Rettet den Kurzflossen-Makohai

Gemeinsam mit 31 anderen Umwelt- und Meeresschutzorganisationen haben wir Virginijus Sinkevičius, EU-Kommissar für Umwelt und Ozeane, aufgefordert, einen Fangstopp für Kurzflossen-Makohaie im Atlantik durchzusetzen. Denn Wissenschaftler warnen eindringlich vor einer weiteren Dezimierung der atlantischen Makohai-Populationen. Hauptgrund für den dramatischen Bestandsrückgang der bis zu 4 m und größer werdenden Haie sind Beifangverluste durch die internationalen Thun- und Schwertfisch-Fangflotten. Auch die Haiflossenfischerei europäischer Fischfangflotten auf Blauhaie spielt eine gewichtige Rolle.

ICCAT-Brief ans BMEL (PDF, deutsch)

Appell an EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius (PDF, engl.)

Mit Spitzenleistungen in den Artentod

Kurzflossen-Makohai.Sie gelten als die schnellsten Haie der Welt. Kurzflossen-Makos (Isurus oxyrinchus) sollen in der Spitze bis zu 100 km/h schnell schwimmen können. Außerdem katapultieren sie ihren stromlinienförmigen Körper oft aus dem Wasser. Gerne sogar bis zu 9 m. Gäbe es mehrstöckige Häuser auf dem Meer, könnte so ein bis zu 600 kg wiegender Kurzflossen-Mako mit seinen großen Augen eben mal kurz durchs Fenster im dritten Stock hereinschauen.

Kurzflossen-Makos kommen weltweit in allen tropischen und gemäßigten Gewässern vor. Und wie alle Makrelenhaie können sie ihre Körpertemperatur über der des sie umgebenden Meerwassers halten.

Da sie zudem ganz spezielle, winzige zahnartige Schuppen haben, können sie sehr schnell und ausdauernd schwimmen, sehr hoch springen und sind extrem wendig. Daher sind sie auch bei Sportfischern wegen ihrer Ausdauer und Wehrhaftigkeit sehr „beliebt“.

Doch all ihre Höchstleistungen helfen diesen sowohl küstennah als auch auf der Hochsee lebenden Super-Haien nicht. Im Mittelmeer sind sie bereits vom Aussterben bedroht, global sind sie stark gefährdet.

Fischereidruck und schlechtes Fischereimanagement

Nun soll sich EU-Umweltkommissar Sinkevičius bei der zuständigen Fischerei-Kommission zum Schutz des Atlantischen Thunfischs (ICCAT) für das Überleben der rasanten Knorpelfische stark machen. Wir fordern:

  • Freilassung aller lebend als Beifang gefangener Makohaie
  • sofortigen Stopp der Anlandung von Makohai-Beifängen
  • Festlegung einer Gesamtfangmenge (Total Allowable Catch/TAC) von Null für den Atlantik
  • Entwicklung spezifischer wissenschaftlicher Empfehlungen zur Minimierung von Makohai-Beifängen
  • Umsetzung dieser Empfehlungen ab 2021
Kurzflossen-Makohai.

Typisch Kurzflossen-Mako: spitze Schnauze, große, runde Augen, sehr schlank und stromlinienförmiger Körper – Foto: Shark Project

Europa und die Fangnationen im Atlantik müssen JETZT schnell handeln

Bei Meeresschützern ist die ICCAT wegen ihres eklatant schlechten Fischereimanagements auch als „International Conspiracy to Catch All Tuna“ (zu Deutsch: Internationale Verschwörung zum Fang aller Thunfische) gefürchtet.

Kurzflossen-Makohai.Bereits im November 2019 hätte man eine Fangquote von Null für Kurzflossen-Makos verhängen können. Dies sah ein von Senegal und Kanada vorgelegtes und vom wissenschaftlichen Ausschuss der ICCAT gestütztes Gutachten vor.

Obwohl der Vorschlag bei weiteren 14 ICCAT-Mitgliedsnationen – darunter sogar China und Japan – Unterstützung fand, scheiterte er aufgrund konkurrierender Vorschläge von den USA und der EU. Dabei geht ein Großteil des Fischereidrucks auf Makohaie im Atlantik von EU-Fangflotten aus. Aus diesem Grund blockierte die EU stets verbindliche Fangverbote für die Art.

Die Zeit drängt

Selbst wenn sich EU-Umweltkommissar Sinkevičius auf dem für Oktober anberaumten nächsten ICCAT-Treffen durchsetzen sollte, könnte es ungefähr 25 Jahre dauern, bis die Bestände der schnellsten Haie der Welt im Atlantik wieder aufgebaut sind …

Kurzflossen-Makos in der kroatischen Adria? Hätten Sie’s gewusst?

Kurzflossen-Makohaie tauchen vereinzelt auch in der kroatischen Adria auf. So versetzte im Juni 2019 ein Drei-Meter-Mako Touristen und Einheimische bei Makarska in (völlig unnötige) helle Aufruhr.

Erfahren Sie mehr in unserer Broschüre „Bedrohte Artenvielfalt in der Adria“.

Broschüre „Bedrohte Artenvielfalt in der Adria“ als PDF
Foto oben: Tomas Kotouc/EAC


Bitte mitmachen: RETTET DEN KURZFLOSSEN-MAKO – #MakeorBreak4Mako

Vorschläge für Tweets auf Deutsch :

Die Regierung der Bundesrepublik @JuliaKloeckner & @SvenjaSchulze68 darf es nicht zulassen, dass das Ende des #Mako im Atlantik unter deutscher Ratspräsidentschaft besiegelt wird!
#MakeorBreak4Mako

oder

Die Regierung der Bundesrepublik darf es nicht zulassen, dass das Ende des #Mako im Atlantik unter deutscher Ratspräsidentschaft @vonderleyen & @GermanyDiplo besiegelt wird!
#MakeorBreak4Mako