Finnwale in der Adria

Finnwale (Balaenoptera physalus) sind die einzigen Bartenwale, die ganzjährig im Mittelmeer leben. Sie sind nach dem Blauwal die zweitgrößten Tiere der Erde und erreichen Größen bis zu 27 m, auf der Nordhalbkugel aber meist nicht mehr als 24 m. Ihr Gewicht reicht von 30 bis 80 t. Die Gesamtpopulation im Mittelmeer liegt vorsichtigen Schätzungen zufolge bei weniger als 2.500 erwachsenen Tieren. Gelegentlich lassen sich Finnwale auch in der Adria blicken. Dies dürfte mit einem zeitweise günstigen Nahrungsangebot zusammenhängen.

Finnwale gehören zu den Filtrierern: Sie ernähren sich von Plankton und Kleingetier. Dabei nehmen sie einen „Mundvoll“ Wasser auf, aus dem sie sich ihre Beute herausseihen. Ein Mundvoll heißt bei ihnen rund 70.000 Liter Wasser! Dann pressen sie es durch ihre Barten wieder hinaus, sodass die Beute daran hängen bleibt und hinuntergeschluckt werden kann.

Finnwal in der Adria vor Hvar

Finnwal in der Adria vor der Insel Hvar. Sogar weiter nördlich vor der kroatischen Insel Krk und im Velebitkanal gab es schon Sichtungen der zweitgrößten Tiere der Erde. Foto: Martina Duras/VAL-DSM

Aufgrund dieser Ernährungsweise sind Finnwale einem besonders hohen Risiko durch Mikroplastik ausgesetzt: Sie nehmen es mit dem Wasser als auch über das ebenfalls damit belastete Zooplankton auf. Finnwale gelten weltweit als gefährdet und sind geschützt. Das gilt auch für Finnwale in der Adria.

Finnwal-Sichtungen in der Adria

Fast jedes Jahr gibt es ein oder zwei Meldungen über Sichtungen von Finnwalen in der Adria. Im Jahr 2020 ließen sich die Bartenwale allerdings außergewöhnlich häufig hier blicken.

So wurde im März 2020 ein etwa 12 m großes Tier bei der Insel Vis gesichtet. Im April tauchten vier Finnwale bei Rogoznica auf. Im Juli wurde einer vor Omiš gesichtet, und einer (oder derselbe) vor Vrgada, im August wurde ein Finnwal unter der Krk-Brücke gesichtet, im September einer im Velebitkanal (es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um dasselbe Tier wie im August gehandelt hat).

Und Anfang November entdeckte ein Fischer zwei Finnwale im Golf von Triest, im slowenischen Teil der Adria.

2021 gab es eine dokumentierte Sichtung im Juli bei Sušac in Süddalmatien.

Verhaltenstipps für Bootsfahrer

Die oberste Devise lautet: See a blow go slow.

Blas von Buckelwalen

See a blow, go slow: Siehst du einen Blas, geh vom „Gas“. Hier ist der typische Blas von Buckelwalen zu sehen. Eine Art, die im gesamten Mittelmeer sehr selten ist. Aber auch schon in der Adria gesichtet wurde. Foto: Thara58/Pixabay

  • Sprich: Bei Sichtung eines Finnwals in der Adria unbedingt die Geschwindigkeit drosseln: nicht mehr als 5 kn bzw. 9 km/h. Sind die Meeressäuger in Ihrer Nähe, schalten Sie in den Leerlauf.
  • Mit dem Boot einen Mindestabstand von 100 Metern einhalten, bei Anwesenheit von 3 Booten 200 m.
  • Als Faustregel gilt, je mehr Boote bei einer Beobachtung anwesend sind, desto größer sollte der Abstand zu den Meeressäugern sein. Die Tiere könnten sich sonst eingekesselt oder bedrängt fühlen.
  • Bleiben Sie nicht länger als ca. 30 Minuten.
  • Fahren Sie nie auf Meeressäuger zu. Nähern Sie sich ihnen nur seitlich, nie frontal von vorn oder hinten. Vermeiden Sie abrupte Richtungs- und Beschleunigungsänderungen.
  • Bitte melden Sie Totfunde, Sichtungen von kranken oder verletzten Meerestieren an die allgemeine kroatische Rufnummer 112, die sich um alles Weitere kümmert. Oder an uns zur Weiterleitung.

Die Empfehlungen richten sich nach den Vorgaben der kroatischen Naturschutzbehörde.

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Titelfoto: Finnwal, Wayne Hoggard/NOAA

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