Artenschutzkonferenz: Mehr Schutz für Haie

Resolutionen zu Unterwasserlärm und Plastikverschmutzung

Am 28. Oktober 2017 endete in Manila die 12. Artenschutzkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Dabei wurde unter anderem vereinbart, die negativen Auswirkungen von Meeresmüll, Lärmbelastung, erneuerbaren Energien und Klimawandel auf wandernde Arten gemeinsam anzugehen. Erfreulich war auch, dass drei Hai- und drei Rochenarten einen besseren Schutzstatus erhalten. So schaffte es der vom Aussterben bedrohte Walhai auf Anhang I, die höchste Schutzstufe, des CMS. Dafür wurden Schwarzhai (Carcharhinus obscurus), Blauhai (Prionace glauca) ebenso wie der Gemeine Engelhai (Squatina squatina) und zwei Geigenrochenarten in die Anhänge I und II aufgenommen.

Artenschutz für wandernde Tierarten

Das CMS (englisch Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals) wird vom Umweltprogramm der Vereinen Nationen (UNEP) getragen. Nach seinem Gründungsort nennt man es auch Bonner Konvention. Aktuell gehören ihm 126 Länder an. CMS-Vertragsstaaten verpflichten sich, nationale Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten zu treffen. Das umfasst auch deren nachhaltige Nutzung.

Umweltverträglichkeitsprüfungen bei lärmintensiven Aktivitäten im Meer

Erfreulich war auch eine Resolution zum Thema Unterwasserlärm. Darin vereinbarte man international gültige Richtlinien für Umweltverträglichkeitsprüfungen bei lärmintensiven Aktivitäten in den Ozeanen. Somit erhalten CMS-Mitgliedsstaaten nun ein Instrument, um z.B. die Lärmbelastung für Meerestiere beim Einsatz von Seismik bei Öl- und Gasexplorationen zu überprüfen.

Weniger Plastikmüll gefordert

Eine weitere Resolution befasste sich mit der Bekämpfung der Plastikverschmutzung der Meere. Zukünftig wollen die Mitgliedsstaaten der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten auf die gefährlichsten, toxischen Plastiksorten verzichten. Auch soll Mikroplastik reduziert werden. Zusätzlich will man das globale Problem der Geisternetze angehen.

Haischutz kommt voran, wenn auch nur langsam

Haiflossen zum Verkauf in Hong Kong.

Haiflossen zum Verkauf in Hongkong.
Foto: Jessica King, Marine Photobank

Angesichts von geschätzten 370 bis 380, vielleicht auch über 400 Haiarten, um deren Bestände es samt und sonders nicht gut aussieht, sind drei jetzt unter strengerem Artenschutz stehende Arten zwar wichtig, aber auch nicht gerade viel. Doch die Weltgemeinschaft tut sich sehr schwer, gegen den übermächtigen Druck der Fischereilobby bessere Schutzmaßnahmen für die bedrohten Knorpelfische durchzudrücken.

Auf der letzten Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) im Oktober 2016 gelang dies zumindest für drei Arten Fuchshaie, den Seidenhai (Carcharhinus falciformis) sowie neun Arten Teufels- oder Mantarochen. Somit konnte CITES seit 2003 immerhin 13 Hai- und elf Rochenarten in seine Anhänge aufnehmen. Damit wurde ihr Schutzstatus verbessert. Und dass jedes Mal gegen den entschiedenen Widerstand von China, Japan und Island.

Viel Rauch um nichts?

Wie nach derartigen Konferenzen üblich, wird sich erst, nachdem der Pulverdampf verzogen ist und sich die erhitzten Gemüter der Teilnehmer der Artenschutzkonferenz wieder beruhigt haben, zeigen, wie konsequent die Resolutionen angewendet und umgesetzt werden. Für die betroffenen Hai- und Rochenarten z.B. ist dies die Frage schlechthin – es ist ihre Überlebensfrage.

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