Doch nicht ausgestorben: Omurawal

Erstmals in der Geschichte wurden lebende Exemplare fotografiert

Der Omurawal ist nicht ausgestorben! Zwischen 2011 und 2014 sichtete ein internationales Team von Ozeanforschern um Salvatore Cerchio von der Woods Hole Oceanographic Institution und dem New England Aquariumsie vor der Küste Madagaskars mehrfach die als ausgestorben geltenden Bartenwale. Es gelang ihnen sogar, erstmals in der Geschichte lebende Exemplare zu fotografieren und die Lebensweise dieser, dem Brydewal zum Verwächseln ähnlich sehenden, Bartenwale zu untersuchen. Ihren Sensationsfund veröffentlichten die Forscher  im Oktober 2015 im Online-Fachportal „Royal Society Open Science“.

Nur mit Hilfe von DNA-Tests konnte die Bartenwalart Balaenoptera omurai, die man lange für kleine Brydewale gehalten hatte, 2003 identifiziert werden. Zwischenzeitlich hielt man den Omurawal sogar für ausgestorben, bis im April 2015 ein knapp 5,60 Meter langes Jungtier an der Westküste von Australien strandete. Auch Cerchio und seine Kollegen hielten die von ihnen östlich von Madagaskar 2011 beobachteten Wale anfangs für junge Brydewale.

Forscherteam außer sich vor Freude

Erst viel später ließ sich durch Fotos und Filmaufnahmen feststellen, dass es doch Omurawale waren, die dem Forscherteam vor die Kameras geschwommen waren, erkannt wurden sie an der ungewöhnlichen Färbung des Mauls. Cerchio und seine Kollegen stießen aber nicht nur auf einige wenige Exemplare, sie hatten das unglaubliche Glück, einer Gruppe von 25 Exemplaren zu begegnen.

Der Omurawal ist mit etwa 10 bis 12 Metern etwas kleiner als der 12 bis 15 Meter lange und fast ebenso unbekannte Brydewal, dem er zum Verwechseln ähnlich sieht. Der Omurawal erzeugt keine Fontäne und ist dadurch nur schwer auszumachen. Die Tiere leben fast im Verborgenen und man weiß fast nichts über sie.
U. Karlowski, November 2015

Publikation „Omura’s whales (Balaenoptera omurai) off northwest Madagascar: ecology, behaviour and conservation needs“ auf Royal Society Open Science