Artenschutzkonferenz: Erfolge für Meerestiere

Haie, Rochen und Kaiserfische profitieren von Beschlüssen auf der Artenschutzkonferenz (CITES)

Anfang Oktober 2016 ging in Johannesburg die 17. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) zu Ende. Dabei wurden wichtige Erfolge für den Schutz von Haien, Rochen und des Orange-Prachtkaiserfisches erzielt. So finden sich auf CITES-Anhang II jetzt auch drei Arten Fuchshaie, der Seidenhai (Carcharhinus falciformis) sowie neun Arten Teufels- oder Mantarochen wieder. Der Anhang II listet Arten, die vom Aussterben bedroht sein könnten. Daher ist der Handel mit diesen Arten oder aus ihnen gefertigten Produkten, nur erlaubt, wenn er nachweislich das Überleben der Art nicht gefährdet. Diese Handels-Beschränkungen beschloss die Artenschutzkonferenz jeweils mit großer Mehrheit. Somit hat CITES seit 2003 immerhin 13 Hai- und elf Rochenarten in seine Anhänge aufgenommen. Damit hat sich ihr internationaler Schutzstatus verbessert. Doch China, Japan und Island leisten immer entschiedenen Widerstand. Dennoch geht es voran beim Haischutz – wenn auch nur in quälend langsamen Schritten.

Ungebrochen hohe Nachfrage nach Hai-Produkten

Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich etwa 100 Millionen Haie gefischt werden. Einige Arten erlitten dadurch extreme Populationsrückgänge von 80 Prozent und mehr. Dennoch bleibt die Nachfrage hoch, mit steigender Tendenz. Vor allem Haiflossen, Fleisch und Kiemenblättchen sind sehr gefragt. Viele Haiarten werden diesen Überfischungsgrad nicht mehr lange verkraften. Sie werden aussterben.

Mit der neuen Einstufung auf Anhang II ist nun möglich, eine gewisse Kontrolle über den Handel mit den betroffenen Arten zu gewinnen. Das ewige Dilemma des internationalen Artenschutzes bleibt dennoch bestehen. Denn meist muss eine Art erst an den Rand der Ausrottung gedrängt sein, bevor Maßnahmen zu ihrem Schutz verhängt werden.

Handelsbegrenzung auch für Korallenfische

Außerdem stimmte die Artenschutzkonfernez auch für Handelseinschränkungen für Orange-Prachtkaiserfische (Holacanthus clarionensis). Diese prächtigen und bildschönen Korallenfische erzielen Preise von bis zu 3.000 Euro für ein Exemplar. Mittlerweile stehen sie auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) mit dem Status „gefährdet“.

CITES

Der Handel von Wildtieren und -Pflanzen und aus ihnen gefertigten Produkten generiert weltweit jährlich fast 290 Milliarden Euro. Die zum Teil enormen Entnahmeraten bringen viele Arten an den Rand der Ausrottung. Vor allem der Zoo- und Heimtierhandel, Trophäenjagd und traditionelle chinesischen Medizin (TCM) sind dafür verantwortlich. Denn solange wildlebende Arten nicht explizit durch CITES geschützt sind, dürfen sie international frei gehandelt werden.

Alle drei Jahre treffen sich die derzeit 183 Vertragsstaaten zur Artenschutzkonferenz auf der CITES-Vollversammlung. Dort wird über zukünftige Handelsbeschränkungen für bedrohte Arten und aus ihnen gefertigten Produkten beraten und beschlossen. Zu Klassikern gehören dabei die jedes Mal neu entflammenden Diskussionen um Freigaben des Handels mit Elfenbein oder Rhino-Horn. Beides bleibt auch nach der 17. CITES-Konferenz verboten.
Foto oben: Seidenhai von Alex Chernikh – Фото Алекса Черных, Гардинес де ла Рейна, Куба