer, Generalmajor und Minister Ahmed Abdullah, stimmte einem von der DWA in Zusammenarbeit mit den ägyptischen Behörden und Umweltschutzorganisationen erarbeiteten Verhaltenskodex für Delfinbeobachtungs-Touren und der Einrichtung von zwei Schutzzonen im nördlichen Roten Meer vor Hurghada zu. Die neuen Regularien sind für die Tourenanbieter verbindlich. Die Einhaltung der Schutzzonen, die im September 2016 eingerichtet werden, soll durch Ranger des „Red Sea“ Nationalparks durch verstärkte Patrouillen kontrolliert werden. -> WEITERLESEN <-

Überleben zwischen Wasser und Land

Meeresschildkröten:  Seit über 250 Millionen Jahren – weit vor der Zeit der Saurier – leben sie in den Weltmeeren in fast unveränderter Form und Aussehen

Gemeinsam mit Salzwasserkrokodilen, Meeresschlangen und den Galapagos-Meerechsen gehören Meeresschildkröten heute zu den einzigen Reptilien, die im Salzwasser leben. Sie kommen weltweit in tropischen und temperierten Gewässern vor. Die meisten Arten, bis auf die Lederschildkröte und einige Bastardschildkröten, bevorzugen seichte Küstengewässer. Aber alle schwimmen extrem weite Strecken von ihren Nahrungsgründen zu ihren Niststränden.

Heute sind die sieben noch existierenden Arten vom Aussterben bedroht: Suppenschildkröte (Chelonia mydas), Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata), Unechte Karettschildkröte (Careta caretta), Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea), Atlantische Bastardschildkröte (Lepidochelys kempii), Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) und die Australische Suppenschildkröte (Natator depressus). -> WEITERLESEN <-

Wenn Eisbären das Eis fehlt

Wissenschaftler sprechen von einem 50-prozentigen Rückgang der Eisbären-Population in der südlichen Beaufortsee

In der Beaufortsee vor der Küste von Alaska und der kanadischen Territorien Yukon und Nordwest gibt es immer weniger Eisbären. Hauptgrund sind die in den letzten Jahren durch den Klimawandel immer stärker dahinschwindenden Eisflächen in diesem etwa 476.000 km² großen Teil des Nordpolarmeeres. Besonders Eisbärenbabys sowie ältere und kranke Bären stellt der sich verändernde Lebensraum vor ernsthafte Überlebensprobleme. Laut einer im April 2016 veröffentlichen Studie von Wissenschaftlern der Universität von Alberta müssen die majestätischen Bären besonders in der Beaufortsee immer weitere Strecken im Polarmeer zwischen Eisschollen zurücklegen, um dort Robben zu jagen und die notwendigen Fettreserven für den langen arktischen Winter anlegen zu können. -> WEITERLESEN <-

Roter Thun: Giganten auf der Roten Liste

Rote Thunfische sind gewaltige Raubfische

Bei einer Länge von bis zu 5 Metern kann ein ausgewachsener Roter Thun 700 Kilogramm und mehr auf die Waage bringen. Doch derart große Exemplare sind heute eine Rarität: Die räuberischen Giganten stehen wegen ungehemmter Raubfischerei auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. -> WEITERLESEN <-

Seepferdchen: faszinierend und gefährdet

Jeden Morgen vollführen Männchen und Weibchen zur Begrüßung einen graziösen Tanz

In der griechischen Mythologie heißt es, sie seien Nachfahren der Rösser, die Poseidons Streitwagen zogen. Sie haben einen Pferdekopf, den Beutel eines Kängurus, ihr Schwanz ähnelt dem von Affen und sie können ihre Körperfarbe ihrer Umgebung anpassen. In einer Bauchtasche brüten die Männchen Eier aus und gebären den Nachwuchs einzeln und lebendig. Und doch ist hier von Fischen die Rede. Von ebenso schönen und faszinierenden wie bedrohten Fischen. Seepferdchen gehören mit den Fetzenfischen und weiteren Arten zur Familie der Seenadeln (Syngnathidae). Weltweit solle es zwischen 50 und 80 Arten geben und man kann wohl davon ausgehen, dass noch einige neue Arten ihrer Entdeckung harren – falls sie nicht vorher ausgestorben sind. -> WEITERLESEN <-

Pottwal Todesfalle Nordsee

13 Pottwale strandeten zwischen Januar und Februar 2016 vor Schleswig-Holstein

An dem, was die 13 jungen männlichen Pottwale, deren spektakuläre Strandungen und trauriger Tod vor Schleswig-Holstein für ebenso große Aufmerksamkeit wie offene Fragen sorgte, im Magen hatten, sollen sie bei ihrem Ausflug in die Todesfalle Nordsee zwar nicht gestorben sein. Aber sonderlich gesund dürften verschluckte Fischernetze, Plastikabdeckungen aus dem Motorraum eines Ford oder ein kaputter Eimer auch nicht sein. -> WEITERLESEN <-

Walfang: Orcas jagen kleine Meeressäuger

Der ehemals exzessive Walfang im Nordpazifik beeinträchtigt bis heute zahlreiche Tierarten

Da die großen Walarten in der Vergangenheit enorm dezimiert wurden, sind deren Jäger, die auch Schwertwale genannten Orcas (Orcinus orca) gezwungen, auf kleinere Meeressäuger wie Seehunde, Pelzrobben, Seelöwen und Seeotter als Jagdbeute auszuweichen. Somit werden auch diese Arten indirekt Opfer des kommerziellen Walfangs. -> WEITERLESEN <-

Haie: Gejagte Jäger

Experten warnten bereits vor über 20 Jahren vor der Ausrottung vieler Hai-Arten

Vor über 450 Millionen Jahren tauchten die ersten Haie in den Meeren auf. Heute gibt es etwa 350 bis 370 Arten, von harmlosen handspannengroßen Exemplaren über Jäger, wie den Weißen Hai, bis hin zum größten Fisch der Welt, dem 18 Meter langen Walhai. Ausgerechnet die beiden größten, der 15 Meter große Riesenhai und der Walhai, ernähren sich dabei ausschließlich von Plankton und sind ebenso friedlich wie bislang weitgehend unerforscht. -> WEITERLESEN <-

Totengeläut für das Einhorn der Meere

Inuit rotten Narwale aus – Mit ihrem sagenumwobenen bis zu 3 Meter langen spiralförmig gedrehten Stoßzahn gehören Narwale zu den sonderbarsten Bewohnern der Weltmeere

Der Ursprung der Einhorn-Legende könnte bald auch nur noch ein Mythos sein. Hauptgrund ist die hemmungslose Jagd grönländischer Inuit auf die über 4 Meter großen und bis zu 1,5 Tonnen schweren Wale. Innerhalb weniger Jahrzehnte haben sich die Bestände auf ein Viertel dezimiert – Narwale drohen auszusterben.

Narwale leben in arktischen und subarktischen Gewässern nördlich des Polarkreises entlang der Küsten Kanadas, Grönlands und Sibiriens. Der berühmte Stoßzahn aus Elfenbein wächst meist aus dem vordersten linken Zahn des Oberkiefers und ist stets linksspiralig gewunden. In der Regel sind nur die Männchen derart bewehrt. Allerdings kann es auch bei weiblichen Narwalen gelegentlich zur Ausbildung eines oder sogar zweier Stoßzähne kommen. -> WEITERLESEN <-

Forschungsarbeit über Bullenhaie in Fidschi

Bullenhaie sollen zur „flagship species“ für den Haischutz in Fidschi werden

Seit 2015 unterstützt die Stiftung die Dissertation der Schweizer Meeresbiologin Kerstin Glaus von der Universität Basel, die mit ihrer Forschungsarbeit den Haischutz in Fidschi fördern will. Kerstin Glaus widmet sich in ihrer Doktorarbeit dem Vorkommen des Bullenhais (Carcharhinus leucas) in den Gewässern des Inselstaates im Südpazifik. Die bis zu 2,1 m langen und 91 kg schweren Männchen und die bis zu 3,5 m großen und 318 kg schweren Weibchen leben bevorzugt in Küstennähe. Man findet sie vor Amerika im Atlantik und Pazifik, südlich der Sahara vor Afrika, vor Indien, Südostasien und Australien. Manche Vertreter bewohnen sogar das Süßwasser von Flüssen und Seen.

Haie spielten in Fidschi schon immer eine große Rolle

Artikel „Auf den Spuren der Haie von Fidschi“ aus der Welt am Sonntag vom 13.08.2017 – Mit freundlicher Genehmigung von Katja Trippel (Autorin) und Tom Vierus (Bildrechte, www.tomvierus.com). PDF-download

Früher wurden Haie in Fidschi als Götter verehrt, heute spült der lokale Hai-Tourismus Geld in die Kassen der Insel, und auch die Haifischerei ist nicht unbedeutend. „Haie haben aber auch eine ökologisch überaus relevante Bedeutung“, erläutert die Haiforscherin Kerstin Glaus. So wurde in Fidschi dokumentiert, wie die Dezimierung von Schwarzspitzen-Haien (Carcharhinus melanopterus) mit Biodiversitätsverlusten von Korallenriffen einherging.

„Flagship Species“ Bullenhai

Die Regierung in Fidschi ist willens, mehr für den Schutz ihrer Haie zu tun. Doch dafür werden dringend wissenschaftlich fundierte Daten benötigt, die die Haiforscherin liefern will: „Mein Forschungsprojekt beinhaltet das Potenzial, den Bullenhai zur „flagship species“ für den nationalen Haischutz in Fidschi zu etablieren.“
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Whalewatching – Fluch und Segen

Bootsausflüge zu Walen und Delfinen gehören zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen

Für viele Millionen Touristen sind Fahrten zu den Giganten der Meere oder ihren kleineren Verwandten, den Delfinen, der Höhepunkt ihrer Urlaubsreise. Doch Wissenschaftler beobachten zunehmend negative Auswirkungen des Whalewatching bei touristisch intensiv genutzten Meeressäugerpopulationen. Sorgen bereiten dabei, neben den oft tödlichen Kollisionen mit Whalewatching-Booten, vor allem langfristige Effekte auf das Verhalten der Meeressäuger, wie Vertreibung aus Nahrungs- und Rückzugsgebieten oder sinkende Vermehrungsraten. -> WEITERLESEN <-

Bedrohte Riesen: Walhaie

Wenn sein Name fällt, bekommen nicht nur Taucher große Augen

Doch Begegnungen mit dem größten Fisch der Erde, dem Walhai (Rhincodon typus), sind selten geworden: Sein Fleisch ist vor allem in Asien eine beliebte Delikatesse. Die große Nachfrage nach Walhai-Fleisch, besonders in Taiwan und Hongkong, und die Aussicht auf über 3.000 € pro erlegtem Walhai verlocken Fischer immer wieder dazu, die Meeresgiganten zu jagen. So sind sie vielerorts bereits ausgestorben oder akut davon bedroht und finden sich heute als gefährdete Art auf der Roten Liste der IUCN wieder. -> WEITERLESEN <-

Langleinenfischerei vernichtet Meerestiere

Raubfischerei: Langleinen tragen massiv zur Überfischung der Weltmeere bei

Mit der Einführung der Langleinenfischerei war anfangs die Hoffnung verbunden, eine effektive und selektive Fangtechnik gefunden zu haben. Was folgte war Ernüchterung und heftige Kritik. Die Langleinenfischerei reißt sowohl die Zielfischarten als auch durch ihre horrenden Beifangraten zahlreiche Nichtzielarten in den Abgrund. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) von 2005 lag die Beifangrate in der Langleinenfischerei bei durchschnittlich ca. 20 Prozent der Gesamtfangmenge. Wissenschaftler und Meeresschützer prangern sie als eine der größten Bedrohungen für Haie und Rochen sowie für Nichtzielarten wie Albatrosse, Fregattvögel oder Meeresschildkröten an. Hinzu kommt die mittlerweile starke Überfischung der Zielfischarten wie dem Schwarzen Seehecht (Dissostichus eleginoides) im Südpolarmeer oder dem Roten Thunfisch (Thunnus thynnus) im Mittelmeer, insbesondere durch illegal operierende Piratenfischer. Beide Arten sind mittlerweile fast ausgerottet. -> WEITERLESEN <-

Umweltgift PCB gefährdet Delfine

Meeressäuger im Mittelmeer hochgradig belastet

Große Tümmler, Orcas und andere Delfinarten in europäischen Gewässern sind hochgradig mit dem Umweltgift PCB (Polychlorierte Biphenyle vergiftet, und zwar so stark wie nirgendwo sonst. Zu diesem erschreckenden Fazit kommt der neue Scientific Report des Zoologen Paul Jepson und seiner Kollegen von der Zoologischen Gesellschaft in London. Über 25 Jahre hinweg untersuchten Jepson und sein Team 1.081 Große Tümmler, Streifendelfine, Orcas und Schweinswale. Es handelte sich zum Großteil um gestrandete Tiere, 150 Meeressäuger wurden lebend auf Umweltgifte untersucht. -> WEITERLESEN <-

Barbarische Haiflossen-Fischerei

Jedes Jahr sterben über 38 Millionen Haie allein wegen ihrer Flossen einen grausamen Tod

Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten „Shark Finning“, schneiden Fischer den Tieren direkt nach dem Fang die Flossen ab, um die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere anschließend wieder zurück ins Meer zu werfen, wo sie langsam sterben. Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten. -> WEITERLESEN <-

Tödliche Plastikabfälle

Edgar Allen Poe würde heute wohl eher über einen „Sturz in den Müllstrom“, denn von einem in einen Mahlstrom erzählen

Die Meere drohen an dem, was bei der Zivilisation hinten heraus kommt, zu ersticken. Von den jährlich mehr als 125 Millionen Tonnen Kunststoff, die wir produzieren, landet ein beträchtlicher Teil als tödlicher Plastikmüll im Meer. Plastikabfälle werden nicht nur an Stränden zurückgelassen oder von Schiffen aus ins Wasser geworfen. Sie gehen als Netzreste aus der Fischerei verloren oder werden gezielt im Meer als Abfallbeseitigung versenkt. Ein beträchtlicher Anteil wird von Flüssen und Wind ins Meer geschwemmt und getragen. Hätten Kolumbus und seine Männer ihre Lebensmittel schon in Plastiktüten transportiert – die Reste davon würden sich noch heute an Amerikas oder, je nach Strömungslage, auch an viel weiter entfernten Stränden finden. Insofern haben die Meere sogar noch Glück, dass sich Plastik, als wesentlicher Bestandteil der industriellen Wegwerf-Gesellschaft, erst seit dem vergangenen Jahrhundert so großer Beliebtheit erfreut.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) bestehen drei Viertel des Mülls im Meer aus Kunststoffen. Durchschnittlich treiben etwa 13.000 Partikel aus Plastikmüll auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. -> WEITERLESEN <-

Großer Erfolg: 25 Jahre SAFE

Das Logo SAFE des internationalen Kontrollprogramms für delfinsicher gefangenen Thunfisch.Durch SAFE wurde „delfintödlicher“ Dosenthunfisch weltweit weitestgehend vom Markt gefegt

Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet: SAFE, das internationale Kontrollprogramm für delfinsicher gefangenen Thunfisch des Earth Island Institute aus Kalifornien (EII). -> WEITERLESEN <-

Ungleicher Sex: Löcherkraken haben die kleinsten Männchen

Oktopus mit gewaltiger Frauenpower und den kleinsten Männchen

Eine der krassesten Formen unterschiedlicher Geschlechtergrößen entdeckten australische Forscher 2002 beim seltenen Blanket-Oktopus oder Löcherkraken. Sie haben die kleinsten Männchen im Tierreich. Man könnte es ungleicher Sex nennen, wenn die nur 3 cm großen Männchen auf 10 kg schwere Weibchen treffen. Doch der extreme Geschlechtsdimorphismus hat seinen Sinn und hängt wahrscheinlich mit der Lebensweise dieser seltenen Krakenart zusammen. -> WEITERLESEN <-

Doch nicht ausgestorben: Omurawal

Erstmals in der Geschichte wurden lebende Exemplare fotografiert

Der Omurawal ist nicht ausgestorben! Zwischen 2011 und 2014 sichtete ein internationales Team von Ozeanforschern um Salvatore Cerchio von der Woods Hole Oceanographic Institution und dem New England Aquariumsie vor der Küste Madagaskars mehrfach die als ausgestorben geltenden Bartenwale. Es gelang ihnen sogar, erstmals in der Geschichte lebende Exemplare zu fotografieren und die Lebensweise dieser, dem Brydewal zum Verwächseln ähnlich sehenden, Bartenwale zu untersuchen. Ihren Sensationsfund veröffentlichten die Forscher  im Oktober 2015 im Online-Fachportal „Royal Society Open Science“. -> WEITERLESEN <-

Klimawandel beeindruckt Meeressäuger nicht

Wissenschaftler erwarten geringe Auswirkungen auf die Artenvielfalt

Der Klimawandel wird die Artenvielfalt der Meeressäuger in den kommenden 40 Jahren wahrscheinlich wenig verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ein Forscherteam um die Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin am Institut für Biologie I der Universität Freiburg, in dem Internet-Fachportal PlosOne veröffentlicht hat. In Hinblick auf die verschiedenen Arten ist das Bild uneinheitlich: Während es für knapp die Hälfte durch den Verlust von Lebensraum enger werden könnte, vergrößern sich die Verbreitungsgebiete der anderen Hälfte um bis zu 40 Prozent. -> WEITERLESEN <-