Fisch des Jahres: Der Atlantische Lachs

Fisch des Jahres 2019 ist der Atlantische Lachs (Salmo salar). Ausgewählt vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Damit will man auf die kritische Situation der Lachse in Deutschland hinweisen. Denn für eine erfolgreiche Lachs-Wiederansiedlung fehlt es an passierbaren Flüssen. Es gibt zu wenig intakte Laichgebiete. Diese müssen dringend wiederhergestellt werden.

In Deutschland ist der Fisch des Jahres 2019 vom Aussterben bedroht

Zu wenige passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate

Bereits 1992 und 2000 war der Atlantische Lachs Fisch des Jahres. Die Auszeichnung gibt es seit 1984. Sie macht auf schädigende Einflüsse auf die Lebensräume der jeweiligen Fischart aufmerksam.

Wanderer zwischen den Welten

Springender Lachs.

Auf seiner Wanderung kann ein Lachs bis zu 2 m hohe Hindernisse überspringen – © Pixabay

„Der Lachs ist ein anspruchsvoller Wanderfisch. Er braucht unverbaute und saubere Flüsse und Bäche, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in seine Laichgebiete zu kommen und sich dort erfolgreich fortzupflanzen. Damit der Fisch des Jahres bald wieder in größerer Anzahl durch Flüsse wie den Rhein schwimmen kann, müssen wir die Anzahl der Barrieren in den Flüssen deutlich verringern und wirksame Auf- und Abstiegsanlagen errichten“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

„Der Lachs gehört bei uns zu den wohl bekanntesten Fischarten. Leider ist weit weniger bekannt, dass menschliche Aktivitäten seine Lebensräume zerstört haben. Es ist in den letzten Jahren gelungen, die Wasserqualität deutlich zu verbessern. Die Struktur der Gewässer, mangelnde Durchgängigkeit wie auch das Fehlen von Laichhabitaten in den Oberläufen jedoch erschweren seine Wiederansiedlung“, so die DAFV-Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan.

Der Bestand kommt nicht wirklich voran

Springender Lachs.

© Pixabay

Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchschwammen Lachse regelmäßig Rhein und Elbe. Dann zerstörten die zunehmende Belastung mit Abwässern und Veränderungen der Gewässer seine Lebensräume. Auch ihre Wanderwege die anderer Fischarten wurden zunehmend blockiert.

Mit Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 erhielten die seit den 1990er-Jahren laufenden Bemühungen zur Lachs-Wiederansiedelung entscheidende Unterstützung. Seither macht man Fließgewässer schrittweise wieder durchwanderbar. Flusstypische Lebensräume werden wiederhergestellt.

Auch in den kommenden Jahren ist vorgesehen, den Fischauf- und -abstieg durch Wanderhilfen zu verbessern und mehr Gewässer zu renaturieren. Dies ist dringend erforderlich, um für Lachse und andere Fischarten geeignete Lebensräume zu schaffen.
DSM im November 2018 – Quelle: BfN

Hintergrund

Atlantische Lachse werden 60 bis 100 cm lang. Sie erreichen 3 bis 15 kg Körpergewicht. Wobei einzelne Exemplare auch größer und schwerer werden. Sie gehören, wie auch Forellen, zur Familie der Salmoniden (Lachsfische). Es handelt sich um sogenannte anadrome Fische. Diese beginnen ihr Leben in Flüssen. Im Süßwasser. Als Jungfische schwimmen sie dann ins Meer. Dort bleiben sie. Erst zum Laichen kehren an ihren Geburtsort zurück.

Lachse.

© PIXABAY

Ihr Körper ist spindelförmig. Die Zähne sind gut entwickelt. Im Meer sind sie silbrig. Kurz vor der Laichzeit zeigen die Männchen ihre auffällige Laichfärbung. Sie reicht von goldenen, roten bis hin zu moosgrünen Farben. Ihr Unterkiefer wird zum charakteristischen „Laichhaken“.

Die Weibchen schlagen am Laichplatz mit mächtigen Schwanzschlägen schüsselförmige Gruben. Meist mit einem Durchmesser von 1 bis 2 m. Dort hinein legen sie die Eier. Anschließend erfolgt die Besamung. Anschließend schützen sie die Laichgrube mit Kies und Sand. Viele Lachse sterben nach dem Laichen. Nur wenige wandern als sogenannte Kelts wieder ins Meer.

Der Lachs steht als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands

Lachse haben hohe Umweltansprüche. Deshalb benötigen sie naturnahe, bevorzugt kiesige bis steinige Gewässerbereiche mit geringen Feinsedimentanteilen. Das Wasser muss kühl und sauerstoffreich sein. Unverzichtbar sind zudem freie Wanderwege.

Früher gab es Lachse in vielen europäsichen Flüssen. Südlich von Portugal und Nordspanien bis nördlich nach Island. Von Westen nach Osten über Frankreich, Großbritannien, Deutschland, ganz Skandinavien bis nach Russland.

Heute züchtet man Lachse in Massentierhaltung (Aquakultur). Die Bedingungen unter denen sie leben, sind meist katastrophal. Der Medikamenteneinsatz hoch. Trotzdem zählt Lachs in Deutschland zu den beliebtesten Speisefischen.
Quelle: BfN