Roter Thunfisch zurück in Nord- und Ostsee

Seit Oktober 2024 ist der Rote Thunfisch oder Atlantische Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus) nach über 50 Jahren Abwesenheit zurück in der Nordsee im Skagerrak. Damit nicht genug. Auch in die Ostsee sind die majestätischen Fische zurückgehrt. Im Öresund, einer Meerenge zwischen Schweden und Dänemark, sind sie mittlerweile so häufig, dass das Øresund Aquarium der Universität Kopenhagen vom 1. August bis 30. September sogar Thunfisch-Safaris anbietet. Es ist eine Sensation. Beleg für erfolgreiches Fischereimanagement.

Jens Peder Jeppesen, Leiter des Øresund Aquariums, schreibt auf der Webseite des Aquariums: „Es ist unglaublich aufregend, dass der Thunfisch wieder im Öresund ist.“

Kernaussagen

  • Rote Thunfische sind nach über 50 Jahren wieder in der Nord- und in der Ostsee aufgetaucht.
  • Dänische Wissenschaftler haben eine Citizen-Science-Aktion gestartet, um Sichtungen in der Nordsee zu sammeln.
  • Das Øresund Aquarium in Helsingör bietet Tunfischsafaris im Öresund in der Ostsee an.
  • Rote Thunfische erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h und können bis zu 700 kg wiegen.
  • Die Bestände haben sich dank eines besseren Fischereimanagements gut erholt. Die Art ist nicht mehr gefährdet.
  • Vielleicht folgen dem Roten Thun mit der Zeit auch Iberische Orcas nach. Er ist deren bevorzugte Beute.

Die Rückkehr der Roten Thunfische

Nach über 50 Jahren Abweseheit ist der Rote Thunfisch oder Atlantische Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus) wieder häfig in der Nordsee und in der nördlichen Ostsee anzutreffen.

Ostsee

Im Öresund einer zwischen Helsingør und Helsingborg liegenden Meerenge zwischen Schweden und Dänemark begann die Rückkehr der ikonischen Raubfische bereits 2017. Mittlerweile sind sie dort im Sommer so häufig anzutreffen, dass Touristen vom Helsingör aus von Anfang August bis Ende September an „Tuna Safaris“ teilnehmen können.

Da die Gewässer des Öresunds relativ flach sind, durchbrechen die rasend schnellen Tune bei der Jagd nach Makrelen oder Heringen immer wieder die Wasseroberfläche. Ein spektakulärer Anblick.

Symbolfoto: Roter Thunfisch in der kroatischen Adria,
© Marco Aumann/DSM

Springender Roter Thunfisch in der kroatischen Adria

Noch in den 1950er Jahren gab es im Öresund so viele Thunfische, dass sogar Wettbewerbe stattfanden. Nicht selten konnte man dabei Exemplare von bis zu 300 kg fangen. Doch die kommerzielle Fischerei kannte kein Maß. Relativ schnell war der Rote Thunfisch in der Ostsee restlos überfischt und galt bis 2017 als lokal ausgerottet.

Nordsee

Auch in der Nordsee sieht man die mächtigen Raubfische wieder regelmäßig im Skagerrak, einer Meerenge zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden. Sie verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Über die Rückkehr der mächtigen Raubfische in die Nordsee berichteten Wissenschaftler vom Institut für Aquatische Ressourcen an der Technischen Universität, Dänemark (DTU Aqua).1

Die dänischen Wissenschaftler rund um die Forscher Kim Aarestrup und Brian Mackenzie vom Institut für Aquatische Ressourcen haben eine Citizen-Science-Aktion ins Leben gerufen. Sie bitten Strandbesucher, Segler, Fischer, Besatzungsmitglieder und Gäste auf Fähren, Ausflugsbooten usw., Informationen abzugeben, wenn sie einen oder mehrere Thunfische in der Nordsee beobachten.

Keine Fangquoten für Rote Thune in dänischen Gewässern

„Gegenwärtig gibt es in Dänemark keine Quote zum Fang dieser Thunfischart. Einzig Fischer oder Angler, die an unserer Markierungsstudie teilnehmen, dürfen diese Fische fangen. Für die Teilnahme muss man sich bewerben und bestimmte Qualifikationen, Fähigkeiten, Ausrüstungen usw. mitbringen“, erklärt uns Brian Mackenzie von DTU Aqua, der die Studie leitet. Jeder Thunfisch, der für die Markierungsstudie gefangen wurde, muss anschließend allerdings wieder freigelassen werden.

Bald auch Orcas auf den Spuren der Roten Thunfische?

Mit der Rückkehr der großen Raubfische in die Nordsee und die Ostsee verbinden sich spannende Fragen.

  • Wie weit werden sie in die Ostsee vordringen?
  • Wird man Rote Thunfische bald auch bei uns an der Nordseeküste sehen können?
  • Werden ihnen Gibraltar-Orcas nachfolgen, um sie dort zu jagen?

Normalerweise sind Orcas in der Nordsee seltene Irrgäste. Im Zeitraum zwischen 1841 und 2016 strandeten hier laut einer Studie der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) lediglich neun Exemplare.

Was sind Blauflossen-Thunfische?

Der Rote Thun oder Atlantische Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus) ist die größte der drei zur Gattung Thunnus (Blauflossen-Thunfische) zählenden Arten. Weiterhin gehören der Südliche Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii) und der Nordpazifische Blauflossen-Thunfisch (Thunnus orientalis) zur Gattung Thunnus.

Der Rote Thunfisch ist einer der begehrtesten Speisefische und verdankt seinen Namen seinem dunkelroten Fleisch. Noch vor 100 Jahren mutete man das streng schmeckende Fleisch jedoch allerhöchstens Hunden oder Katzen zu. Zum Speisefisch – und einer begehrten Delikatesse – wurde Roter Thunfisch erst in den vergangenen 50 Jahren durch den Sushi-und Sashimi-Hype.Für Dosenthunfisch dagegen verwertet man diese kostbaren Fische heutzutage nicht mehr.

Lebensräume

Die Art Thunnus thynnus verteilt sich im Wesentlichen auf zwei Lebensräume: den Westatlantik und den Ostatlantik. Außerdem soll es noch eine dritte, südliche Population vor der Küste von Südafrika geben. Sie schwimmen gerne in Schwarmverbänden mit anderen Thunfischarten (Albacore, Gelbflossen– und Großaugenthunen oder Skipjack).

Wie groß ist ein Roter Thunfisch?

Rote Thunfische sind gewaltige Raubfische. Bei einer Länge von bis zu 5 Metern kann ein ausgewachsenes Exemplar 700 Kilogramm und mehr auf die Waage bringen. Die Lebenserwartung soll bei bis zu 20 Jahren liegen. Doch derart große und alte Thune sind rar.

„Ferrari“ unter den Fischen

Rote Thunfische sind enorm schnell. Sie schaffen in nur 40 Tagen eine Atlantikdurchquerung und erreichen Reisegeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. In der Spitze sind auch 80 km/h möglich. Damit sind sie um einiges schneller als ihre Jäger, Weiße Haie und Schwertwale.

Roter Thunfisch ist fast warmblütig (partiell endotherm)

Ein ungewöhnlich stark entwickeltes, meist neben den Muskelpaketen befindliches Blutgefäßsystem, auch Wundernetz genannt, ermöglicht es dem Roten Thun, seine Körpertemperatur gegenüber der umgebenden Wassertemperatur relativ konstant zu halten. Die Art ist partiell endotherm. Wenn sie es so richtig eilig haben, sollen bis zu 15 Grad über der Umgebungstemperatur drin sein. Rote Thunfische sind die einzigen Knochenfische, denen dieses energieaufwendige Kunststück gelingt.

Vermehrung

Atlantische Blauflossen-Thunfische haben feste Laichplätze. Deshalb sind sie auf ihren jährlichen Wanderungen dorthin berechenbar. Das macht ihre Befischung vergleichsweise einfach. Während sich die Bestände des West- und Ostatlantiks bei der Nahrungssuche vermischen, schwimmen sie zum Ablaichen getrennte Wege.

Die Population aus dem Westatlantik laicht zwischen April und Juni im Golf von Mexiko ab. Dagegen schwimmt die Population aus dem Ostatlantik von Juni bis August ins Mittelmeer. Auf dem Weg zu ihren Laichgebieten legen sie mehr als 5.800 Kilometer zurück. Durchqueren den gesamten Atlantik. Dabei bleiben sie die meiste Zeit dicht an der Wasseroberfläche. Denn dort ist es mit Wassertemperaturen von 12 bis 16 Grad noch vergleichsweise angenehm temperiert.

Junge Weibchen schaffen es pro Laichsaison im Schnitt auf etwa 500.000 Eier. Alte und große Thunfischweibchen dagegen können bis zu zehn Millionen Eier produzieren. Bereits nach nur drei Tagen schlüpfen die gerade einmal drei Millimeter großen Larven. Es dauert knapp einen Monat, dann sind die Kleinen bereits stolze 3,5 Zentimeter groß.

Ernährung und Jagd

Rote Thune jagen wie Wölfe im Verband. Sie kesseln ihre Beute ein. Nähern sich ihr rasend schnell im Halbkreis und umschließen sie. Eine Jagdtechnik, die auch verschiedene Delfinarten, wie Orcas, gerne anwenden.

Ihre bevorzugte Jagdbeute sind Makrelen, Sardinen und – wie in der Nord- und Ostsee – Heringe. Jedoch fressen sie im Grunde alles, was sie erwischen, und sie erwischen fast alles, was da im Wasser oder am Boden schwimmt oder treibt, krabbelt oder haftet. Dafür benutzen sie hauptsächlich ihren Gesichtssinn. Mal erbeuten sie flinke Makrelen, mal am Grund lebende Flundern, sogar Schwämme werden verspeist.

Bradford Chase von der Massachusetts Division of Marine Fisheries fand im Magen von vor New England gefangenen Roten Thunen an erster Stelle Heringe. Aber auch vielerlei andere größere und kleinere Fische. Von Haien bis zu Seepferdchen. Von Rochen bis zu Plattfischen sowie die verschiedensten Tintenfische, Krebse und anderes.

Plastikmüll im Magen

Wenn Meerestiere Plastik mit Nahrung verwechseln, verstopfen die Kunststoffabfälle Magen und Verdauungstrakt. Das kann dazu führen, dass die Tiere mit „vollem Magen“ verhungern.

Der Magen eines Roten Thunfisches: gefüllt mit Plastikmüll.

Im Magen dieses im Ionischen Meer gefangenen Roten Thuns stießen Forscher im Juni 2026 auf viel Plastik. Darunter Plastikbecher und Plastiktüten.

Das ist kein Einzelfall: In der kroatischen Adria gibt es derartige Funde zuhauf, berichten einheimische Wissenschaftler.


© Francesco Tiralongo/University of Catania

Zusammenbruch und Erholung der Bestände

Hemmungslose Überfischung führte innerhalb von nur 30 Jahren zum Zusammenbruch der einst gewaltigen Bestände. Denn die weltweite Nachfrage für Sushi und Sashimi heizte den Fangaufwand an. Naturgemäß ist Japan der wichtigste Abnehmer. Am schlimmsten traf es die Populationen im Westatlantik. Ihr Bestand sank seit den 1970er-Jahren auf gerade noch 10 Prozent seiner ursprünglichen Größe. Hauptursache war katastrophales Fischereimanagement. Manche Experten befürchteten sogar, dass der Rote Thunfisch aussterben könnte.

Fischereikomission ICCAT einigt sich auf schonende Bewirtschaftung

Notgedrungen verständigten sich die Mitgliedsstaaten der für das fischereiliche Management von Roten Thunfischen im Atlantik zuständigen Regionalen Fischereikommission (RFMO), der ICCAT, schließlich auf wirksame Bewirtschaftungsmaßnahmen. Bis 2021 hatten sich die Bestände im Atlantik und Mittelmeer dann so weit erholt, dass die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) Thunnus thynnus als „nicht gefährdet“ einstufte.

Fischereiindizierte Evolution und Ökosystem-Kaskaden

Ein richtig großer Roter Thunfisch ist heutzutage eine Rarität. Es gilt schon als Sensation, wenn ein mäßig großes Exemplar ins Netz geht. Wie im Februar 2022, als Fischer im Ionischen Meer einen rund 380 kg schweren Roten Thun fingen. Der prächtige Raubfisch soll der schwerste und größte Fang dieser Art in den vergangenen zehn Jahren gewesen sein.

Werden Fischbestände zu intensiv befischt, weichen die Tiere dem Fischereidruck aus. Ihre Geschlechtsreife tritt früher ein, es gibt überwiegend kleinere Exemplare. Große und alte Tiere, die für viel Nachwuchs sorgen könnten, werden immer seltener. Eine derartige fischereiindizierte Evolution hat nachteilige Folgen für die Fischerei und die betroffenen Arten. Dieser Effekt lässt sich mittlerweile auch beim Roten Thunfisch beobachten.

Fischer schädigen die Resilienz stark befischter Arten

Genügend alte und große Fische in einem Bestand wirken wie eine Reproduktionsversicherung. Derart ausgeglichene Fischbestände sind widerstandsfähiger gegenüber sich verändernden Umweltbedingungen. Sie können Zeiten, in denen etwa Nahrungsmangel herrscht, wesentlich besser abpuffern und in der darauffolgenden Saison verlässlich Nachwuchs zeugen.

Fischereidruck auf Roten Thun vertrieb Weiße Haie aus dem östlichen Mittelmeer

Seit Jahrzehnten anhaltender, zu hoher Fischereidruck im Mittelmeer und im Schwarzen Meer führte dazu, dass der Rote Thun im türkischen Teil dieser Meere als ausgerottet gilt. In der Folge verschwanden auch Weiße Haie aus diesen Meeresregionen.

Ein Weißer Hai schwebt unter der Wasseroberfläche.

Kaskade im Ökosystem: Erst verschwindet der Rote Thun, dann der Weiße Hai. Noch bis in die 1980er-Jahre folgten Weise Haie den zu ihren Laichplätzen wandernden Roten Thunfischen ins Marmarameer.

© Gerald Schömbs/unsplash


Hoffnung für Atlantische Blauflossen-Thunfische

Zuständig für die Bewirtschaftung und den Erhalt der Thunfischbestände im Mittelmeer und Atlantik ist die Internationale Kommission zum Erhalt des Atlantischen Thunfischs (ICCAT, International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas).

Alle drei Arten der Blauflossen-Thunfische waren 2011 gefärdet. Doch nach einem Jahrzehnt der Bemühungen von Naturschützern und der Industrie, darunter strenge Fangquoten und ein hartes Vorgehen gegen illegalen Fischfang, beginnen sich die Bestände von zwei der drei Blauflossen-Thunfischarten zu erholen. 2021 schließlich verschob sich der Status für den Roten Thunfisch auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN von „gefährdet“ auf „nicht gefährdet“. Ein ermutigendes Signal.

Auf ihrer Jahrestagung 2022 verabschiedete die ICCAT nach fast zehnjährigen Verhandlungen eine neue Fangstrategie. Hierbei will man sich zur Berechnung der zulässigen Gesamtfangmenge (TAC) zukünftig auf ein wissenschaftlich abgesichertes Bewirtschaftungsverfahren stützen.

Meeresschützer sehen hier einen entscheidenden Paradigmenwechsel. Auch wenn es noch kein ökosystemares Mehrartenmanagement ist, so gilt jetzt eine Verpflichtung, mehr Nachhaltigkeit bei der Festlegung der Fangquoten anzustreben.


Südliche Blauflossen-Thunfische

Der Südliche Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii) gilt laut Roter Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN weiterhin als stark gefährdet (endangered/EN). Die Einstufung bedeutet ein sehr hohes Risiko des Aussterbens in der Natur in unmittelbarer Zukunft für die Art.

Nordpazifische Blauflossen-Thunfische

Nordpazifische Blauflossen-Thunfische (Thunnus orientalis) gehören in Japan zu den gefragtesten und teuersten Fischen überhaupt. Fast 90 Prozent des Fangs gehen nach Japan. Im Pazifik fängt man diese Thunfische hauptsächlich mit Ringwadennetzen und Langleinen.

Rücksichtslose Überfischung

Nach rücksichtsloser jahrzehntelanger Überfischung gab es 2012 im Pazifik geschätzt noch etwa 40.000 vermehrungsfähige weibliche Exemplare. Dies entsprach etwa 2 bis 4 Prozent der ursprünglichen Bestandsgröße. 2011 begannen endlich auch für diese Art multilaterale Managementmaßnahmen, um die Überfischung einzudämmen und das drohende Aussterben zu verhindern. Die Maßnahmen wie Fangbeschränkungen und deren Kontrolle führten wesentlich schneller zum Erfolg, als alle Experten es erwartet hatten.

Die Rückkehr der Nordpazifischen Blauflossen-Thunfische

Im Juni 2024 gab es Entwarnung für die Bestände von Thunnus orientalis. Die Erhaltungsmaßnahmen der beiden für die fischereiliche Bewirtschaftung verantwortlichen Fischereikommissionen IATTC und WCPFC hatten Erfolg.

Zwei Blauflossen-Thunfische bei einer Auktion auf einem Fischmarkt in Tokio.
Blauflossen-Thunfische auf einem Fischmarkt in Tokio,
© Sarah Carr, 2009/Marine Photobank.

Niemals zuvor seit Beginn der Bestandserfassungen gab es derart viele Nordpazifische Blauflossen-Thunfische. Dies gab die Fischereiabteilung der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten NOAA-Fisheries am 25. Juni 2024 bekannt.

Fischer dürfen wieder mehr Thunfische fangen

Die zuständige Regionale Fischereikommission IATTC (Inter-American Tropical Tuna Commission) erhöhte die Fangquote für kommerzielle US-Fischereien für die Jahre 2025 bis 2026 um 80 %. Im Jahr 2022 fingen kommerzielle US-Fischer nur 368 Metrische Tonnen Pazifischen Blauflossenthunfisch. Der Fangertrag lag bei mehr als 2,2 Millionen US-Dollar.

Mit der neuen Quote dürfen sie nun 1.822 Tonnen Thunnus orientalis fangen, was sich entsprechend in höheren Fangerträgen niederschlagen wird.

Dennoch bleibt der Druck hoch. Besonders auf große Exemplare. 2019 zahlte ein Sushi-Unternehmer aus Tokio für einen 278 kg schweren Blauflossen-Thunfisch die Rekordsumme von rund 2,6 Millionen Euro. Das war allerdings eher als Werbeaktion zu verstehen, denn im Schnitt liegen die Preise in Japan bei etwas über 150.000 € für größere Exemplare.

Der griechische Rekordfang vom Februar 2022 wurde allerdings in Europa vermarktet. Wegen der Coronapandemie kam ein Export nach Asien nicht in Frage.

  1. Hellström, G., Birnie-Gauvin, K., Lundberg, P., Langert, W. J., Källo, K., Sortland, L. K., MacKenzie, B. R., Varela, J. L., Koed, A., Nielsen, E. E., Sundelöf, A., Sande, H., Overgård, M., Baktoft, H., Aarestrup, K., & Brodin, T. (2025). New trophic insights associated with the return of a top predator, bluefin tuna, to Skagerrak and the Sound. Fisheries Research291, Article 107501. https://doi.org/10.1016/j.fishres.2025.107501 ↩︎

Titelfoto: Thunfischschwarm, NOAA/Marine Photobank

Updatehinweis: überarbeiteter und mit neuem Datum veröffentlichter Beitrag


Weiterführende Informationen