Fischerei vernichtet die Ozeane

Industrielle Fischerei: Mit Abstand die gefährlichste Bedrohung für das Leben in den Meeren

Die Fischerei droht unsere Ozeane in eine leblose Wasserwüste zu verwandeln. Gnadenlos wird mit immer größerem Aufwand noch der „letzte Fisch“ aus dem Wasser geholt. Bis in die Tiefsee dringt man heute mit Grundschleppnetzen vor und zerstört unwiederbringlich das Leben in den Meeren, einmalige Lebensräume und Lebensgemeinschaften. Schätzungsweise 3,2 Millionen Fangboote werden weltweit auf den Meeren und an den Küsten eingesetzt. Doch nur von einem Prozent dieser Boote geht der hauptsächliche Überfischungsdruck aus: 35.000 Industrieschiffe fangen über die Hälfte der weltweiten jährlichen Fangmenge im Meer und 80 Prozent des gehandelten Fischs.

Hemmungslose Überfischung

Die Überfischung ist heutzutage unbestreitbar vor allem Folge der Industriefischerei und deren technischer Aufrüstung. Ihre „Fangstrategien“ sind durch den Einsatz entsprechender Techniken (Fischfinder, satellitengestützte Informationen usw.) sehr effektiv. Und trotzdem hat all der technische Aufwand die globalen marinen Fangmengen von etwa 80 Millionen Tonnen Fisch jährlich nicht steigern können. Ist eine Art erschöpft , verlagert sich der Fischereidruck auf andere noch nicht überfischte Bestände. Viele Fischbestände sind bereits so stark dezimiert, dass eine fischereiliche Nutzung aus biologischer Sicht nicht mehr zu verantworten ist. Laut Studien der FAO (Welternährungsorganisation) sind bereits über 70 % der Bestände kommerzieller Fischarten überfischt oder erschöpft. In Europa sind 41 Prozent der Fischbestände überfischt. Die Folgen sind nicht nur für den Menschen gravierend, sondern für alles Leben in den Meeren.

Sinnloses Sterben: Beifänge und Rückwürfe

In der EU wurde das Ausmaß ungewollter Beifänge und Rückwürfe im Jahr 2011 mit 1,7 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr beziffert. Die ungewollte Beute wird von den Fischern verletzt, sterbend oder tot ins Meer zurückgeworfen. Trotz vorhandener Gesetze, wie der ab 2019 EU-weit geltenden „Anlandeverpflichtung“, hat sich an der Rückwurfpraxis nichts geändert. Immer noch gehen Millionen von Meerestieren tot über Bord. Da es an Kontrollen und Dokumentationen mangelt, wird sich an dieser Form der Raubfischerei durch die EU-Fischereiflotten auch nichts ändern, bis der letzte Fisch gefischt ist.

Fischereilobby dirigiert EU-Politiker

Maßnahmen zur Bekämpfung der Überfischung gibt es viele, z.B. selektivere Fangtechniken, Quotenregulierung für zulässige Gesamtfangmengen, Schutzgebiete und Schonzeiten für gefährdete Fischarten oder Öffnung versperrter Wanderrouten für Zugfische. Diese werden seit Jahren nicht nur von Meeresschutzorganisationen aus aller Welt gefordert. Wissenschaftliche Fischereikommissionen z.B. von der EU raten zu drastischen Einschränkungen der Fischerei. Doch das Gegenteil passiert. Regionale Fischereiabkommen erweisen sich als wirkungslos und regelmäßig knickt die Politik – allen voran die EU – vor der Fischereilobby ein. Gefälligkeiten, z.B. durch Subventionen für den Ausbau von Fischfangflotten unter dem Deckmantel einer nachhaltigen Fischerei sind an der Tagesordnung – bis der letzte Fisch gefischt sein wird…

Erschöpfung sämtlicher Fischbestände droht

In einer Studie haben 14 Meeresbiologen und Wirtschaftswissenschaftler die Entwicklung der Fischbestände in den Weltmeeren über die vergangenen rund 50 Jahre analysiert. Ihr Fazit ist deutlich: Ändert sich nichts, dann gibt es noch vor dem Jahr 2050 in den Ozeanen keinen Seefisch mehr, dann ist der letzte Fisch gefischt, dann stirbt das Leben in den Meeren.

Stark gefährdet: Haie und Rochen in Nord- und Ostsee

Regulierung der Fischerei in deutschen Natura-2000-Gebieten unverzichtbar

Haie, Rochen und Chimären in der deutschen Nord- und Ostsee haben es schwer. Zu diesem Schluss kommt ein Hamburger Forscherteam, das im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Vorkommen und Gefährdung dieser Knorpelfische in deutschen Meeren analysierte. Nur eine einzige der zehn heimischen Arten, der Kleingefleckte Katzenhai (Scyliorhinus canicula), gilt derzeit als ungefährdet. -> WEITERLESEN <-

Umstritten: MSC zertifiziert FAD-Fischerei

Fischsammler (FADs) sind wegen hoher Beifangraten nicht nachhaltig!

Erstmals hat das Marine Stewardship Council (MSC) eine Fischerei als nachhaltig zertifiziert, die sogenannte FADs (fish aggregating devices) oder Fischsammler einsetzt. Das spanische Unternehmen „Echebastar“ darf künftig für Skipjack-Thunfischfänge aus dem Indischen Ozean das begehrte, verkaufsfördernde blaue Fischsiegel verwenden. Meeresschützer kritisieren die erneute Zertifizierung einer nicht-nachhaltigen Fischerei seitens des MSC scharf. Die von „Echebastar“ beim Thunfischfang eingesetzte Fangmethode „Ringwadennetz plus Fischsammler“ ist stark umstritten. FAD-Fischerei verursacht hohe Beifangraten. Viele Jungfische, Haie und andere Fischarten, Meeresschildkröten, aber auch Wale und Delfine werden angelockt und unweigerlich mitgefangen. -> WEITERLESEN <-

Nicht nachhaltig: Zuchtlachs mit ASC-Fischsiegel

Nur ein kleiner Teil der zertifizierten Zuchtbetriebe erfüllt die ASC-Kriterien

Zuchtlachs mit dem ASC-Umweltsiegel (Aquaculture Stewardship Council) ist weit davon entfernt nachhaltig zu sein. Dies zeigt eine weltweite Untersuchung von SeaChoice zu Umweltzertifizierungen von Lachsfarmen. Kanadische Lachsfarmen mit einem 148 Mal höheren als erlaubten Seelausbefall erhielten und behielten das ASC-Siegel. Ebenso Betriebe in Norwegen und Chile, die 330 % höhere Mengen chemischer Substanzen, als es die Norm zulässt, zur Bekämpfung von Seeläusen einsetzten.

„Eine Umweltzertifizierung sollte nur Zuchtbetriebe mit exzellenten Verfahren auszeichnen, die die strengen Kriterien ohne Ausnahme erfüllen. Stattdessen stellte sich heraus, dass nur rund 20 % der Lachsfarmen tatsächlich die ASC-Kriterien erfüllen. Wenn Verbraucher Produkte mit diesem Label kaufen, bekommen sie nicht das, was sie denken“, erklärt Kelly Roebuck, Hauptautorin des Berichts, die die Living Oceans Society bei SeaChoice vertritt. -> WEITERLESEN <-

Neue EU-Subventionen für neue Fischtrawler

Bis zum letzten Fisch

Allen Beteuerungen und Reformbestrebungen der europäischen Fischereipolitik zum Trotz will die EU-Kommission für die sogenannten „Gebiete in äußerster Randlage“ Subventionen zum Bau neuer Fischtrawler gewähren. Zu den Gebieten in äußerster Randlage zählen neun Gebiete der EU, die zu Frankreich (Guadeloupe, Französisch-Guayana, La Réunion, Martinique, Mayotte und St. Martin), Portugal (Madeira und die Azoren) und Spanien (Kanarische Inseln) gehören.

Begründet wird dies u. a. damit, dass eine Modernisierung der Fischereiflotten in den Gebieten in äußerster Randlage dringend notwendig sei, da die Flotten untragbar veraltet und die Kutter zu klein seien. Mit ihrer beschränkten Kapazität und niedrigen Entfernungsleistung auf See könnten sie ihre Fischereiressourcen nicht effektiv nutzen. -> WEITERLESEN <-

Mehr Schutz für Haie und Korallenriffe!

Wege zum schonenden Umgang mit dem Lebensraum Meer

Um der Zerstörung der Meere und ihrer Flora und Fauna durch das sogenannte Shark Finning und die Haifischerei generell, aber auch durch Dynamitfischerei und rücksichtslosem Tourismus entgegenzuwirken, befasst sich Julian Engel im Rahmen seiner Masterarbeit mit dem Ausbau von nachhaltigem Tourismus als alternative Existenzmöglichkeit in Entwicklungsländern. Speziell ging es dem jungen Tropenökologen um die Korallenriffe und den Haitourismus beim Pazifischen Fuchshai (Alopias pelagicus) vor der philippinischen Insel Malapascua.

Julians Arbeit, der sich als 2. Vorsitzender auch in der deutschen NGO Stop Finning engagiert, hatte etliche positive „Nebenwirkungen“. Sie stieß bei Einheimischen und Experten auf so großes Interesse, dass er seine Forschungsergebnisse demnächst auf einem Korallenriffsymposium vorstellen wird und dank seiner Arbeit außerdem erste, wenngleich zaghafte Schritte für ein marines Schutzgebiet eingeleitet wurden.

Hier Julian Engels Erfahrungsbericht seines knapp halbjährigen Einsatzes auf den Philippinen:

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Auf der Kippe: Vertrauen der Verbraucher in das MSC-Siegel

Ergebnisse einer neuen Verbraucherumfrage zu Ökosiegel für nachhaltigen  Fischfang veröffentlicht

Pressemitteilung, 26. April 2018 – Neueste Umfrageergebnisse einer im Auftrag der „Make Stewardship Count“-Koalition durchgeführten Verbraucherumfrage zeigen, dass der Marine Stewardship Council (MSC-Siegel) Gefahr läuft, das Vertrauen der Verbraucher komplett zu verlieren, und zwar als Folge seiner Haltung zu solch wesentlichen Themengebieten wie der Reduzierung des Beifangs von gefährdeten und geschützten Tierarten, der gezielten Verfolgung und Einkesselung von Delfinen, der Zerstörung mariner Lebensräume oder der wirksamen Unterbindung des „Finning“ von Haien, bei dem den meist noch lebenden Tieren die Flossen abgeschnitten werden und die Haikörper dann ins Meer zurückgeworfen werden, wo sie bewegungsunfähig entweder ersticken oder von anderen Tieren gefressen werden.

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Fischsiegel MSC: Die dunkle Seite – ARD 23.04. um 22:45

Ist der das Fischsiegel MSC „auf die dunkle Seite“ gewechselt?

„Köder im Kühlregal – die dunkle Seite des Fischsiegels MSC“

Ein Film von Wilfried Huismann: ARD 23.04. 2018 um 22:45

Immer wieder begegnet Huismann auf seiner Recherchereise  der Vorwurf, der MSC halte seine selbst gesetzten Standards nicht ein. Dr. Daniel Pauly, einer der Mitbegründer des Ökosiegels wirft dem MSC gar vor, mittlerweile mehr den Industrieinteressen als den eigenen Ökostandards zu folgen. Der MSC wäre „auf die dunkle Seite“ gewechselt. Was ist dran an diesem Vorwurf? Die Story im Ersten liefert überraschende und ernüchternde Erkenntnisse.

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Greenwashing-Skandal: MSC-Fischlabel

Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler fordern: Zertifizierungsstandards verbessern!

Sechsundsechzig Meeres- und Umweltschutzorganisationen – darunter die Deutsche Stiftung Meeresschutz – sowie führende Meereswissenschaftler haben einen offenen Brief an den Vorsitzenden des Marine Stewardship Council (MSC), Dr. Werner Keine, geschrieben, in dem sie den MSC im Hinblick auf „Principle 2“ des Standards (Einfluss auf das Ökosystem) kritisieren.

Tausende von gefährdeten und bedrohten Tierarten sterben unter dem MSC-Siegel

In ihrem Brief verurteilen die Unterzeichner den Marine Stewardship Council, dass er zunehmend Fischereien mit dem MSC-Siegel auszeichnet, obwohl diese Tausende von gefährdeten und bedrohten Tierarten fangen und den marinen Lebensräumen irreversiblen Schaden zufügen. Diese Zertifizierungspraxis, so der Brief, stellt die Glaubwürdigkeit des MSC in Frage und führt Verbraucher in die Irre, die beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten auf dieses Nachhaltigkeitssiegel vertrauen. -> WEITERLESEN <-

Hai-Forschungsprojekt Philippinen – Zwischenbericht

Nachhaltiger Haitourismus als Alternative zu Haifang und Shark Finning

DSM unterstützt Hai-Forschungsprojekt auf den Philippinen: Im Rahmen seiner Masterarbeit setzt sich der Tropenökologe Julian Engel mit der Entwicklung alternativer Existenzmöglichkeiten in Entwicklungsländern auseinander. Sein Fokus ist der Ökotourismus in Korallenriffen am Beispiel des Pazifischen Fuchshais (Alopias pelagicus) auf der philippinischen Insel Malapascua. Die Hälfte seiner Zeit ist vorbei. Hier zieht er eine Zwischenbilanz. -> WEITERLESEN <-

Hongkong: Zu viele Haiflossen von gefährdeten Arten

2016 importierte Hongkong 5 718 Tonnen Haiflossen!

Mehr als ein Drittel der in Hongkong verkauften Haiflossen stammt von gefährdeten oder bedrohten Arten. Dies zeigte eine Studie von Wissenschaftlern der Florida International University (FIU). Mittels DNA-Analysen durchleuchteten sie den bisher undurchsichtigen Handel auf dem weltweit größten Markt für Haiflossen in Hongkong. -> WEITERLESEN <-

Größtes Meeresschutzgebiet von Nordamerika ohne Fischfang

Refugium für Walhaie, Mantarochen und Delfine: Mexiko macht Revillagigedo-Inselgruppe zur Schutzzone

Die zur Welterbe-Liste der UNESCO zählende Revillagigedo-Inseln vor der Westküste Mexikos wird zum größten Meeres- und Naturschutzgebiet Nordamerikas – ohne Fischfang. Künftig werden in dem aus vier unbewohnten Vulakninseln bestehenden und sich über 420 km erstreckenden Archipel jegliche Fischereiaktivitäten verboten sein. -> WEITERLESEN <-

Philippinen: Nachhaltiger Haitourismus

Forschungsprojekt zum Haitourismus auf den Philippinen als Alternative zu Haifang und Shark Finning

Im Rahmen seiner Masterarbeit setzt sich Julian Engel mit der Entwicklung nachhaltiger und alternativer Existenzmöglichkeiten in Entwicklungsländern auseinander. Sein Fokus ist der Öko- und Haitourismus in Korallenriffen am Beispiel des Pazifischen Fuchshais (Alopias pelagicus) auf der philippinischen Insel Malapascua. Dort sind Fuchshaie DAS Highlight für Tauchtouristen: In den Korallenriffen gibt es eine „Putzerstation“, an der sich die Haie von Putzerfischen (Labroides dimidiatus) die Parasiten auf ihrer Haut entfernen lassen. -> WEITERLESEN <-

MSC-Fischlabel in der Kritik

MSC unterstützt Jagen und Töten von Delfinen!

Das besonders in Deutschland weit verbreitete, blaue MSC-Siegel / MSC-Fischlabel des Marine Stewardship Council steht für nachhaltige und bestandserhaltende Fischerei – angeblich. Jetzt ist es an eine Thunfischerei aus Mexiko vergeben worden, die beim Thunfischfang Delfine jagt, verletzt und tötet.

Bereits vor einem Jahr zeigte eine interdisziplinäre Studie von Wissenschaftlern aus dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ des GEOMAR-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und internationaler Kollegen, dass viele mit dem MSC-Fischlabel ausgezeichnete Produkte keinesfalls aus nachhaltig operierenden Fischereien stammen. Von 31 Fischbeständen im Nordostatlantik, die die Forscher unter die Lupe nahmen, wurden mehr als zehn Bestände stärker befischt als ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar wäre. Teilweise wurde der vom MSC erlaubte Fang um bis zu 50 Prozent überschritten. -> WEITERLESEN <-

Walmart verkauft delfintödlichen Thunfisch

Walmart Stop Killing Dolphins.EXPOSED: Walmart Selling Dolphin-Deadly Tuna

Mitarbeitern des US-amerikanischen Earth Island Institute (EII) ist es gelungen, einen Lebensmittelskandal zu entlarven. Der US-Konzern Walmart verkauft unter dem Markenname „Suli“ in seinen Supermärkten in Costa Rica mit delfin-tödlichen Methoden gefangenen mexikanischen Thunfisch aus Mexiko – und preist diesen als delfinsicher gefangen an. -> WEITERLESEN <-

IWC will Vaquita retten

Vaquita im Golf von Kalifornien.

Vaquita im Golf von Kalifornien.
Foto: ©Paula Olson/NOAA/public domain

Illegale Stellnetzfischerei droht die letzten Kalifornischen Schweinswale auszurotten

Vaquitas gelten aufgrund ihres sehr kleinen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum als eine der am stärksten vom Aussterben bedrohte Meeressäugerart der Welt.

Die nur etwa 1,5 Meter groß werdenden Vaquitas (Phocoena sinus), auch Kalifornische Schweinswale genannt, gehören zu den kleinsten Delfinartigen, die es gibt. -> WEITERLESEN <-

Proteste nach Umweltkatastrophe in Vietnam

Nach Umweltschäden von ca. 1 Billion US-Dollar: Mutige Proteste und Klagewelle gegen Umweltsünder Formosa Steel

Am 2. Oktober 2016 versammelten sich rund 20.000 Demonstranten vor dem Stahlwerk Formosa Steel und forderten den Abzug des weltweit für Umweltskandale berüchtigten taiwanesischen Konzerns aus Vietnam sowie eine angemessene Entschädigung für die Betroffenen und zur Behebung der Umweltschäden. Im April war es zu eine Umweltkatastrophe und einem Massensterben von Fischen gekommen, nachdem aus dem Stahlwerk – angeblich wegen eines Stromausfalls – giftige Abwässer ungeklärt ins Meer gelangten. Tausende Fischerfamilien verloren ihre Existenzgrundlage, das marine Ökosystem soll auf Jahrzehnte zerstört sein. -> WEITERLESEN <-

Fischsterben Vietnam: Küste verseucht

Keine Lösung für Säuberung in Sicht

Ein massives Fischsterben in Vietnam sorgte Anfang April für Entsetzen. Auf einem über 200 km langen, sich über die vier vietnamesischen Provinzen Ha Tinh, Quang Binh, Thua Thien-Hue, Quang Tri erstreckenden, verseuchten Abschnitt der Küste wurden schätzungsweise 277 Tonnen Fische angeschwemmt bzw. starben in den zahlreichen Fischfarmen, wie vietnamesische Medien berichteten. Als Verursacher wurde Ende Juni das Stahlwerk Formosa Steel ausgemacht. Aufgrund eines mehrtägigen Stromausfalls habe die Kläranlage nicht ordnungsgemäß funktioniert, gab man auf einer Pressekonferenz bekannt. Die ungeklärten Abwässer sollen das Meer mit den Umweltgiften Phenol und Cyanid sowie mit Eisenhydroxid verseucht haben, wie vietnamesische Medien berichten. -> WEITERLESEN <-

Umweltkatastrophe in Vietnam

Küstengewässer auf Jahrzehnte zerstört – Massives Fischsterben – Hunderttausende verlieren Lebensgrundlage

Ende Juni sollte die Roheisengewinnung im erst Ende 2015 in Betrieb genommenen Stahlwerk Formosa Steel Ha Tinh in Vietnam beginnen. Doch bereits in der Pilotphase kam es zu einer Umweltkatastrophe, die die Küste verseuchte, die Lebensgrundlage vieler Fischer und Aquafarmer zerstörte und auch der Tourismusbranche tiefe Einschnitte bereiten wird. -> WEITERLESEN <-

Karibik: Verbot kommerzieller Hai-Fischerei

Gute Nachrichten für Haie: Neue Schutzgebiete in der Karibik

Die Regierungen der Karibik-Inseln St. Maarten und der Kaiman-Inseln verhängten im Juni 2016 ein Fangverbot für die kommerzielle Haie-Fischerei in ihren Hoheitsgewässern. Gleichzeitig gaben die Curacao und Grenada bekannt, noch im Laufe des Jahres gleichfalls den kommerziellen Fang von Haien verbieten zu wollen. -> WEITERLESEN <-

EU-Verbot für Grundschleppnetze

Wichtiger Erfolg für den Schutz der Tiefsee in EU-Gewässern

Nach einem zähen, vierjährigen Verhandlungsmarathon hat sich die EU endlich auf ein weitgehendes Verbot des Einsatzes von Bodenschleppnetzen in den Tiefseeregionen des Atlantiks ab einer Meerestiefe von 800 Metern verständigt. Der letztendlich dann doch überraschende Durchbruch im Vermittlungsausschuss kam am letzten Tag der niederländischen Präsidentschaft zu Stande. Meeresschützer wie die Deutsche Stiftung Meeresschutz werten die Entscheidung als wichtigen Erfolg für den Schutz der betroffenen Tiefsee-Ökosysteme: „Dennoch fordern wir weiterhin ein generelles Verbot dieser Fangmethode und der Fischerei in der Tiefsee. -> WEITERLESEN <-

MSC-Siegel für überfischten Fisch

Interdisziplinäre Studie zeigt Grenzen MSC-zertifizierter Fischbestände im Nordostatlantik auf

Viele europäische Fischbestände gelten als überfischt oder sind von Überfischung bedroht. Das blaue MSC-Siegel auf Fischprodukten soll garantieren, dass Fisch mit MSC-Zertifizierung aus geprüfter umwelt- und bestandsschonender Fischerei stammt und Verbrauchern damit Sicherheit beim Einkauf vermitteln. In einer interdisziplinären Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit internationalen Kollegen die Verlässlichkeit des MSC-Fischlabels an nordeuropäischen Fischbeständen geprüft. Ihr Ergebnis: Mehr als zehn Bestände wurden stärker befischt als ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar wäre. Die Studie ist online in der internationalen Fachzeitschrift Marine Policy erschienen. -> WEITERLESEN <-

WTO: Umweltstandards sind Handelshemmnisse!

US-Delfischutzstandards sollten geschwächt werden

Nach einem jahrelangen, erbittert geführten Rechtsstreit musste der Delfin- und Verbraucherschutz in den USA vor der Welthandelsorganisation (WTO) Ende 2015 eine Niederlage hinnehmen: Delfintödlicher Thunfisch aus Mexiko sollte in den USA als „delfinsicher“ verkauft werden dürfen! Bisher war diese Bezeichnung dort per Gesetz streng geschützt. Anders als in Deutschland durfte in den USA Thunfisch bisher nur dann als „delfinsicher“ bezeichnet werden, wenn er weder mit Treibnetzen noch durch Setzen von Netzen um Delfinschulen gefangen wurde. Ende 2015 verlangte die WTO von den USA ihre strengen Vorgaben zu lockern. -> WEITERLESEN <-

Dramatisch: Weltweite Überfischung

In etwa 30 Jahren werden rund 90 Prozent aller Fischbestände erschöpft sein

Laut einer neuen Studie von US-amerikanischen Wissenschaftlern verschiedener Forschungsinstitute werden derzeit weltweit zwei Drittel der Fischbestände überfischt. Nur bei rund einem Drittel der über 4.700 untersuchten Fischereien konnten die Wissenschaftler Anzeichen für nachhaltige Bewirtschaftung feststellen. Nur hier besteht die Chance, dass sich die Bestände wieder erholen und langfristig befischbar sein werden. Bei der Studie wurden rund 78 Prozent der weltweiten Fischfangmenge erfasst. Der Meeresbiologe Dr. Boris Worm von der Dalhousie-Universität warnt, dass, sollte sich am Grad der Überfischung nichts ändern, in etwa 30 Jahren rund 90 Prozent aller kommerziell genutzten Fischbestände erschöpft sein werden. -> WEITERLESEN <-

Roter Thun: Giganten auf der Roten Liste

Rote Thunfische sind gewaltige Raubfische

Bei einer Länge von bis zu 5 Metern kann ein ausgewachsener Roter Thun 700 Kilogramm und mehr auf die Waage bringen. Doch derart große Exemplare sind heute eine Rarität: Die räuberischen Giganten stehen wegen ungehemmter Raubfischerei auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. -> WEITERLESEN <-

Grundschleppnetze: Fischerei der verbrannten Erde

Grundschleppnetz-Fischerei steht Dynamitfischerei in Nichts nach

„Fischen mit Grundschleppnetzen ist so, als würde man mit einem Bulldozer in einen Teich fahren, um die Fische zu fangen“, beschreibt der Fischereiexperte Elliot Norse, Präsident des Marine Conservation Biology Institute eine Fischereimethode, die – abgesehen von der Dynamitfischerei – die größten Zerstörungen in der Meeresumwelt anrichtet. Die Bezeichnung „Grundschleppnetze“ verweist auf Einsatzgebiet und Zielfischarten: am Meeresgrund lebende Grundfische und seit einigen Jahren auch Tiefseefische. Hinter dem noch harmlos klingenden Wort verbirgt sich ein absolut rücksichtsloser und in seinen negativen Auswirkungen auf die Meeresumwelt mit keiner anderen legalen Fischereimethode vergleichbarerer Raubbau – es ist eine Fischerei der verbrannten Erde, bzw. der zerstörten Meere. -> WEITERLESEN <-

Forschungsarbeit über Bullenhaie in Fidschi

Bullenhaie sollen zur „flagship species“ für den Haischutz in Fidschi werden

Seit 2015 unterstützt die Stiftung die Dissertation der Schweizer Meeresbiologin Kerstin Glaus von der Universität Basel, die mit ihrer Forschungsarbeit den Haischutz in Fidschi fördern will. Kerstin Glaus widmet sich in ihrer Doktorarbeit dem Vorkommen des Bullenhais (Carcharhinus leucas) in den Gewässern des Inselstaates im Südpazifik. Die bis zu 2,1 m langen und 91 kg schweren Männchen und die bis zu 3,5 m großen und 318 kg schweren Weibchen leben bevorzugt in Küstennähe. Man findet sie vor Amerika im Atlantik und Pazifik, südlich der Sahara vor Afrika, vor Indien, Südostasien und Australien. Manche Vertreter bewohnen sogar das Süßwasser von Flüssen und Seen.

Haie spielten in Fidschi schon immer eine große Rolle

Artikel „Auf den Spuren der Haie von Fidschi“ aus der Welt am Sonntag vom 13.08.2017 – Mit freundlicher Genehmigung von Katja Trippel (Autorin) und Tom Vierus (Bildrechte, www.tomvierus.com). PDF-download

Früher wurden Haie in Fidschi als Götter verehrt, heute spült der lokale Hai-Tourismus Geld in die Kassen der Insel, und auch die Haifischerei ist nicht unbedeutend. „Haie haben aber auch eine ökologisch überaus relevante Bedeutung“, erläutert die Haiforscherin Kerstin Glaus. So wurde in Fidschi dokumentiert, wie die Dezimierung von Schwarzspitzen-Haien (Carcharhinus melanopterus) mit Biodiversitätsverlusten von Korallenriffen einherging.

„Flagship Species“ Bullenhai

Die Regierung in Fidschi ist willens, mehr für den Schutz ihrer Haie zu tun. Doch dafür werden dringend wissenschaftlich fundierte Daten benötigt, die die Haiforscherin liefern will: „Mein Forschungsprojekt beinhaltet das Potenzial, den Bullenhai zur „flagship species“ für den nationalen Haischutz in Fidschi zu etablieren.“
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Bedrohte Riesen: Walhaie

Wenn sein Name fällt, bekommen nicht nur Taucher große Augen

Doch Begegnungen mit dem größten Fisch der Erde, dem Walhai (Rhincodon typus), sind selten geworden: Sein Fleisch ist vor allem in Asien eine beliebte Delikatesse. Die große Nachfrage nach Walhai-Fleisch, besonders in Taiwan und Hongkong, und die Aussicht auf über 3.000 € pro erlegtem Walhai verlocken Fischer immer wieder dazu, die Meeresgiganten zu jagen. So sind sie vielerorts bereits ausgestorben oder akut davon bedroht und finden sich heute als gefährdete Art auf der Roten Liste der IUCN wieder. -> WEITERLESEN <-

Langleinenfischerei vernichtet Meerestiere

Raubfischerei: Langleinen tragen massiv zur Überfischung der Weltmeere bei

Mit der Einführung der Langleinenfischerei war anfangs die Hoffnung verbunden, eine effektive und selektive Fangtechnik gefunden zu haben. Was folgte war Ernüchterung und heftige Kritik. Die Langleinenfischerei reißt sowohl die Zielfischarten als auch durch ihre horrenden Beifangraten zahlreiche Nichtzielarten in den Abgrund. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) von 2005 lag die Beifangrate in der Langleinenfischerei bei durchschnittlich ca. 20 Prozent der Gesamtfangmenge. Wissenschaftler und Meeresschützer prangern sie als eine der größten Bedrohungen für Haie und Rochen sowie für Nichtzielarten wie Albatrosse, Fregattvögel oder Meeresschildkröten an. Hinzu kommt die mittlerweile starke Überfischung der Zielfischarten wie dem Schwarzen Seehecht (Dissostichus eleginoides) im Südpolarmeer oder dem Roten Thunfisch (Thunnus thynnus) im Mittelmeer, insbesondere durch illegal operierende Piratenfischer. Beide Arten sind mittlerweile fast ausgerottet. -> WEITERLESEN <-

Barbarische Haiflossen-Fischerei

Jedes Jahr sterben über 38 Millionen Haie allein wegen ihrer Flossen einen grausamen Tod

Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten „Shark Finning“, schneiden Fischer den Tieren direkt nach dem Fang die Flossen ab, um die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere anschließend wieder zurück ins Meer zu werfen, wo sie langsam sterben. Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten. -> WEITERLESEN <-

Großer Erfolg: 25 Jahre SAFE

Das Logo SAFE des internationalen Kontrollprogramms für delfinsicher gefangenen Thunfisch.Durch SAFE wurde „delfintödlicher“ Dosenthunfisch weltweit weitestgehend vom Markt gefegt

Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet: SAFE, das internationale Kontrollprogramm für delfinsicher gefangenen Thunfisch des Earth Island Institute aus Kalifornien (EII). -> WEITERLESEN <-

Robert Habeck opfert Meerestiere

In einem Stellnetz ertrunkener Schweinswal.

In einem Stellnetz ertrunkener Schweinswal.
Foto: Krzysztof E. Skora

Entlang der Küsten Schleswig-Holsteins sind massive Verluste an Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen zu befürchten

Der Grund: Eine Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband im vergangenen Jahr getroffen hat, geht an den Schutzbedürfnissen völlig vorbei. Wiederholt hatten Umwelt- und Naturschutzorganisationen Umweltminister Robert Habeck scharf wegen der Vereinbarung angegriffen und sie als „umweltpolitische Bankrotterklärung eines grünen Umweltministers“ bezeichnet. -> WEITERLESEN <-

Kiribati: Rote Karte für Fischer

Logo der Phoenix Islands Protected Area (PIPA)No-Take-Zone so groß wie Kalifornien

Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur „No-Take-Zone“ erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien. Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene Inselstaat hatte bislang Lizenzen auch an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan verkauft. Mit der neuen „No Take Zone“ ist ein sehr artenreiches Meeresgebiet unter Schutz gestellt. Es umfasst elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates. -> WEITERLESEN <-

Der teuerste Fisch der Welt stirbt aus

Ein Schwarm Atlantischer Blauflossen-Thunfische.

Ein Schwarm Atlantischer Blauflossen-Thunfische. Foto: NOAA

Für Sushi!

Die Fischereibehörde der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) will den kommerziellen Fang und die Sportfischerei von Nordpazifischen Blauflossenthunfischen in US-Gewässern verbieten. Falls die NOAA ein Fangverbot verhängt, müssten in US-Gewässern trotzdem gefangene Blauflossenthunfische sofort wieder freigelassen werden. Nach rücksichtsloser, jahrzehntelanger Überfischung, hauptsächlich zur Befriedigung der stetig wachsenden Nachfrage nach Sushi (als „Maguro“) in Japan, soll es nur noch etwa 40.000 ausgewachsene vermehrungsfähige Exemplare dieser Thunfischart im Pazifik geben. Dies entspricht etwa 4 Prozent der ursprünglichen Bestandsgröße. -> WEITERLESEN <-