Industrielle Fischerei, illegale Fischerei – Fakten und Daten

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Fischerei und Aquakultur sind entscheidender Teil der Lebensgrundlage für mehrere Milliarden Menschen. Fisch und Meeresfrüchte aus Wildfang und Aquakultur gehören mittlerweile zu den am häufigsten gehandelten Nahrungsmitteln. Etwa 225 Länder sind in den Handel involviert. Dabei stammen rund 90 Prozent der globalen Fänge von Wildfisch aus den Küstenmeeren (12-Meilen-Zone) und den Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ; Meeresgebiet seewärts des Küstenmeeres bis zur 200-Seemeilen-Grenze) der Küstenstaaten. Viele dieser Gebiete wurden und werden zu intensiv befischt. 2019 waren bereits 35,4 Prozent der von der Welternährungsorganisation (FAO) erfassten Meeresfischbestände überfischt. Eine Steigerung um 1,2 Prozentpunkte gegenüber 2017.

Die fischereiliche „Bewirtschaftung“ dürfte eines der schlimmsten Beispiele menschlicher Misswirtschaft darstellen. Trotz einer Unmenge von Steuerungsinstrumenten ist dieser Sektor von Habgier und Gewinnstreben gekennzeichnet und nimmt wenig Rücksicht auf den Schutz von Gemeingütern oder auf das Recht zukünftiger Generationen, Zugang zu diesen Ressourcen zu genießen und von deren Nutzung nachhaltig zu profitieren.

Dr. Awni Behnam, Präsident des International Ocean Institute, world ocean review 2

Aquakultur überholt Meeresfischerei

Nach Angaben der FAO (Food and Agriculture Organisation of the United Nations – Welternährungsorganisation) lag die weltweite Produktion (Wildfänge aus dem Meer und Süßwasser, Algen und Aquakultur) 2020 bei 214 Millionen Tonnen. Davon stammten allein rund 122,6 Millionen Tonnen aus Aquakultur. Ein Rekord. Der Fangertrag von Meeresfisch und anderen Meerestieren sank 2020 dagegen um etwa 4 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Jahre auf 78,8 Millionen Tonnen. Ein Effekt der Coronapandemie, geänderten Fischereiregeln (besonders in China) und variierender Verfügbarkeit von stark befischten Arten wie Anchovis. Der Fangertrag für die vier wirtschaftlich wertvollsten Tiergruppen (Thunfische, Kopffüßer, Garnelen und Hummer) blieb dagegen auf fast gleichbleibend hohem Niveau. Anchovis (Sardellen) waren erneut die vorwiegend gefangene Art.

Hier nicht enthalten sind die unbekannten, beträchtlichen Fangmengen aus der IUU-Fischerei (illegal, undokumentiert und unreguliert) sowie ebenfalls beträchtlichen Mengen nicht angelandeter und nicht gemeldeter Beifänge.

Weniger Fangboote auf dem Meer

Seit vielen Jahren führt China (14,9 Prozent der weltweiten Fänge und 564.000 Fangboote im Jahr 2020) die Liste der sieben wichtigsten Fangnationen für Meeresfischerei an. Es folgen Indonesien, Peru, Indien, Russland, die USA und Vietnam. Laut des SOFIA-Berichts 2022 (The State of World Fisheries and Aquaculture) der FAO waren 2020 auf den Meeren und an den Küsten ca. 4,1 Millionen Fangboote (davon etwa 2,5 Millionen motorisiert) im Einsatz. Der Anteil der nicht motorisierten Fangboote konzentriert sich dabei mit 97 Prozent auf Asien und Afrika. Mit ca. 3,1 Millionen Schiffen verfügte der asiatische Raum über die mit Abstand größten Fangflotte.

Gegenüber 2015 ist das immerhin ein Rückgang von 10 Prozent. Dies spiegelt die Bemühungen der Länder, insbesondere Chinas und der europäischen Länder, wider, die globale Flottengröße zu reduzieren. Jedoch bedeuten Flottenverkleinerungen allein nicht unbedingt eine nachhaltigere Fischerei. Höhere Fangeffizienz gleicht die meisten Flottenverkleinerungen wieder aus.

In China allerdings sank der Fangertrag von 14,4 Millionen Tonnen im Jahr 2015 auf 11,8 Millionen Tonnen im Jahr 2020, was einem Rückgang von 18,2 Prozent entspricht. Die Zahl chinesischer Fischkutter sank von 1.072.000 im Jahr 2013 um 47 Prozent im Jahr 2020.

In der EU gab es 2020 etwa 74.000 Kutter, ein Rückgang um 28 Prozent verglichen mit dem Jahr 2000.

Immer weniger deutsche Berufsfischer

Laut des Jahresberichts des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein gab es 2022 in Nord- und Ostsee noch 465 Fischkutter in der Erwerbsfischerei. Ein Jahr zuvor waren es noch 486 Trawler. Parallel dazu sank die Zahl der erwerbstätigen Fischer in Schleswig-Holstein von 786 auf 758 (413 im Haupterwerb und 345 im Nebenerwerb).

Kleinfischer ohne Chancen?

Der hauptsächliche globale Überfischungsdruck der industriellen Fischerei geht dabei von nur 5 Prozent der weltweiten Fischereiflotte aus. Von ca. 45.000 Industriefangschiffen mit über 24 m Länge. Darunter auch sogenannte Supertrawler, mit über 80 m Länge. Supertrawler können jeden Tag über 200 Tonnen Fisch fangen und verarbeiten.

Industrielle Fischerei: Die „Magiris“, mit 143 m Länge der zweitgrößte Fabriktrawler der Welt.

Die „Margiris“ ist mit 143 m Länge der zweitgrößte Fabriktrawler der Welt. Foto: Blue Planet Society

Ozeanien, Europa und Nordamerika verfügen über die meisten dieser großen Fischereifahrzeuge. Dabei ist die Europäische Union der größte Einzelimportmarkt für Meerestierprodukte. Im FAO-Fanggebiet 61 (Nordwestpazifik) wurden im Jahr 2020 mit 19,2 Millionen Tonnen die meisten Fische gefischt. Das sind 24 Prozent der weltweiten Meeresanlandungen.

Überfischung

FAO-Daten zeichnen nur ein unvollständiges Bild über das Ausmaß der weltweiten Fischereiaktivitäten. Denn nicht alle Länder kooperieren mit der FAO, wie Brasilien oder Kambodscha. Andere verfügen nicht über qualifizierte Fischereibehörden und liefern unvollständige Daten. Das Ausmaß der illegalen Fischerei und von Rückwürfen (Beifang) kann nur geschätzt werden.

Überfischung ist heutzutage unbestreitbar vorwiegend Folge der industriellen Fischerei und deren technischer Aufrüstung: Fischfinder, satellitengestützte Informationen, Helikopter, Fischsammler (FADs) usw. Sogar bis in die Tiefsee dringt man heute mit Grundschleppnetzen und Langleinen vor. Dabei werden einmalige Lebensräume und Lebensgemeinschaften unwiederbringlich zerstört.

FAD mit Netzmaterial.

FAD-Fischerei (Fischsammler) verursacht hohe Beifangraten. Foto: ISSF/David Itano

Dennoch hat all der technische Aufwand die globalen Fangmengen von Meerestieren seit 2005 nicht wesentlich steigern können. In der Regel liegen sie zwischen 78 und 81 Millionen Tonnen im Jahr. Ist eine Art erschöpft, weicht die industrielle Fischerei auf andere, bisher nicht überfischte Bestände aus. Hier hinzu kommen zusätzliche Fangmengen aus der IUU-Fischerei sowie nicht gemeldete Beifänge.

IUU-Fischerei und Beifänge

Berechnungen der Forscher von Sea Around Us für das Jahr 2016 gehen von zusätzlich mindestens 15 Prozent der erfassten jährlichen Gesamtfangmenge aus IUU-Fischerei (17,6 Millionen Tonnen Fisch) und etwa 7,8 Prozent (8,1 Millionen Tonnen Fisch) aus Beifängen aus.

Dabei wächst das Ausmaß der IUU-Fischerei stetig. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile fast jeder fünfte bis sechste konsumierte Meeresfisch auf illegale Weise gefischt wurde. Die Verlockungen sind groß. Experten schätzen den jährlichen Verkaufswert von illegal gefangenem Fisch auf zwischen zehn und 23 Milliarden US-Dollar. Die weltweite IUU-Fischerei hat Dimensionen der internationalen organisierten Kriminalität erreicht. Führende Fischereinationen in diesem dunkeln Bereich sind China, Taiwan, Kambodscha, Russland und Vietnam.

Demnach besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den FAO-Zahlen und den Zahlen anderer Meeresforschungsinstitute. So errechnete Sea Around Us für 2016 rund 104 Millionen Tonnen Meeresfisch. Während die FAO 2016 von 78,3 Millionen Tonnen ausging.

Studie: Illegale Fischerei verbreiteter als gedacht

Eine Studie von Global Fishing Watch, die im Januar 2024 in der Fachzeitschrift „Nature“ erschien1, zeigt, dass das Ausmaß der weltweiten illegalen Fischereiaktivitäten weitaus größer sein könnte als bisher angenommen.

Demnach existieren für 72–76 % der Fangfahrten größerer Fangboote von 2017 bis 2021 keine AIS-Daten. Die Fischereifahrzeuge wurden „unter dem Radar“ geführt. Die Crew hatte das Identifikationssystem ausgeschaltet! Ein solches Verhalten lässt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf illegale Aktivitäten wie IUU-Fischerei schließen. Zum Vergleich: Frachtschiffe fuhren nur während eines Viertels aller Fahrten mit ausgeschaltetem AIS.

Das Automatische Identifikationssystem (AIS) für Schiffe ist ein seit 2000 verbindlicher Standard der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO). AIS wurde eingeführt, um den Seeverkehr sicherer zu machen. Allerdings ist nicht jedes Schiff verpflichtet, AIS einzusetzen. Außerdem können die Systeme ausgeschaltet werden, um illegale Aktivitäten wie IUU-Fischerei zu verschleiern.

  1. Paolo, F., Kroodsma, D., Raynor, J. et al. Satellite mapping reveals extensive industrial activity at sea. Nature 625, 85–91 (2024). https://doi.org/10.1038/s41586-023-06825-8 ↩︎

Ungenaue Datenerhebung

Zusätzlich erschweren Regelungen wie die EU-Fischerei-Kontrollverordnung die Bewertung der globalen Fangmengen von Meeresfisch. Denn eine „Toleranzmarge“ erlaubt Fehlschätzungen von bis zu 10 % beim Fang bestimmter Arten. Aus real 5.500 Tonnen gefangenem Echtem Bonito können im Logbuch somit 5.000 Tonnen werden. Damit ist die erlaubte 10-%-Spanne eingehalten.

Zudem finden kaum Kontrollen statt. Weder nach dem Fang noch bei der Anlandung. Damit steht die Tür für die Verschleierung der Fangmenge noch weiter offen. Denn die 5.000 Tonnen Fisch im Logbuch lassen sich bei der Anlandung, unter erneuter „Einhaltung“ 10-%-Fehlermarge, auf 4.500 Tonnen reduzieren.

Durch die (illegale) doppelte Anwendung der zulässigen „Toleranzmarge“ kann eine reale Fangmenge von 5.500 Tonnen „offiziell“ um 20 % niedriger ausfallen. Damit sind 1.000 Tonnen Fisch „unter der Hand“ zusätzlich angelandet. Es hat sie offiziell nie gegeben. Auf die Fangquote des Trawlers werden sie nicht angerechnet.

Welche Fische werden am meisten gefischt?

Anchovis oder Peruanische Sardellen (Engraulis ringens) waren 2020 mit 4,9 Millionen Tonnen erneut die weltweit mit Abstand am stärksten befischte Art. Auf Platz zwei folgte der Pazifische Pollack (Theragra chalcogramma) mit 3,5 Millionen Tonnen. Dicht gefolgt vom weltweit am häufigsten gefischten Thunfisch, dem Skipjack (Katsuwonus pelamis), mit 2,8 Millionen Tonnen.

Überfischte Bestände

Viele Bestände sind durch die industrielle Fischerei bereits so stark dezimiert, dass eine fischereiliche Nutzung aus biologischer Sicht nicht mehr zu verantworten ist. Laut FAO waren 2019 35,4 Prozent der bewerteten Meeresfischbestände überfischt. Eine Steigerung von 1,2 Prozent gegenüber 2017. Innerhalb von nur vier Jahrzehnten hat sich ihr Anteil damit mehr als verdreifacht. Am stärksten überfischt waren 2020 laut FAO der Südostpazifik (FAO-Fanggebiet 87) mit 66,7 Prozent der Bestände. Es folgen Mittelmeer und Schwarzes Meer (FAO-Fanggebiet 37) mit 63,4 Prozent und der Südwestatlantik (FAO-Fanggebiet 41) mit 40 Prozent. Allerdings finden in vielen Meeresregionen mangels qualifizierter Fischereibehörden keine oder nur unzureichende Bestandserfassungen statt.

2019 wurden 57,3 Prozent der Bestände maximal befischt. Moderat oder nur wenig befischt waren laut FAO lediglich 7,2 Prozent der erfassten Meeresfischbestände. Die Folgen sind nicht nur für den Menschen gravierend, sondern für alles Leben in den Meeren. Den Löwenanteil aquatischer Lebensmittel (59 % der weltweiten Produktion) teilen dabei fünf Länder unter sich auf: China, Indonesien, Indien, die USA und Japan.

Weltweiter Pro-Kopf-Verbrauch

Der weltweite jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von aquatischen Lebensmitteln stieg laut FAO von durchschnittlich 9,9 kg in den 1960er-Jahren auf 11,4 kg in den 1970er-Jahren. Von 12,5 kg in den 1980er-Jahren auf 14,4 kg in den 1990er-Jahren. Von 17,0 kg in den 2000er und 19,6 kg in den 2010er-Jahren auf ein Rekordhoch von 20,5 kg im Jahr 2019. Vorläufige Schätzungen deuten auf einen geringeren Verbrauch wegen gesunkener Nachfrage für 2020 (20,2 kg). Für 2021 wird wiederum mit einem steigenden Pro-Kopf-Verbrauch von Lebensmitteln aus Meer gerechnet.

Folgen der industriellen Fischerei: Toter Hammerhai in einem Geisternetz vor Hawaii

Jährlich sterben zwischen 63 und 273 Millionen Haie und eine nicht erfasste Zahl von Rochen durch die industrielle Fischerei und beim sogenannten Finning (Flossenfischerei). Viele Arten sind dadurch mittlerweile vom Aussterben bedroht. Foto: © OceanImageBank/Toby Matthews

Mehr Fisch aus nachhaltiger Fischerei

Trotz der sich allgemein verschlechternden Trends verzeichnet die FAO für 2019 mehr Fänge aus nachhaltig operierenden Fischereien. Diese stiegen um 3,8 Prozent gegenüber 2017. Aus biologisch nachhaltigen befischten Bestände stammten laut FAO 82,5 Prozent aller Anlandungen.

Von den zehn am häufigsten gefischten Arten – Anchovis, Alaska-Seelachs, Echter Bonito, Atlantischer Hering, Gelbflossenthune, Blauer Wittling, Europäische Sardine, Japanische Makrele, Atlantischer Kabeljau und Degenfische (Trichiurus lepturus) – wurden 2019 im Durchschnitt 66,7 Prozent auf biologisch nachhaltigem Niveau befischt. Eine Zunahme gegenüber 2017.

Sinnloses Sterben: Beifänge und Rückwürfe

Die industrielle Fischerei verursacht horrende Beifangmengen. Diese Unmengen ungewollt getöteter Tiere können die Ökosysteme langfristig nicht verkraften. Auch etwa 300.000 ertrunkene Meeressäuger wie Wale und Delfine befinden sich unter den jährlich zu beklagenden Beifangopfern. In der EU-Fischerei geht man von jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Fisch aus, die durch Beifänge und Rückwürfe vernichtet werden. Trotz vorhandener Gesetze, wie der ab 2019 EU-weit geltenden „Anlandeverpflichtung“, hat sich an der Rückwurfpraxis nichts geändert. Es mangelt an Kontrollen.

Fischereilobby

Maßnahmen zur Bekämpfung der Überfischung gibt es viele: z. B. selektive Fangtechniken, Fangquoten, Schutzgebiete und Schonzeiten für gefährdete Fischarten oder Öffnung versperrter Wanderrouten für Zugfische. Nicht nur Meeresschutzorganisationen aus aller Welt fordern dies seit vielen Jahren. Auch Wissenschaftler von Fischereikommissionen raten zu drastischen Einschränkungen.

Doch das Gegenteil passiert. Regionale Fischereiabkommen erweisen sich als nur bedingt hilfreich. Regelmäßig knickt die EU vor der starken Lobby der industriellen Fischerei ein. Gefälligkeiten, z. B. durch Subventionen für den Ausbau von Fangflotten unter dem Deckmantel nachhaltiger Fischerei sind an der Tagesordnung.

Laut einer Studie des Geomar–Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel wird in deutschen Meeresschutzgebieten sogar intensiver gefischt als außerhalb. Die Kieler Experten sprechen von einer um 40 Prozent stärkeren Fischereiintensität.

Regionale Organisationen für das Fischereimanagement (RFMOs)

RFMOs legen das Ausmaß zulässiger Fischereiaktivitäten in ihrem Zuständigkeitsgebiet fest und decken dabei fast alle kommerziell relevanten Fischarten und alle Ozeane ab. Sie regeln die Fischerei in internationalen Gewässern außerhalb der AWZ (Ausschließlichen Wirtschaftszone, 200-Seemeilen-Zone von Küstenstaaten). Lediglich die Arktis steht nicht unter Verwaltung einer RFMO, da es hier (bislang) kaum Fischfang gibt. RFMOs gehören dabei nicht nur Anrainerstaaten der Fischereigebiete an, sondern auch Nationen, die verstärkt in diesen Meeresregionen fischen.

Das ist vereinbar mit Internationalem Seerecht und legitim gemäß dem Freiheitsprinzip der Hohen See. EU-Staaten wiederum werden von der Europäischen Kommission in mehreren RFMOs vertreten. Während der jährlich stattfindenden Verhandlungen versuchen die RFMO-Mitglieder für ihr Fanggebiet Fangquoten für hier befischte Arten wie Makohaie festzulegen.

RFMOs, die Fischbestände nach Gebieten bewirtschaften

Es existieren 11 RFMOs, die Fischbestände nach Gebieten bewirtschaften: z. B. die Kommission für die Fischerei im Nordostatlantik (NEAFC, North East Atlantic Fisheries Commission) oder die Organisation für die Fischerei im Nordwestatlantik (NAFO, Northwest Atlantic Fisheries Organization).

RFMOs für weit wandernde Fischarten

Daneben gibt es fünf weitere RFMOs, die für weit wandernde Fischarten, hauptsächlich Thunfische, zuständig sind. Dazu gehören neben der ICCAT auch die Thunfischkommission für den Indischen Ozean (IOTC, Indian Ocean Tuna Commission) oder die Interamerikanische Kommission für Tropischen Thunfisch (IATTC, Inter-American Tropical Tuna Commission).

Zwei weitere RFMOs sind rein beratend tätig (Western Central Atlantic Fishery Commission/WECAFC und Fishery Committee for the Eastern Central Atlantic/CECAF).

Update: erweiterter und überarbeiteter Beitrag. Mit neuem Datum wieder veröffentlicht.


End of Fish Day

Der „End of Fish Day“ markiert das Ende unserer eigenen „Fischreserven“. Von diesem Tag an ist Deutschland rein rechnerisch auf den Import von Fischereiprodukten angewiesen. 2022 fiel er auf den 11. März so früh wie noch nie. Denn mit 14,1 kg Fisch und Fischereierzeugnisse pro Kopf im Jahr 2020 liegen wir zwar unter dem Weltdurchschnitt von 20 kg, essen allerdings weitaus mehr Fisch, als deutsche Fischer fangen oder heimische Aquakulturen bereitstellen können.

Mit dem „End of Fish Day“ machen Slow Food Deutschland und Fair Oceans seit 2019 auf die weltweit anhaltende Krise der Fischerei und die Vernichtung der Artenvielfalt in den Meeren aufmerksam. Der „End of Fish Day“ errechnet sich auf Grundlage von Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Er nimmt so direkten Bezug auf die Analyse der Fischereiwirtschaft durch die Bundesregierung.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht in ihrem Jahresbericht über Fischerei und Fischwirtschaft den aktuellen Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Fischereierzeugnissen. Mit dem geringen Selbstversorgungsgrad von 20 Prozent sind wir dabei einer der größten Importeure von Fischereiprodukten auf dem Weltmarkt.


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