Großbritannien verbietet Haiflossenhandel

Was die EU bisher nicht schaffte, die Briten machen es vor: Großbritannien verbietet den Haiflossenhandel. Das künftige Import- und Exportverbot umfasst sowohl Haiflossen als auch Produkte daraus, wie etwa Haiflossensuppe in Dosen. Dies verkündete jetzt die britische Regierung.


Vorreiterrolle

Hai ohne Flossen am Meeresgrund

Die Haiflossenfischerei ist grausam und verschwenderisch – Foto: Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank

Großbritannien übernimmt damit eine führende Rolle im Kampf gegen die grausame Fischereimethode des shark finning: Bei lebendigem Leib schneidet man gefangenen Haien erst die Flossen ab. Anschließend werfen die Fischer die flossenlosen Tiere lebend zurück. Es beginnt ein langsames Sterben. Die verstümmelten Haie ersticken, verbluten oder werden lebendig gefressen.

Haibestände schwinden

Neben der Überfischung trägt die Haiflossenfischerei maßgeblich zum Schwund von Haien bei. Von den rund 500 Haiarten sind 143 gefährdet, etliche davon sogar vom Aussterben bedroht. Insbesondere die Bestände von Kurzflossen-Makohaien und Blauhaien sind als Folge von unselektiven Fangmethoden drastisch zurückgegangen.

„Shark finning ist unvorstellbar grausam, Tausende Haie sterben dabei einen furchtbaren Tod. Die Praxis ist zudem unentschuldbar verschwenderisch. Mit Recht ist sie in den Gewässern des Vereinigten Königreichs verboten, doch der Handel geht weiter und hat schlimme Auswirkungen auf die Zukunft dieser wundervollen Lebewesen“, begründet der britische Tierschutzminister Lord Goldsmith den Schritt seiner Regierung.

Gesundheitspolizei

Die Entscheidung der britischen Regierung ist vorbildlich. „Denn der Bestand nahezu aller Hochseehaie und -rochen ist in den letzten 50 Jahren im Schnitt um 70 Prozent zurückgegangen. Dabei sind Haie als Gesundheitspolizei unverzichtbar für das Funktionieren von Meeresökosystemen. Ohne Haie beschleunigt sich etwa das Sterben von Korallenriffen und Seegraswiesen. Denn sie halten beispielsweise Zackenbarsche in Schach. Gibt es von denen zu viele, dezimieren sie zu viele algenfressende Fische. In der Folge überwuchern Algen Riffe und Seegraswiesen. Das sind fatale ökologische Kettenreaktionen,“ erklärt DSM-Biologe Ulrich Karlowski.

EU: Haiflossenhandel ja, Ganzkörperanlandung ja

Die Haiflossenfischerei floriert, solange der Haiflossenhandel erlaubt bleibt

Solange der Haiflossenhandel erlaubt ist, floriert auch der Haiflossenfischerei – Foto: Rikke F. Johannessen/Marine Photobank

In der EU ist Shark Finning seit 2013 mit der sogenannten „Fins Naturally Attached“-Verordnung (Ganzkörperanlandung) verboten. Dies wird aber kaum kontrolliert. Deshalb kann niemand sagen, wie viele Haiflossen illegal angelandet werden. Und solange der Handel mit Haiflossen erlaubt ist, floriert auch die Haiflossenfischerei.

Stop Finning – Stop the Trade

Mit der EU-Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ setzen wir uns gemeinsam mit vielen anderen europäischen Organisationen für ein Handelsverbot von Haiflossen ein. Doch es fehlen noch etliche Stimmen.

Wir brauchen Sie!

Stop Finning – Europäische Bürgerinitiative für ein Haiflossen-Handelsverbot in Europa

Bitte unterschreiben und teilen Sie die Bürgerinitiative:   JETZT ABSTIMMEN!

Die Unterzeichnungsfrist endet am 31.01.2022. Nur wenn ausreichend Stimmen zusammenkommen, wird sich das EU-Parlament mit der Forderung nach einem Handelsverbot für Haiflossen befassen.

 

Titelfoto: Frisch abgeschnittene Haiflossen – Foto: istock.com/lonelytravel