Dramatisch: Weltweite Überfischung

In etwa 30 Jahren werden rund 90 Prozent aller Fischbestände erschöpft sein

Laut einer neuen Studie von US-amerikanischen Wissenschaftlern verschiedener Forschungsinstitute werden derzeit weltweit zwei Drittel der Fischbestände überfischt. Nur bei rund einem Drittel der über 4.700 untersuchten Fischereien konnten die Wissenschaftler Anzeichen für nachhaltige Bewirtschaftung feststellen. Nur hier besteht die Chance, dass sich die Bestände wieder erholen und damit langfristig befischbar sein werden. Die Studie erfasste rund 78 Prozent der weltweiten Fischfangmenge. Und Meeresbiologe Dr. Boris Worm von der Dalhousie-Universität warnt, dass, sollte sich am Grad der Überfischung nichts ändern, in etwa 30 Jahren rund 90 Prozent aller kommerziell genutzten Fischbestände erschöpft sind.

Appel für ein Ende der Fischereisubventionen

Laut Boris Worm ist es dringend notwendig, dass insbesondere die EU ihre Subventionen für Schiffsdiesel und den Bau neuer Fangboote für nicht nachhaltig und unprofitabel arbeitende Fischereien einstellt. So habe er im Mittelmeer viele nagelneue Fischkutter mit großer Besatzung und viel Fischereigerät, aber nur sehr wenig Fisch an Bord bei der Rückkehr von der Fangfahrt beobachten können.

Umdenken bei den Fischern gefordert

Auch die Fischer müssten ihre Methoden umstellen, meint Worm. Eine Umstellung auf schonendere Fangmethoden hätte nicht nur ein Ende der Überfischung, eine Erholung der Bestände und damit des Ökosystems zur Folge, sondern auch einen größeren Profit für die Fischer. Sie könnten bei geringerem Treibstoffverbrauch mit weniger Booten unterm Strich mehr Fisch fangen und so ihre Einkommenssituation bereits kurzfristig verbessern.

Weitere Informationen

Studie: Global fishery prospects under contrasting management regimes