Artenschutzkonferenz: Mehr Schutz für Haie

Resolutionen zu Unterwasserlärm und Plastikverschmutzung

Am 28. Oktober endete in Manila die 12. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Die Regierungen vereinbarten auf der Artenschutzkonferenz unter anderem, bei der Verringerung negativer Auswirkungen von Meeresmüll, Lärmbelastung, erneuerbaren Energien und Klimawandel auf wandernde Arten zusammenzuarbeiten. Auch erhalten drei Hai- und drei Rochenarten einen besseren Schutzstatus. Der vom Aussterben bedrohte Walhai schaffte es auf Anhang I des CMS – die höchste Kategorie des Abkommens. Schwarzhai (Carcharhinus obscurus) und Blauhai (Prionace glauca) wurden ebenso wie die Rochen Gemeiner Engelhai (Squatina squatina) und zwei Geigenrochenarten in die Anhänge I und II aufgenommen.

Artenschutz für wandernde Tierarten

Das vom Umweltprogramm der Vereinen Nationen (UNEP) getragene Abkommen (englisch Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS), nach seinem Gründungsort auch Bonner Konvention genannt und dem aktuell 126 Länder angehören, verpflichtet die Vertragsstaaten, nationale Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten zu treffen, einschließlich deren nachhaltiger Nutzung.

Umweltverträglichkeitsprüfungen bei lärmintensiven Aktivitäten im Meer

Mit einer Resolution zum Thema Unterwasserlärm wurden international gültige Richtlinien für Umweltverträglichkeitsprüfungen bei lärmintensiven Aktivitäten in den Ozeanen auf der Artenschutzkonferenz verabschiedet. Damit erhalten CMS-Mitgliedsstaaten ein Instrument, um z.B. die Lärmbelastung für Meerestiere beim Einsatz von Seismik bei Öl- und Gasexplorationen zu überprüfen.

Weniger Plastikmüll gefordert

Mit einer Resolution zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung der Meere sollen die Mitgliedsstaaten der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten zukünftig auf die gefährlichsten, toxischen Plastiksorten verzichten. Auch soll Mikroplastik reduziert und das globale Problem der Geisternetze angegangen werden.

Haischutz kommt voran, wenn auch nur langsam

Haiflossen zum Verkauf in Hong Kong.

Haiflossen zum Verkauf in Hongkong.
Foto: Jessica King, Marine Photobank

Angesichts von geschätzten 370 bis 380, vielleicht auch über 400 Haiarten, um deren Bestände es samt und sonders nicht gut aussieht, sind drei jetzt unter strengerem Artenschutz stehende Arten zwar wichtig, aber auch nicht gerade viel. Die Weltgemeinschaft tut sich sehr schwer, gegen den übermächtigen Druck der Fischereilobby bessere Schutzmaßnahmen für die bedrohten Knorpelfische durchzudrücken.

Auf der letzten Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) im Oktober 2016 gelang dies zumindest für drei Arten Fuchshaie, den Seidenhai (Carcharhinus falciformis) sowie neun Arten Teufels- oder Mantarochen. Somit konnte CITES seit 2003 immerhin 13 Hai- und elf Rochenarten in seine Anhänge aufnehmen und damit ihren Schutzstatus verbessern – jedes Mal gegen den entschiedenen Widerstand von China, Japan und Island.

Viel Rauch um nichts?

Wie nach derartigen Konferenzen üblich, wird sich erst, nachdem der Pulverdampf verzogen ist und sich die erhitzten Gemüter der Teilnehmer der Artenschutzkonferenz wieder beruhigt haben, zeigen, wie konsequent die Resolutionen angewendet und umgesetzt werden. Für die betroffenen Hai- und Rochenarten z.B. ist dies die Frage schlechthin – es ist ihre Überlebensfrage.
DSM, 31. Oktober 2017

Von uns geförderete Haischutzprojekte:

Webseite der CMS