Seegraswiesen-Renaturierung im Mittelmeer: Die Meeresgärtner

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Seegraswiesen schützen das Klima, die Küsten und die Artenvielfalt! Ihre Zerstörung muss gestoppt werden. Dort, wo es möglich ist, sollte man Seegras pflanzen. Genau das macht das Projekt „Die Meeresgärtner“ im Mittelmeer. Als Urlauber kann man helfen, diese außergewöhnlich vielfältigen Meerespflanzen zu erhalten. Sie leisten damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Zudem helfen Sie, einen ungemein vielfältigen Lebensraum für unzählige Arten von Meerestieren zu schützen.

Seegras pflanzen: Wie Urlauber helfen können

Die Renaturierung von Seegraswiesen (Posidonia oceanica) im Mittelmeer ist eine der Aufgaben, der sich unser Partner und Meeresbiologe Manuel Marinelli von Project Manaia im Rahmen des Projekts widmet. Jeder kann dabei als Bürgerforscher, oder Citizen Scientist, mithelfen: Sammeln Sie frische abgerissene Seegraspflanzen oder -samen und geben Sie diese bei einer der Stationen des „Meeresgärtner-Netzwerks“ ab.

Was Sie beim Sammeln beachten müssen

Bitte keine Teile aus einer Seegrasweide entfernen oder die Samen aktiv von den Pflanzen „pflücken“: Beides ist strengstens verboten!

Fundstück: abgerissene Seegraspflanzen

Hat die Pflanze Wurzeln eignet sie sich, zum Seegras pflanzen.
© U.Kirsch
  • Die Pflanzen sollten möglichst noch im Wasser oder beim Sammeln zumindest noch nass sein.
  • Es müssen noch Wurzeln dran sein, und zumindest ein, zwei Blätter sollten intakt sein.
  • Die gesammelten Pflanzen einfach in einen Zip-lock-Beutel packen (oder in anderen Plastiksack, den man dann verknotet) und im Kühlschrank aufbewahren oder abgeben.
  • Bei Raumtemperatur hält sich die Pflanze nur circa einen Tag. Dabei wäre es allerdings wichtig, dass man ein nasses Taschentuch um die Wurzeln wickelt. Für die Aufbewahrung gilt: Je kühler (nicht gefroren), desto besser.

Fundstück: Seegras-Samen

Seegrassamen von Posidonia/Neptungras
© OceanImageBank/Dimitris Poursanidis
  • Seegras-Samen sehen aus wie Oliven. Sie schwimmen an der Oberfläche oder werden an den Strand angespült, normalerweise im Juni. Auch sie sind geeignet, um Seegras zu pflanzen.
  • Man kann sie einfach in einem mit Salzwasser gefüllten Marmeladenglas oder Ähnlichem aufbewahren. Wiederum am besten im Kühlschrank, denn so halten sie sich über Wochen und Monate.
  • Haben Sie keine Möglichkeit, Seegras-Samen mitzunehmen, werfen Sie sie wieder ins Meer zurück.

Wie kann man Seegras pflanzen?

Speziell befugte und geschulte Taucher setzen die abgerissenen Pflänzchen mit Wurzeln wieder im Meeresboden ein. Die eingesammelten Samen werden erst an einer Struktur fixiert (z. B. an einem Felsen oder biologisch abbaubarem Kabelbinder oder Bindfaden). Wenn sie dann die notwendigen Wurzeln gebildet haben, können sie je nach Lage entweder vor Ort weiterwachsen oder man „verpflanzt“ sie noch einmal, damit sie eine Wiese bilden können. Die Entwicklung der Gräser und Wiesen soll dann in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Problem für Seegraswiesen und die Seegras-Renaturierung: Anker reißen Löcher in die Meereswiesen.

Anker in einer Seegrasweide auswerfen ist keine gute Idee. Oft werden beim Einholen Gräser abgerissen. Wem das passiert, der sollte das Gras, soweit noch Wurzeln und ein, zwei Blätter dran sind, verpacken und abgeben. Was es dabei zu beachten gilt, steht im Artikel. Helfen Sie mit! © Dimitris Poursanidis/Ocean Image Bank

Schulung und Ausrüstung der Meeresgärtner-Stationen

Die Renaturierungsstationen arbeiten lokal als „Meeresgärtner“ und setzen Seegraspflanzen in bestehende Wiesen.

Project Manaia veranstaltet dazu jeweils einen Workshop. Dort wird gezeigt, wie es gemacht wird und worauf man sich konzentrieren muss, wenn es darum geht, die Wiesen nach der Wiederbepflanzung zu beobachten. Außerdem erhält jede Station des Meeresgärtner-Netzwerks, auf Wunsch, ein „Renaturierungsset“ bestehend aus:

  • Informationsflyern für Gäste und Teilnehmer
  • Aquarium nebst Kompressor und Sprudelsteinen zur längeren Aufbewahrung von Seegräsern und Seegras-Samen (bei Bedarf)
  • Behältern für das Sammeln von Seegräsern und Seegras-Samen (bei Bedarf)
  • Material, das bei der Anpflanzung benötigt wird

Das Meeresgärtner-Netzwerk

Stand: Oktober 2023

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Überregionale Netzwerke

Logo Mediterranean Posidonia Network (MPN).

Projekt Manaia ist Partner des Mediterranean Posidonia Networks

UN-Nachhaltigkeitsziele des Projekts

Preise und Auszeichnungen

Wir wurden für den „boot dive award 2024“ als eine von drei Organisationen in der Kategorie „Klima/Climate“ nominiert.

boot Dive Award 2024 in der Kategorie Klimaschutz

Unterstützer

Erhalt und Renaturierung von Seegraswiesen

Viele Seegräser bilden eine Seegraswiese.

Engagieren Sie sich für den Erhalt unverzichtbarer Küstenökosysteme im Mittelmeer. Für den Klimaschutz! Für die Artenvielfalt!


Update: überarbeiteter und mit neuem Datum veröffentlichter Beitrag

Titelfoto:
Vorbereitungen, um Seegras zu pflanzen: ein Meeresgärtner im Mittelmeer. © Project Manaia


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